Verhältnis der Grafschaften mit dem Hzm Westfalen

Dieses Thema im Forum "Das Heilige Römische Reich" wurde erstellt von Thiadrad, 12. Januar 2014.

  1. Thiadrad

    Thiadrad Neues Mitglied

    Hallo zusammen,

    ich wollte mal fragen, ob sich jemand mit folgendem auskennt:

    Wie waren die Herrscherverhältnisse der Grafschaft Mark zum um 1180 erschaffenen Herzogtum Westfalen?
    Hatten die Erzbischöfe von Köln als Herzöge von Westfalen die Oberherrschaft als Landesherren, oder hatten sie, wie oft gesagt wird, ihre weltliche Macht nur auf ihr Territorium Westfalen beschränken können?

    Und wie war das mit der Grafschaft Arnsberg? Sie hatten ja schon viel früher als Erben der Grafen von Werl ein riesiges Machtgefüge gehabt. Mußten sie sich 1180 den Erbischöfen von Köln unterstellen oder waren sie reichsunmittelbar neben dem Hzm Westfalen als freies Land nur dem König unterstellt? Arnsberg gehörte ja erst ab 1368 zu Köln.

    Schonmal besten Dank!
     
    1 Person gefällt das.
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Schau Mal im Ausstellungsband AufRuhr 1225 (Mainz 2010), darin insbesondere in den Beitrag von Wilhelm Jansen, Adelsherrschaft und Herzogsgewalt, S. 47 - 58 (dritter Beitrag).
     
  3. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Die im Bereich des Herzogtums Westfalen vorhandenen weltlichen Herrschaften blieben nach 1180 bestehen und waren zum Teil kölnisches Lehen oder wurden von Köln erworben. Was die Grafschaft Mark betrifft, so war der Kölner Erzbischof als Herzog von Westfalen Oberlehnsherr. Allerdings konnte er seine Mcht nur unvollkommen durchsetzen, sodass den Grafen von der Mark der Aufbau eines geschlossenen Territoriums gelang. Unter anderem setzten sie gegen ihren Kölner Oberlehnsherrn das Befestigungsrecht durch, was zum Ausbau des Territoriums beitrug.

    Nach der vom Erzbischof verlorenen Schlacht von Worringen 1288 wurde der Begriff "Herzogtum Westfalen" zu einem leeren Titel und das Territorium verengte sich zu einem Nebenland des Erzstifts im östlichen Sauerland mit der Hauptstadt Arnsberg.

    Wie auch bei der Grafschaft Mark waren die Kölner Erzbischöfe Oberlehnsherren der Grafen von Arnsberg. Das konnte allerdings ihren territorialen Aufstieg nicht verhindern, obwohl sie durch zeitweise Bündnisse der Grafen von der Mark mit den Kölner Erzbischöfen zwischen die Fronten gerieten. Der Verkauf der Grafschaft durch den letzten kinderlosen Grafen 1368 an den Kölner Erzbischof beendete dieses Kapitel.
     
  4. Thiadrad

    Thiadrad Neues Mitglied

    Vielen Dank für Antworten!
    Jetzt lese ich mir noch den Beitrag in dem Buch Aufruhr 1225 durch, danke für den Tip.
     

Diese Seite empfehlen