Währung

Dieses Thema im Forum "Völkerwanderung und Germanen" wurde erstellt von Oleger, 1. März 2020.

  1. Oleger

    Oleger Mitglied

    Hallo Forum,

    mich würde mal interessieren ab wann es bei uns, also im germanischen Raum, eine eigene Währung gegeben hat. Geldwesen ist ja ein nicht ganz leichtes Gebiet, da braucht es Voraussetzungen, für die schon eine gewisse staatliche Organisation notwendig ist. Ohne Geld ist wiederum ein höher entwickelter Staat nicht möglich, die Leute müssen bezahlt werden.

    Ab wann waren die Germanen soweit, es muß ja leicht herauszufinden sein, anhand der Daten auf einer Münze ist ja nachzuvollziehen, wann es sie gab.



    Gruß
    Oleger
     
  2. Tannhaeuser

    Tannhaeuser Aktives Mitglied

  3. Dido

    Dido Mitglied

    Nachdem in Kalkriese meines Wissens Münzen bereits aus 2 n Chr (? Wird angezweifelt) gefunden wurden, allerdings handelt es sich dabei um Denare und somit ausländische Währung, frage ich mich ob man nicht hier ebenfalls mit römischen Münzen bezahlt hat? Wenn man an den Euro denkt wäre das doch möglich zumal die Münzen zu dieser Zeit ja schon aus Metall (=wertvoll) hergestellt wurden. Da muss man das Rad nicht unbedingt neu erfinden.

    Wobei ich mich frage, was du mit einem höher entwickelten Staat meinst, sowas hatten doch die Germanen nicht von selber sondern nur durch äußeren Einfluss oder täusche ich mich da?
     
  4. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das waren die jüngsten in Kalkriese gefundenen Münzen. Das Spektrum der Barschaften, welche die Römer bei Kalkriese mit sich führten, umfasste nach archäologischem Forschungsstand einen Prägezeitraum von etwa 200 Jahren.
    Tacitus berichtet, dass die Germanen zwei Münztypen bevorzugten: serrati („gesägte“) und bigati (Münzen, deren Bildnis einen Zweispänner aufwiesen), weil auch die Germanen wussten, dass der Silbergehalt in diesen republikanischen Münztypen höher war, als in der Zeit der Flavier und ihrer Nachfolger. Aus dem germanischen Barbaricum haben wir „barbarisierte“ Nachprägungen römischer Münzen, z.B. Des Gaius-Lucius-Denars, der auch in K´Riese vorkommt, eben jene oben angesprochene Schlussmünze. Das zeigt uns wiederum ein wenig, dass die Äußerung Tacitus‘ über die Münzvorlieben der Germanen nach Innen gerichtet ist, also eine Kritik an der Inflation durch Edelmetallgehaltverschlechterung, und weniger die tatsächlichen Verhältnisse bei den Germanen widerspiegelt. Die Germanen werden Münzen tw. als Preziosen angesehen haben, tw. zur Thesaurierung verwendet haben (wobei es dabei letztlich nicht darauf ankam, ob das Stückchen Silber die Form einer Münze oder eines anderen Gegenstandes hatte, sondern nur, wie rein und wie schwer dieser war. Im Alltag konnten die Germanen Münzen in ihrer Primärfunktion kaum brauchen.
     
  5. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das waren die jüngsten in Kalkriese gefundenen Münzen. Das Spektrum der Barschaften, welche die Römer bei Kalkriese mit sich führten, umfasste nach archäologischem Forschungsstand einen Prägezeitraum von etwa 200 Jahren.
    Tacitus berichtet, dass die Germanen zwei Münztypen bevorzugten: serrati („gesägte“) und bigati (Münzen, deren Bildnis einen Zweispänner aufwiesen), weil auch die Germanen wussten, dass der Silbergehalt in diesen republikanischen Münztypen höher war, als in der Zeit der Flavier und ihrer Nachfolger. Aus dem germanischen Barbaricum haben wir „barbarisierte“ Nachprägungen römischer Münzen, z.B. Des Gaius-Lucius-Denars, der auch in K´Riese vorkommt, eben jene oben angesprochene Schlussmünze. Das zeigt uns wiederum ein wenig, dass die Äußerung Tacitus‘ über die Münzvorlieben der Germanen nach Innen gerichtet ist, also eine Kritik an der Inflation durch Edelmetallgehaltverschlechterung, und weniger die tatsächlichen Verhältnisse bei den Germanen widerspiegelt. Die Germanen werden Münzen tw. als Preziosen angesehen haben, tw. zur Thesaurierung verwendet haben (wobei es dabei letztlich nicht darauf ankam, ob das Stückchen Silber die Form einer Münze oder eines anderen Gegenstandes hatte, sondern nur, wie rein und wie schwer dieser war. Im Alltag konnten die Germanen Münzen in ihrer Primärfunktion kaum brauchen.
     
  6. Oleger

    Oleger Mitglied

    Hallo Dido,
    solange es Römer gab, konnten die Germanen römisches Geld nehmen, aber spätestens nach ihrem Untergang musste eigenes her. In Thanhaeusers Link oben steht, dass die Merowinger eigenes Geld hatten.
    Irgend wann haben die Germanen einen höher entwickelten Staat gehabt, ob mit od. ohne äuseren Einfluss.
     
  7. Dido

    Dido Mitglied

    Aber die Frage ist dann, ob wir die Bevölkerung dieses Staates dann noch als Germanen bezeichnen...;)
    Das ist das Problem unserer Namensge imho
     
  8. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Auch bei den Merowingern und Karolingern klimperten nicht bei jedermann die Münzen in den Taschen.
     

Diese Seite empfehlen