Waren die Entdeckungsfahrten des 15. und 16. Jhdts. relevant für die Renaissance?

Dieses Thema im Forum "Krisenzeiten und Renaissance (14. - 15. Jhd.)" wurde erstellt von schulopfer, 12. Dezember 2006.

  1. schulopfer

    schulopfer Neues Mitglied

    Hallo,
    ich hoffe auf eine schnelle Antwort, da es hier und meine Facharbeit geht ;)

    Es dreht sich um die These, die oben im Titel steht. Im Internet habe ich nun nicht wirklich viel zu dem Thema gefunden, da sich im Internet eigentlich alles nur um Columbus und "andere Entdecker" dreht.

    MfG

    das schulopfer
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Die Renaissance ist eine Kunstepoche, die in Italien früher, in Portugal und Spanien später begann. Sie bedeutet soviel wie Wiedergeburt (Re-Naissance), womit die Wiederentdeckung der antiken Kunst nach dem Mittelalter gemeint ist.
    Die Entdeckungsfahrten sind für die iberische Renaissance insofern bedeutend, dass es Geld gab (aus dem Handel und der Ausbeutung von Kolonien) mit welchem Bauprojekte und Mäzenatentum gefördert werden konnte. Wobei es auch gleichzeitig einen wirtschaftlichen Niedergang gab.
     
  3. schulopfer

    schulopfer Neues Mitglied

    Oh tut mir Leid der Titel ist nich komplett.

    Der Titel muss lauten: Waren die Entdeckungsfahrten des 15. und 16. Jhd. RELEVANT für die Renaissance...

    Habt ihr da irgendwelche Hilfreiche antworten?

    @Quijote Danke, dies ist schon sehr hilfreich. Gibts es konkrete Beispiele?


    Mit besten Grüßen

    das schulopfer



     
  4. Wale

    Wale Neues Mitglied

    Das ist ja mal ein sensationell cooler Benutzername!

    Zu deiner Frage gibt´s von mir ein eindeutiges Jein.
    Einerseits waren die Entdeckungsfahrten für die Renaissance irrelevant, weil die antiken Texte ja nicht in Südamerika oder in China ausgegraben worden sind, sondern im Mittelmeerraum. Und die Wiederentdeckung und Fruchtbarmachung der alten Texte ist es ja, die die Renaissance im eigentlichen Sinn ausmacht.

    Andersrum war aber die Renaissance relevant für die Entdeckungsfahrten, weil die durch das Studium der alten Texte neu entfachte Neugierde, die geistige Liberalität und die damit einhergehende Explorations-Mentalität die Akzeptanz und die Begeisterung für solche Unternehmen vermutlich gefördert haben.
    Wale
     
  5. CStolze

    CStolze Neues Mitglied

    Hi,

    das die Fahrten auf kultureller und künstlerischer Ebene relevant waren glaube ich nicht. Der Beginn der Renaissance lag früher als die großen Entdeckerfahrten. Das später durch die "Einnahmen" Projekte gefördert wurden ist nachvollziehbar, hat aber meiner Meinung nach nichts mit der damaligen Entwicklung der Kunst ansich zu tun, sondern eher was mit der Menge an Aufträgen.
     
  6. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    In Italien schon, in Spanien und Portugal aber nicht: Der isabellinische Stil in Spanien ist z.B. spätgotisch. Ab etwa 1500 beginnt in Spanien die Renaissance.

    Anders will ich meinen Beitrag nicht verstanden wissen.
     
  7. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Dabei darf man nicht vergessen, dass Spanien und der Verbund der Herrschaften unter habsburgischem Einfluss dann unter Karl V. zusammen gehörten. Die Renaissance setzte architektonisch erst um 1525 in Deutschland ein und zuerst in habsburgisch beherschten Gebieten (Lausitz, ich erwähnte schon einmal den ersten profanen Renaissancebau in Dtl. in Görlitz an anderer Stelle.) Da die Habsburger direkt aus den amerikanischen Einkünften profitierten, kann man dann nicht auch von einem Einfluss für Deutschland sprechen?
    :grübel:
     
  8. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Wenn das gelten sollte, dann wohl nur - Spekulation! - für die Spanischen Niederlande, nicht aber für das Stammland Österreich, oder? Ich denke hier müssen die Verbindungen nach Italien doch größer gewesen sein. Wie gesagt Spekultaion, nicht durch Quellen oder architektonisches Detailwissen gestützt.
     
  9. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Meine Vermutung bezog sich rein auf die finanziellen Gewinne für die Habsburger durch die Ausschöpfung der bspw. Silbervorkommen in der neuen Welt. Architektonisch wird sich das in Deutschland nicht niedergeschlagen, außer eben dass auf einmal mehr Geld, bzw. richtiger gesagt mehr Edelmetall vorhanden war. Auswirkungen wird das höchstwahrscheinlich primiär auf die Bauten der Habsburger selbst gehabt haben, da ein großer Teil der Einnahmen wieder in die Armeen floss, die sich von den französisch-kaiserlichen Konflikten bis zu den Glaubenskriegen durch Deutschland schlugen.

    Künstlerisch hatte die Entdeckung der Neuen Welt sicherlich einen Niederschlag gefunden. Komisch dass ich noch nicht darauf gekommen bin. :aua: Man sollte sich vielleicht mal anschauen in wie weit sich die indianische Kultur (natürlich mit europäischen Wertmaßstäben dargestellt) schon in der Malerei und Plastik wiederfindet. Dort findet man wahrscheinlich auch Rückschlüsse auf ein reeles Bewusstsein auch des Gewinns durch die (Wieder-)Entdeckung Amerikas.
     
  10. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Was Karl I./V. angeht, so hatte dieser ja Probleme beide seiner Reiche, dass HRR und die spanischen Königreiche miteinander unter einen Hut zu bekommen. In seinen Wahlkapitulationen zur Kaiserwahl 1519 musste er den deutschen Kurfürsten Verprechungen machen, die eben auch in die Richtung gingen, dass er keine deutschen Ressourcen in seinen spanischen Herrschaften einsetze und auch die spanischen Politiker waren darauf bedacht, dass das spanische Gold nicht ihnen entzogen würde.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Dezember 2006
  11. Louis le Grand

    Louis le Grand Neues Mitglied

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