Wirtschaftsform im ausgehenden Mittelater

Dieses Thema im Forum "Wirtschaftsgeschichte" wurde erstellt von Gast, 28. Juli 2004.

  1. Gast

    Gast Gast

    Hallo Leute,

    ich habe ein Problem.. Versuche mein Abi bei der ILS zu machen und habe jetzt voll das Brett vor dem Kopf!!
    Ich habe den Satz: Wer wirtschaftlich mächtig ist, wird auch politische Macht ausüben!

    Die Berechtigung dieser Aussage soll ich nun auf die Wirtschaftsformen des ausgehenden Mittelalters untersuchen!
    Mein Problem dabi ist allerdings, das ich keine Ahnung habe, was die Wirtschaftsformen des ausgehenden Mittelaters sind.

    Kann mir da einer helfen????????

    Bitteeeeee
     
  2. Mercy

    Mercy unvergessen

    Wenn ich recht informiert bin, ist ILS eine Einrichtung für Fernstudium. Zu der Aufgabenstellung - hast du da keinerlei näheren Hinweise bekommen, Literatur?
    Soll das eine Facharbeit werden (Umfang)?
    Ohne nähere Angaben ist eine Hilfestellung schwierig.
     
  3. Gast

    Gast Gast

    Das ist eine Hausaufgabe und ich soll die Fragen so beantworten. Ich habe einfach nur das Problem, das meiner Meinung nach nicht im Heft steht, was die Wirtschaftsform des ausgehenden Mittelalters ist.
     
  4. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Ich weiß jetzt nicht, wie genau die Antwort sein soll, aber ich gebe mir Mühe:
    Durch die Pest mitte des 14. Jahrhunderts kam es zu so einem enormen Bevölkerungsrückgang, dass ein akuter Arbeitskräftemangel bestand.

    Land:
    Bspw. sürzten die früher verhältnismäßig hohen Getreidepreise ins bodenlose, Grundherren hatten ein deutlich geringeres Einkommen. Es kam zur Aufhebung der Leibeigenschaft, dafür wurde der sog. Arbeitszwang eingeführt. Die wirtschaftliche Not wurde durch die Pest gelindert (aufgrund der annähernden Verdoppelung der Bevölkerung Europas innerhalb von nur 350 Jahren kam es zu einer gravierenden Verknappung der Lebensmittel, was durch den Ausbruch der Pest abgebremst wurde). Bauern konnten während und nach der Pest ihren Landbesitz vergrößen. Da mehr Land zur Verfügung war, mit dem weniger Menschen ernährt werden mussten, wurde die Landwirtschaft vermehrt auf Viehzucht umgestellt, wodurch auch die Textilindustrie aufblühte (durch verstärkte Schafzucht und dem "Import" des Spinnrades Ende des 13. Jhrds. aus China).

    Stadt:
    Durch den Mangel an Arbeitskraft stiegen die Löhne kräftig an, als folge daraus die Nachfrage nach Luxusgütern, aber auch die Preise i. A. In Folge dessen kam es zu Produktionsausweiterungen und mehr Export und Import (jew. im Vergleich zur Zeit vor der Pest). Dadurch entstand ein neues System zwischenstaatlicher Beziehungen, vgl. Il Principe von Machiavelli, in dem M. komplett mit den Vorstellungen der früheren Zeit bricht. Neu: Allmacht und Vorrang des Staates, was erlaubt alle Möglichkeiten zu nutzen um erfolgreich zu sein (= Staatsräson).

    Allg. Tendenzen: sog. Frühkapitalismus
    Grundsätzlich gab es in Europa zwei Wirtschaftszentren: Flandern und Italien. Ende des Mittelalters kam es zu einer erheblichen Steigerung des Geldverkehrs. Mit Florentinern und Dukaten kam es zu internationalen Zahlungsverkehr ohne Geld wechseln zu müssen (sozusagen die Dollar des Mittelalters). Außerdem wurde mit der Einführung des Wechselbriefs und der ersten Girokonten der bargeldlose Zahlungsverkehr etabliert.

    Aus dem mittelalterlichen Nebeneinander entwickelte sich auch immer mehr ein Wettbewerb. Die Zünfte lösten sich immer mehr auf, viele Handwerker wurden zu lohnempfangenden Heimarbeitern.

    Wenns noch ein bisschen mehr sein darf, einfach nochmal Bescheid sagen.
     
  5. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Liebe Lilli.

    Das mit den Zünften kann ich dir nicht so leicht abnehmen. Sie waren noch bis ins ausgehende 18. Jahrhundert massgebend, wer was und wieviel und gerade in den städten machen durfte.
     
  6. Lili

    Lili Neues Mitglied

    De facto existierten die Zünfte sogar bis ins 19. Jhrd. Aber ich hab mich wohl wieder etwas unklar ausgedrückt. Was ich eigentlich meinte:

    Die Zünfte waren sowohl soziales als auch ökonomisches und sogar religöses System. Mit der Opportunisierung der Wirtschaft im späten Mittelalter verschärfte sich zunächst der Wettbewerb der Handwerker untereinander (was es vorher nicht gab) Mit diesem fortschreitenden Wettbewerb war es einigen der Handwerker möglich, andere in ihre Abhängigkeit zu bringen indem sie ihre Arbeitskraft in Anspruch nahmen und deren Erzeugnisse verkauften. So kam es eben zu den lohnabhängigen Heimarbeitern, wodurch das ehemalige Zunftgefüge aufgeweicht wurde.
     
  7. florian17160

    florian17160 unvergessen

    danke Lilli. du musst wissen, ich bin nur ein normalbürger, der geschichtsinteressiert ist.
     
  8. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Ich ja auch, ich bin nur manchmal zu großzügig beim zusammenfassen :king:
     

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