Wie Muslime einst Christen zu Sklaven machten

Dieses Thema im Forum "Der Islam und die Welt der Araber" wurde erstellt von heinz, 3. Mai 2004.

  1. heinz

    heinz Neues Mitglied

    Von 1500 nach Christus bis weit ins 18. Jahrhundert war das Mittelmeer für die christlichen Anrainerstaaten eine See der Angst. Muslimische Sklavenjäger von der nordafrikanischen Küste durchpflügten auf der Suche nach Christenbeute das Meer. Die Bewohner küstennaher Siedlungen Italiens, Frankreichs und Spanien endeten zu Tausenden in der Gefangenschaft.
    Ein US-Historiker Robert Davis von der Ohio State University sichtete Quellen die den Menschenhandel in den Korsarenhochburgrn Algier, Tunis und Tripolis dokumentieren.
    Sein überraschendes Ergebnis: Zwischen 1530 und 1780 landeten fast sicher eine Million und ziemlich wahrscheinlich bis zu 1,25 Millionen weiße christliche Gefangene auf den Sklavenmärkten Nordafrikas- kahl geschoren und in Eisen geschmiedet.
    Die meisten der Opfer waren Männer. Doch nach erfolgreichen Überfällen auf Städte und Dörfer überschwemmten auch weibliche Gefangene und kinder die Sklavenmärkte.
    Frankreich und Spanien verloren durch die Kaperfahrten Tausende von Schiffen. Die mächtige Royal Navy musste allein zweischen 1606 und 1609 den Verlust von 466 englischen und schottischen Seefahrzeugen einräumen.
    Erst im 18. Jahrhundert wurden die Bemühungen der europäischen Staaten und christlicher Orden erfolgreicher, Sklaven aus den Arbeitslagern der Muslime freizukaufen..
    Nur eine Hinterlassenschaft der Opfer blieb erhalten: Schon im 18. Jahrhundert wunderten sich Reisende, die nach Algier kamen, über die helle Hautfarbe vieler Stadtbewohner.
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. Mai 2004
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  2. Hamilkar

    Hamilkar Neues Mitglied

    Hallo Heinz, dass war mir vollkommen unbekannt.
    Kannst du uns auch die Quelle verraten. Wenn es ein Link ist würde ich ihn mir gerne mal ansehen. Danke
     
  3. manganite

    manganite Neues Mitglied

    Dem reißerischen Stil nach, Bild-Zeitung...
     
  4. Schini

    Schini Neues Mitglied

    Nö, der aktuelle Spiegel...

    ;)
     
  5. manganite

    manganite Neues Mitglied


    Der Speigelist manchmal auch nicht mehr das, was er mal war... :rofl:
     
  6. askan

    askan Neues Mitglied

    Ich bin überrascht, wie unbekannt die Geschichte des westlichen Mittelmeeres hier in diesem Forum ist. Dabei sind die Korsarenfestungen in Algerien seit langem eine Touristenattraktion.
    Sogar die Amis haben in ihrer Anfangszeit Tribut bzw Schutzgeld an die Korsaren gezahlt.
     
  7. heinz

    heinz Neues Mitglied

    Lieber Hamilkar, :)

    es ist der Spiegel Heft Nr.19 vom 3.5.2004, Seite 216-219.
     
  8. Caesarion

    Caesarion Gesperrt

    :rofl: Hihi mein zweites Interessengebiet,... Seekriege gegen Napoleon!

    Was meinst Du, wer noch alles Tribute an die Algerischen Dei´s usw. zahlte!
    Engländer, Spanier und Franzosen!

    Nach dem Sieg über Napoleon gingen die Engländer dann dieses Problem etwas konzentrierter an... doch die Mischung aus Politik und unfähigen Admirälen liess es zu einigen Desastern kommen.
    Die angesprochenen Festungen waren stark befestigt und schwer bewaffnet und somit schwer einzunehmen,...
    Von dort aus unternahmen diese Piraten bis Mitte des 19 Jhdts. Kaperfahrten im Mittelmeer und Atlantik und verkauften die Seeleute der eroberten Schiffe in die Sklaverei!
     
  9. Clausewitz

    Clausewitz Neues Mitglied

    "Ein US-Historiker Robert Davis von der Ohio State University sichtete Quellen die den Menschenhandel in den Korsarenhochburgrn Algier, Tunis und Tripolis dokumentieren.
    Sein überraschendes Ergebnis: Zwischen 1530 und 1780 landeten fast sicher eine Million und ziemlich wahrscheinlich bis zu 1,25 Millionen weiße christliche Gefangene auf den Sklavenmärkten Nordafrikas- kahl geschoren und in Eisen geschmiedet."



    Interessante Zahlen die das dieder Historiker herausgefunden haben soll. Mal grob über den Daumen gerechnet sind das ja dann rund 12 Menschen pro Tag. Erstaunliche Zahl.

    Noch eine kleine Randbemerkung zum Spiegel: Ich finde dieses Blatt hat sich in den letzten Jahren mehr uns mehr zu einem Sensationsblatt entwickelt.
     
  10. manganite

    manganite Neues Mitglied


    Die Zahl müsste man mal in Relation zu anderen sehen. 12 Leute pro Tag, sind gut 4000 pro Jahr. Wieviele Menschen sind in diesem Zeitraum durch andere Gewaltaten umgekommen? Wieviele menschen lebten in der fraglichen Gegend oder bereisten sie?

    Das ganze könnte dann schon gleich weniger dramatisch klingen. Über 1 Millon Menschen (allerdings in 250 Jahren!) verkauft sich natürlich viel besser, bedenkt man, dass so eine Zahl ein erster Blickfang ist und wahrscheinlich gut im Gedächtnis bleibt...

    Ja der Spiegel muss halt auch um Leser kämpfen... Da wird es dann auch schon mal etwas zu dramtisch...
     
  11. Luxemburg

    Luxemburg Neues Mitglied

    Der Artikel des Spiegel, so wie ich ihn hier zitiert sehe, ist doch sachlich und ruhig. Ich entdecke dort keine "reisserischen" Sätze.

    Die Zahlen sind ungeheuer, besieht man sich mal, dass im 30jährigen Krieg ungefähr 300.000 Menschen den Gewaltätigkeiten zum Opfer fielen. (Quelle: Franz, "Der dreissigjährige Krieg")
    Hier eine passende Quelle aus dem Jahr 1688, Inhalt: Der Quäker Franz Pastorius nimmt Stellung zur Sklaverei in Amerika.

    "[...]Gibt es jemanden unter uns, der möchte, dass ihm eine derartige Behandlung widerführe, d.h. der verkauft oder Zeit seines Lebens zum Sklaven gemacht werden wollte? Wie furchtsam und verzagt sind viele auf See, wenn sie ein fremdes Schiff sehen, da sie fürchten, es könne ein Türke sein und sie würden gefangengenommen und als Sklaven in die Türkei verkauft. [...]"
    Quelle: Geschichte in Quellen, Amerikanische und französische Revolution.
     
  12. manganite

    manganite Neues Mitglied

    Wieso? 300000 in 30 Jahren macht 10000 pro Jahr. Bei den Sklaevn waren es 4000 pro Jahr. Was ist da ungeheuerlicher? Bedenkt man noch, dass man den gesamten Mittelmeerraum mit dem begrenzten Gebiet des deutschen Reiches vergleicht...
     
  13. Luxemburg

    Luxemburg Neues Mitglied

    Ungeheuerlicher nicht, aber ungeheuer. Dahinter muss doch eine logistisch anspruchsvolle Aufgabe stecken, denn Menschen zum "Sklavenfang" per Schiff zu organisieren ist weit schwieriger, als auf Land ein Heer aufzustellen.
    Ich finde die Zahl bemerkenswert.
     
  14. manganite

    manganite Neues Mitglied

    Ob ungeheuer oder ungeheuerlich... die große Zahl erweckt einen falschen Eindruck (daher unteranderem reißerisch). 12 Leute waren es pro Tag im Schnitt, d.h. letztlich wurde alle paar Tage irgendwo ein Schiff oder eine Küstensiedlung überfallen und Leute verschleppt. Und das bezogen auf aberdutzende von Schiffen und Siedlungen...

    Möchte nicht wissen wieviele Menschen gleichzeitig durch sonstige Verbrechen, Kriege, Seuchen, schlechte Ernährung und medizinische Versorgung umgekommen sind...

    2001 hatten wir 7000 Verkehrstote in Deutschland... Macht 70000 in 10 Jahren, 700000 in 100 Jahren. Hochgerechnet auf die EU (ungefähr mal 4): 30000 pro Jahr, 300000 in 10 Jahren, 3 Mio in 100 Jahren. 7.5 Mio in 250 Jahren (um mal obigen Zeitraum zu nehmen).

    DAS finde ich sind ungeheure oder ungeheuerliche Zahlen!

    Nicht zu vergessen, wieviel Menschen heute pro Stunde weltweit verhungern... Da kann man vielleicht Superlative verwenden... Aber nicht bei Ereignisen wie Sklavenhandel in einer Zeit in der Verbrechen, Krieg und Tot Alltag waren...
     
  15. Luxemburg

    Luxemburg Neues Mitglied

    Und wir könnten ewig so weiter diskutieren...
    Die große Zahl ist eine Vermutung eines Wissenschaftlers. Wie kann denn so eine Berechnung reißerisch sein? Und welcher falsche Eindruck wird dadurch erzeugt??
    Die Zahlen muss man schon in Relation setzen. Ungefähr 45 Millionen KFZ sind in Deutschland angemeldet. Dieses Verkehrsaufkommen setzt doch 7000 Verkehrstote in ein anderes Licht.
    Aber sei es drum.
     
  16. manganite

    manganite Neues Mitglied

    Eben, ich sehe, dass Du verstanden hast... Auf die Relationen kommt es an...

    1 Mio ist eien riesige Zahl und wenn man sie einfach so dastehen lässt, ohne Bezüge, dann ist das reißerisch. Denn was bleibt dem durchschnitlichen Leser so im Gedächtnis? Grausame Muslims versklavten Millionen arme Christen... Passt doch super zur momentanen Antistimmung gegen den Islam... Wer Millionen Sklaven macht, tötet als Terrorist heute vielleicht Millonen armer Europäer...
     
  17. Luxemburg

    Luxemburg Neues Mitglied

    Soll man denn geschichtliche Ereignisse verschweigen, nur weil sie einer Anti-Stimmung dienlich sein könnten? Ich hoffe auch nicht, dass sich Spiegel-Leser von lang vergangenen Zeitgeschehnissen emotional aufwiegeln lassen.
    Ich vertraue auch nicht immer unbedingt auf die sittliche Reife unserer Zeitgenossen, aber dennoch sollte man wenigstens Information für die zugänglich machen, die damit umgehen können.
    Du hast natürlich völlig Recht, dass solche Tatsachen nicht irgendwelcher Agitation zur Verfügung stehen dürfen.
    Ich finde es dennoch beeindruckend, dass ein kaum beachtetes Thema in solchen Ausmaßen stattfand.
     
  18. manganite

    manganite Neues Mitglied

    Wenn man wirklich so here Ziel hat, dann sollte man aber nicht so schreiben:

    "See der Angst", "Muslimische Sklavenjäger... Suche nach Christenbeute", "endeten zu Tausenden", wenn das nicht tendenziös und reißerisch ist und dann in der Aussage gipfelt, dass es 1 Mio so ergangen ist, dann weiß ich nicht, was sonst reißerisch sein soll...

    Wissenschaftlich seriös ist das jedenfalls nicht...
     
  19. Es gefällt mir nicht, wie der Spiegel schreibt. Die Sätze sind nicht reißerisch, ABER man muss kein Gelehrter sein, um zu wissen, welche Angst die Menschen heute vor islamischen Attentätern haben. Es geht nicht um Christen und Islamisten. Genausoviele Menschen wurden auch umgekehrt als Sklaven in Europa gehalten. Ob nun gewollt oder nicht, damit gibt der Spiegel ein schlechtes Bild auf den Islam und die damit verbundene Region und die dortigen Menschen. Sauerei.

    Hat er nicht auch Ende der 90´er, als das Nazithema mal wieder aktuelle war, geschrieben, die Wikinger seien die Braunen der Vorzeit?

    Das ist peinlich, was dieses Magazin verzapft.

    Seit dem kaufe ich diesen Schund nicht mehr und ich würde jedem empfehlen, dieses auch nicht mehr zu tun.

    lg Stefan
     
  20. manganite

    manganite Neues Mitglied

    Ganz so dramatisch würde ich es auch wieder nicht sehen, der Spiegel muss halt auch sehen, dass er sich verkauft und daher ab und zu auch mal ein Thema einfach raushauen, das Leser bringt...
     

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