Wie kam es zur territorialen Aufteilung Deutschlands 1848?

Dieses Thema im Forum "Das Deutsche Kaiserreich" wurde erstellt von biestchen, 8. Dezember 2008.

  1. biestchen

    biestchen Neues Mitglied

    ich muss bald ein referat in geschichte über dir großdeutsche lösung, die kleindeutsche lösung udn die großösterreichische lösung halten, ich hab auch zu allen punkten genug im internet gefunden , aber ich würde gerne wissen wie es dazu kam, das deutschland aufgeteilt werden sollte
    bitte bitte helft mir

    lg biestchen
     
  2. Tekker

    Tekker Gast

    Das wäre mir gänzlich neu... Kannst du mal sagen, was genau du damit meinst? :confused:

    1848 gab es ja noch kein "Deutschland", nur eine Zahl von Kleinstaaten und den Deutschen Bund. :)
     
  3. biestchen

    biestchen Neues Mitglied

    ich meinte damit , das die nationalversammlung die 1848 gewählt wurde , in der frankfurter paulskirche entscheiden sollte , wo "deutschlands" grenzen ( so stehts in meinem geschichtsbuch) verlaufen sollten, zur auswahl standen ja die großdeutsche, die kleindeutsche udn die großösterreichische lösung . und ich wollte wissen wie es überhaupt dazu kam das man das entscheiden wollte :(

    lg biestchen
     
  4. Tekker

    Tekker Gast

    Ach so, nun ist es klarer. :)

    Es gab ja deutsche Staaten, namentlich Preußen und Österreich, deren Territorium nur zum Teil zum Deutschen Bund gehörte bzw. deutsch besiedelt war. Im Falle Preußens wurden diese Gebiete einfach hinzu genommen. Doch was war mit Österreich? Hier stellte sich die Frage, den Gesamtstaat außen vor zu lassen (kleindeutsche Lösung), ihn zu teilen (großdeutsche Lösung) oder aber komplett einzubeziehen (großösterreichische Lösung). :)
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 8. Dezember 2008
  5. biestchen

    biestchen Neues Mitglied

    vielen dank, jetzt ist einiges klarer :)
     
  6. Anselm

    Anselm Aktives Mitglied

    Noch etwas finde ich sehr wichtig - auch wenn der Thread fast einen Monat alt ist: Die Frage, welche Teilstaaten zum neuen Deutschen Staat gehören sollten, war durch den preußisch-österreichischen Dualismus (Also einen seit 1756 andauernden Streit der beiden Staaten, siehe Wiki) bestimmt. Preußen und Österreich waren sich spinnefeind und so war es undenkbar, dass beide in dem neuen Reich gleichberechtigt integriert werden könnten. Beide Mächte hatten ein Interesse dran, den neuen Staat zu dominieren.

    Da die Revolution scheiterte, blieb die Deutsche Frage 1849 offen. Nichtsdestotrotz ging Preußen gestärkt und Österreich geschwächt aus der Märzrevolution hervor, weil

    - die "deutsche Revolution" von 1848/49 in Wien zur Flucht Metternichs führte. Dies beendete die sog. "Ära Metternich", also eine Zeit österreichischer Vorherrschaft, und ebnete den Weg für die "Ära Bismarck", was für preußens Vorherrschaft steht.

    - In dieser Zeit nicht nur in den österreichischen Kernlanden, sondern auch in
    Ungarn und anderen Teilen des Vielvölkerstaates Aufstände ausbrachen, die die innere Struktur des Reiches nachhaltig belasteten.
     
  7. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Das würde ich in dieser Deutlichkeit nicht sehen.

    Stichworte "Erfurter Union" und "Vertrag von Olmütz" und "Reaktionsära"

    letztlich konnte sich Österreich ein weiteres mal durchsetzen.
    Aber auch die Reaktionsära gehört zu den weniger bekannten Fakten der 48er Revolution
     
  8. Historyfan

    Historyfan Neues Mitglied

    Es ist noch immer nicht klar, weshalb '48 dieses in der Paulskirche entschieden werden sollte:

    In ganz Europa machte sich der Ruf nach dem NATIONALSTAAT laut. Der "nationalen Einigung" Deutschlands hätte das Balkangebiet der Österreicher wiedersprochen. Die Großösterreichische Lösung mit einem Österreich, das nur ca. 25%ig deutsch war, schied recht schnell aus. Das wäre der "nationalen Ausrichtung" zuwider gelaufen. Nun ging es darum: das mächtige Österreich oder das finanz- und strukturstarke Preußen als dominanten Faktor.
    Ohne Verwirrung stiften zu wollen: es stand noch die Möglichkeit des "Dritten Deutschlands" zu Buche (bitte nicht mit dem 3. Reich verwechseln). Das wäre die Bildung eines Dritten Staates auf deutschem Boden außer Preußen und Österreich gewesen. Es gab ernsthafte Bestrebungen dahin.
     
  9. jschmidt

    jschmidt Aktives Mitglied

    Wie ist dieser Hinweis zu verstehen?

    Es wäre interessant zu wissen, wie diese Bestrebungen aussahen oder bzw. wer 1848 mit wem darüber ernsthaft verhandelte. Meines Wissens ist es nicht einmal zu einem Vor-Entwurf gekommen.
     
  10. Repo

    Repo Neues Mitglied


    dito
    würde mich auch interessieren.
     
  11. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Möglicherweise ist dieses gemeint: die "zweite" kleindeutsche Lösung:

    "Das Ergebnis war die Konstruktion eines Kleindeutschlands, das durch seine starke parlamentarische Komponente und durch die geforderte Unterordnung Preußens unter liberale gesamtdeutsche Strukturen mit dem Modell Brandenburgs erheblich kontrastierte. Preußen sollte in Deutschland aufgehen, nicht umgekehrt. Für diesen Preis wurde das erhebliche Risiko eingegangen, Friedrich Wilhelm IV. zum erblichen Kaiser zu wählen.

    Schwarzenberg, durch den Kampf gegen die Ungarn noch bis August 1849 militärisch gebunden, fürchtete, zwei entscheidungsreife kleindeutsche Projekte würden eine – wie er es formulierte – „Vertreibung“ der Habsburgermonarchie aus Deutschland nach sich ziehen und ihre traditionelle Stellung in Deutschland und Europa gefährden. Folglich verlegte er sich auf eine Blockadepolitik und berief die österreichischen Abgeordneten aus Frankfurt ab."

    Bundeszentrale fr politische Bildung - Druckversion: Informationen zur politischen Bildung (Heft 265)

    Die "3. Variante" umfaßt dann nicht unterschiedliche Grenzziehungen, sondern bezieht sich auf ein abweichendes Konzept.
     
  12. Tekker

    Tekker Gast

    Das da wäre? Ich denke, genau diese Frage steht im Raum. :confused:
     
  13. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    siehe link oben:

    1. großdeutsch
    2. kleindeutsch, dominiert durch Preußen
    3. kleindeutsch, mit der Unterordnung Preußens
     
  14. Tekker

    Tekker Gast

    Ach so! Dann hatte ich dich mißverstanden, entschukdige.
    (Für den Link hatte ich vorhin keine Zeit... :red:)
     
  15. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Sorry,
    habe ich erst jetzt gelesen.

    Das "3. Deutschland" ist als eine Art Arbeitstitel zu verstehen. Das waren Bestrebungen der deutschen Mittelstaaten durch engere Zusammenarbeit ein Gegengewicht gegen die beiden dominierenden Preußen/Österreich zu bilden innerhalb des deutschen Bundes.
    Ursprünglich initiiert vom württ. König Wilhelm I. Es wurde aus partikularistischer Selbstsucht nichts daraus.
    Die Idee ist aber bis 1870 immer mal wieder aufgetaucht.

    Aber, wohlgemerkt, ein Gegengewicht innerhalb des Deutschen Bundes, nicht mehr.
     
  16. Historyfan

    Historyfan Neues Mitglied

    Stimmt schon, das steht da etwas außerhalb jeglichen Kontextes: Musste selbst erst nochmal meinen Absatz dazu durchlesen. Mit "dieses" war logischerweise die Großösterreichische Lösung gemeint. Klar wurde diese Möglichkeit dort auch diskutiert, doch war ab zu sehen, dass diese Idee aus Zeitgeistgründen scheitern musste. Zehn Jahre später (als 1871), zu Zeiten des Imperialismus, wäre eine solche Reichsgründung eher realistisch gewesen, aber 1848 kaum. (Stichwort: Weltmachtstreben)
     
  17. jschmidt

    jschmidt Aktives Mitglied

  18. utku6

    utku6 Neues Mitglied

    hallo liebe freunde =)
    ich muss eine quartalsarbeit abliefern und dazu haben wir 32 Aufgaben bekommen, die ich innerhalb der nächsten zwei wochen bearbeiten soll.
    Die Aufgaben sind an einen Text von August Winkler angelehnt. Die Aufgabe bei der ich Hilfe benötige bezieht sich auf eine besondere Textstelle: "Erst während der Revolution [von 1848/49] setzten sich...die Kleindeutschen durch".
    Die Aufgabe dazu lautet: Warum war die kleindeutsche Lösung für viele Vertreter derdeutschen Nationalbewegung so schwer zu akzeptieren?
    Ich stelle diese frage einfach mal in diesem Thread auf, um keine neue öffnen zu müssen. Ich werde im Laufe der ZEit bestimmt viele Fragen haben und hoffe, dass ihr mir auch helfen könnt. Ich habe in meinem Buch und auch hier gelesen und bisher leider nur folgendes rausgefunden:
    1. Es gibt viele Deutsche in Österreich (knapp 25%), die sich zu diesem neuen Staat "Deutschland" bekennen wollen.
    2. Das werdende Deutschland wäre Preußen untergeordnet (der ausgearbeiteten Verfassung zur Folge).

    Ich habe folgende Gründe aufstellen können, die gegen eine andere Lösung sprechen (das entspricht nicht der Aufgabe aber man kann natürlich immer Zusatzwissen mit einpacken, dass den Lehrer begeistern sollte =P ):
    1. Das neue Vaterland war Preußen untergeordnet.
    2. Zwei Großmächte, die beide die Vorherrschaft wollten. (verfeindung)
    3. "Die Großösterreichische Lösung mit einem Österreich, das nur ca. 25%ig deutsch war, schied recht schnell aus. Das wäre der "nationalen Ausrichtung" zuwider gelaufen." (Zitat: oben, von Historyfan)

    Ich hoffe mir kann geholfen werden =)

    Mit freundlichen Grüßen
    Utku
     
  19. MacX

    MacX Neues Mitglied

    Ist doch eindeutig, oder? "Deutschland" bzw. ein dt. Nationalstaat meinte damals möglichst viel vom dt. Sprachraum Mitteleuropas in einem Staat zu vereinen. Und da besonders Österreich sehr lange zum Kern dessen zählte, was man in früherer Zeit unter Deutschland verstand, und auch 400 Jahre lang die römisch-deutschen Kaiser gestellt hat (Habsburger), stellte es natürlich einen erheblichen Verlust dar, wenn es bei diesem neuen Deutschland nicht dabei wäre.
     

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