Welche Rolle, spielten die Eidgenossen nach dem 1. WK?

Dieses Thema im Forum "Die Zeit zwischen den Weltkriegen" wurde erstellt von Griffel, 21. Januar 2021.

  1. Griffel

    Griffel Mitglied

    Da ich bis jetzt nichts brauchbares gefunden habe, schreibe ich mal hier! Und zwar treibt mich eine Frage um, die sicherlich nicht uninteressant sein düfte! Und Zwar: Was war die Haltung der Schweiz, nach dem 1.WK bzw. welche Rolle hat sie gespielt?o_O

    Freilich, Ihr könnt jetzt sagen, was für eine dämliche Frage, ist das denn! Aber, vergessen wir bitte nicht! Die Schweizer, waren schon immer ein geschäftstüchtiges Völkchen. Da liegt es doch nahe, dass die Eidgenossenschaft, klare ökonomische und damit auch politische Ziele hatte, die sie gewahrt sehen wollte.
    Aufgrund, ihrer zentrale Lage, grenzte das Land ja an vier Nachbarstaaten, die direkt am Krieg beteiligt gewesen waren! Und alle waren auch Handelspartner der Schweiz. Und soweit ich weis, war es nicht die Idee der Schweiz Genf zum Sitz des Völkerbundes zu machen.

    Freue mich auf eure sachdienlichen Hinweise
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Völkern Charaktereigenschaften zuzuweisen ist doch eher eine überwundene Denkweise des 19. denn eine des 21. Jhdts.
     
  3. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    Der Völkerbund wurde am 10. Januar 1920 gegründet. Die Schweiz trat erst nach einer Volksabstimmung am 16. Mai 1920 bei. Vorher garantierte der Völkerbund die Schweizer Neutralität, indem er die Eidgenossen von eventuellen militärischen Sanktionen des Völkerbundes entband. Die erste Vollversammlung fand im November 1920 in seinem Sitz in Genf statt.
    Zum Vergleich: Die Schweiz trat erst 2002 der UNO bei. Die USA waren kein Mitglied des Völkerbundes.

    Ich komme auf fünf Nachbarstaaten mit Liechtenstein, das allerdings nicht aktiv am 1.Weltkrieg beteiligt war.
     
  4. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Evt. bekommst du morgen eine ausführliche Antwort zu der Schweizer Geschichte nach dem ersten Weltkrieg.

    Wenn man die Bewohner eines souveränen Staate als Völkchen bezeichnet und ihnen Charaktereigenschaften unterstellt - muss ich mir das wirklich überlegen ob es überhaupt Sinn macht, dir die Geschichte der Schweiz näher zu bringen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Januar 2021
    Scorpio, thanepower und pelzer gefällt das.
  5. -muck-

    -muck- Aktives Mitglied

    Das ließe sich kontrovers diskutieren, glaube ich. Wie sich Gesellschaften verhalten, ist nicht zuletzt Ausdruck der Erfahrungen, die dasjenige Kollektiv gemacht hat, welches wir gemeinhin als Volk bezeichnen.
     
  6. Griffel

    Griffel Mitglied

    Immer mit der Ruhe! Nur nicht so empfindlich.;) Ich will bzw. wollte niemanden beleidigen, sondern die Sache mit etwas Humor auflockern. Außerdem, ist es ja nicht falsch was ich sage! Obwohl die Schweiz so wie ist ziemlich einzigartig ist, hat sie es geschafft, ein stabiles, ökonomisches System zu etablieren. Ganz im Gegensatz zu manch anderem Staat! Auch unserem eigenen. Und das schon wesentlich früher. Darauf dürfen die Schweizer durchaus stolz sein. Was das Thema Selbstverwaltung angeht, kann die Schweiz auf eine lange Tradition zurückblicken.

    Das die Schweiz, schon immer auf Ihre Neutralität bedacht war, ist auch mir bekannt! Worum es mir aber eigentlich geht ist folgendes:
    Der 1.WK, wird ja nicht zu Unrecht als die Urkatastrophe des 20. Jhrd. beschrieben. Mehrere Nachbarstaaten, der Schweiz, waren in diesen aktiv verwickelt! Daraus folgt doch fast zwangläufig, dass das auch Einfluss, auf die Beziehungen der Staaten genommen hat.

    Und wenn, man sich mal die Zeit nach dem ersten Weltkrieg anschaut, dann waren das ja alles andere als "ruhige Zeiten". Auch in der Schweiz, gab es soweit ich weis, gewaltätige Unruhen. Also dürfte auch eine schweizer Regierung daran gelegen gewesen sein, dass sowohl "daheim" als auch im Ausland bald wieder ruhe einkehrt.
    Deutschland ist ja so ein großer Nachbar. Ich denke mir eben, dass die Verantwortlichen in Bern, durchaus so ihre Sorgen hatten wenn, man sich die Zustände in Deutschland nach dem Waffenstillstand und dem Friedenvertrag von Versailles anschaut!

    Wie bereits gesagt, hatte die Schweiz zu vielen Ländern Handelsbeziehungen, deswegen dürfte sie daran interessiert gewesen sein, dass diese relativ bald wieder ihren geordeneten Gang nehmen. Außerdem, kann ich mir nicht vorstellen, dass die Regierung in Bern, so ohne weiteres abgenickt hat, dass fremde Mächte, in einer ihrer Städte und damit auf ihrem Territorium eine internationale Organisation gründen.

    Und dann gäbe es da noch einen Punkt! Korregiert mich ruhig, sollte ich mich irren, was ich nicht ausschließen möchte! Die Schweiz wird von vielen Ländern, gerne als neutraler Vermittler eingeschaltet. Seit wann das so ist kann ich natürlich nicht sagen.

    Was den Frieden von Versailles angeht, so hatten natürlich alle Mächte ihre Vorstellungen und Wünsche. Die nur sehr schwer unter einen Hut zu bringen waren.:rolleyes:
    Aber vor allem bei der Frage der Reparationen bzw. deren Bezahlung hätte die Schweiz durchaus eine Rolle spielen können. Immerhin, ist die Schweiz nicht erst seit gestern, ein Standort für Banken und Versicherungen. Der schweizer Franken, gilt zu Recht als eine verlässliche, weil stabile Währung.

    Ich hatte mir das so gedacht; die Schweiz hätte als Vermittler auftreten können und zum Beispiel dem Deutschen Reich durch private Anleger Kredite vermitteln können. Natürlich mit einer entsprechenden Laufzeit, dass hätte Deutschland die Möglichkeit gegeben, seine Verpflichtungen zu erfüllen. So wie es die Kredite aus den USA eigentlich auch hätten tun sollen. Außerdem, hätte man sich bei der Schweiz ja rat holen können. Genauso wie Weimarer Republik, war oder besser ist die Schweiz ja föderal organisiert. Vielleicht hätten schweizer Experten, ja helfen können, einige Probleme zu lösen. Damals, hatten wir 24 Länder! Heute gottlob nur 16.

    Wenn, von Seiten der Schweiz Hilfe geleistet worden wäre, dann hätten ja auch die radikalsten Idioten, eigentlich nichts dagegen sagen können! Mit der Schweiz hat sich Deutschland nicht im Krieg befunden. Und somit hätte keine Seite des politischen Spektrums in Deutschland, irgendwelche feindlichen Absichten unterstellen können.

    Auch die damaligen Alliierten, hätten wohl keine Einwände dagegen gehabt. Da sie ja daran ein Interesse hatten, dass ihre Forderungen erfüllt werden. Da fällt mir vorallem Ostpreußen ein! Das war ja immer ein Streittehma.
    Aber hier meine ich nicht die Sache mit Danzig oder dem polnischen Korridor. Nein! Ich habe in einem meiner Bücher mal gelesen, dass Ostpreußen, so schön es auch war, vorallem ein ökonomisches Problem war. Da es zwar landschaftlich schön aber wirtschaftlich ziemlich unterentwickelt war. Die dortigen Agrarbetriebe bzw. ihre die Besitzer die sogenannten ostelbischen Junker, sollen ja regelmäßig im Reichstag nach Subventionen geschrien haben. Obwohl, viele der Betriebe hoffnungslos überschuldet und die Bewirtschaftung total unrentabel war.
    Hier wäre es natürlich interessant zu wissen, bei welchen Bankinstituten, die Eigentümer verschuldet waren.:rolleyes:
    Dadurch hätte sich vielleicht die Möglichkeit ergeben, dass eine Reichsregierung, die Schuldscheine aufkauft bzw. bedient und dadurch gleichzeitig die "Schreihäle" ruhig stellt und so eine Art Aufbauprogramm startet. So eine Art "Sillicon Valley" oder eine Sonderwirtschaftszone. Mit ermäßtigen Steuersätzen und ähnlichem. Was natürlich für Geldgeber sicher verlockend gewesen wäre.

    Aber soweit, hat man damals vermutlich nicht gedacht.

    Ich hoffe, ich konnte meine Idee etwas klarer machen
     
    hatl gefällt das.
  7. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Zum Völkerbund:

    Als Woodrow Wilson den Plan für die globale Friedensordnung vorlegte wurde die Schweiz mit diesem Projekt doppelt herausgefordert. Zum einen durch die Frage ob durch die 1815 fixierte Dauer-Neutralität mit dem Beitritt zu einer solchen Organisation vereinbar war und zum andern durch das Interesse die Organisation nach Genf zu holen. Warum Genf? Das hatte mit dem Genfer Henri Dunant und der Gründung des Roten Kreuzes 1863 zu tun. Der Sitz des Völkerbundes sollte in Genf beheimatet sein. Die Wahl des Sitzes hatte aber nur Sinn wenn die Schweiz ebenfalls dem Völkerbund beitrat. Die Schweiz musste ihre Neutralität verändern (was in der Geschichte der Schweiz mehrmals vorkommt), das heisst es kam zum Übergang der «integralen» zur «differenziellen» Neutralität.

    Begriffe der Neutralität kann man hier nachlesen:

    https://www.geschichtsforum.de/thema/neutralitaet-der-schweiz.50835/#post-746248

    Am 16.05.1920 wurde der Bundesbeschluss betreffen den Beitritt der Schweiz zum Völkerbund von Volk und Stände angenommen. Wobei das Ständeresultat äusserst knapp war.

    Volk:
    Ja 416 870 - 56.3%
    Nein: 323 719 43.7%

    Stände:

    Ja 10 3/2
    Nein 9 3/2

    Wahlbeteiligung: 77.47 %
     
    flavius-sterius und pelzer gefällt das.
  8. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Nur um ganz korrekt zu sein.
    Es waren 11.5 zu 10.5 Stände

    Gruss Pelzer
     
  9. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Ich habe die Zahl von einer offiziellen Stelle und zwar vom Bund:

    Politische Rechte
     
    pelzer gefällt das.
  10. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Es ist ja schlussendlich auch das Gleiche!
    9 3/2 sind heutzutage 10.5 ;-)
    Denn nur wer weiss, dass es damals Halbkantone gab, kann mit der Schreibweise "3/2 Stände" etwas anfangen.

    liebe Grüsse Pelzer
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. Januar 2021

Diese Seite empfehlen