War Hitler schwul?

Dieses Thema im Forum "Das Dritte Reich" wurde erstellt von Celtic Crow, 15. Mai 2004.

  1. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Dito. Deswegen mein kleiner Hinweis.
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Wir sollten nicht vergessen, dass Fräulein Raubal und Fräulein Braun der deutschen Öffentlichkeit vor dem Mai '45 völlig unbekannt gewesen sind.
     
  3. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Postpsychologisch heisst nachpsychologisch.
    Das kommt mir nun erst recht suspekt vor.
    Desweiteren sind Personen beim Psychologen keine Patienten. Auch die Analysen und Gutachten der Psychologen haben keinen Bezug auf Anamnese.
     
  4. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Ist mir heute untergekommen.

    ich habe auch schon blödere Vermutungen gelesen.
     
  5. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Dieser Heise-Artikel "Wittgenstein und Hitler?"- zu den geäußerten Spekulationen will ich mich gar nicht äußern - reduziert aber wieder den Holocaust auf die Person Hitler. Als wäre der industrialisierte Massenmord mit der Psychose eine Einzelnen zu erklären. :runter:
     
  6. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Kann ich nicht nachvollziehen.

    Dass Hitler ein Antisemit war, möchte ich mal als nachgewiesen unterstellen.
    Dann ist doch die Frage woher er diesen Antisemitismus hatte, zulässig. Zumindest seine Biografen gehen der Frage ebenfalls nach. Denen hat aber bisher noch keiner (es sei denn, ein Post von Dir wäre mir entgangenen) vorgeworfen, sie würden den Holocaust auf Hitlers "Vogel" reduizieren.
     
  7. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das steht doch gar nicht zur Debatte.

    Der Artikel tut genau das:

    Und mal wieder ist H. der alleinig Schuldige am Holocaust und alle anderen individuellen Mittäter in den Finanzbehörden, bei Reichsbahn, Wehrmacht, SS und Polizeieinheiten etc. sind aus dem Schneider... H.s im Artikel angenommenes homoerotisches Verhältnis zu Wittgenstein erklärt vielleicht den individuellen Hass des Herrn H., aber eben absolut nicht seinen politischen Aufstieg und seine "Erfolge". Eher im Ggt.: der Artikel rückt von einer annehmbaren Erklärung des Holocausts eher wieder ab.
     
  8. Gandolf

    Gandolf Neues Mitglied

    El Quijote: ich finde, dass du es mit Deiner Kritik an dem von Repo ins Spiel gebrachten Artikel etwas übertreibst. Der von Dir zitierte Satz ist in der Tat sehr schlecht formuliert. Aber ich kann nicht erkennen, dass der Artikel im Ganzen betrachtet wirklich die Tendenz verfolgen würde, die Shoa auf Hitlers Antisemitismus zu reduzieren, Hitler die Alleinverantwortung für diese zu geben und die anderen Mittäter, Anstifter und Gehilfen freizusprechen, etc.

    Die Frage, worauf Hitlers Antisemitismus zurückzuführen ist, ist legitim und selbstverständlich von der Frage nach der Verantwortung für die Shoa abzugrenzen.

    Aber um mal auf die eigentliche im Artikel dargestellte Theorie zurückzukommen, dass Hitler mit Wittgenstein eine homosexuelle Beziehung hatte und hieraus sein Hass auf Wittgenstein und die Juden entsprungen sei: mich würde vor allem interessieren, ob Hitler wirklich Wittgenstein kannte und wie gut sich die beiden kannten.

    Das gemeinsame Foto streitet dafür, dass die beiden mal in neben einander standen. Aber bedeutet "räumliche Nähe" auch "gut kennen"?

    Beide kannten Wagner-Opern tongenau. Bedeutet das nun auch, dass beide etwas miteinander hatten?

    In dem Artikel heisst es, Wittgenstein habe zu Lebensbeichten geneigt. Hat er deshalb auch Hitler verpfiffen? Warum hat er im Alter nicht seine Beziehung zu Hitler gebeichtet?

    Hm... also ich weiß nicht, ziemlich spekulativ das Ganze.
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. März 2008
  9. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Kann ich verstärkt nicht nachvollziehen.

    Das Suchen nach Gründen für Hitler´s "eliminatorischen Antisemitismus" exkulpiert niemanden!
    Es versucht keiner seinen Aufstieg damit zu erklären.

    Du interpretierst Sachen in den Artikel, die nicht drinstehen.
    Dann gibst Du auf Grund Deiner Interpretation gleich noch ein vernichtendes Urteil ab.

    Leichter kann man es sich wohl nicht machen.:motz:
     
  10. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Den Link zu dem Zeitungsartikel habe ich übrigens aus dem NFH. Falls es jemanden interessieren sollte.


    Darf ich an ein paar Dinge, die eigentlich bekannt sind, erinnern?

    Hitler hat ab 1938 entscheidendes an Dokumenten über sich und seine Vorfahren vernichten lassen. Soviel, dass nicht einmal mehr die Person seines Großvater als gesichert gelten kann.
    Alle Biografen sind letztlich bereits hier gescheitert.
    Anscheinend, dem Artikel nach, hat er auch die Schulakten vernichten lassen.

    Stalin hat 1945 alles an Verwandschaft, was er greifen konnte, in die Sowjetunion schaffen lassen. Was fast alle nicht überlebt haben.

    Dass Angesichts dieser Faktenlage allerlei Spekulationen entstehen und verfolgt werden, ist wohl klar.

    Und die mehr oder weniger enge Bekanntschaft mit einem schwulen jüdischen Multimillionär, muss bei dieser Sachlage einfach verfolgt werden.
    Zur Erinnerung: er ließ Schwule einsperren, er ließ Juden umbringen, und hatte es insbesondere und vor allem auf das Vermögen dieser Juden abgesehen.

    Aber, natürlich gibt es Leute, die schon vorher wissen, dass nichts weiter dran ist.
    Eine Einstellung die die Wissenschaft weiterbringt.:D:pfeif::D
     
  11. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Kann man weiterverfolgen.


    Er hatte es auf das Vermögen aller reichen Juden abgesehen. Er liess auch Sinti und Romas, Kommunisten und Sozialisten einsperren. Was sagt uns das über die Person Hitlers?

    Ich halte wenig von diesen Theorie.

    Ein weiterer Erklärungsversuch der nichts bringt.

    Ich weiss es nicht ob was dran ist oder nicht. Ich halte einfach nicht soviel von diesen Spekulationen. Gib mir hieb und stichfeste Belege dafür. Dann kann man es wissenschaftlich Auswerten.

    Es bringt die Wissenschaft auch nicht weiter wenn man sagt, Hitler hatte diese Bekanntschaft und weil er Schwul war wurde er zum Antisemit.

    Was will man denn mit solchen Theorien bezwecken?
     
  12. Repo

    Repo Neues Mitglied



    Wenn ich das richtig sehe, hat das Buch selbst noch keiner gelesen.
    Was mich ärgert sind die zuvor abgegebenen Statements.

    Soll einer das Buch lesen, "schreiben ich kenne die Theorie, ich kenne das Buch, kann man aus diesem oder jenem Grund vergessen". OK.
    Aber so, nein, ist nicht.


    Was man mit solchen Theorien bezwecken will? Nun zuerstmal das Buch verkaufen.
    Es lässt sich aber auch nicht leugnen, dass hier noch ganz großer Erklärungsbedarf besteht.
     
  13. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Ich hab es nicht gelesen - stimmt. Hast du es gelesen?

    Ich kann einige Statements oder Meinungen schon nachvollziehen.


    Ja ein Erklärungsbedarf ist sicher da. Nur gehen die schnell mal in die Richtung, die El angesprochen hat.

    Ich hab mal einwenig gegoogelt und dabei dies gefunden:

    Der Jude von Linz: Verderber Wittgenstein

    Kimberley Cornish: Der Jude aus Linz.

    Kimberley Cornish: Der Jude aus Linz

    Gefährliche Beziehungen - Wittgenstein, Hitler und der Holocaust : literaturkritik.de
     
  14. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Nein, ich habe es nicht gelesen.
    Es ist, oh wunder, auch keineswegs "meine" Theorie.
    Dementsprechend ist es mühsig, mir das Gegenteil von etwas, was ich nicht behauptet habe, beweisen zu wollen.

    Die Vorverurteilung ist das, was mich ärgert.


    Und ich wiederhole nochmals, die Gründe kennt keiner, der Nebel ist sehr dicht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. März 2008
  15. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Selbsternannte Götter vernichten ihre gesamte Vergangenheit, um als Gott wahrgenommen zu werden. Neue Götter sind makellos und rein.
    Hat also wenig mit Jude, Schwuler, Räterepublikaner oder Reicher/Armer zu tun.
    Trifft auch auf Stalin zu. Auch dieser liess alles Habhafte zu seiner Person vernichten, fälschte gar ganze sowjetische Geschichtsliteratur 1928 - nur um gottgleich zu wirken.
     
  16. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Brigitte Hamann, Hitlers Wien. Lehrjahre eines Diktators, München 1996, S. 27 f.:
    "Einer der Wiener Schüler ist von 1903 bis zur Matura 1906 Ludwig Wittgenstein, der Sohn des Industriellen Karl Wittgenstein. Er ist nur um wenige Tage jünger als H., aber um zwei Klassen weiter: Der spätere Philosoph, bisher von Hauslehrern unterrichtet, besucht 1903/04 die fünfte, der spätere Politiker dagegen erst die dritte Klasse. Vom Sehen muss H. Wittgenstein kennen, denn dieser fällt in Linz als Sonderling auf: Er spricht ein außergewöhnlich reines Hochdeutsch, allerdings mit einem Anflug von Stottern, ist sehr elegant angezogen, dabei hochsensibel und extrem kontaktscheu. Zu seinen Marotten gehört die Mitschüler zu siezen und auch von ihnen - außer einem einzigen Freund - zu verlangen, mit "Sie" - "Herr Ludwig" - angesprochen zu werden. Er liebt die Schule nicht - sein erster Eindruck laut Notizheft: "Mist" -, fehlt häufig und ist nur ein mittelmäßiger Schüler.[...]
    Schüler jüdischer Abstammung wie Wittgenstein haben, wie H.s Mitschüler später bestätigen, in der Linzer Realschule keine Probleme, vor allem nicht, wenn sie, wie Wittgenstein, als Katholiken am Religionsunterricht teilnehmen. Laut Statistik hat die Schule in dieser Zeit 17 jüdische Schüler neben 323 katholischen, 19 protestantischen und einem bosnischen Gastschüler, der griechisch-orthodox ist."
     
  17. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Auf die Hamann wird im genannten Zeitungsartikel verwiesen.

    Und auch hier wird mir nicht klar, was da irgend Jemanden von der Mitwirkung beim Holocaust freisprechen soll.
     
  18. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Richtig, auf Hamann wird im Artikel verwiesen. Allerdings verzerrt der Artikel das Verhältnis zwischen Hitler und Wittgenstein, deshalb habe ich das Hamann'sche Original gepostet. Das hatte nichts mit der Reduktion des Holocaustes auf die Person Hitler, zu der ich mich ausreichend in den Beiträgen 65 und 67 geäußert habe, zu tun.

    Weiter werde ich mich in diesem Thread, den ich schon von Beginn an unterirdisch fand, nicht äußern!
     
  19. Balduin

    Balduin Gesperrt

    Solche Themen sind schlicht massenwirksam, denkt nur an Hitlers Tagebücher, bei sowas kann die breite Masse miträtseln und immer abstrusere Phantasien entwickeln und nicht nur der kleine Kreis ausgewählter Geschichtsfreaks die mit Daten und Fakten umsichwerfen
     
  20. Scarlett

    Scarlett Neues Mitglied

    Als professioneller Geschichtsfreak stimme ich Dir da nicht zu. Ich finde solche Theorien absurd und lächerlich und verstehe ehrlich gesagt das Interesse daran nicht. :confused:
     

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