Wie wurde in der DDR die Bildung gefördert?

Dieses Thema im Forum "BRD | DDR" wurde erstellt von Erdbeekomplott, 24. April 2011.

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  1. Erdbeekomplott

    Erdbeekomplott Neues Mitglied

    Meine Tante hatte ein Leistungsstipendium (70 Mark) zum Studieren. Kann sich allerdings weder erinnern, wie sie dazu gekommen ist, noch, ob es auch andere Förderungsmöglichkeiten gab.
    Gab es in der DDR soetwas wie BaföG oder die Studienstiftung?
    Wer wurde gefördert?

    DANKE! :yes:
     
  2. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Ab 1981 gab es 200,-Ostmark Grundstipendium. 10 Märker gingen fürs Wohnheim weg. Man konnte damit gerade so auskommen.
     
  3. Erdbeekomplott

    Erdbeekomplott Neues Mitglied

    Nur 10 Mark für das Wohnheim?! Das waren Zeiten!


    Danke! Weißt Du auch wie die Vergabe abgelaufen ist? Musste man einen Antrag stellen? Hat man das selbst gemacht, oder der Lehrer?
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 25. April 2011
  4. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Das lief als Automatismus für alle eingetragenen Studies. Wie das Geld überwiesen wurde, weiß ich nicht mehr, ein Girokonto hatte ich nicht, wahrscheinlich hat man sich den Umschlag mit der Kohle einfach jeden Monat abgeholt. Es ging aber auch viel Büchergeld drauf, meistens kaufte man gebraucht bei älteren Semestern.
    Strasburger: Lehrbuch der Botanik kostete neu 68,- Ostmark = 138 Bier im Studentenkeller...:weinen:
    Hin- und Rückfahrt mit der Bahn auf Studentenausweis Potsdam - Wismar/Ostsee = 15 Ostmark.
     
  5. Erdbeekomplott

    Erdbeekomplott Neues Mitglied

    das war ja dann nicht viel Geld

    Da ist dann aber nicht viel übrig geblieben. Gab es noch soetwas wie Studentenjobs, mit denen man sein Geld vermehren konnte? Kann mit kaum vorstellen, dass eine Familie, wo Mutter und Vater Arbeiter sind, zwei Kindern das Studium finanzieren konnten.
     
  6. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Richtig, es blieb nix übrig, aber es ging irgendwie. Ein kleines Taschengeld als Hiwi war aber schon noch zusätzlich drin, genauso im Herbst bei der Apfelernte im Havelland. Da das Gehaltsgefälle zwischen einem Arbeiter und einem Arzt in der DDR längst nicht so groß wie heute war, konnten Arbeiterkinder auch ohne Probleme studieren. Bei der Vergabe der Studienplätze wurde ausdrücklich darauf geachtet.
    Es kam gar nicht so selten vor, dass bereits Studentinnen Mutter wurden. Die bekamen zusätzliche Förderung, einen Platz in einem hochschuleigenen Mutter-Kind-Wohnheim und einen kostenlosen Krippenplatz.
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. April 2011
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  7. Erdbeekomplott

    Erdbeekomplott Neues Mitglied

    wunderbar!

    Das ist sehr hilfreich. Dankeschön und frohe Restostern!
     
  8. Melchior

    Melchior Neues Mitglied


    Auf das Grundstipendium hat Dich bb bereits hingewiesen, in Berlin übrigens 215,-- Ostmark. Es gab Leistungstipendien, nach meiner Erinnerung:

    60,00 Ostmark
    100,00 Ostmark
    150,00 Ostmark

    Abhängig von der Studienleistung.

    Ich hatte noch einen Job als Hilfsassistent ("Tafelwischen für den Prof.) und Unterricht im 1. und 2. Semester, dafür gab es auch noch Geld. Gejobt habe ich natürlich auch in den Ferien (Einkommen steuer- und abgabenfrei).

    Hier kannst Du weitermachen:

    Für die 1980'er Jahre, schau hier:

    Verordnung81

    Ansonsten hier:

    http://www.ddr-schulrecht.de/Schulrechtssammlung - DDR-Dateien/pdf/1975-a.pdf

    http://www.stiftung-aufarbeitung.de/downloads/pdf/stipreader05.pdf


    M.
     

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