wann wurden Mädchen über ihre Hochzeit informiert?

Dieses Thema im Forum "Antikes Griechenland" wurde erstellt von Blinky, 27. Juli 2020.

  1. Blinky

    Blinky Neues Mitglied

    Hallo,

    zu welchem Zeitpunkt wurde ein Mädchen über seine Hochzeit informiert?
    Wussten sie das schon als Kinder?
    Oder x Tage/Wochen/Monate davor?

    Haben sich Männer, die ja wohl recht spät heirateten, ihre Frauen selbst ausgesucht oder haben das auch ihre Väter für sie schon im jungen Alter arrangiert?

    Interessieren würde mich hier eher das Vorgehen bei besser gestellten/adligen Familien.

    Gab es Gründe warum ein Mädchen erst spät (um die 20) geheiratet haben könnte? Was war wenn der Vater lange keinen Mann ausgesucht hat?
    Konnten solche Aarangements auch geändert werden? Also vor 10 Jahren hat man sich auf Mann x für die Tochter geeinigt aber jetzt wäre Mann y eine bessere Wahl?

    Liebe Grüße
     
  2. PeterWestfale

    PeterWestfale Mitglied

    Du müsstest vielleicht noch dazu sagen, welche Epoche oder Zeit du meinst.
    Z.B. meine Großeltern und deren (viele) Geschwister, ich schätze grob Jahrgang 1900-1920, haben nicht arrangiert geheiratet. Die waren vielleicht bessergestellt, weil Kaufmannsfamilie, aber nicht adlig.

    Grüße
    Peter
     
  3. Traklson

    Traklson Aktives Mitglied

    Es geht um das antike Griechenland.
     
  4. Traklson

    Traklson Aktives Mitglied

    Athen:
    Die Ehe war in Athen eine eher rigide Angelegenheit, der die strengen patriarchalischen Strukturen zugrunde lagen. In der Regel war die Frau um vieles jünger als ihre Ehemann.13 Die Bräute waren mit ca. 13 oder 14 Jahren gerade halb so alt wie die Ehemänner. Diese heirateten etwa im Alter von 30 Jahren und hatten ihren Militärdienst bereits abgeleistet. Der passende Ehemann für die junge Braut wurde vom Vater oder Vormund ausgewählt, der auch in die Eheverhandlungen mit dem Bräutigam eintrat. Als Nachweis für eine Verheiratung zählten die Vereinbarungen zwischen Brautvater und Bräutigam, Rituale bei der Hochzeitsfeier, eine übergebene Mitgift und die Bekanntmachung der Hochzeit im Kreis der Kultgemeinschaften der Männer durch besondere Opfer. Die Rechtsfolgen stellte man sicher, indem möglichst viele Menschen an den Hochzeitsfeiern teilnahmen,14 durch welche die Athenerin aus der männlichen Vormundschaft des Vaters in die ihres Ehemannes geriet. Jede attische Braut musste eine Mitgift in die Ehe einbringen. Diese und die Geburt eines Kindes waren es, die der Ehe rechtliche Gültigkeit und der Frau den Status einer Ehefrau verliehen.

    Sparta:
    Neben der spartanischen Heiratspraxis, die sich von jener der attischen beträchtlich
    unterschied, hatte insgesamt auch die Rolle der Frau und die Erziehung der Kinder in
    Sparta einen anderen Stellenwert als in Athen. Unter den Spartiaten war die Ehe relativ
    informell und locker – eine „Ehe auf Probe". Männer wie Frauen heirateten gewöhnlich
    mit 18 Jahren, wobei die Männer bis zu ihrem 30. Lebensjahr mit anderen
    waffentragenden Männern zusammenlebten und ihre Ehefrauen nur gelegentlich bei
    Nacht besuchten. Wurde eine Frau nicht schwanger, konnte sie die „Ehe auf Probe"
    lösen und eine neue Ehe eingehen.28 In diesem Zusammenhang scheint es mir auch
    interessant und von Bedeutung zu sein, dass die Spartanerin nicht monogam lebte,
    sondern dass ihre Kinder durchaus mehrere Väter haben konnten. Indessen kam die
    große Rolle hinsichtlich der Frage der Gewährleistung der Nachkommenschaft den
    Männern zu. Sie wurden ausschließlich auf Grund ihrer Zeugungsleistung, nicht aber
    wegen ihrer sozialen Rolle als Vater gesellschaftlich gewürdigt. Deshalb sollten sich
    Männer auch nicht als Väter ihrer Kinder, sondern als die aller Kinder begreifen.29
    Männer, die sich weigerten, Kinder zu zeugen, wurden „Strafen für Unverheiratete"
    unterworfen und angeprangert.

    https://www.google.de/url?sa=t&rct=...ew/2350/1907&usg=AOvVaw0ylRl_8aBOI3621kvfzKCL
     
    flavius-sterius gefällt das.
  5. PeterWestfale

    PeterWestfale Mitglied

    Oh, da haben meine Großeltern noch nicht gelebt. XD

    Es gibt doch eine Geschichte von einer halsstarrigen Frau im antiken Griechenland, die nicht heiraten wollte. Der Name ist mir entfallen.

    Welches Buch würdest du (oder ihr) zum Thema Leben in den verschiedenen Städten/Regionen empfehlen? Ein paar sind ja schon hier erwähnt:
    https://www.geschichtsforum.de/thema/einfuehrung-in-die-griechische-geschichte.717/
     
  6. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Du meinst aber nicht Penelope? Oder Xanthippe, die Sokrates gequält haben soll? (Wahrscheinlich hat sie den ollen Prof nur von nervigen Strebern wie Xenophon und Platon befreit, dass der seinen Mittagsschlaf bekam.)
     
  7. PeterWestfale

    PeterWestfale Mitglied

    Nein, Beide nicht. Aber ich finde den Namen im Internet jetzt nicht. Ich bin mir jetzt nicht mehr sicher, ob es diese Geschichte überhaupt gibt...

    Insgesamt scheinen die altgriechischen Philosophen ja ein klein wenig frauenfeindlich gewesen zu sein, oder? Naja, es war halt eine Zeit, in der man glaubte, dass Menschen unterschiedlichen Wert haben. Siehe Heloten usw.
     
  8. Reinecke

    Reinecke Aktives Mitglied

    Die Formulierung kommt mir komisch vor. Wenn es in Athen i-einen Militärdienst gab, dann die Ephebie, und die endete mit 18. Die Wehrpflicht im Kriegsfall galt wei tüber das 30. Lebensjahr hinaus. Ist mir i-wie verdächtig, da das das 30. Lebensjahr in Sparta eine besondere Rolle spielte, nämlich das Ende der Kasernierung. Vielleicht hat da i-wer i-was durcheinander gebracht.

    Dass Männer in Athen normalerweise erst in dem Alter heirateten, will ich damit gar nicht in Abrede stellen, halte es aber (wie so vieles, was wir über Athen allgemein und die Stellung der Frau im besonderen wisen) für eine Sache der Ober- und Mittelschicht, in der es etwas zu vererben gab, und vorher andere Sexualpartner zur Verfügung standen. Warum die Männer der besitzlosen Unterschicht so lange gewartet haben sollen erschließt sich mir nicht.

    Vermutlich hat sie ihn angefleht, mal was anderes zu tun, als für lau Aristokraten Nachhilfeunterricht in Haarspalterei zu erteilen, und Geld für die Familie heran zu schaffen... ;)
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Juli 2020
  9. Clemens64

    Clemens64 Aktives Mitglied

    Menschen aus besitzlosen Unterschichten konnten in manchen Gesellschaften doch überhaupt nicht heiraten, weil sie keine Familie ernähren konnten.
    Der Brauch des späten Heiratens bremst das Bevölkerungswachstum.
     
    Reinecke gefällt das.

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