was wäre passiert, wenn...

Dieses Thema im Forum "Absolutismus und Aufklärung (1648-1789)" wurde erstellt von marsyas, 8. Februar 2008.

  1. marsyas

    marsyas Neues Mitglied

    ...alle staaten im absolutimus das prinzip des merkantilismus eingeführt hätten?


    bin gespannt auf eure meinungen.
    mfg, anne
     
  2. geschichtsfan07

    geschichtsfan07 Neues Mitglied

    Merkantilismus:
    Wirtschaftsform mit dem Versuch eines absoluten Staates durch steuer- und zollpolitische Maßnahmen, durch Förderung und Lenkung der Wirtschaft den Geldzufluss in die Staatskasse zu erhöhen.

    Da stell ich mir eher die Frage, welcher absolute Staat nach einer anderen Form wirtschaftete.
     
  3. marsyas

    marsyas Neues Mitglied

    also war es am ende wirklich so, dass alle staaten das system einführten?
     
  4. geschichtsfan07

    geschichtsfan07 Neues Mitglied

    ich würde sagen: ja

    - Frankreich das Vorbild in allen Bereichen: Kultur, Politik, Wirtschaft (Colbertscher Merkantilismus)
    - Großbritanien fällt raus, konstitutionelle Monarchie

    Was hast du denn gedacht, welche Länder nicht nach dem Merkantilismus wirtschafteten??
     
  5. marsyas

    marsyas Neues Mitglied

    wir haben darüber gesprochen, wie das prinzip des merkantilismus in frankreich aufgebaut und verfolgt wurde.
    unter diesen voraussetzungen bin ich an die fragestellung herangegangen. deshalb war mir nicht klar, dass alle anderen staaten es tatsächlich eingeführt haben.
    die folgen waren konkurrenz, krieg und der kampf um kolonien zur beschaffung von rohstoffen nehme ich an oder?
     
  6. Mercy

    Mercy unvergessen

    Die gab es schon zuvor und danach auch.
     
  7. marsyas

    marsyas Neues Mitglied

    wenn es das alles schon vorher gab - was genau würdest du denn als konsequenz vom "merkantilismus in allen staaten" sehen?
     
  8. geschichtsfan07

    geschichtsfan07 Neues Mitglied

    Außer ein paar kleineren Punkten Positives für die Staatsfinanzen und Negatives für die Bevölkerung.

    (hier Colbertscher Merkantilismus)

    Staatsfinanzen:

    - Handelsförderung
    - Steuerpachtsystem wurde wirkungsvoller (sprich weniger floss in die Taschen der "Steuereintreiber")
    - Beseitigungen Binnenzölle
    - Gründung und Förderung Manufakturen, etc.

    Bevölkerung:

    - Ungleichgewicht zwischen Einkommen und Steuerpflicht bspw.
     
  9. Mercy

    Mercy unvergessen

    Das hatten wir schon zuvor und danach wohl auch.
     
  10. geschichtsfan07

    geschichtsfan07 Neues Mitglied

    Stimmt.

    So würde ich nun meinen:

    Merkantilismus - für die Bevölkerung keinen Deut besser, aber ein finanzieller Zugewinn für die Staatsfinanzen und in gewisser Weiße eine Reform des Wirtschaftens.
     
  11. marsyas

    marsyas Neues Mitglied

    vielen dank erstmal!
    leider habe ich das gefühl, dass sich eure antworten nicht zu hundert prozent auf die frage beziehen, die ich mir stelle. es geht bei meiner frage nicht allgemein um die konsequenzen des merkantilismus sondern speziell darum, was passieren würde, wenn ALLE staaten das system einführten (was ja wohl später auch passiert ist). glaubt ihr, dass das funktionieren würde oder denkt ihr, dass dadurch etwas aus dem gleichgewicht kommen würde, was vorher funktioniert hat? ich kann mir darunter selbst nichts vorstellen, wie ihr vielleicht merkt, aber vielleicht wisst ihr ja was ich meine.
    vielen dank schonmal. :)
     
  12. geschichtsfan07

    geschichtsfan07 Neues Mitglied

    Alle Staaten haben den Merkantilismus nicht eingeführt!
    Sondern nur alle absoluten Staaten.

    Wie gesagt, Großbritanien ist nicht dabei. Konstitutionelle Monarchie - durch "Bill of Rights" garantiert.
    Oder auch die Alte Eidgenossenschaft.

    Nichts ist passiert, als der Merkantilismus in den absoluten Staaten Einzug hielt.
    Jedes Land hatte seine eigene Wirtschaft.

    Den Kampf um Kolonien gab es vorher und danach auch, Kriege ebenfalls, Hegemonieansprüche auch,...

    Die Einführung des Merkantilismus hatte aber Auswirkungen auf die Tochterländer und Kolonien einer Großmacht, falls du in die Richtung was wissen willst?

    OT: Wenn es dich interessiert, für das "Verschieben des Machteinflusses" in Europa war als ein Beispiel der Spanische Erbfolgekrieg anteilig.
     
  13. marsyas

    marsyas Neues Mitglied

    okay. danke für die tipps!
     
  14. wufi

    wufi Gast

    Erstes und wichtigstes Ziel des Merkantilismus:
    POSITIVE (=AKTIVE) HANDELSBILANZ (->billige Rohstoffe aus dem Ausland beziehen und dann wieder hochwertige Produkte ins Ausland verkaufen)

    Der Witz am Merkantilismus ist, dass er eigentlich nur gut funktioniert, wenn man der einzige ist, der ihn anwendet. Wenden ihn alle an, so brechen die Rohstoff, wie auch die Absatzmärkte weg. In der Folge bleibt nur ein Binnenhandel übrig.
    Also hatte Frankreich solange ein Vorteil, als sie die ersten waren.

    PS: Viele mittlere Staaten konnten nur teilweise ein Merkantilistisches System einführen. Ausserdem das System keineswegs an die Staatsform des Absolutismus gebunden (man beachte das den englischen Kolonien aufgezwungene Zoll- und Handelssystem)
     
  15. wufi

    wufi Gast

    Konnte zum Leidwesen der Finanzminister praktisch aller Staaten nur teilweise umgesetzt werden (erst ab 1789 mit dem liberalen Markt).

    Hat nichts direkt mit dem Merkantilismus als Wirtschaftssystem zu tun, falls damit auf die Steuerfreiheit des 1. und 2. Standes abgezielt wird.
     
  16. marsyas

    marsyas Neues Mitglied

    vielen dank wufi. das kommt dem was ich meinte sehr nahe!
     

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