Wenden sind Wandalen

Dieses Thema im Forum "Völkerwanderung und Germanen" wurde erstellt von Geza, 7. Februar 2011.

  1. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Nur dann, wenn das Rumänische ein sekundärer Dialekt des Dalmatischen wäre. In der Ostromania kenne ich mich nicht so aus, habe aber nie davon gehört, dass das Rumänische in dieser Richtung klassifiziert wäre.
     
  2. Stilicho

    Stilicho Aktives Mitglied

    Frag Tante Wiki:

    Das Dalmatische nimmt innerhalb der romanischen Sprachen eine Zwischenstellung ein zwischen dem Italoromanischen und den aus dem Urrumänischen hervorgegangenen romanischen Varietäten Südosteuropas, mit denen es gelegentlich zum Balkanromanischen zusammengefasst wird.
     
  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Was gegen eine "Reconquista" des rumänischen Raumes von Dalmatien aus spricht.
     
  4. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Als ich diesen Begriff gebrauchte, dachte ich eigentlich nicht an Dalmatien, sondern an die Karpaten als Ausgangspunkt.
     
  5. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    falls mir ein kleiner Nachkarnevalsscherz gestattet ist: wir sollten uns vor Augen halten, dass weder die Wandalen noch die Wenden rumänisch gesprochen hatten :):still:
     
  6. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Dieser Einwand ist sehr berechtigt, denn wer das Problem der rumänischen Ethnogenese und einer möglichen dako-romanischen Kontinuität betrachtet, kommt nicht an folgender Tatsache vorbei: Balkanromanisch sprechende Bevölkerungsgruppen, die in allen slawischen Sprachen als Vlachen (serb. bulg. Vlah) auftauchen, finden sich bis in die Neuzeit an vielen Stellen des Balkan. So die Aromunen, Istroromanen bzw. Dalmatiner oder Meglenorumänen.

    Sie alle zählen zur balkanromanischen Sprachgruppe Balkanromanische Sprachen ? Wikipedia , deren Idiome sich aus dem Sprech- bzw. Vulgärlatein entwickelt haben. Alle diesbezüglichen Hypothesen gehen davon aus, dass es sich um Reste einer romanisierten altbalkanischen Restbevölkerung handelt, die sich angesichts der vorrückenden Slawen in unzugängliche Berggebiete und Täler zurückzog und dort zu transhumanten Viehzüchtern wurde. Angesichts dieser Lebensweise existieren keine frühmittelalterlichen Siedlungsspuren. Der Rückzug in die makedonischen Gebirge, in die thessalischen Beckenrandzonen sowie die dalmatinischen Gebirge war der einzig günstige Ausweg.

    In diesem Zusammenhang scheint es möglich, dass sich Walachen bzw. Proto-Rumänen auch in die Karpaten zurückzogen, wo sie zu Beginn des hohen Mittelalters im Raum des heutigen Rumänien erstmals erscheinen. Dass diese Möglichkeit zumindest nicht unwahrscheinlich ist, zeigt die Tatsache, dass es in der rumänischen Sprache ein dakisches Substrat gibt, das - je nach Hypothese - etwa 100-200 Wörter umfasst.
     
  7. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    die dakischen Reste im Rumänischen werden auch gerne im Sinne der Kontinuitätstheorie (Rumänen als im Kern ex-römische Bevölkerung der ersten dakischen Provinz) angeführt.
     
  8. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    So hatte ich das auch gemeint. Wenn im frühen und noch im hohen Mittelalter in vielen Regionen des Balkan eine altbalkanische Restbevölkerung mit romanischem Idiom zu finden ist (Aromunen, Istroromanen, Dalmater usw.), so lässt sich nicht ausschließen, dass auch im siebenbürgischen Teil der Karpaten eine dako-romanische Restbevölkerung überdauerte, die die Basis für die Ethnogenese der Rumänen bildete.

    Die auf dem Balkan übliche Bezeichnung für diese romanische Restbevölkerung, die von der transhumanten Viehzucht lebte, war Walachen/Vlachen/Vlahen. Eines der beiden Fürstentümer, aus denen Rumänien hervorging, hieß noch bis ins 19. Jh. Walachei.
     

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