vor 50 Jahren stürzte der 1. deutsche Passagierjet ab.

Dieses Thema im Forum "Technikgeschichte" wurde erstellt von pelzer, 5. März 2009.

  1. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Grüezi

    Heute vor 50 Jahren stürzte der erste in Deutschland gebaute Passagierjet ab, die „152“ oder „Baade 152“.
    Die 152/I machte damals ihren zweiten Versuchsflug. Nach 55 Minuten stürzte sie bei einem Tiefflugmanöver ab und die Besatzung verlor das Leben. Der Absturz beendete die bereits begonnene Serienproduktion dieses Flugzeugtyps.


    Gruss Pelzer


    .
     
  2. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Da widerspreche ich aber massiv!
    Das Ende kam 2 Jahre später aus wirtschaftlichen Gründen.
    siehe hier
     
  3. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Grüezi

    Du hast schon recht, aber der Absturz des Prototypen war der Anfang vom Ende. Einem Ende, das so oder so gekommen wäre. Nach dem Absturz war keine 152 mehr in der Luft.

    Aber es war ein interessantes, leider etwas in Vergessenheit geratenes Projekt.

    Gruss Pelzer

    .
     
  4. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Und noch ein Widerspruch
    :DDu musst manchmal die Links lesen die ich hier reinsetze:D

     
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  5. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Ja lieber Repo - da hast du recht. Ich war bis heute Abend tatsächlich der Meinung, dass die 152 nach dem besagten Absturz nicht mehr zum fliegen kam. Dem ist aber nicht so...:still:

    Wenns recht ist, setze ich den Beitrag am 04.September 2010 nochmal rein. :devil:


    Gruss Pelzer


    .
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. März 2009
    1 Person gefällt das.
  6. Repo

    Repo Neues Mitglied


    OK, wenn Du´s vergisst zahlst Du ne Kiste Trollinger:devil:
     
  7. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Wobei anzumerken wäre: Die 152 stürzte schon vor 50 Jahren ab. Daran ändern wir jetzt nichts mehr.

    Und die Geschichte der 152 wäre auch ein interessantes Thema. Wenn - aber was solls...


    Gruss Pelzer


    .
     
  8. Repo

    Repo Neues Mitglied

    ich hab mal so 62-63 von der 152 gelesen und wollte es nicht glauben, dass die "Kommunisten" das schafften und in der BRD ging es noch Jahre bis eine bescheidene HFB 320 flog.
    Dass definitiv Schluss war mit der 152 hat in jenem Buch noch gefehlt, war vielleicht noch gar nicht bekannt.
     
  9. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Komisch, heute habe ich darüber ein Bericht gesehen im Fernsehen.
    Die Sowjetunion war nicht so begeistert von Ulbrichts Plänen einen eigenen Passagierjet zu bauen.
    Ich kann mir schon vorstellen, das die da etwas nachgeholfen haben, das Ding abstürzen zu lassen.
    Die gingen doch über Leichen. An der Absturzstelle fand man einen Magneten, der hinter den Messinstumenten nichts zu suchen hatte. Aber alles war strenge Verschlusssache.
    Die Russen wollten eben ihre Tu und Il`s los werden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. März 2009
    2 Person(en) gefällt das.
  10. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Dass die Iwans die 152 "getötet" haben ist Fakt.
    Wollten die eigenen Vögel verkaufen.
    Hatte der große Bruder ja auch genügend Möglichkeiten über die RGW

    Ob sie mit dem Absturz was zu tun, haben steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt.
    Zuzutrauen damals allemal, aber ob?
    weiß lediglich der Himmel.

    In der "West"-deutschen Luftfahrtgeschichte bis 1989 findet man zur 152 aber auch höchstens Randnotizen, wenn überhaupt.
    Vermutlich war so gut wie nichts bekannt im Westen.

    Mal sehen, wird sich ja mal unser Luftfahrtspezialist kwschaefer dazu melden, der hat bestimmt umfangreiche Infos.
     
  11. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Von 1955 bis 1960 kostete die Entwicklung der DDR-Luftfahrtindustrie ca. 1,3 Milliarden Mark. Unwirtschaftlich war das Projekt von Anfang an, da die Konkurrenz länger und potenter auf dem Markt war. Es gab keinen Absatzmarkt, Material- und Kapazitätsmangel.
    Man baute übrigens in der DDR in Lizenz die Il-14-P von 1955 bis 1959.
     
  12. Rurik

    Rurik Aktives Mitglied

    Los werden, ist vielleicht nicht die exakte "Denke". Kapitalistisch, so glaube ich, haben die weniger getickt. Die wollten keine Deutschen! Die wussten doch, wenn die wieder anfangen, dann bleibt für uns kein Platz. Jetzt mal rein technisch gesehen.
    Nur im übertragenen Sinne. Das die Deutsche Hochseeflotte in der Skagerakschlacht so gut getroffen hat, lag letztendlich an den guten Zielgeräten, die in Karl Zeiss gebaut wurden. Also in ihrer Besatzungszone. Es war die Angst vor deutschen Ingenieueren, schätze ich.
     
  13. wodim

    wodim Neues Mitglied

    Schätze ich auch:

    http://de.wikipedia.org/wiki/152_(Flugzeug)

    Die Schule, an der ich damals anfing zu studieren (die Ingenieurhochschule Dresden, die dann der TU angegliedert wurde) hieß früher mal "Ingenieurschule für Flugzeugbau", und ein alter Dresdner erzählte mir, er habe die 152 noch fliegen sehen...

    Vor dem Absturz haben übrigens Fachleute gewarnt: Die Konstruktion sei noch nicht ausgereift. Aber wenn die Partei sagte: "Sie fliegt!", dann flog sie halt. Auf die Schnauze.
     
  14. querdenkerSZ2

    querdenkerSZ2 Aktives Mitglied

    In den späten 40zigern , frühen 50 zigern würgten die Russen auch ein Verkehrsflugzeug-Projekt in Polen , bei PZL Milec ab indem sie keine Triebwerke lieferten .
    Zweifelhaft , ob die 152 ein Erfolg geworden wäre , schliesslich basierte sie auf Samolet 150 und Junkers EF und damit auf der Technik der 40ziger , während Comet, Caravelle und Boeing 707 und 720 schon im Dienst standen .
     
  15. wodim

    wodim Neues Mitglied

    Das war aber sicher nicht das edle Motiv unserer Brüder (ja - Freunde kann man sich aussuchen).
     
  16. Treibsand

    Treibsand Neues Mitglied

    Einer meiner ersten Chefs war Dr.Ing. und während des Krieges bei Junkers,
    nach dem Krieg in die SU deportiert und bei Tupolew beschäftigt .
    Dann nach Rückkehr bei der Flugzeugwerft Dresden und im I 152 - Projekt.
    Vor dessem Wissen ziehe ich heute noch rückblickend den Hut.

    Er äusserte mal , triebwerkstechnisch wäre kein Problem vorhanden gewesen .
    Sie hätten jedoch Schwierigkeiten bei der Instrumentierung / Realzeit - Zustandsüberwachung gehabt. Offenbar war da die Entwicklung in den Sensortechniken und die Signalübertragung noch nicht zureichend.
    Durchaus vorstellbar - das Zeitalter der Halbleiter war noch nicht angebrochen und die Telefone liefen über elektromagn. Relais .....
     
  17. wodim

    wodim Neues Mitglied

    Hm, meinst du, da hat die Sowjetunion ausnahmsweise mal richtig gehandelt, indem sie uns das aus der Hand genommen haben?
     
  18. Treibsand

    Treibsand Neues Mitglied

    Schwer zu sagen.

    Bestimmt hat da ein Konkurrenzdenken der russischen Flugzeugindustrie
    mitgespielt - keine Ahnung , welche Personen da interveniert haben.
    Vielleicht unter Berufung auf die " führende Rolle " der Sowjetunion.
    Hätte ja blöd ausgesehen , wenn die Deutschen eher als die Genossen ,
    von denen sie " alles " lernten , Passagiere per Düse befördert hätte....

    Ich wollte zusätzlich andeuten , das militärischer Düsenflug unter wesentlich
    anderen Vorraussetzungen eingeführt und betrieben wurde.
    Da spielten Dutzende verunglückte Jets und Piloten keine Rolle - man behielt das ja schön unter der militärischen Tarnkappe - Hauptsache
    man brachte die Waffensysteme mit der höchstmöglichen Masse und
    Geschwindigkeit an den "Feind ".
    Exemplarisch , bei mir in der Nähe bohrte sich ein SU - Kampfflugzeug in den 80ern in einen LPG - Acker .
    Binnen 4 Stunden war das Gebiet weiträumig abgeriegelt. jedes Fitzelchen wurde ausgebuddelt - die Bauern ,die den Krater zuerst fanden, redeten
    von 12 m Tiefe . dann aufgefüllt und planiert - und "vergessen ".
    Die Militärs - egal welche , veröffentlichen ihre Verlust- Statistiken nicht
    freiwillig.
    Die F104 G- Pleite in Bezug auf Verluste ist da wohl die Ausnahme.
    das war , als es noch "investigativen " Jounalismus hierzulande gab-
    kurz nach der " Spiegel- Affäre ".

    So kann man in der Passagier- Luftfahrt nicht vorgehen. Da versucht man
    höchstmögliche Sicherheiten zu erreichen.
    Sagen wir , das es damals in der "armen " Ostzone "an Mitteln und Material
    trotz allen Ehrgeizes von Ulbricht & Genossen zu dieser Zeit
    noch mangelte ?
    Und das auch hier ein Teil des Scheiterns begründet ist ?
     
  19. querdenkerSZ2

    querdenkerSZ2 Aktives Mitglied

    Hallo Treibsand

    die TU 104 war ab 1956 im Dienst .
     
  20. wodim

    wodim Neues Mitglied

    Wozu man aber auch sagen muss, dass die Interflug im Liniendienst etwa 20 Jahre unfallfrei geflogen ist - ausschließlich mit sowjetischen Maschinen.

    Mit Sicherheit - aber nur ein Teil. Der Chefkonstrukteur der 152, Herr Baade, war schließlich nur einer von 5.000(!) deutschen Fachleuten gewesen, die nach dem Krieg entgegen dem Potsdamer Abkommen weiter arbeiteten und 1946 in die SU verbracht wurden:

    1999 Das Drama von "B 152": Ein Superjet aus Dresden

    Weiter googeln lohnt sich!
     
    Zuletzt bearbeitet: 30. Mai 2009

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