Widerstand im Nationalsozialismus

Dieses Thema im Forum "Das Dritte Reich" wurde erstellt von nellyMaus, 16. Mai 2011.

  1. nellyMaus

    nellyMaus Neues Mitglied

    Hallo.. ich habe da mal eine Frage unzwar:

    Inwieweit hatte das Wirken der Widerstandsbewegung im Nationalsozialismus Erfolg?

    wär schön wenn ihr mir da helfen könntet ich habe da nämnlich noch nicht so einen genauen Plan ;)
     
  2. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Gelang es dem Widerstand denn -abgesehen von Einzelfällen- Zerstörungen und Massenmorde zu be-, geschweige denn zu verhindern? Wer der Krieg dadurch auch nur einen Tag verkürzt? Das Tragische am deutschen Widerstand ist im Grunde sein Scheitern. Die meisten Deutschen meckerten vielleicht und hörten sogar heimlich "Feindsender" oder steckten Häftlingen mal Essen zu - aber mehr wagten sie allgemein nicht.
     
    1 Person gefällt das.
  3. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Es gab div. Widerstandsbewegungen in Deutschland, diese Gruppen oder auch Einzelpersonen verteilten Flugblätter oder machten Zettelaktionen. Damit versuchten sie das Volk über die Greultaten zu informieren. Grosse Wirkung hatte das aber nicht, ausser das sie ihr eigenes Leben verloren.

    Dann gab es zwei Attentate auf Hitler, eines durch George Elser 1939 und das zweite durch Stauffenberg 1944. Beide erreichten nicht das gewünschte Ziel- nämlich Hiter zu töten.

    In Berlin gab es noch einen Sprengstoff-Anschlag auf die Ausstellung "das Sowjetparadies", dies wurde duch eine jüdische Widerstandsgruppe durchgeführt. Dies hatte auch kein Erfolg.


    Das mal die kürzeste Zusammenfassung.

    Warum hatte der Widerstand keinen Erfolg? Das hat verschiedene Ursachen. Zum einen war der Arbeiterwiderstand (SPD und KPD) nicht wirklch gut organisiert. Die beiden Parteien SPD und KPD bekämpften sich zuerst lieber gegenseitig und als sie merkten das die Nazis die eigentlichen Feinde sind, war es schon zu spät.

    Dann hatte keine der Widerstandgruppen, ausser der militärische Widerstand, Zugang zu Hitler. Was es auch nicht leicht machte.

    Daneben waren die Widerstandsgruppen untereinander nicht organisiert, jede Gruppe arbeitete für sich. Verbindungen gab es dann erst gegen Ende des Krieges zwischeb dem Kreisauer Kreis und dem militärischen Widerstand.


    Dann muss man auch noch berücksichtigen, dass Deutschland ja nicht von einer fremden Macht besetzt wurde, nicht so wie in Frankreich wo sich ein bewaffneter Widerstand bildete.
     
    1 Person gefällt das.
  4. Jacobum

    Jacobum Neues Mitglied


    Erfolge des Widerstands? Gab es wenige. Zum Beispiel:

    - Clemens v. Galen, der Bischof von Münster. Seine Predigten gegen die Euthanasie haben dazu beigetragen, dass dieses Tötungsprogramm für längere Zeit ausgesetzt wurde.

    - Rosenstraße-Protest ? Wikipedia

    - Einzelfälle, in denen mutige Bürger Verfolgte (Juden usw.) erfolgreich verstecken oder deren Deportation verhindern konnten. Stichwort Schindler.

    - Befehlsverweigerung gegen Kriegsende, wo entgegen der Weisung zum "Kampf bis zur letzten Patrone" verzichtet wurde, um Verluste an Menschen und Ortschaften zu verhindern.

    - Damit verbunden die Freiheitsaktion Bayern ? Wikipedia

    - Soldaten, die sich weigerten, verbrecherische Befehle auszuführen (z.B. Teilnahme an Erschießungen oder Repressalien).

    Auch wenn dies nur kleine Erfolge waren, so zeigt es doch, dass Widerstand möglich war und in begrenztem Umfang Menschenleben retten konnte.
     
    2 Person(en) gefällt das.
  5. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Mehr war wohl gegen die Diktatur nicht drin, von innen und außen.
    Sopade ? Wikipedia

    Den engsten und erfolgsversprechensten Zugang hatte die Generalität vor 1940, und deren frühes Versagen wirkt am schwersten, auch wenn es hier an Erklärungsansätzen nicht mangelt.

    Daneben könnte man auf den "Erfolg" des Widerstandes nicht nur in der Diktaturzeit betrachten, sondern die Folgezeit betrachten. Immerhin ist die NS-Diktatur nicht völlig widerstandslos hingenommen worden, worauf sich übrigens heute manches Gedenken abstützen kann.
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. Mai 2011
  6. iamNex

    iamNex Aktives Mitglied

    "Erfolg" hatte der Widerstand größtenteils erst nach dem Regime. Und zwar als Bezugspunkt für ein demokratisches Deutschland.
     
    1 Person gefällt das.
  7. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Dazu muss man aber auch erwähnen, dass zum Beispiel George Elser erst sehr spät geehrt wurde. 1950 wird er für Tod erklärt (er starb 1945, seine Familie hatte keine Informationen wo er ab 1939 war). Seine Mutter musste bis zu ihrem Tod 1960 zu Wehr setzen, weil man aus Elser ein SS-Mann machen wollte. Erst in den achtziger und neunziger Jahren setze eine wirkliche Würdigung ein.


    Man hat viele Widerstandsangehörige nicht berücksichtigt. Es gibt Widerstandsangehörige und Angehörige von ihnen, die lange kämpfen musste um als Opfer des Faschismus anerkannt zu werden. Einige der Todesurteile wurden bis heute nicht aufgehoben.

    Dann noch was aus der Geschichte der Gedenkstätte Deutscher Widerstand.

    Als die Leitung eine Ausstellung über die Rote Kapelle machen wollte und diese Widerstandsgruppe danach immer in die Ausstellung aufzunehmen, gab es grossen Protest, Und zwar von der Seite des militärischen Widerstands um Stauffenberg. Sie wollten diese Gruppe nicht in der Gedenkstätte weil sie angeblich Kommunisten waren.

    Gerade die Nachkriegspolitik spielt bei der Ehrung der Widerstandsgruppen eine grosse Rolle und das Bild wurde erst nach 1990 langsam aber sicher gerade gerückt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. Mai 2011
  8. beetle

    beetle Aktives Mitglied

    ich habe hier eine Auflistung, die von insgesamt 39 einwandfrei dokumentierten Attentaten (oder Versuchen) auf Hitler spricht:

    Chronik aller Attentate auf Hitler
     
    1 Person gefällt das.
  9. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Du wirst aber zugeben müssen, dass die meisten Versuche ziemlich dilettantisch vorbereitet bzw. durchgeführt wurden und Hitler in der Tat völlig unverdient sehr viel Glück (Er nannte es Vorsehung.) hatte. Warum haben eigentlich die Alliierten offenbar nie versucht, ihn zu eliminieren - so wie es mit Heydrich geschah? Schlummert da noch was in den Archiven?
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. Mai 2011
  10. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Wenn du mal in Berlin bist, dann gehe in die Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Dort hat es einen Ordner mit den Aufzeichnungen wir Hitler geschützt wurde. Also so einfach wie bei Heydrich, war es nicht Hitler zu ermorden. Der hatte schon seine Leibwächter und die Sicherheitsvorkehrungen waren sehr gross.

    Kannst mal hier weiterlesen:

    Operation Foxley - Wikipedia, the free encyclopedia
     
  11. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Danke für den Hinweis, aber gut geschützt waren und sind alle VIPs dieser Welt. Trotzdem gibt es immer wieder mal Einzeltäter, die durchkommen. Eine professionell durchgeführte Aktion hätte um so mehr Erfolgsaussicht gehabt. Einen Versuch wäre es allemal wert gewesen. Warum wurde der Berghof z.B. erst eine Woche vor Kriegsende angegriffen?
    Das Argument betr. eines dilettantischen Hitler an der Spitze als nützlich für die alliierte Kriegsplanung halte ich für nachträglich konstruiert. Göring als potenzieller Nachfolger war doch völlig unfähig.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. Mai 2011
  12. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Wie länger der Krieg ging umso schwerer wurde es für einen Einzeltäter an Hitler ranzukommen, da musste er schon zum engen Kreis gehören. Seine öffentlichen Auftritte wurden ja auch immer weniger.


    Und warum der Berghof etc. nicht früher angegriffen wurde, das gehört nicht mehr zu der Ausgangsfrage. Dazu kann man aber natürlich ein eigenes Thema eröffnen.
     
  13. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Schau mal bei DeGaulle,
    als Zeitzeuge behaupte ich mal, dass es auf den deutlich mehr "ernsthafte" gab.

    Dass der Gröfaz besonders viel Glück hatte, würde ich zumindest bezweifeln.
    Was ist wirklich schief gegangen? Der 9.11.39 und der 20.7.44, alles andere schon im Ansatz.
     
  14. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Nach 1934 gab es eigentlich nur noch einen Punkt, wo ein Attentat gegen Hitler Sinn machte, bei Kriegsbeginn, (Elsner) denn da ging das Volk für ein paar Monate konträr zu Hitler. Was im Mai 1940 dann vorbei war.

    Der Glaube an den Messias Hitler war den Deutschen sehr lange kaum auszutreiben.

    Genau genommen ist ein Thread wie "Wusste Hitler vom Holocaust" ein Spiegel dessen.
     
    1 Person gefällt das.
  15. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied


    Nö. Ein Attentat hätte unbedingt auch später Sinne gemacht, schon allein um diesen Krieg zu beenden. Nach Lage der Dinge, konnte nach Kriegsbeginn ein Attentat ja ohnhin nur noch aus der Wehrmacht kommen.
     
  16. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

  17. Repo

    Repo Neues Mitglied

    1 Person gefällt das.
  18. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    Ich möchte hier noch auf die Institution der Kirchen hinweisen. Zwar hat die Kirche keinen Widerstand als solche geleistet, aber aus ihren Reihen stammen eine Reihe von Widerständlern, wie Dietrich Bonhoeffer oder der Bischof von Münster, Clemens August Graf von Galen.

    Ich meine, ein Zitat von Konrad Adenauer gelesen zu haben, in dem er sich sinngemäß so ausdrückte: "Wenn in den Kirchen ein Papstwort verlesen worden wäre, das dazu aufrief, gegen das Morden einzuschreiten, wäre das Dritte Reich dagegen machtlos gewesen." (Vielleicht kennt jemand dieses Zitat und den korrekten Inhalt.)

    Denn so war der Widerstand immer nur ein Werk von einzelnen, die alleine oder in ihren kleinen Gruppen gegen die massive Staatsmacht keine Chance hatten.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. Mai 2011
  19. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

  20. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Zur Einschätzung von Kershaw:

    1. 1939: es gab Kontakte von Göring via Dahlerus zu den Engländern. Und Göring wurde eigentlich nicht zur Kriegspartei gerechnet.

    Daß Kershaw eine Fortführung, ohne wenn und aber, prognostiziert, wundert mich. Aus meiner Sicht bestand eine 50/50 Chance für eine Beendigung Ende 1939. Insofern war 39 durchaus ein noch erfolgversprechender Zeitpunkt. Aber das Zeitfenster schloss sich.

    2. 1944: Vor allem im Rahmen der Verschwörung um Rommel war es wohl Rommel der auf eine ordnungsgemäße Aburteilung Hitlers durch ein deutsches Gericht bestand, um genau diese Form von Märtyertum zu verhindern.

    Und es war wohl in der Tat ein Ost-West-Unterschied vorhanden in der Unterstützung für Hitler. Der Osten eher pro und der Westen eher contra.
     

Diese Seite empfehlen