Vieh auf den Burgen

Dieses Thema im Forum "Alltag im Mittelalter" wurde erstellt von Arberger, 24. September 2018.

  1. Arberger

    Arberger Neues Mitglied

    Bisher bin ich davon ausgegangen, dass im 14. Jahrhundert, lediglich Pferde im Stall einer Burg standen. Für das andere Vieh, wie Kühe und Schafe, gab es die Bauern, welche Fleisch und Milch an den Burgherren lieferten.
    Nun hörte ich, dass die Burgherren selbst diese Tiere auf der Burg hatten und sozusagen Selbstversorger waren.
    Das kann ich auch gut nachvollziehen, aber bei einer Burg in Niederösterreich, wo es rundum immer schon Milchbauern gab? Noch heute tragen die umliegenden Bauernhöfe hier die Namen wie z.B. Meierhof, Baumgartnerhof, Schalzlhof,...
    Habe ich mich hier geirrt, gab es tatsächlich neben Pferden auch Kühe und Schafe in den Stallungen der Burg?
     
  2. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Zu Burgen gehört meist ein landwirtschaftlicher Betrieb. Die Arbeitsteilung stellst du dir da zu streng vor. Ob es neben der Burg Wirtschaftsgebäude gab, oder diese in die Burg integriert waren, war unterschiedlich.

    Dabei kommt es natürlich auch auf die Funktion der Burg an. War sie bloßes Zentrum eines Ritterguts? War sie Landesburg und Amtssitz? Oder handelte es sich um eine Stadtburg, deren Burgmänner für den zusätzlichen Dienst mit kleineren Lehen wie der Einkünfte einer Mühle abgefunden wurden?

    Die meisten kleinen Burgen waren aber im Prinzip das Herrenhaus eines Ritterguts.

    Auch in Städten war es sicher unterschiedlich. In Salzkotten schwankte die Größe der Lehen der Burgmänner von einem regelrechten Rittergut über erwähnte Mühleneinkünfte bis hin zu bestimmten Grundstücken und den Einkünften von ein oder zwei Häusern in einer anderen Stadt. Dementsprechend unterschiedlich waren die Notwendigkeiten zur landwirtschaftlichen Funktionen einer Stadtburg. Es gibt dann Beispiele für Betriebe außerhalb, aber auch für Betriebe innerhalb der Stadt bei oder in der Burg. (In Salzkotten ist keine Stadtburg nachgewiesen, was angesichts der Quellenlage aber auch nicht bedeutet, dass es keine gegeben hat. Angesichts der Ausstattung der Burgsitze der von Krevet und von Hörde zu Boke dort sowie der nachgewiesenen Existenz von Burgen in fast allen Paderborner Städten, ist es jedenfalls recht unwahrscheinlich, dass die Burgleute nur die Bürger ausbilden und anführen sollten. Die von Krevet hatten sogar ihren Rittersitz in der Stadt, was nach dem Brauch der Zeit nur ein Wehrbau sein konnte.)

    Du wirst in der Hinsicht wohl jede Burg einzeln begutachten müssen.
     
  3. Arberger

    Arberger Neues Mitglied

    Vielen Dank, das zeigt mir die Araburg in einen neuen Blickwinkel und bringt mich schon viel weiter. Wirklich viel weiß man ja leider nicht über diese spezielle Burg, daher ist es sehr schwierig alles so zusammen zu tragen, wie es vermutlich auch wirklich war.
     

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