Wirtschaft im 17./18. Jahrhundert in England

Dieses Thema im Forum "Die Industrielle Revolution" wurde erstellt von Pünktchen91, 16. März 2009.

  1. Pünktchen91

    Pünktchen91 Neues Mitglied

    Weiß jemand was darüber oder hat ein paar gute Links?
    Ich muss ein Referat über die Wirtschaft in dieser Zeit in England machen und hab keine Ahnung wo und wie ich anfangen soll, da ich überhaupt nichts darüber weiß...:rotwerd:
    Bin für jede Hilfe dankbar,
    lg
     
  2. AnDro

    AnDro Neues Mitglied

    Dieses Stichwort dürfte dir weiterhelfen:
    Industrialisierung ? Wikipedia

     
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  3. Pünktchen91

    Pünktchen91 Neues Mitglied

    dankeschön!! jetzt weiß ich schon wenigstens einen unterpunkt. Was sollte ich denn noch unbedingt erwähnen?
     
  4. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Vielleicht wären die Wirtschaftstheoretiker des 18.Jh. interessant.

    Adam Smith zum Beispiel. Er war zwar Schotte, hatte aber auf die englischsprachige Ökonomiegeschichte und die weltweite Volkswirtschaftslehre mit seinem Hauptwerk "An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations" von 1776 einen enormen Einfluss.

    Zur Wirtschaft gehört auch der Außenhandel. Da solltest Du Dich mit den englischen Kolonien in Amerika und Asien beschäftigen. Die Ostindien- und Westindien-Kompanie wären da wichtig. Britische Ostindien-Kompanie ? Wikipedia
    Wirtschaftspolitische Aspekte hatten auch wichtigen Einfluss auf die englische Außenpolitik. Das lag natürlich auch an dem politischen System in England. Diejenigen, welche vom Handel profitierten saßen auch im Unterhaus.

    Die Textilindustrie stellt in England einen wichtigen Zweig dar, was Dir auch an den Erfindungen des 18.Jh. wie der "Spinning Jenny" auffallen wird. http://www.geschichtsforum.de/f59/die-textilindustrie-als-als-leitfaden-f-r-andere-sektoren-17532/
     
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  5. Anselm

    Anselm Aktives Mitglied

    Moin,

    Ich erinnere mich daran, dass ich bei der letzten Erwähnung viel Gegenrede fand. Trotzdem möchte ich noch einmal auf die calvinistische Erwerbsethik hinweisen. So wie ich sie gelernt habe, glauben die Calvinisten, dass es Todsünde sei, zu faulenzen und nicht zu arbeiten. Aus diesem Kontext entwickelte sich in England ein anderes Verständnis der Eigenverantwortung für die Sozialisation. In der Ständewelt des Festlandes war es üblich, dass ein Bauer seine Arbeit verrichtete ohne darauf zu achten, dass er aufstieg - wohingegen ein englischer Calvinist immmer bestrebt war, möglichst viel Arbeit zu erledigen und besonders viel Fleiß zu zeigen - was dazu führte, dass er als Betreiber einer Manufaktur durchaus Aufstiegschancen hatte.

    mfg
     
  6. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Wie verträgt sich das mit den Angelikanern?

    Hatten nicht im 17.Jh. Andersgläubige geringere Rechte als Angelikaner?
     
  7. Caro1

    Caro1 Neues Mitglied

    Stimmt auffallend. George IV durfte seine katholische Irin offiziell nicht heiraten, wie auch überhaupt Katholiken sehr lange keinen Zugang zum House of Lords, oder überhaupt Parlament hatten. Sogar im irischen Parlament waren Katholiken ausgeschlossen. Den Schotten erging es ähnlich.

    Pitt trat sogar als Premier zurück, weil George III der Gleichstellung der Katholiken immer noch nicht entsprechen wollte!

    Mehr dazu http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_K%C3%B6nigreichs_Gro%C3%9Fbritannien
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. März 2009
  8. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Das ist in der Wirtschaftsgeschichte durchaus nicht unumstritten, auch wenn es naheliegen mag.

    Das streitbehaftete Beispiel sind die Niederlande, wodurch bereits wegen der doch unterschiedlichen Entwicklung eine Exklusivität für das eine oder das andere Land fraglich wird.

    Zu dieser Diskussion, die ein Jahrhundert alt ist, sehr interessant in einem umfangreichen Werk:
    Baasch, Holländische Wirtschaftsgeschichte (Teilband aus Handbuch der Wirtschaftsgeschichte, hrsg. v. Brodnitz)
     
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  9. Saint-Simone

    Saint-Simone Aktives Mitglied

    1. Anglikanismus ist dem Calvinismus nicht sonderlich nahe, meines Wissens nach. Die Anglikanische 'High Church' ist im Ritus und Inhalt dem Katholizismus näher, während die 'normale' eher protestantisch und episkopalisch ausgelegt ist. Calvinismus fand in Schottland Anklang, wo dann zu Ende des 17. Jahrhunderts die Episkopalen unterdrückt wurden.

    2. Die Katholiken über's ganze Jahrhundert hin. Je nachdem waren auch die Puritaner unterdrückt, während des Bürgerkrieges und des Protektorates zwar nicht, aber während der anschließenden Restoration wieder. Dann gab es noch die Quäker, die unterdrückt/verfolgt wurden, stellenweise auch mit Waffengewalt. Aber in erster Linie waren es die Katholiken gegen die sich ein Großteil der Maßnahmen richteten.
     
  10. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    In England bzw Großbritannien war der Einfluss der Puritaner nur marginal, doch in Nordamerika gewannen sie schon bald nach der Überfahrt der Mayflower an Boden vor allem in Massachusetts und den anderen Neuenglandstaaten. William Penn war Quäker und stand in Kontakt zu namhaften deutschen Pietisten, die Werbung für die Auswanderung nach Pennsylvania machten. Ende des 17. Anfang des 18. Jahrhunderts wanderten sehr viele Deutsche nach Nordamerika aus. Es war die größte nicht angelsächsische Einwanderungsbewegung, und noch heute ist die Zahl der Deutschamerikaner weit größer, als die der Einwanderer italienischer und irischer Herkunft. Nur die "Hispanics" werden die Deutschamerikaner bald überflügeln.
     
  11. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Und welchen Einfluss hatte das auf die englische Wirtschaft?

    Bei den Deutschen könnte ich mir eigene Handwerkstechniken vorstellen. Ist so etwas denkbar?
     
  12. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Für die englische Wirtschaft war die religiöse Ausrichtung weit weniger interessant, als die Fischereigründe Nordamerikas und sein Reichtum an Pelzen und Holz, aus dem sich Pottasche, Teer und Pech gewinnen ließen, was England weniger abhängig vom Baltikum machte. Im 17. Jahrhundert begann der Siegeszug des Tabaks. John Rolfe, derselbe, der Powhattans Tochter Pocahontas geheiratet hatte, führte als erster veredelte Tabake aus der Karibik in Virginia ein, das bald zu einem der größten Tabakproduzenten avancierte.
     
  13. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied


    Sehr gute Büchsenmacher stammten aus Suhl, und viele ließen sich in Pennsylvania nieder. Die legendäre Pennsylvania oder Kentuckyrifle wurde von deutschen Büchsenmachern entwickelt.
     

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