Welche Tiere gab es in der Antike?

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Altertum" wurde erstellt von Leano_MacLagan, 16. September 2019.

  1. Leano_MacLagan

    Leano_MacLagan Mitglied

    Gibt es hier jemanden der mal auflisten kann, welche Tiere es schon in der Antike gab ?

    Denn hänge gerade bei den Hyänen, ob es die irgendwo in der Antike gab. Eine Liste mit allen Tieren, die es tatsächlich in der Antike gab würde da echt helfen.
     
  2. Stilicho

    Stilicho Aktives Mitglied

    Mir fällt da spontan Drosophila melanogaster ein. Oder Anoplotrupes stercorosus.
    Die gab es schon in der Antike.
     
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  3. Kochant

    Kochant Aktives Mitglied

    Es gab Schafe, aber die mussten nicht geschoren werden. Die Wolle wurde ausgezupft (wie bei Kamelen) oder von den Büschen gesammelt, wo die Schafe sie abgeschubbert hatten (war eine übliche Kinderarbeit).
     
  4. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass alle Tierarten, die es heute gibt, auch schon in der Antike vorhanden waren. Da könnte man jetzt eine Liste von A - Z, also z. B. von Ameisenbär bis Zebra, aufmachen.

    Katzen* gab es auch schon in der Antike (und nicht erst seit der Antike):

    [​IMG]

    Hier eine Figur aus Ägypten, die ca. 4.000 Jahre alt ist.

    * ich lasse mir doch keine Gelegenheit entgehen, um Katzenbilder zu posten.:)

    https://www.metmuseum.org/art/collection/search/545725

    Unterscheiden muß man von den Tierarten die Tierrassen. Kühe, Pferde und Hunde gab es auch in der Antike.
    Aber nicht alle Kuh-, Pferde- oder Hunderassen gab es auch schon in der Antike. Viele von diesen Rassen sind erst später durch Züchtung entstanden. Die ein oder andere Rasse mag mittlerweile wieder ausgestorben sein.

    Dann gibt es einige Tierarten, die es in der Antike gab, aber später ausgestorben sind. Da fällt mir spontan der Auerochse ein.

    Und natürlich kann sich auch ein Verbreitungsgebiet ändern: noch in der Antike gab es wildlebende Löwen in Europa (Balkan, Griechenland), während man heute diese Tiere dort nur noch im Zoo oder Zirkus findet. In Deutschland ist der Braunbär und der Wolf ausgestorben (letzterer kommt aber in den letzten Jahren wieder zurück). Umgekehrt hat sich das Verbreitungsgebiet der (Haus-)katze seit der Antike mittlerweile über die ganze Welt verbreitet. In das heutige Deutschland wurde die Hauskatze erst durch die Römer eingeführt.

    Ja, gab es. Bereits Aristoteles und Plinius berichten über die Tiere:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Hyänen#Hyänen_in_der_Kultur

    Unterscheiden muß man auch, ob es eine Tierart in der Antike noch existierte, und ob sie in der Antike schon bekannt war. Dabei meine ich mit Antike die römisch-griechische Zivilisation.

    Kängurus oder Dodos gab es beispielsweise auch in der Antike, waren aber den antiken Mittelmeerzivilisationen nicht bekannt. Der Dodo auf Mauritius hat übrigens seine Entdeckung durch die Europäer nicht lange überlebt.
     
  5. Leano_MacLagan

    Leano_MacLagan Mitglied

    Danke für diese ausführliche Antwort, das hilft mir doch schon ein Stück weiter.
     
  6. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Ich vermute, dass Du mit der Antike ,in erster Linie die Zivilisationen rund ums Mittelmeer gemeint hast. Sämtliche amerikanischen Tiere wie :Tapir, Puma, Jaguar, Ozelot, Grizzly, Schwarzbär, Ameisenbär, Nasenbär ,Waschbär, Mink, Truthahn (Pute), Kondor, Tucan, Alligator, Kaiman, Boa, Lanzenottern wie Buschmeister, Klapperschlangen, Aras, Opossum, Affen mit Greifschwanz wie Totenkopfäffchen, Woll-und Klammeraffe ,Brüllaffe, Pekari ,Leguane und Anolisechsen , Weißkopfseeadler, Harpye, sowie alle australischen Beuteltiere wie Känguruhs, Wombats ,Beutelteufel, Beutelwolf, Koala, Vögel wie Kiwi, Kakadu, Kookaburra... waren den Griechen, Römern, Karthagern und Ägyptern gänzlich unbekannt.
    Bekannt waren sämtliche afrikanischen Großtiere wie Giraffe, Nashorn, Flusspferd, Elefant, Löwe, Leopard und Gepard, Paviane ,Zebras , Antilopen , Nilkrokodile , Tüpfelhyänen, Erdwolf, Kobraarten wie Brillenschlange, Vipern..... Gorillas werden vom Karthager Hanno erwähnt, und europäische Tiere wie Braunbär, Wolf, Fuchs, Wildschwein, Auerochse, Wisent, Adler, Gänse-und Bartgeier, Hasen, Kaninchen,Siebenschläfer (waren bei den Römern Delikatesse) Rabenvögel, Drosseln, Flamingos, Nachtigal,......asiatische Tiere wie Sumpfkrokodil, eventuell auch Leistenkrokodil, Tiger, Panzernashorn, asiatischer Elefant, Makaken, Languren, Wasserbüffel. Moschustier... Von Wassebewohnern sämtliche Mittelmeerfische, Rochen, Muränen, verschiedene Haiarten, Delfine, Pottwale, Meeresschildkröten....
     
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  7. Divico

    Divico Aktives Mitglied

    Die Otter bitte nicht zu vergessen. Im Amphitheatrum die Spiele zu genießen, dabei Otternasen zu knabbern und mit den Kumpanen über Politik zu plaudern — was gibt es Schöneres?
     
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  8. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Brian hat aber nicht gesagt ob es Fischotter-oder Kreuzotternasen waren. Ihm muss auch Amerika bekannt gewesen sein, da er Ozelotmilch und Jaguarohrläppchen im Angebot hatte. :)
     
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  9. Lukullus

    Lukullus Aktives Mitglied

    Zu oberirdisch und wässernd aktiven Tieren hat sich schon einiges angesammelt. Wer sich bspw. durch die Naturalis historia von Plinius dem Älteren zu wühlen bereit zeigt, dem begegnet ein umfangreiches Spektrum der in der (mediterranen) Antike bekannten Tierwelt.
    Apropos wühlen, auch unter die Grasnarbe wurde einst schon mit vielfältigem Interesse geblickt. Nach Plinius dem Älteren sei Maulwürfen anzulasten, dass sie ganze Städte zum Einsturz bringen können. Aufgelegt oder verspeist, im Ganzen oder in Teilen, auch getrocknet, zerstoßen und pulverisiert sowie mit anderen Substanzen vermischt seien sie aber zugleich auch zur Linderung diverser Leiden und Gebrechen geeignet. Auch Regenwürmer seien zu vergleichbarem Zwecke konsumierbar.
    Neben Otternasen, Jaguarohrläppchen und Ozeletmilch wären als Snacks demnach durchaus auch Maulwurfpranken-Cracker und Regenwurm-Flips in Brians Bauchladen wahrscheinlich.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Februar 2020
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  10. Biturigos

    Biturigos Aktives Mitglied

    Nicht nur Siebenschläfer, auch die verwandten süßen Haselmäuse (süß nicht als Geschmacksrichtung sondern als Ausruf des Entzückens) wurden mit Schweinefleischfarce, Pfeffer, Pinienkernen, Asant und Fischsauce (Garum) gefüllt und im Ofen gebraten oder in einer Kasserolle geschmort (Apicius, Rezept 389). Bei Apicius finden sich an "exotischeren" Tieren zur Verspeisung der Strauss, Flamingo, Papageien (z.B. Buch VI, Rezept 236), Kranich, Holztauben, Pfau und Drosseln. Dazu natürlich Gans, Hase, Fasan (aus Indien eingeführt?), Ferkel, Wildschaf, Ente, Hasel-und Rebhühner,und jede Menge Fische wie zum Beispiel Muräne oder Thunfisch, daneben Austern und Muscheln.
    Jenseits der Kochbarkeiten aus Apicius ist wie Lucullus sagt, Plinius Naturgeschichte (Naturalis Historia) eine gute Quelle, Buch 8-11, Zoologie.
     
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  11. Divico

    Divico Aktives Mitglied

    Und das muss man zur Mittagszeit lesen, derweil nur ein Käsebrot verfügbar ist. ;)

    Interessant wäre es bei dieser Gelegenheit vielleicht noch, einmal zu diskutieren, welche Tiere es in der europäischen Antike noch wildlebend gegeben hat, die heute dort nicht mehr vorkommen. Da kommt natürlich zuerst der Auerochse in den Sinn, aber auch der europäische Löwe:

    Dass auf dem Balkan noch in der Antike Löwen lebten, berichten zahlreiche zeitgenössische Gelehrte (zum Beispiel Herodot, Aristoteles, Plutarch, Xenophon).[7] Man nimmt an, dass der Löwe in Europa durch menschliches Zutun im 1. Jahrhundert n. Chr. ausstarb. [Wikipedia]

    Gibt es weitere Beispiele?
     
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  12. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    Wurden die Elche schon genannt, wie sie Cäsar in "De bello gallico" 6, 27 erwähnt?

    "Daneben gibt es Tiere, die Elche genannt werden. Sie sehen ähnlich aus wie Ziegen und haben auch ein buntes Fell. Sie sind jedoch etwas größer als Ziegen, haben stumpfe Hörner und Beine ohne Gelenkknöchel. (2) Sie legen sich zur Ruhe nicht nieder und können nicht wieder auf die Beine kommen oder sich wenigstens vom Boden erheben, wenn sie zufällig zu Fall kommen und stürzen. (3) Sie benutzen daher Bäume als Ruhestätten; daran lehnen sie sich und können so, etwas zur Seite geneigt, ausruhen. (4) Wenn Jäger aus ihren Spuren herausfinden, wohin sie sich gewöhnlich zur Ruhe zurückziehen, untergraben sie von den Wurzeln her alle Bäume an dieser Stelle oder schneiden sie nur so weit an, dass der Eindruck erhalten bleibt, als stünden die Bäume fest. (5) Wenn sich die Tiere nach ihrer Gewohnheit daran lehnen, bringen sie mit ihrem Gewicht die ihres Halts beraubten Bäume zu Fall und stürzen zusammen mit ihnen um."

    Additum 2: Die phantastische Tierwelt der Germanen
     
  13. Divico

    Divico Aktives Mitglied

    Hm. Wo hätten Römer mit Elchen in Kontakt kommen können?

    (Als viel später die Briten den amerikanischen Kontinent besiedelten, nannten sie die dortigen Wapitihirsche aus einem Missverständnis heraus "Elk". — Die elchähnlichen Riesenhirsche Britanniens waren dazumal allerdings schon lange ausgestorben. Hier war wohl Hörensagen aus Skandinavien im Spiel.)
     
  14. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    Cäsar erwähnt die Elche in seinem Germanenexkurs - und an seiner Sachkenntnis kann angesichts dieser authentischen Jagdmethoden ja keinerlei Zweifel bestehen. ;-)
     
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  15. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    @Divico
    "Die Ausbreitungsdynamik des Elchs zeigt sich auch in Mitteleuropa. In den letzten Jahren wurden Einzeltiere über längere Zeiträume in Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Hessen und Thüringen gesichtet, fallweise (zuletzt im August 2014 im Stadtgebiet von Dresden) auch in Sachsen. In Bayern wurde wegen der zunehmenden Einwanderung der Tiere aus Tschechien sogar ein „Elchplan“ entwickelt. Elch, wie auch Wolf, werden somit als wieder in Deutschland heimisch gewordene Wildtiere bezeichnet. Auch im österreichischen Thayatal, Böhmerwald sowie bis zum südlichen Waldviertel wie auch im Mühlviertel wurden aus Tschechien zugewanderte Elche beobachtet."
    Elch – Wikipedia
     
  16. Divico

    Divico Aktives Mitglied

    In Kanada saß ich einmal einer Elchkuh Auge in Auge (~15 Meter) gegenüber , glücklicherweise saß ich aber im Kanu und das Untier befand sich am Ufer. "Etwas größer als eine Ziege" ist schwer untertrieben. "Etwas kleiner als eine Giraffe" würde es besser treffen. ;)

    Das sind allerdings sämtlichst Gegenden, in denen sich Römer offiziell nur sehr sporadisch aufgehalten haben. Auch spielt der Elch so gar keine Rolle in der deutschen Kulturgeschichte, im Gegensatz etwa zum mitteleuropäischen "König des Waldes", dem Rothirsch.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Februar 2020
  17. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    Ich hoffe, du hast die Bäume in ihrer Nähe nicht angesägt.
     
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  18. Divico

    Divico Aktives Mitglied

    Nach einer kurzen, beidseitig überraschten Begrüßung war mir nur daran gelegen, möglichst schnell und unauffällig Abstand zu gewinnen. Und jegliches Sägen ist im Algonquin Park ohnehin verboten — für das Umlegen von Bäumen sind dort nur die Biber zuständig. ;)
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Februar 2020
  19. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Das müssen entweder sehr kleine Elche oder riesengroße Ziegen gewesen sein. Ein buntes Fell könnte ich beim Elch auch weniger feststellen.
     
  20. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Da Elche sumpfiges, waldreiches Gelände lieben, könnten sie in der Antike über größere Teile Germaniens heimisch gewesen sein. Nach seiner Beschreibung zu urteilen, hat Caesar selbst wohl kein solches Tier gesehen.
     

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