Wer waren/sind die Dailamiten/Daylamiten/Deylemiten

Dieses Thema im Forum "Hochkulturen Mesopotamiens" wurde erstellt von Baran Ruciyar, 15. Februar 2008.

  1. Dailam ist heute ein nicht all zu großes Gebiet in der iranischen Provinz Gilan. Doch in der mittelpersischen Terminologie, bezeichnete Dailam dem gesamten Küstengebiet in heutigen Iran, entlang des Kaspischen-Meeres. Die Lokalebevölkerung war von dem Volk der Dailamiten, ein westiranischer Stamm, der wahrscheinlich nicht persischer Abstammung war. Die Existenz der Dailamiten wird laut Minorsky zuletzt im 12. Jahrhundert in historischen Quellen bestätigt.
    Die Dailamiten sind nicht ohne Spüren verschwunden, einige der bedeutensten Dynastien im Orient waren dailamitischer Herkunft:
    Yustaniden (805-927)
    Musafiriden (916-1090)
    Ziyariden (927-1090)
    Buyiden (932-1062)
    Kakuyiden (1008-1051)
    Hassassinen (in Dailam)

    Über das Volk Dailamiten findet man im Netz kaum zuverlässige Informationen. Selbst Onkel-Google gibt schnell nach der zweiten Seite auf, und liefert einem nur 2-3 dürftige Quellen bzgl. der dailamitischen-Ära im Orient.
    Daher gilt es hier zu klären, wer die Dailamiten waren und in welcher Ethnie man die Reste dieses einst so mächtiges Volk heute wiederfindet.


    MfG
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 15. Februar 2008
  2. Laut der Cambridge History of Iran bezeichnete der Begriff Dailam am Anfang nur die Berge und Hügel im Hinterland der Küste des Kaspischen Meeres. Die Küstenebene wurde hingegen zu Sassanidischer Zeit Gilan genannt.

    Erst durch die Islamische Eroberung wurde dann der Begriff Dailam für die ganze Küstenregion verwendet. Als Sammelbegriff für mehrere verschiedene Völker taucht er erst für die Einwohner dieser Region mit der Islamischen Eroberung auf.

    Der Grund dafür ist, daß speziell in dieser Region, insbesondere im gebirgigen Hinterland der Islam nur sehr langsam Fuß fasste und es massiven Wiederstand gegen die vordringenden Muslime gab. Dieser Wiederstand kam von vielen verschiedenen Völkern und Stämmen her, die Muslime aber nannten alle Aufständischen in der Region einfach Dailamiten.

    Dies ist also ein Sammelbegriff für die Einwohner einer dem Islam anfänglich wiederstand leistenden Region und bezieht sich daher nicht auf eine Ethnische Abstammung oder Sprache oder ein bestimmtes Volk. Von einem Geographischen Begriff wurde hier ein Name für die Menschen einer Region durch die Muslime begründet.

    Erst im ersten Drittel des 9 Jahrhunderts konnten dann die Menschen in dieser Region zum Schiitentum überzeugt werden. Davor gab es ständige Kriegszüge und auch Gegenangriffe der Dailamiten gegen die Muslimische Herrschaft.

    Die Dailamiten die sich schon früh zum Islam bekehrt hatten, stiegen in der Folge dieser Kriegszüge auf und begründeten neue Adelsdynastien.

    Ende des 10 Jahrhunderts beherrschten diese Adelsgeschlechter dann die gesamte Region die du beschreibst, und nannten sich selber Dailamiten. Wieder möchte ich betonen das dies kein Volksbegriff ist, sondern das Name einfach von der Region her kommt.

    Vor dem Islam bezeichnete der Begriff Dailam einfach nur eine bestimmte Bergregion im Hinterland der Küstenebene und den dort lebenden Stamm. Von diesem Stamm aus breitete sich der Name durch die Muslime dann als Begriff für die ganze Region und mehrere verschiedene Völker in dieser Region aus. Der Grund dafür ist einfach, daß diese Region insgesamt dem Islam Wiederstand leistete und insbesondere die Bergstämme aus Dailam die Führer dieses Wiederstandes waren.

    Nun zur Frage Perser oder nicht Perser, die ursprünglichen Dailam als Gebirgsbewohner waren ganz anfänglich Parther. Zur Zeit der Sassanidischen Herrschaft wurden sie aber massiv persisch geprägt.

    Die Bewohner der Küstenebene und der späteren Großregion Dailam kommen hingegen aus vielen verschiedenen Völkern, darunter auch Persern.

    Kein Volk also, sondern ein Herrschaftsgebiet dessen Name sich aus der Bezeichnung für eine Region innerhalb dieses Gebietes ableitete.

    Was ist im weiteren aus den "Dailamiten" geworden?, nun, sie sind in den Iranern / Persern aufgegangen.

    Genau deshalb, weil es kein Volk der Dailamiten gegeben hat, ist der Begriff mit dem Zusammenbruch dieses Herrschaftsgebietes wieder weggefallen.
     
  3. Ein Volk das aus der Region Dailam nach Ostanatolien auswanderte und heute zu den Nachfahren der früher in Dailam lebenden verschiedenen ! Völker gehört sind beispielsweise die Zazaa im heutigen Ostanatolien. Sie nennen sich sogar selber heute noch Dimli.

    Aber auch die heute noch dort lebenden Menschen in Gilan und Dailam stammen von den früher dort lebenden direkt ab.

    Der Begriff Dailamiten bezeichnete ja im Frühmittelalter eine ganze Gruppe von Völkern.

    Alle diese Völker aus denen sich dann die Dailamiten zusammen setzten waren Iraner, gehöten also der Iranischen Sprachfamilie an. Es waren aber verschiedene Völker mit durchaus auch verschiedenen Sprachen.

    Western Iranian languages - Wikipedia, the free encyclopedia

    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/65/Moderniranianlanguagesmap.jpg

    Heute wird die frührere Region Dailam sprachlich immer noch von verschiedenen Gruppen bewohnt:

    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/0b/Iran_peoples.jpg

    Gilaki language - Wikipedia, the free encyclopedia

    Lori dialects - Wikipedia, the free encyclopedia

    Mazandarani language - Wikipedia, the free encyclopedia

    Kurdish language - Wikipedia, the free encyclopedia

    Alle diese Sprachgruppen gehörten auch im Frühmittelalter zusammen zu den Dailamiten. Welcher Sprache genau der Stamm war, der das ursprüngliche Gebiet Dailam in den Bergen bewohnte weiß man nicht exakt, aber er war auch Iranischer Sprache !

    Und die Nachfahren finden sich heute ebenfalls in all diesen Sprachgruppen.
     
  4. Dies stimmt auch mit meinem Informationen weitesgehend überein. Andere Quellen jedoch, wie z. B. die Iranica geben an; dass der Begriff Dailamite bereits im 2. Jahrh. n. Chr. von den Griechen als Sammelbegriff für die einheimischen Völker der oben erwähnten Region, im Form von Delymaîoi verwendet wurde. Die einheimische Bevölkerung der Region Dailam besteht aus; Mazandaraner - Wikipedia, Gilaker - Wikipedia, Talisch - Wikipedia u. a., deren Dialekten unter den Nordwest - Iranische Sprachen - Wikipedia eine Dialektsgruppe für sich bilden. Diese Dialekten werden zuweilen auch als Kaspische-Dialekte, innerhalb der NW-iranischen Sprachzweig, der bekanntlich in zwei Zweigen aufgeht, nämlich Kurdisch und Kaspische-Dialekte, eingestuft.

    Resultierend aus der Deportrationspolitik der Safaviden, Zand-Dynastie und Qajar-Shah´s sind auch kurdische Enklaven in dieser Region entstanden. Die Kurden bildten sogar zu Beginn des 20. Jahrh. drei Stammeskonföderationen in dieser Region; die Xecavand-Stammeskonföderation, die Amarlu (kurdisch: Omeran, Ameran) und die Tork-Kord-Stammesverband der turkmenischen und kurdischen Stämmen der Canbeglu und Motikan.

    Der Begriff Dimili taucht erstmal im 11. Jahrhundert in islamischen Quellen auf, und zwar als Name eines Kurdenclans in nördlichen Syrien (siehe: Minorsky KURDEN, E.I) - später in 16. Jahrhundert nennt uns das Scherefname - Wikipedia die Dimili, welche von Schaf al-Dîn Dunbuli genannt werden, unter den Kurdenstämme in Westaserbaidschan, vermekt jedoch, dass diese ursprunglich aus Botan, ein Gebiet in der heutigen Provinz Sirnak (siehe: E.I. Bûthan), waren. Die Dunbuli waren den schiitischen Religion übergetretten und nahmen wie die Schakak in Ostaserbaidschan, auch die türkische Sprache an; in Auftrag von persischen Shah´s verwalteten sie, die Region zwischen Nachtschivan und Salmas.
    Das weitgehend autonomes Fürstentum von Sekmabad, welches Scharaf al-Din unter den kurdische Fürstentümer anführt, existierte tatsächlich bis zum Beginn des 20. Jahrh..
    Gegenwärtig sind die Dimili zum größten Teil türkischsprachig und bekennen sich zum Schiitentum. Die Reste der Dimili unter den Kurden begegnet man in Erzurum, Bingöl, Kars, Agri, Diyarbakir, Syrien und im Irak unter den yezidischen Kurden. Sachdienlich wäre hier nochmal auf das Scherefname zurück zukommen; nämlich Scherefname gibt an; dass die Dimili ursprunglich, bevor sie sich den Safaviden anschloßen, nich wie vermutet Sunniten sonder Anhänger der yezidischen Religion waren.
    Ein Teil der Dimili ist auch in der Provinz Urfa/Siverek beheimatet, die dort ansässige Dimili sprechen eine Sprache, die in der westlichen Literatur als "ZAZA" bekannt ist. Vermutlich handelt es sich um denselben Stamm, die bloß dort diese mit den Kaspischen-Dialekten in der Relationsstehenden Sprache übernohmen haben.

    In der Tat sind die Zaza und Hewrami (siehe Hadank/Mann die Mundarten der Gûran 1930, Berlin) zumindest in linguistischer Hinsicht, den kaspischen Völker weitgehend nahstehender als den Kurden.
    Doch sollte man eines beachten, die Kurden als auch die oben erwähnten Gruppierungen bestehen aus Stämmen, d.h. können/sollten sich die Hypothesen über die Ethnogenesedieser Volksgruppen, nur auf den Stämmen und deren Geschichte beziehen.
    Weder in Dêrsim noch in Hawraman gibt es Stämmen, die nicht anderswo in Kurdistan als Kurmanj vorkommen.
    Als Beispiel könnte man die Bachtiaren - Wikipedia anführen, diese sind in Dêrsim zazasprachig in Erzurum/Malatya kurmanjisprachig im Iran dagegen sprechen sie einen Dialekt der nach ihnen benannt ist, nämlich Bachtiyari.


    So das war´s dann für die nächste 10 Stunden, machen wir später weiter.:)
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 15. Februar 2008
  5. „Die Dümbeli beispielsweise werden im Šarafnama als ein kurmancisprachiger Stamm erwähnt, ursprünglich seien sie Yeziden gewesen, später jedoch zum Sunni-Islam konvertiert. Als ein Teil des Stammes von den Bergen südlich des Van-Sees in die Region von Khoi ausgewandert war, verbündeten sich ihre Häuptlinge mit den Safaviden [...] In den darauffolgenden Jahrhunderten spielten die Dümbeli in der regionalen Politik zumeist eine gewichtige Rolle, unter allmählicher Annahme türkischer Eigenarten. Gegenwärtig sind alle Dümbeli türkischsprachige Anhänger der [...] Zwölfer-Schia. (Günter Max Behrendts)

    Das Fürstentum der Dimili von Sekmanabad, wurde später im 18. Jahrhundert in "Chanat von Maku" umbenannt; Siehe hierzu E.I. Maku.
    Doch eroberten die Dimili/Dumbili/Dünbeli in bestimmten Perioden auch benachbarte Fürstentümer, wie das Fürstentum von Hakkarî, Khanat Scheki - Wikipedia, Khanat Naxçıvan - Wikipedia u.a..

    Die Dimili in der Iranica: DONBOLÈ



    So, jezt können wir uns wieder den Daylamiten widmen.
     
  6. Döta_Lurekan

    Döta_Lurekan Neues Mitglied

    @ Quintus Fabius


    Diese Theorie kann ich auch unterstützen. Schon allein wenn man die Sprache der Zaza betrachtet, haben sie eine größere Gemeinsamkeit mit der kaspischen Sprachgruppe als mit Kurmançî. Noch heute weist das Kirmançkî noch viele Elemente dieser Gruppe auf.

    Hinzu kommt, dass die meisten Stämme der Zaza's ihren Ursprung in Chorasan sehen.


    Quelle: Hadank/Mann; Bruinessen
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Februar 2008
  7. Aber damals nur für die Bergregion im Hinterland und nicht für die Küstenebene.

    Im weiteren sagen auch schon die ältesten Überlieferungen, daß selbst für dieses eingeschränkte Gebiet keine Zuordnung zu einem Volk möglich ist. Es heißt beispielsweise dann, die Sprache der Stämme dort unterscheide sich von der Sprache der Perser, (was aber nicht sagt das es keine Iranische Sprache ist, es sagt nur das es kein Persisch ist) dann heißt es aber weiter, das dort ferner auch ein Stamm lebt, der noch eine andere Sprache hat und dann werden Dailamitische Namen überliefert die nun eindeutig zu einem persischen Dialekt gehören. Das heisst das dort mindestens 3 Sprachen gesprochen wurden, und dies schon damals.

    Der Begriff ist gerade deshalb so alt, weil er ein rein geographischer Begriff ist, Geographische Begriffe sind sehr zäh.

    Woher er ganz ursprünglich kommt ist nicht klar feststellbar aber als erstes taucht er zur Zeit der Meder auf, und diese waren auch Iraner ! Und als name nicht für eine Region sondern für einen Stamm taucht er das erste Mal in parthischer Zeit auf aber auch da lebten in der Region mehrere verschieden sprachige Stämme. Es kann sein, daß sich eine Gruppe von Parthern die in der Region dann siedelten selbst so nannte.

    Dann taucht er wieder in der Sassanidenzeit als Begriff nur für die Bergregion auf, dann ab der Islamischen Eroberung für die ganze Region und die Küstenebene.

    Und heute wieder nur für die Bergregion.

    Der Begriff wurde als Eigenbezeichnung nicht so sehr von Stämmen oder völkern als vielmehr von Adelsfamilien benutzt die aus der Region stammten. Diese Adelsfamilien wurden Muslime und in der Folge dessen die Herrscher der Region. Mit der Ausbreitung ihrer Herrschaft breitete sich dann auch dieser Begriff aus.
     
  8. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    interessant auch die vorislamische Zeit in der Encyclopaedia Iranica:


    DEYLAMITES

    und der schon erwähnte Link bringt Licht ins Dunkel der Stammes-/Ethnischen-/Kultur-/Sprach-/Mythische Begrifflichkeiten:
    DIMLÈ

    EDIT: Baran Ruciyar hatte oben einen falschen Link aus der Iranica, zu den DIM(I)LI, meiner ist nun der richtige. (also noch nicht "erwähnte Link")
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. Februar 2008
  9. Hallo,

    du hast mich anscheinend nicht verstanden. Die Dimili (Donbeli, Dumbeli, Dunbüli, Dumli, Dimli usw.. Jenach Gebiet werden sie verschieden genannt) von den hier die Rede ist, sind im eigentlichen Kurden bzw. ein kurdischer Stamm, dessen Spüren uns nach heutigen Syrien führen (vgl. Minorsky, KURDEN IN: E.I).
    Das Volk der Zaza, die du hier mit den Dimili in Verbindung bringst, führt verschiedenen Namen; in Tunceli und Erzincan nennen sie sich Kirmanj, in Diyarbakir, Bingöl und Elazig Kird oder Zaza. "Mann und all die anderen behaupten, dass die Zaza sich Dimili nennen würde und dass der Name Dimili mit kaspischen Küstengebiete in verbindungstehe, doch habe ich weder in Dêrsim noch in Ostanatolien Menschen getrofen, die ihre Muttersprache Dimili nannten" Vgl. Bruinessen, Agha, Scheich und Staat.
    Ein Teil von ihnen jedoch, insbesonderen in Bitlis, Siverek und Aksaray will als Dimili angesehen werden (siehe dazu oben).

    Daher sind beide Links eigentlich für uns "die Richtige", nur die Autoren unterscheiden sich in ihre angewendeten Methoden.


    lg
     
  10. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    komisch, in der Iranica wird dort schon ein Unterschied gemacht, wenn ich mir die ersten Zeilen anschaue (den Rest habe ich nicht gelesen):

    DONBOLÈ, name of a turkicized Kurdish tribe in the K¨oy and Salma@s regions of northwestern Azerbaijan and of the leading family of K¨oy since the 16th century.

    DIM(I)LÈ(or Za@za@), the indigenous name of an Iranian people living mainly in eastern Anatolia, in the Dersim region (present-day Tunceli) between Erzincan (see ARZENJAÚN) in the north and the Muratsu (Mora@dsu@, Arm. Aracani) in the south, the far western part of historical Upper Armenia (Barjr Hayk¿).


     
  11. Es ist eine umsrittene Theorie, wo der Name Dimili mit Daylaman in Verbindung gebracht wird. Doch wie ich oben auch mehrfach geschrieben habe, handelt es sich um demselben Stamm, der hier unter zwei diversen Namen angeführt wird. Wie ich bereits auch betont habe, ist Dimili der Name eines der ältesten Kurdenclans. Ein Teil von ihnen ist wahrscheinlich erst später, nachdem sie von den Safaviden-Shah, Shah Tamasb, aus Aserbaidschan vertrieben wurden, nach Siverek emigrierte und nahmen dort diese Sprache (Zazaki) an.
     
  12. BillyJean

    BillyJean Neues Mitglied

    a)
    1.quintus aussage lautet: die in ostanatolien ansässigen dimili stammen aus den Dailam am kaspischen Meer, welche nachfahren der parther sind.
    2.Barans aussage: die jetzigen dimili im südosten der türkei sind, wie scherefname zu entnehmen ist, aus dem osten Aserbaidchans geflüchtet, nachdem sie als kurdischen stamm über kurdische fürstentümer und Dunbuli genannt, vom nordosten Syriens gewandert waren.
    =
    ich sehe demnach eine ergänzung, die nicht genannt wurde, und zwar,
    barans aussage ergänze quintus, eben:
    qu: partha vorfahren der dailam-bewohner (bis ca. 450 nch)
    qu: dailam wanderten nach ostanatolien, nannten sich dimili (um1000 nch)
    ba: nah zu anatolien, eben nordsyrien waren die dunbuli (ca. 1100 nch)
    ba: diese wanderten nach azerbaidchan (ca. 1600 nch)
    ba: dann zurück in den osten anatoliens,südosten der türkei.
    ein Hinundher also??!



    Das wäre die eine version die ich verstanden habe, wobei ich keine beidseitige bestätigung erkennen konnte. Jeder stützte nur eine hälfte der chronologie. Die zweite version wäre folgende:



    b)
    Eure Aussagen widersprechen sich?!!wonach einer sagt(quintus) die dailamiten am kaspischen meer sind nach ostanatolien gewandert,mit parthischer herkunft,und der andere(baran) der ansicht ist, die dunbuli vom kaspischen meer(azerb) sind nach ostanatolien gewandert, mit nordsyrischer herkunft. Der widerspruch liegt in den verschiedenen Herkünften.




    ganz nebenbei
    als ich den namen daylamiten gelesen hab, fiel mir ein volk ein, das eben wie zwei oder drei andere völker(auch kurden) die einzigen Nachfahren der Meder seien. welche völker nochmal und ob es die daylamiten auch waren, kann ich nicht mit sicherheit sagen. Vielleicht täuscht mich meine erinnerung. Dann war ein volk im süden des kaspischen meer ansässig, das andere als zaza bezeichnet in ostanatolien, und eins im süden des jetzigen irans, und die kurden. Falls ihr besser wisst korrigiert mich bitte...
     
  13. BillyJean

    BillyJean Neues Mitglied

    der letzte Abschnitt im ersten beitrag "ganz nebenbei..." entfällt mit dem jetzigen Beitrag, nur kann ich ihn nicht mehr bearbeiten.



    Ich habe einwenig nachgeforscht und in Anlehnung darauf dass die Gilak aus der Provinz Gilan als Nachkommen der Meder gesehen werden,(wie auch Kurden), herausgefunden ,dass ihre nordwestiranische Sprache dem persischen weniger ähnelt. Forschern nach zeigen ihre Kaspische Ansiedlung und kaspisch-nordwestiranische Sprache, Ähnlichkeiten mit den Dimili-Kurden, die in ihrer ethnisch-kurdischen und geographisch-kurdischen Veranlagung auch kaspisch-kaukasische Ähnlichkeiten aufweisen in der Sprache, und wie oben schon gesagt, aus dem selben Gebiet (Dailamiten) stammen.
    Eine Interessante sache fand ich hier: Bild:Moderne Iranische Sprachen.jpg – Wikipedia
    auf dieser Karte sieht man farbliche Hervorhebungen iranischer Sprachen im mittleren Osten. Was auffält, ist das Gebiet Gilan, dass dem ostanatolischen Gebiet um Dersim gleicht.
    Nach der Karte gäbe es wohl keine Unterschiede und stützt die tatsache um die herkunft der kurmancki-Kurden.
     
  14. Zaza-GENE

    Zaza-GENE Gast

    Vorfahren der Zazas, Religionen

    Kann mir jemand gute Literatur über Deylemiten, Zazas, Kirmanjen und Dimili´s (= ein Volk) empfehlen? Bin eine ZAZA (keine Kurdin) und möchte gerne Näheres über meine Vorfahren erfahren. Auch was die Religion angeht. Die Akzeptanz und Identifikation mit der alevitischen Religion hatte unter den Zazas in Wirklichheit erst vor 20 Jahren stattgefunden. Was war davor? Meine Eltern waren früher in der Türkei keine praktizierenden Aleviten. Wenn man heute meine über 80-jährige Tante in den Bergen der Ost-Türkei interviewen würde, die könnte ihnen heute noch nicht sagen, wer Aleviten sind. Das weiß ich deshalb, weil ich in meiner Jugend meine Eltern oft nach unserer Religion fragte. Die konnten mir nichts darüber sagen. Erst die neuere, belesenere Generation von Zazas konnte was darüber erzählen. Deshalb interessiert es mich, welchen Glauben meine Vorfahren früher hatten. Hat jemand darüber schon Informationen?

    Zaza-GENE
     
  15. olvoz_62

    olvoz_62 Gast

    @ zaza-gene: ich bin auch kirmanc und ich würde auch gerne wissen was der glaube unserer vorfahren war. für mich kommt da nur eine einzige religion in frage undzwar der schiitismus. vielleicht sagt dir der name schah ismail etwas. er war der gründer der safawiden-dynastie er war perser und wollte den schiitismus verbreiten. er ist bis nach ostanatolien gekommen dort wurde er von den osmanen besiegt. vielleicht ist ja ein teil dieses persischen volkes in ostanatolien geblieben und nahm mit der zeit die alevitische religion an, denn alevitentum und schiitismus haben viel gemeinsam. in beiden religionen ist hz. ali der zweite kalif nach hz. mohammed.
     
  16. deSilva

    deSilva Neues Mitglied

  17. askan

    askan Neues Mitglied

    Also evtl. könnten die Zaza mit den antiken Parthern in Verbindung stehen, dann wäre die ursprüngliche Religion der Zaza im alten Iran zu suchen: Anahita, Mithra und wie die alten Dev´s so hiessen oder bei Ahura Mazda und seinem Propheten Zarathustra.
     
  18. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Kurze Ergänzung zu den Deylamiten:

    "Die Familie der Buyiden (arabisiert Buwayhiden), die sich nach ihrem Ahnherrn Bûyeh nannten, stammt aus der Landschaft Deylam am südlichen Ufer des Kaspischen Meeres. In dieser gebirgigen Gegend hatte der Islam erst spät Fuß gefaßt. Die Deylamiten waren als tapfere Fußsoldaten bekannt; sie hatten als Verbündete der Sassaniden im Kaukasus gekämpft und mehrmals muslimische Angriffe auf ihre Heimat zurückgeschlagen, bevor sie sich seit dem 9. Jahrhundert allmählich dem Islam zu öffnen begannen, der in Deylam vor allem von schiitischen Gruppen verbreitet wurde. Die Buyiden gehörten, wie die meisten Deylamiten, der Zaydîya an, einer gemäßigten schiitischen Richtung, die die Imamreihe nach Hoseyn für alle Nachkommen Alîs offenhält und die Entrückung eines Imams nicht kennt. Sie förderten aber, wahrscheinlich unter dem Einfluß ihrer Wesire, besonders die Zwölferschia. Die Deylamiten hatten, wie die Türken, schon in der Zeit vor den Buyiden als Söldner gedient, und so begannen auch drei Söhne Bûyehs – Alî, Hasan und Ahmad – ihre Karriere im Heer des Mardawidsch (reg. 931–935) aus der deylamitischen Sippe der Ziyâriden (931- um 1090), der den größten Teil Nordirans unter seine Herrschaft gebracht hatte. Als Mardawîdsch 935 von seinen türkischen Söldnern ermordet wurde, fiel sein kurzlebiges Reich schnell auseinander. In nur wenigen Jahren unterwarfen die drei Brüder der Buyidenfamilie Zentral- und Westiran und Mesopotamien, das sie über ein Jahrhundert beherrschen sollten (945–1055). Ahmad eroberte 945 Bagdad und machte sich zum «Schutzherrn» des Kalifen. Der dritte Buyidenherrscher Adud ad-Daula (reg. 978–983) vereinigte alle buyidischen Besitzungen im Irak, in Iran und in Oman. Damit verlagerte sich das Zentrum der Macht – spätestens nach dem Sturz der Samaniden – nach Westiran auf den Boden des ehemaligen Sassanidenreiches."

    Monika Gronke: GESCHICHTE IRANS. Von der Islamisierung bis zur Gegenwart. München 2003. S. 32.
     
  19. Salar

    Salar Neues Mitglied

    Noch Interessanter finde ich das laut dem persischen Historiker Hamzah al-Isfahani alle in der Region Dailam anssäsigen von den Arabern und Persern als Kurden bezeichnet wurden. Was meine These stützt das die Mazandranis Gilakis und Talysch leute ursprünglisch auch Kurden waren.

    Der persische Historiker des 10. Jhr Hamzah al-Isfahani berichtet davon, dass die Perser die Dailamiten Kurden von Tabaristan und die Araber sie Kurden von Suristan nannten.[2]

    Dailam ? Wikipedia
     

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