Welche arabischen Einflüsse im abendländischen Burgenbau?

Dieses Thema im Forum "Rittertum und Kreuzzüge" wurde erstellt von Artorius, 18. Juni 2008.

  1. Artorius

    Artorius Aktives Mitglied

    Ich habe mal gelesen, dass die heimkehrenden Kreuzfahrer viele Anregungen betreffs des Burgenbaus aus dem heiligen Land mitbrachten und danach in ihre neuen Burgen ebenjene Eindrücke einfließen liesen.

    In wie fern unterschieden sich damalige, "vorkreuzzügliche" europäische Burgen von den arabischen? Offensichtlich müssen die arabischen ja einige Vorteile gegenüber den europäischen gehabt haben. Gibt es in Deutschland Burgen, an denen man die Einflüsse aus dem Morgenland erkennen kann?

    Für die Antworten danke im Voraus!
     
  2. deSilva

    deSilva Neues Mitglied

    Burgen, wie Du sie kennst treten eigentlich erst im Hochmittelalter auf, also nach dem ersten Kreuzzug. Inwieweit es sich hier - außer in Einzelfällen - um Anregungen aus dem arabischen Raum handelt, ist umstritten....


    Die Frühmittelalterliche Burg war in erster Line ein Turmbau innerhalb einer Wallanlage auf einem - möglicherweise künstlichem - Hügel. Dies sind auch die ersten Bauten der Normannen in England. Aber im Prinzip sind damit die Elemente der späteren "Burg" angelegt.
    Motte (Burg) ? Wikipedia
     
  3. JetLeechan

    JetLeechan Aktives Mitglied

    Also ich meine mehrfach davon gelesen zu haben das der ein oder andere Kreuzfahrer sich von einen arabischen Baumeister hat beraten lassen.

    Allerdings glaube ich das dies der Einzelfall gewesen sein wird. Wenn arabische Einflüsse nach Europa gekommen sind dann wahrscheinlich eher über Spanien oder Sizilien und da auch schon vor den Kreuzzügen.
     
  4. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Ergänzend dazu ein vereinfachter Grobabriß nach Werner Meyer "Deutsche Burgen, Schlösser und Festungen" - Sonderausgabe Gondrom, Bindlach 1994...

    Der Typus der Motte/Hochmotte/Turmhügelburg wurde bereits genannt; aus diesem entwickeln sich im Grund zwei spätere - auch bereits vor der Zeit der Orientkreuzzüge entstandene bzw. vorhandene - Typen: der Donjon/Donjontyp und das Turmhaus.
    Vgl. dazu bspw. http://www.geschichtsforum.de/f77/turmh-gelburgen-chateau-de-la-motte-13379/ und http://www.geschichtsforum.de/142739-post20.html
    Dabei liegt die Verbeitung des Donjon vornehmlich in Frankreich, England, Süditalien und später auch im Orient, während das Turmhaus insbesondere im Heiligen Römischen Reich - und hier v.a. im süddeutschen Raum - verbreitet ist.
    Anm.: Sowohl die Motte als auch der Donjon wie auch das Turmhaus sind Typen, bei welchen die Wohnfunktion integriert ist. Diesbezüglich müssen sie bspw. vom ansonsten in Burganlagen auftretenden Bergfried unterschieden werden - vgl. dazu bspw. http://www.geschichtsforum.de/f77/frage-zum-burgenbau-16457/

    Daneben aber ist im mittelalterlichen Europa auch die Zungenburg (lt. Def. ein Wehrbau, welcher auf einer Landzunge (Name!) gelegen ist) eine relativ alte Bauform; sie ist nämlich seit der Hallstattzeit üblich.

    Werner Meyer konstatiert, daß seit der Kreuzzugszeit verstärkt auftretende Elemente auf Entlehnungen zurückgehen könnten - was bei genauem Lesen jedoch zeigt, daß dies zwar möglich, aber keineswegs sicher ist. So führt er aus, daß bspw. die Sockelschräge (Dossierung) syrischen Beispielen entlehnt sein kann (siehe auch hier wieder die Formulierung in Richtung einer Möglichkeit, aber nicht als sichere Erkenntnis). An anderer Stelle führt er aus, daß bspw. die gestaffelte Mauer bzw. der mehrfache Mauerring vielleicht (wortwörtliche Formulierung Meyers) nach dem Vorbild der Stadtmauer von Konstantinopel umgesetzt wurde - auch hier also eher "möglich" als "sicher".
    Anm.: Burganlagen mit definitiven Übernahmen von byzantinischen und arabischen Vorbildern auf ursprüngliche Donjontypen benennt er lediglich für die Stauferburgen in Süditalien!

    Richtig ist, daß derartige Elemente - wichtig: es sind stets einzelne Elemente und nicht grundsätzlich neue Typen - im Laufe der Kreuzzugszeit von Syrien und Palästina auch nach Europa gelangten. Richtig ist ebenfalls, daß diese Elemente aufgrund der Erfahrungen im Heiligen Land im Wehrbau zum Tragen kamen. Problematisch wäre es mE jedoch, daraus zu schließen, daß dies zwangsläufig Vermittlung impliziert, denn soweit sich Burgenkundler (wie z.B. Werner Meyer) äußern, reflektierte dies vielmehr die praktischen Erfahrungen, welche insbesondere im Umfeld von Belagerungen gemacht worden waren: danach sind die neuen Elemente im Wehrbau die eine Seite (defensive Umsetzung), die Belagerung eines befestigten Platzes mit System und mittels Kombination verschiedenster Belagerungswaffen und -geräte die andere Seitre (offensive Umsetzung).

    Ein Beispiel, an dem sich genau das Gegenteil der Annahme, daß arabische Burganlagen grundsätzlich vorteilhafter als europäische Burganlagen gewesen seien, ist die wohl bekannteste Kreuzfahrerburg Krak des Chevaliers ? Wikipedia - vgl. auch die Mauern im Hintergrund meines derzeitigen Avatars; ansonsten hier nochmals ein größeres Bild: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/5a/Crac_des_chevaliers_syria.jpeg
    Obwohl im arabischen Raum gelegen, war die ursprüngliche Anlage Hisn a-Akrad (Kurden-Burg; da ursprünglich mit kurischen Kämpfern besetzt) nicht weiter als ein Wachturm - ergo ähnlich einer europäischen Turmburg; und um sich der Kreuzfahrer zu erwehren, erfolgte eine weitere Befestigung mittels umgebender Mauer. Aber zur berühmt gewordenen Abschnittsburg baute sie erst der Johanniterorden - welcher sie 1142 (lt. Wikipedia) bzw. 1144 (lt. Jonathan Riley-Smith, Alan Forey u.a.) erwarb - im Laufe des 12. und vor allem dann des 13. Jh. aus.
     
  5. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Sicher, die Burgen entwickelten sich, von Wall-Palisadenanlagen mit teilweise hölzernen Türmen bis zur "klassischen" Feudalburg. Allerdings kann man den Übergang zur Steinburg nicht einfach mit den Kreuzzügen setzen, der war vom vorhanden Baumaterial abhängig und begann früher.
    Eine ganz wichtige Unterscheidung zwischen den Burgen des arabischen Raums und den Burgen Europas ist, dass die Burgen Europas feudale Sitze sind, während arabische Burgen befestigte Dörfer oder Garnisonsburgen waren.


    Ich kenne da einen Fall, wo es genau umgekehrt war, aus den Mudakkirāt des abgesetzten granadinischen Königs 'Abdallāh Ibn Buluggīn, verfasst um 1095:
    Alfonso [VI.] überzeugt von der tiefen Zerstrittenheit unter den Herrschern der Kleinkönigreiche, begriff, dass er nicht größeres Glück haben könnte und noch einmal die Gelegenheit erhielte Geld zu verlangen. Dieses im Blick schickte er seinen Botschafter, um das erste Mal mit mir in Verhandlungen zu treten. Es handelte sich um Pedro Ansúrez, der kam um mich zu zwingen ihm einen Tribut auszuzahlen. Ich verweigerte dies, entschieden nichts zu tun, weil ich dachte, dass ich von Alfonso kein Leid zu erwarten habe, weil zwischen unseren Ländereien die die eines dritten Souveräns lagen, die des Ibn Dū-n-Nūn [König von Toledo, Alfonso verbrachte hier einige Zeit im Exil, nachdem er sich mit seinem Bruder Fernando I. erfolglos um die Vorherrschaft in Kastilien-León gestritten hatte]. Noch konnte ich mir nicht vorstellen, dass sich irgendjemand mit einem Christen gegen einen Muslim verbünden könnte. Der Botschafter zog sich zurück, ohne dass wir zu einer Übereinkunft gekommen wären.
    Das war die Gelegenheit, die Ibn 'Ammār[ein Dichter und enger Vertrauter von Al-Mu'tamid Ibn 'Abbād, König von Sevilla, von diesem später eigenhändig mit einer Axt ermordet]ausnutzte. Er erwartete den Botschafter in Priego, um zu erfahren, was dieser mit mir verhandelt hatte, und, als er so, dass dabei nichts zustande gekommen war, stellte er sich sofort zu dessen Verfügung und sagte ihm: "Wen er sich verweigert Dir 20.000 Dinare zu geben – was tatsächlich der Tribut war, den er von mir verlangt hatte – dann gebe ich Dir 50.000, im Gegenzug zu einem gemeinsamen Pakt gegen Granada, der darin besteht, dass die Hauptstadt meine sei und du alle Schätze darin erhältst." Darin übereingekommen, stimmten sie auch überein, eine Burg gegen Granada zu bauen welche Granada unter Druck setze, so dass es in seine Hände fiele. Ibn Aḍḥa [...] hatte sich ihnen angeschlossen um ihnen die schwachen Punkt in der Verteidigung der Stadt zu zeigen und um ihnen den Ort zu zeigen, von dem aus man das Umland am besten verwüsten und bedrohen könne. Er war es, der ihnen die Burg von Belillos zeigte. Um die Werke zu verstärken, mietet sich Ibn 'Ammār die Dienste eines Heeres von Alfonso und versprach große Summen an Geld, die er den Christen geben wolle. Mittels solcher Versprechen und Schwindeleien, bis das Werk vollendet war. Al-Mu'tamid selbst kam um die Arbeiten zu begutachten und während der Zeit in der er dort weilte führte er fortgesetzte Kampagnen in die Umgebung von Granada, in der Hoffnung, dass die Einwohner der Stadt sich zu seinen Gunsten erheben würden. Als die Arbeiten beendet waren, beließ er in der Burg eine Garnison,versorgt mit allen notwendigen Gütern, und gab den Befehl durch das Land zu marodieren.
    Als sich al-Mu'tamid und die christlichen Soldaten zurückgezogen hatten, stellte ich ein beachtliches Heer auf, um mich der Burg zu bemächtigen, aber ich erreichte nichts.
    Meine Untertanen begannen daher die Hoffnungen in meine Regierung zu verlieren, diejenigen die den Sturz meiner Regierung erhofften, hatten sich mit dem Christen in Einvernehmen gesetzt und ich musste mich gegen ihre Vorwürfe verteidigen, dass ich die Gelegenheit nicht von Anfang an genutzt hatte, mich mit ihm zu verständigen unter den von ihm festgelegten Bedingungen.
    Eine Burg mit der Spitze des Schwertes zu nehmen wäre natürlich eine großartige Sache gewesen für einen muslimischen Fürsten wie mich, aber ich konnte es, wegen der Verteidigung und den Vorbereitungen drinnen nicht besetzten, und auch nicht belagern bis die Reserve ausgingen, weil der Feind unaufhörlich Hilfe von außen bekam, so, dass ich zuletzt die Belagerung aufheben musste. Die Burg durch einen Überfall zu nehmen, wäre wohl nur dem stärkstengelungen, wir waren alle aber etwa gleich stark. Es bleibe jedem König kein anderes Mittel, als ein Heer aufzustellen und wenn ein anderer Souverän ihn zerstören und sich von ihm befreit sehen wollte, dann bleibe keine andere Möglichkeit, als mehr Geld für das Heer auszugeben.
    Schließlich, als die Garnison von Belillos die Ebene von Granada weiterhin verwüstete und bedrohte, und es keine andere Möglichkeit gab, sich ihrer zu entledigen, kam ich schließlich dahin, Alfonso die zuvor verweigerten Summen, die er zuvor zwecklos gefordert hatte, zu versprechen und meinen Fehler in Aufkündigung der vorhergehenden Verhandlungen zuzugeben und mich von vorhinein gegen weitere Geldforderungen, die von seiner Seite zu erwarten waren, zu schützen.
    Als Vermittler bei diesen Verträgen trat Ibn Dū-n-Nūn auf, der sich bemühte Alfonos zu versöhnen und ihm möglichst viel Geld zu beschaffen. Zum gleichen Zeitpunkt hoffte er, dass mein Königreich zerfiele um sich zumindest eines Teils davon bemächtigen zu können. Er war also mein Feind, obwohl er freundschaftlich tat.
    [Ibn Dū-n-Nūn bemächtigt sich Córdobas, dabei stirbt der 'abbādidische Statthalter Córdobas, der Sohn von al-Mu'tamid] [FONT=&quot]Als die Garnison von Belillos von diesen tragischen Ereignissen erfuhr, verließ sie sofort die Befestigung, welche von meinen Leuten besetzt wurde, mit allen ihren Verteidigungsanlagen und Gebäuden intakt. So konnte ich die Verteidigungsanlagen studieren und bei Renovierungsarbeiten an der Alcazaba von Granada berücksichtigen.[FONT=&quot] So wurde, als man es fast nicht mehr glauben wollte, meine Hauptstadt von der Bedrohung durch Belillos befreit. [/FONT][/FONT]
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Juni 2008
  6. Artorius

    Artorius Aktives Mitglied

    Erstmal Danke für die raschen Antworten, besonders an Timotheus!

    Nur nochmal zu (meinem) besseren Verständniss: Wir gehen aber nicht davon aus, dass es bis zu den Kreuzzügen nur Motten/Turmhügelburgen/etc. gab. Oder doch?

    Diesen Satz habe ich leider nicht verstanden.:red:
     
  7. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Danke schön :rotwerd:

    Natürlich nicht; ich erlaube mir, mich dazu auszugsweise nochmals selbst zu zitieren:
    Anm.: Im Text nachträglich und zusätzlich besondere Hervorhebungen von mir...

    Kein Problem; er ist in Verbindung mit
    zu sehen.
    Soll heißen: man machte ja Erfahrungen infolge der Belagerung befestigter Plätze (Burgen, befestigte Dörfer, befestigte Städte) - und das sowohl als Belagerer wie auch als Belagerter. Ergo gab man sich aber nicht einfach mit dem vorhandenen Zustand zufrieden, sondern machte sich Gedanken, wie man als Belagerer einen gut befestigten und verteidgten Platz effektiv bestürmte, aber auch darüber, wie man als Belagerter dies dem Belagerer möglichst schwer machte.
    Das Ganze war also vornehmlich eine Sache der praktischen Erfahrungen und weniger Gegenstand irgendwelcher Wissensvermittlung...
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Juni 2008
  8. Artorius

    Artorius Aktives Mitglied

    Ach so! "Vermittlung" im Sinne von überliefern/lehren/beibringen (Ich assoziierte es mit Mitte/Mittel(i.S.v.Hälfte). :autsch::weinen::tuete:
     
  9. deSilva

    deSilva Neues Mitglied

    Ich habe zufällig noch diese nette Zusammenfassung gefunden Geschichte: Frhzeit ("Burgen in Ostbayern")
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. Juni 2008
  10. Giftmischer

    Giftmischer Neues Mitglied

    ich denke, wir sollten bei der Entwicklung des Burgenbaus vor allem auch das Gelände und regionale Besonderheiten mit einbeziehen.

    Die Motte ist zwar eine der ältesten Befestigungstypen, erklärt aber nicht alle Erscheinungsformen der Burg.

    Die Wurzeln vieler "typisch deutschen" Burganlagen, vor allem der Höhenburgen, liegen in befestigten Wallanlagen der Frühzeit, die immer mehr zu einem immer komplexeren konzentrischen System ausgebaut wurden. Als Pate steckt ganz tief drin der alte Ringwall auf einer Hügelkuppe, unregelmäßig und dem Gelände angepaßt.

    Bei der Entwicklung des arabischen Burgenbaus muß man sich erstmal vergegenwärtigen, daß da eine Kultur in kürzester Zeit expandierte und in kürzester Zeit Lösungen für bis dahin nicht gekannte Probleme brauchte. Daß man sich an dem orientierte, was man bei der Expansion "fand", liegt auf der Hand. Deswegen sehe ich die Wurzeln des Ribat-Types im Burgenbau in den Wüstenschössern der Omayyaden und Abbassiden, die wiederum wurzeln in den alten Römerlagern, auf die man im Vorderen Orient stieß. Und von diesem Ribat-Typ führt wieder eine Entwicklungslinie zu Burgen vom Kastelltyp mit regelmäßigem Grundriß und Ecktürmen.

    Typisch omayyadische Befestigungen mit Kastell-Grundriß, mit Rechteckschema, mit Cardo und Decumanus etc. sind Ansgar (714/15), Hirbat-ul-Mafgar, Qasr-ul-Hair al-garbi und Qasr-ul-Hair asch-scharqi. Dem Kastelltyp folgt auch Mschatta.

    Typisch abassidische befestigte Bauten vom gleichen Typus finden wir in Uhaidir.

    Dieses Konzept war zeitgleich in Zentraleuropa unbekannt.

    Gut erhaltene Ribats finden wir in Sousse, Monastir, Houmt Souk auf Djerba. Das Schema ist stereotyp. Differenzierung findet durch zusätzliche mittig angeordnete Halbrundtürme an den Außenmauern statt.

    Vereinfachend ausgedrückt - bis bisherige zentraleuropäische Burg war eine Ringburg, das wegweisende neue Konzept war die Viereckburg.

    In der Tat sind es aber vor allem die vielen kleinen Details, die gerne kopiert und in Zentraleuropa ausprobiert wurden.
    - Doppelbefestigung mit Zwinger durch zwei Mauerzüge
    - Zinnen
    - Pechnasen
    - Fallgatter
    - verschobene Toreingänge

    Eine der modernsten und richtungsweisendsten Burgen ihrer Zeit war übrigens Château Gaillard. Da hatte man vieles neu ausprobiert, z. B. den eigentlich runden, aber zur Angriffsseite spitz wie ein Tropfen ausgezogenen Hauptturm, die starke Böschung des Turmsockels, die vielfach gebuchtete Ringmauer etc. Es war damals eine der innovativsten Burgen. Und doch wurde sie erobert (Latrinenschacht).
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. Juni 2008
  11. Giftmischer

    Giftmischer Neues Mitglied

    Nachtrag: Ein Musterbeispiel, wie sich ein im Grunde omayyadisches Befestigungskonzept auf europäischem Boden etablierte und mit anderen Traditionen verschmolz, ist die Aljaferia in Zaragoza, Spanien. Im Außenkonzept spannt sich der Bogen direkt zu den Vorbildern in der syrischen Wüste.
     
  12. deSilva

    deSilva Neues Mitglied

    Wie oben schon angesprochen ist wahrscheinlich die Art der Nutzung für die spätere Entwicklung von größter Bedeutung:
    - Wohnburg eines "Gutsherren"
    - Fliehburg für umliegende Siedlungen
    - Kasematte/"Ritterkaserne"
    - Repräsentativer Staatsbau/Schloss

    In "technischer Hinsicht" sind daraufhin im Hoch-/Spätmittelalter eine Fülle von Architekturen entwickelt worden.
    Aus Wiki (gekürzt):
    * Abschnittsburg
    * Deutschordensburg
    * Felsenburg (auch ausgehauene Burg)
    * Feudalburg ist ein anderer Ausdruck für eine Lehensburg
    * Ganerbenburg
    * Hausrandburgen, auch Randhausburg
    * Höhlenburg
    * Kastell
    * Kirchenburg
    * Kreuzfahrerburg
    * Motte
    * Ringburg
    * Schildmauerburgen
    * Trutzburg
    * Turmburg (Donjon)
    * Veste
    * Wallburg
    * Wasserburg
     
  13. Giftmischer

    Giftmischer Neues Mitglied

    bei dieser Liste werden aber munter fortifikatorische, besitzrechtliche, funktionale, geschichtliche und nutzungsbedingte Differenzierungen vermischt. Vernünftig wäre eine Oberdifferenzierung nach Kriterium, dann eine Unterdifferenzierung nach Typen. Die obige Liste verwirrt mehr als daß sie hilfreich ist.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. Juni 2008
  14. deSilva

    deSilva Neues Mitglied

    .. dem stimme ich zu; aber das kriege ich jetzt nicht hin :)
     

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