War Papst Hadrian VI. (1522-1523) deutschstämmig?

Dieses Thema im Forum "Das Papsttum" wurde erstellt von Darius, 10. Februar 2005.

  1. Darius

    Darius Gast

    Oder war Stephan IX. im 11. Jahrhundert der letzte deutsche Papst?
     
  2. Lukrezia Borgia

    Lukrezia Borgia Moderatorin


    Papst Hadrian war deutschstämmig. Sein eigentlicher Name ist Adrian von Utrecht. Er wurde im März 1459 geboren, fungierte als Erzieher und Ratgeber Karls V. und führte während seiner Amtszeit als Bischof von Tortosa zum Teil dessen Regierungsgeschäfte in Spanien.

    Hadrian war nicht nur der letzte deutschstämmige, sondern bis zur Wahl Johannes Pauls II. im Jahre 1978 auch der letzte nichtitalienische Papst.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Februar 2005
  3. gast

    gast Gast

    Entschuldigung für meiner slechtes Deutsch
    aber ich komme aus die Niederlanden.

    Papst Adrianus VI War nicht deutschstämmig. Er wurde im März 1459 geboren in Utrecht in die Niederlanden. Sein eigentlicher Name ist Adriaan florisz zoon Boeyens. Er studierte in Utrecht und später ist er Professor am Universität Leuven ( in Belgien) geworden.
    Er baute sich während sein Pontifikat ein schönes Haus in seiner Heimstadt, Utrecht. (es heibst ''Paushuize'', das haus der papst)
     
  4. Mercy

    Mercy unvergessen

    Du hast recht, war bis zur Wahl von Papst Johannes Paul II. im Jahre 1978 der letzte nicht-italienische Papst.
     
  5. Gast

    Gast Gast

    da hat es doch noch gar keine Niederlanden als Staatgebilde gegeben - cambrai utrecht und luettich als geistliche Territorien standen unter burgundische Einfluss - und es waren noch das luetzelburgische haus röm. kaiser !
     
  6. hyokkose

    hyokkose Gast

    Stimmt, ebensowenig wie es Deutschland als Staatsgebilde gegeben hat.


    Stimmt nicht, als Hadrian geboren wurde, war das Kaiserhaus habsburgisch.
     
  7. DerNuntius

    DerNuntius Mitglied

    Da Utrecht eben zu jener Zeit Teil des deutschen Reichs war, wird Hadrian VI. als 'deutscher' Papst aufgefuehrt, auch wenn er eigentlich Flame war. Doch wir haben ja jetzt Benedikt XVI., da koennen wir den Hadrian ruhig den Flamen ueberlassen.
     
  8. Mark Mallokent

    Mark Mallokent Neues Mitglied

    Man könnte (Gegen-)Papst Clemens VII. als Deutschen bezeichnen. Er war der Bruder des amtierenden Grafen von Genf, und Genf gehörte damals zum deutschen Reich. Clemens sprach sogar deutsch und war mehrfach am Hofe Kaiser Karls IV. gewesen.
     
  9. Mercy

    Mercy unvergessen

    Da solltest du noch einmal genauer hinschauen, auf Genf passt das nicht:

    Dem Reichstitel wurde 1157 das Beiwort „Sacrum“ vorgesetzt und 1254 erstmals der Titel „Sacrum Romanum Imperium“ gebraucht. Im 15. und 16. Jahrhundert wurde der Titel mit dem Zusatz „Deutscher Nation“ versehen.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Heiliges_Römisches_Reich
     
  10. Mark Mallokent

    Mark Mallokent Neues Mitglied

    Ich verstehe nicht recht, was du meinst. Was paßt nicht auf Genf? Und was hat das mit dem "Sacrum Romanum Imperium" zu tun?
     
  11. hyokkose

    hyokkose Gast

    Genf gehörte nicht zum deutschen Reich, sondern zum Sacrum Romanum Imperium.
     
  12. Mark Mallokent

    Mark Mallokent Neues Mitglied

    Das ist nicht ganz richtig. Genf gehörte zur Grafschaft Savoyen, und diese ist 1361 wiederum von Kaiser Karl IV. aus dem Königreich Arelat herausgelöst worden und dem deutschen Reich eingegliedert worden.
     
  13. hyokkose

    hyokkose Gast

    Das war mir nicht geläufig, vielen Dank für den Hinweis.

    Wie auch immer, Clemens VII. war ja schon 1342 geboren worden und somit gebürtiger Burgunder. Später wohnte er ja nicht mehr in Genf.
     
  14. Mark Mallokent

    Mark Mallokent Neues Mitglied

    Gegen Burgunder hätte ich gar nichts einzuwenden. Das Interessante ist aber, daß seine "deutsche" Nationalität bei seiner Wahl durchaus eine Rolle gespielt hat (ich schreibe gerade eine Arbeit darüber). In dem Aufsatz von Robert Delort, Aux origines du Grand Schisme: l'élection de Robert de Genève, pape Clément III (sic) (avril-septembre 1378), in: Des archives à la mémoire: Mélanges d'histoire politique, réligieuse et sociale offerts à Louis Binz (Mémoires et documents publiés par la Société d'historie et d'archéologie de Genève 57), Genf 1995, S. 53-80 heißt es auf S. 56: "Passons sur le fait que Robert de Genève n'était évidemment pas français mais de la 'nation allemande'". Dabei beruft Delort sich auf ein Statement des Kardinals von Limoges, der an der Wahl Roberts bzw. Clemens teilgenommen hat: Quia video quod Gallici vellent gallicum et ytalici similiter Ytalicum, ego non nomino Gallicum nec Ytalicum, sed nomino et eligo alium, qui non est Gallicus nec ytalicus, scilicet dominum Robertum cardinalem Gebennensem, qui est de natione Alamannie (nach Etienne Baluze und Guillaume Mollat, Vitae paparum Avenionensium, Bd. 2, S. 761.
     

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