Warum keine Sklavereigegner in der Unionsarmee?

Dieses Thema im Forum "USA | Kanada" wurde erstellt von Trojan, 30. Juli 2013.

  1. Trojan

    Trojan Mitglied

    Guten Abend.

    Ich habe mich in letzter Zeit des öfteren (unter anderem war der Film "Lincoln" und die letzte GeoEpoche-Ausgabe hierfür der Anstoß) mit dem amerikanischen Bürgerkrieg befasst. Bisher habe ich dieses Thema eher stiefmütterlich behandelt.

    Welche Frage ich mir dabei jetzt gestellt habe ist, warum es unter den Unionssoldaten eigtl so eine große Geschlossenheit gab, für die Abschaffung der Sklaverei zu kämpfen?

    Ich weis, primäres Kriegsziel der Union war offiziell die Wiederherstellung der Union, allerdings dürfte auch der letzte Unionssoldat verstanden haben, dass nach einem erfolgfreichen Krieg - was er ja aus ihrer Sicht dann auch war - die Sklaven ihre Freiheit erlangen würden (von Lincoln ja auch 1863 offiziell verkündet).
    Jedoch hat es ja auch im Norden in großen Teilen der Bevölkerung garkeine Mehrheit für die Abschaffung der Sklaverei gegeben. Meinungsinstitute gab es damals noch nicht, daher ist es schwer festzustellen, ob es jetzt insgesamt eine Mehrheit dafür oder dagegen gab, was meines Erachtens aber auch egal ist. Selbst wenn nur 20 oder 30% gegen die Abschaffung gewesen wären hätte sich dies doch in großen Desertationsraten oder gar Anschlägen und Aufständen niederschlagen müssen (die Unruhen 1863 in New York meine ich dabei nicht, da diese einen anderen Grund als die Sklaverei hatten).

    Warum gab es dies nicht?
    Warum kämpften viele Unionssoldaten eigtl für etwas, was sie garnicht unterstützten?

    Dass die Unionsarmee zu großen Teilen aus Irischen und Deutschen Einwanderern bestand, welche vll weniger ideologisch eingestellt und eher für ihre Aufenthaltserlaubnis kämpften, ist mir auch klar. Auch dass ein Großteil des 1861 bestehenden Offizierskorps schon zu Beginn die Seiten wechselte und die "verbliebenen" Unionsoffiziere daher wohl auch ideologisch hinter ihrem Staat standen ist ebenfalls einleuchtend.

    Mir geht es eher um den zwangsrekrutierten Nordstaatler der, grundsätzlich damals rassistisch eingestellt war (selbst die Sklavereigegner sahen "die Neger" oft als Menschen zweiter Klasse an) und trotzdem loyal kämpfte.

    Hab dazu im Internet leider nichts gefunden. :zunge:
     
  2. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Genausogut könnte man sich fragen, weshalb soviele Südstaatler bis zum bitteren Ende für die Konföderation gekämpft hat, obwohl die Mehrheit der Bewohner des Südens überhaupt keine Sklaven besaß und dazu noch erheblich unter einer rassistisch motivierten Sklaverei zu leiden hatte, denn unfreie Arbeit senkte das Lohnniveau, und die Sklaverei macht so ziemlich jeden arm, bis auf die dünne Schicht der Pflanzer. Diese brauchten ihren Krieg gar nicht auszukämpfen, denn wer mehr als 20 Sklaven besaß war uk und konnte gegen Zahlung einen Ersatzmann bestimmen.

    Die Sklaverei war nicht der unmittelbare Anlass für die Sezession, auch wenn es ohne sie vermutlich keinen Bürgerkrieg gegeben hätte.
     
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  3. Lord Raglan

    Lord Raglan Neues Mitglied

    Wie du selber schreibst, Hauptziel der Union war die Wiederherstellung eben jener.
    Auch sicherlich auch einer der Hauptgründe warum viele Nordstaatler in den Krieg zogen, damit verbunden auch ein anderer, vielleicht stärkerer Begriff von Ehre als heute. Dazu kommen noch die vielen Tausend farbige Soldaten, die tatsächlich für ein Ende der Sklaverei kämpften. Davon abgesehen wurde man als Deserteur erschossen, sowohl im Norden als auch im Süden.

    Außerdem (ohne grade konkrete Zahlen zu haben), gab es im Norden bei weitem nicht so viele "Wehrpflichtige" bzw. "Zwangsrekrutierte" wie oft dargestellt wird.(Wobei auch, wenn ich mich nicht total irre, auch der Süden eine Wehrpflicht eingeführt hat.)
    Ein Großteil der Unions-Soldaten waren Freiwillige.

    Aber ich denke es gibt da einen schönen Satz in Ken Burn's "Civil War". Dieser lautet so ungefähr: "Die Leute damals waren (wohl) schlichter in ihrem Denken, würde man mir befehlen über ein offenes Feld ohne Deckung einen Feind anzugreifen, würde ich wohl sagen. General ich halte das für keine gute Idee, wir sollten uns das nochmal überlegen."
     
  4. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Und dafür wurden sie schlechter entlohnt als die weißen Unionssoldaten. Das war schon peinlich.
     
  5. YoungArkas

    YoungArkas Neues Mitglied

    Die gab es wohl weniger. Es gab in der Union auch Sklavenstaaten (bis 1865), nämlich Delaware, Kentucky, Maryland und Missouri, sowei West Virgina, dass nach der Sezession von Virginia Sklavenstaat blieb, aber die Sklaverei schrittweise abschaffen wollte.

    Aber erst 1865 als Zusatzartikel der Verfassung ratifiziert.

    Im Norden gab es aber auch nicht unbedingt eine Mehrheit pro-Sklaverei und grade in Kriegszeiten werden Konflikte häufig ausgesetzt (vgl. Burgfrieden im 1. WK). Warum hätte ein Nordstaatler, die sich mehr für Arbeitsbedingungen in Fabriken oder der Landnahme im Westen interessierten für die Sklaverei auf die Straße gehen sollen? Lincoln hatte die Wahlen im Norden mit weitem Vorsprung gewonnen, indem er auf das was wir heute als "American Dream" kennen verwiesen hat. Vom "Tellerwäscher zum Millionär" war ein beliebtes Wahlkampfmotiv der Republikaner. Das wurde mit dem Sklaverei-Thema verwoben, indem man so herausstellen wollte, dass freie Arbeiter mehr Leisten können als Sklaven und selber zu Reichtum kommen können.

    Dem ersten Teil kann ich nicht folgen. Die USA haben erst seit 1875 Einwanderungsbeschränkungen. In den 1860ern galten ausschließlich die Regelungen aus dem Naturalization Act von 1802, der lediglich eine Registrierung der Einwanderer verlangte. Die Seiten gewechselt haben soweit ich weiß ausschließlich Offiziere aus den Südstaaten, einige Südstaatler blieben sogar in der US-Army. Man darf dabei nicht vergessen, dass der "Nationalismus" in Bezug auf den eigenen Staat stärker war als heute. Man fühlte sich eher als Einwohner Virginias als als Einwohner der USA oder der CSA. Die Einstellung befand sich bereits im Schwund, war aber (besonders in höheren Kreisen) durchaus vorhanden.

    Wie gesagt, so viele Zwangsrekrutierte gab es nicht und wer floh wurde standrechtlich erschossen, wenn man ihn erwischte. Das war wohl auch eine Zusatzmotivation. Im ersten Kriegsjahr gab es im übrigen teilweise mehr Freiwillige als man ausrüsten konnte.
     
  6. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Ob sie einfältiger oder schlichter in ihrem Denken waren, lässt sich leichter annehmen, als es nachzuweisen, Tatsache bei vielen Soldaten sowohl aus dem Norden wie aus dem Süden war, dass sie aus Kleinstädten oder jedenfalls Gegenden kamen, wo man sich kannte, wo es ein hohes Maß an sozialer Kontrolle gab. Da hatten viele Soldaten mehr Angst davor, in ihrer Heimatregion zu einem total geschnittenen Außenseiter zu werden, als durch ein Minniegeschoss verwundet oder getötet zu werden.
     
  7. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied


    Robert E. Lee wurde das Oberkommando über die Unionsarmee angeboten, was er allerdings ablehnte, da er wie er sagte, nicht gegen seine Heimat Virginia das Schwert ziehen wollte.

    ...Wenn man ihn erwischte. Teilweise wurde statt der Todesstrafe auch ein Brandmal ins Gesicht mit einem D (deserteur) oder einem C (coward) aufgedrückt, trotz drakonischer Strafen kam es vor, dass sich mancher Freiwillige anwerben ließ, um dann das Handgeld einzustreichen und stiften zu gehen.
     
  8. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Hochnotpeinlich wurde es, wenn diese in die Hand des Gegners fielen. Schwarze mussten damit rechnen, kurzerhand niedergemacht zu werden.
     
  9. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt


    Um einen historischen Charakter der Diskussion zu wahren. Wie lang haben schwarze Soldaten überhaupt benötigt, um auch nur annähernd mit weißen Soldaten gleichgestellt zu werden. Der schwarz weiß Rassismus in den USA hat mittlerweile länger Geschichte, als so manch Demokraten es war haben wollen.

    Interessant ist dabei der militärische Aspekt zumindest bis zum Vietnamkrieg, denn selbst da gab es noch eine 2 Klassen schwarz weiß Trennung im Militär ... letzlich war das Blut gefallener Soldaten ob schwarz oder weiß immer gleichfarbig ...
     
  10. Trojan

    Trojan Mitglied

    Vielen Dank für die vielen und schnellen Antworten

    Einige fand ich sehr plausibel und haben mir geholfen

    Aufenthaltsgenehmigung war wohl das falsche Wort.
    Tatsache ist aber doch, dass sich viele Einwanderer direkt nach der Ankunft schon anwerben ließen.
    Dass ein Deutscher oder irischer Einwanderer sich dann leichter überreden ließ - weil er sich dadurch vll im Nachhinein Anerkennung oder Vorteile erhoffte oder sei es auch nur gewesen, um sich überhaupt das Existenzminimum zu sichern - als vielleicht ein "alteingesessener" Landwirt, der schon einen gewissen Bezug zu seiner Heimat hatte, halte ich für wahrscheinlich.

    Den Aspekt hatte ich übersehen. Ich hatte den Eindruck als hätte es auch Zwangsrekrutierungen gegeben.
    Es gab doch die Wehrpflicht, wo man sich für 300$ freikaufen konnte? War das nicht auch ein Grund für die Riots in New York 1863?
     
  11. Trojan

    Trojan Mitglied

    peinlich aber nur aus heutiger Sicht.

    Warum soll es damals peinlich gewesen sein?
     
  12. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Genau, wieso nur damals? Hat sich etwas am Rassismus in der US Army geändert, zumindest bis ca. 100 Jahre später?
     
  13. YoungArkas

    YoungArkas Neues Mitglied

    Die gab es auch, aber erst in den späteren Kriegsjahren. Da flohen auch (alle Zahlen gemäß engl. Wikipedia) 200 Soldaten am Tag von den Fahnen. Die draft riots hatten nicht nur damit zu tun, dass sich reiche Männer frei kaufen konnten, sondern auch damit, dass Schwarze von der Wehrpflicht ausgeschlossen waren. Damit war die weiße Unterschicht Hauptziel der Wehrpflicht und das waren in New York City vor allem Iren. Aber insgesamt waren nur 2% der über 2 Mio. Unionssoldaten tatsächlich Zwangsverpflichtet worden. Der Rest waren "Freiwillige"*. Die Konföderation hatte ähnliche Probleme mit der Wehrpflicht, wenn auch mehr Soldaten der Konföderation Verpflichtet wurden.

    *Teilweise würden wir einige von ihnen heute sicherlich auch als Söldner bezeichnen, andere waren Teil von Milizen und hatten sich nicht speziell für den Krieg freiwillig gemeldet.
     
  14. Lord Raglan

    Lord Raglan Neues Mitglied

    Wurde aber später angeglichen an den Sold weißer Soldaten. IIRC

    Ja, ich erkläre es mir immer mit einem Duell, wenn man das so sagen kann.
    Wo auch einer der Hauptgründe für das Duell ist das man nicht als Feigling dastehen will, und nicht weil man sich jetzt tatsächlich so gekränkt fühlt das man den anderen unbedingt töten möchte. Das ist halt dieser, für uns vielleicht inzwischen fremde Ehrbegriff, denke ich.

    Abgeschafft wurde die Rassentrennung erst nach dem 2.WK.
    Wobei es die ersten farbigen Offiziere bereits zum Ende des Bürgerkrieges gab.
     
  15. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Weil die Schwarzen für genau die gleiche Tätigkeit, hier Soldat der Union, schlechter entlohnt wurden. Es wird den Schwarzen auch nicht verborgen geblieben sein.
     
  16. Papa_Leo

    Papa_Leo Aktives Mitglied

    Wenn man sich das Ganze genauer anschaut, wird man feststellen, dass
    - manche Staaten gleich von Anfang an Probleme hatten, die von Lincoln "geforderten" Freiwilligenkontingente zu stellen
    - die Freiwilligen meist nicht gegen die Sklaverei, sondern für die Union kämpfen wollten
    - es große Befürchtungen in der Unionsregierung gab, als die Dienstzeit der Freiwilligen auslief, dass man keine / eine zu kleine Armee haben würde
    - die Desertationszahlen in der Unionsarmee höher waren (oder sogar die Quote, das müsste ich jetzt genau nachlesen)
    - Deutsche und Iren durchaus das Gefühl hatten, sich ihre vollen Bürgerrechte verdienen zu müssen (Stichwort: Nativism)
    - die Emancipation Proclamation befreite die Sklaven in den Staaten, die zum Zeitpunkt der Proklamation in Rebellion gegen die Union standen - also die in den Südstaaten, wo Lincoln in dem Moment keine Macht hatte, die Befreiung auch durchzusetzen. In den Sklavenstaaten, die im Norden verblieben waren, änderte sich die Lage der Sklaven dadurch erst einmal nicht
     
  17. kwschaefer

    kwschaefer Aktives Mitglied

    Damals lebten in den gesamten USA (Nord und Süd) etwa 3,5 Mio schwarze Sklaven und etwa 0,5 Mio freie Schwarze, diese vorwiegend im Norden. Soweit sie nicht selbstständig tätig waren, lagen ihre durchschnittlichen Löhne mindestens 20% unter denen ihrer weißen Kollegen. Ungleiche Bezahlung war für sie nicht ungewohnt. Und soweit es sich um befreite Sklaven handelte, waren diese es bisher nicht gewohnt,überhaupt in Geld bezahlt zu werden.
     
  18. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Man sollte auch nicht vergessen, wie "ungeheuerlich" überhaupt die Bewaffnung von Schwarzen von vielen Amerikanern- auch im Norden- empfunden wurde. Die Schwarzen zählten für viele überhaupt nicht, und es gab noch zu Beginn der Sezession Überlegungen sie wieder in Afrika anzusiedeln. Der Staat Liberia verdankte seine Existenz amerikanischen Abolitionisten, und die Hauptstadt Liberias trägt noch heute den Namen des Präsidenten James Monroe.

    Auch Abraham Lincoln vertrat anfangs solche Vorstellungen. Der Abolitionist Frederick Douglas- er brachte es später zum ersten farbigen Botschfter der USA in Jamaika schlug Lincoln relativ früh vor, schwarze Truppenteile aufzustellen. Lincoln zögerte damit, da er fürchtete, es könnte das als Eingeständnis der Schwäche der Union ausgelegt werden. Mit zunehmender Kriegsdauer schlug schließlich auch Judah Benjamin, Außenminister der Konföderierten vor, ebenfalls Schwarze zu bewaffnen.

    Wenn man sich den Zustand der USA am Vorabend des Bürgerkrieges ansieht und diese Zustände mit Ergebnissen der Nachkriegszeit vergleicht, so ist der Fortschritt an Rechten, den Schwarze erreicht hatten, eigentlich recht beachtlich. Ins Capitol von Georgia zogen sogar sogar einige schwarze Abgeordnete ein.
    Margret Mitchell schreibt in ihrem Südstaatenepos "Gone with the Wind" verächtlich von Negern, die zum ersten Mal Schuhe an den Füßen hatten und vor Jahrzehnten noch die Urwälder Afrikas durchstreiften und im Capitol Erdnüsse knackten. Um ihre weißen Damen zu beschützen, gründeten dann Ashley Wilkes und seine Freunde den KKK in Georgia, und Rhett Butler "musste" einen Schwarzen erschießen, weil er "unverschämt" war.

    In Gone with the Wind" beschwört Mitchell ein szenario, dass die Yankees und ihre Freilassungsbehörden die Schwarzen gegen die alten Eliten ausspielten und eine Terrorherrschaft errichteten. Tatsächlich aber machte man es vielen Pflanzern recht einfach. Der Treueeid auf die Union genügte meist, um unbebautes Land wieder zurückzubekommen, und der KKK und andere militante Gruppen schüchterten Schwarze ein, die so unverschämt waren, wählen gehen zu wollen. Andrew Johnson war vor dem Krieg selber Sklavenhalter, und in der Reconstruction Ära wurde die Rassentrennung forciert. Irgendwann hatte der Norden die Nase voll, Militär in den Süden zu entsenden, es galt die ehemals konföderierten Staaten wieder in die Union einzugliedern, den Süden wieder aufzubauen, und so übernahmen die alten Eliten wieder die Macht südlich der Mason- Dixielinie.
    Es sollte lange dauern, bis sich dort die Zustände änderten.
    "Gone with the Wind prägte das allgemeine Bewusstsein zur Sklavenfrage.
    Die Geschichte der USA ist eine Geschichte der Kompromisse. Den Gründervätern war der Widerspruch zwischen der Unabhängigkeitserklärung und der Sklaverei durchaus bewusst, hätte man sie aber angetastet, wären die Kolonien Virginia, Georgia, Maryland, Delaware und die Carolinas nicht mitgezogen und die USA hätten es vermutlich nicht geschafft, die Unabhängigkeit durchzusetzen. In der Unabhängigkeitserklärung kommt daher das Wort kaum vor.
    Zu behaupten, die USA seien schon immer tief rassistisch gewesen, und in 100 Jahren habe sich, zumal im Süden, gar nichts bewegt, ist ebenso undifferenziert wie ungerecht.
    Auch im liberalen Kanada wurden freie Schwarze, die aus den USA geflohen waren starken Anfeindungen ausgesetzt und erhielten deutlich geringere Löhne.
     
  19. Maglor

    Maglor Aktives Mitglied

    In den meisten Kriegen hat es nie eine besonders große Rolle gespielt, ob die Soldaten hinter den Kriegszielen der Regierung stehen oder nicht. Das der Gegner eine andere Beflaggung hatte, genügte meistens völlig, um Geschlossenheit gegen den Feind zu erreichen. ;)

    Die Abolitionstenbewegung, die sich für die Abschaffung der Sklaverei einsetzte, entstammte direkt aus dem Umfeld protestantischer Splittergruppen. Die meisten radikalen Abolitionisten war oft gleichzeitig Pazifisten. Kriegsbegeisterung war von der Seite kaum zu erwarten.

    Interessant ist übrigens noch, dass in dem Soldatenlied The Bonnie Blue Flag Konföderierten die Wahrung des eigenen Besitzstandes der Rechte besungen wurde. Im Lied Dixie (ebenfalls von der Konföderierte-Armee) wrd die Heimat als Land der Baumwolle beschrieben. Ansonsten geht es immer nur um Folklore und Eigenständigkeit, nie konkret um Sklaverei.

    Bizarrerweise setzen übrigens auch die Konföderierten zeitweise Schwarze/Afro-Amerikaner als Soldaten ein, hierzu verweise ich auf die englische Wikipedia. Es handelte sich um freigelassene Sklaven oder deren Nachfahren. Gerade im tiefen Süden, ehemals französische und spanische Kolonien, hatten freigelassene Schwarze durchaus noch einen Platz in der Gesellschaft. Als die Amerikaner Französisch-Lousiana von Frankreich übernahmen, waren die Anglo-Amerikaner auch sehr verwundert, was da die Kreolen so alles durchgehen ließen. Ob sie gewusst haben, dass sie eigentlich auf der falschen Seite stehen, ist sicher schwer zu überprüfen.
    Die Bewaffnung von Sklaven wurde zumindest nachgedacht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. August 2013
  20. FCBfreak85

    FCBfreak85 Neues Mitglied

    Die Unionssoldaten kämpften nicht gegen die Sklaverei, weil ihnen die Schwarzen völlig wurscht waren. Die waren auch der Meinung, was besseres zu sein. Schwarze, die in den Norden kommen und ihnen die Arbeit wegnehmen? Davor hatte man auch schon damals Angst. Und auch Lincoln wollte die Sklaverei nicht abschaffen, sondern sie nur auf die bestehenden Gebiete beschränken. Die Abschaffung kam dann erst viel später auf den Tisch.

    Damals verstanden sich die meisten US-Bürger auch gar nicht als Amerikaner. Die verstanden sich als Virginier, New Yorker, South Caroliner etc. und kämpften für ihren Bundesstaat. Viele haben nie ihren Bezirk verlassen vorher. Der Norden hatte dann sicher als zusätzlichen Faktor, dass man die "Rebellen" bekämpft, die den Norden angegriffen haben, während der Süden für die "Freiheit" kämpfte.

    Den meisten war vermutlich - wie auch 1914 - gar nicht klar, was Krieg eigentlich bedeutet, als sie sich zu tausenden gemeldet haben. Hätte man damals Interviews oder Umfragen gemacht, hätten wohl 90% der Nordstaatler gesagt, sie kämpfen für die Union und die Südstaatler für ihre Unabhängigkeit / Freiheit / Lebensweise. Und wenn man dann bei jedem einzelnen genauer nachgehakt hätte, was ihm persönlich dieser Einsatz im Krieg nun bringt, hätte keiner noch eine Antwort gehabt.
     

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