Willy Brandt der erste echte Medienkanzler ?

Dieses Thema im Forum "BRD | DDR" wurde erstellt von Medienbeobachter, 2. Oktober 2018.

  1. Klar auch Adenauer war nicht der ungeschickteste.

    Doch kann man sagen, dass nach dem Krieg
    mit Brandt der "nuetzliche" Umgang mit den Medien "professionell" begann....?

    Grussssssssssss
     
  2. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Eine Frage der jeweiligen Möglichkeiten (in Bezug auf Medien)?

    Adenauers "Teegespräche" waren sicher auch professionell, nützlich, förderlich.

    Oder sind Quantitäten des Medienumgangs gemeint?
     

  3. Brandt war wohl ein gelernter Journalist.
    Er hat auch Meinungsvielfalt und Transparenz geschätzt
    und eine "großzügige" Informationspolitik fuer die Journalisten - und natuerlich auch fuer seinePolitik betrieben...
     
  4. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Die Rolle der Medien erhielt im Rahmen der 68er-Bewegung einen anderen Stellenwert. Die normative Bedeutung des politischen Diskurses als Voraussetzung für eine funktionierende Demokratie wurde u.a. durch die Arbeit von Habermas zum Strukturwandel der Öffentlichkeit herausgearbeitet.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Strukturwandel_der_Öffentlichkeit

    Die unmittelbare Nachkriegszeit bis "68" war eher gekennzeichnet durch die von Schelsky bezeichnete "Skeptische Generation", die sich durch eine gewisse Distanz zur Politik auszeichnete.

    Eine aktive Partizipation an demokratischen Prozessen bekam einen Schub durch die 68er Bewegung. Der zentrale "Motor" für die Mobilisierung des politischen Interesses war die zunehmende Bedeutung des "öffentlichen Diskurses" bzw. der öffentlichen Diskussion.

    Eingebettet war die mediale Öffnung der Politik in die aktive Rolle von engagierten Intellektuellen (Enzensberger, Böhl, Grass, Staeck und viele andere), die als Stichwortgeber die Diskussion befeuert haben.

    Es ergeben sich dabei zentrale Interaktionseffekte zwischen den Parteien und der kritischen Öffentlichkeit, die zentrale Legitimationen für die Politik von Brandt lieferten. Und damit erst die Politik der Öffnung nach Osten durch Brandt ermöglicht haben.

    Gleichzeitig wurde die pluralistische Struktur einer privatwirtschaftlichen Presse, in besonderem Maße der Springer-Kern, hinsichtlich seiner Bedeutung für die junge deutsche Demokratie thematisiert. In diesem Kontext spielte die zunehmende Konzentration der Presse bereits eine Rolle.

    In diesem Sinne war die Diskussion geprägt durch die aktive Nutzung der Massenmedien für die öffentlich Diskussion und andererseits war sie ein Analysegegenstand und wurde kritisch hinterfragt in ihrer Funktion als ein Garant für die politische Meinungsbildung in der jungen BRD-Demokratie.
     
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  5. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Zuletzt bearbeitet: 3. Oktober 2018

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