Warum wurde Russland Kriegspartei im siebenjährigen Krieg?

Dieses Thema im Forum "Absolutismus und Aufklärung (1648-1789)" wurde erstellt von 1InGeschichte!, 10. Februar 2014.

  1. 1InGeschichte!

    1InGeschichte! Gesperrt

    Friedrich der Große hatte mit dem Raub Schlesiens von der Kaiserin des HRRDN, Maria Theresia, mindestens Österreich und mit dem Kaiserhaus bestimmt auch viele der deutschen Lehensfürsten gegen sich aufgebracht.
    Aber was hatte Zarin Katharina die Große, außer persönlicher Antipathien gegen den Frauenfeind, für Gründe, einen so kostspieligen, aufwendigen und auch nicht ganz risikofreien Krieg gegen die Militärmacht Preußen anzufangen? :D
     
  2. BZwo

    BZwo Aktives Mitglied

    Katharina die Große? :nono: Also dafür gibt's aber keine 1 in Geschichte. Da musst Du wohl erstmal nachsitzen und hier Siebenjähriger Krieg ? Wikipedia nochmal nachlesen.
     
  3. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Bist Du Dir da sicher? Bei Wiki steht folgendes:

    " Da Katharina II. nicht wieder in den Siebenjährigen Krieg eintrat, sondern sich an den von Peter III. mit Preußen geschlossenen Friedensvertrag hielt, verlieh ihr der preußische König Friedrich II. am 22. November 1762 den Orden vom Schwarzen Adler (Quelle: Leopold von Zedlitz-Neukirch: Neues Preuß. Adelslexikon, Band 2, Seite 93).

    Siebenjähriger Krieg ? Wikipedia

    Katharina II. (Russland) ? Wikipedia

    Ansonsten hatte Elisbeth (verstorben 1762 !!) sehr rationale Gründe, die absolut nichts mit persönlichen Motiven zu tun hatten, an diesem Krieg teilzunehmen. So sieht Fuller, (S. 134) darin den Versuch, den territorialen Gewinn seit Peter d. G. zu konsolidieren.

    Konkret wurde FdR unterstellt, seine Position im Baltikum zu verbessern.

    Strategy and Power in Russia 1600-1914 - William C. Fuller - Google Books
     
  4. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Der Link führt mich zum Vertrag von San Stefano 1878.
     
  5. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Elisabeths Eingreifen im Siebenjährigen Krieg ist vor dem Hintergrund einer damals etablierten russischen Politik in Polen zu verstehen. Russland hätte auf jeden Fall mit dem Gewinn Ostpreußens die Position am Baltikum ausbauen können.
    Das einzig überraschende mag sein, dass man sich mit dem Siebenjährigen Krieg nach langer, langer Zeit dauernder Konkurrenz und der Kriege (der Friede von Åbo lag etwa 13 Jahre zurück) in eine indirekte Allianz mit Schweden begab.
    Außerdem hatte Frankreich schon den Staatsstreich Elisabeths zu fördern unternommen (allerdings mit der Absicht, dass Russland dadurch sich nicht mit Österreich im Österr. Erbf.krieg verbündete).
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Februar 2014
  6. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    1. Auf das Cover links klicken

    2. Rechts runter Scrollen auf das Inhaltsverzeichnis

    3. Kapitel 4, S. 125 anwählen

    4. Weiter runterscrollen und auf S. 133/134 findest Du die Passage. :winke:
     
  7. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Grundsätzlich ja, nur werden bei Google Books bei Büchern, die noch urheberrechtlich geschützt sind, bekanntlich nicht alle Seiten angezeigt. Welche Seiten angezeigt werden, variiert aber von Nutzer zu Nutzer (und ist vermutlich zufallsabhängig). Es ist also möglich, dass Seiten, die bei Dir angezeigt werden, bei Sepiola zu den nicht anzeigbaren gehören (und umgekehrt).
     
  8. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Funktioniert leider nicht.
     
  9. 1InGeschichte!

    1InGeschichte! Gesperrt

    Erstmal Danke für die vielen Antworten und natürlich für die Richtigstellung der fehlerhaften Zarin! Das kommt eben dabei heraus, wenn man um halb zehn im Halbschlaf noch eine Frage stellt. (Ich hatte nämlich selbst noch kurz überlegt, ob es wirklich Katharina war, ich kenne mich mit russischer Geschichte nicht so dolle aus) :)
    Also hatte es die Zarin ELISBETH :)D) auf den Gewinn des urpreußischen Ostpreußens abgesehen, um ihren Machtbereich im Baltikum zu erweitern. Habe ich das richtig verstanden?
    Vielen Dank!
     
  10. Mischa

    Mischa Aktives Mitglied

    Friedrich hatte sich durch einige ungewöhnlich "charmante" Bemerkungen über Elisabeths Sexualleben, Trinkverhalten und Bildungsstand hervorgetan. Dummerweise hat es sich bis zu ihr herumgesprochen.

    (Das war natürlich nicht der alleinige Grund. Aber da Friedrich recht hatte, wenn er Elisabeth als -sagen wir mal -emotiosngesteuert beschrieb, trug es bestimmt zum Kriegseintritt Rußlands bei.)
     
  11. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Sorry, aber das ist ein wenig "phantasievoll", um es mal sehr "charmant" zu formulieren. Und den Historiker würde ich doch gerne wissen, der Machtpolitik auf dieses schlüpfrige Niveau reduziert. Auch wenn es angeblich nur ein Grund unter anderen gewesen sein soll, was ich sehr bezweifel, dass es überhaupt ein Grund war.

    Die innen- und außenpolitische Konstellation von Elisabeth war weit komplizierter als dass derartige lächerliche Bemerkungen hätten relevant gewesen sein könnte.

    Zusätzlich ist die Qualität ihrer Herrschaft zu berücksichtigen, um ihren Handlungsspielraum einschätzen zu können. Im Gegensatz zu Peter und zu Katharina war sie eine relativ "schwache" Herrscherin, die deutlich stärker auf die Interessen des russischen Adels Rücksicht genommen hatte.

    Mit ihr nahm sich die Öffnung nach Westen, die Teilnahme an der "Aufklärung" eine "Auszeit" und dennoch "konsolidierte" sie vor allem in nördlicher Richtung die Eroberungen von Peter.

    Sie bildete die "Brücke", die der "Modernisierung" in Russland durch die Verlangsamung des Prozesses der Umgestaltun,g im Sinne der "petrinschen Reformen", eine Chance auf nachhaltige Wirksamkeit gab.

    Aber das betrifft eher Katharina. Und die westliche Expansion in Richtung Polen kam auch erst während der Herrschaft von Katharina d.G. zustande.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Februar 2014
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  12. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    In seinem Buch beschäftigt sich Kaplan mit dieser Frage. Im Prinzip bestätigt seine Darstellung das Verwobensein in die europäischen diplomatischen Großmachtspiele und die rivalisierenden Interessen des russischen Hofes.

    Allerdings ist seine Einschätzung des Militärpotentials Russlands nicht korrekt, da er die Möglichkeiten m.E. (vgl. Fuller) überschätzt.

    Russia and the Outbreak of the Seven Years' War - Herbert H. Kaplan - Google Books
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Februar 2014

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