Wovon haben Kaiser Karl und Wilhelm im Exil gelebt?

Dieses Thema im Forum "Die Weimarer Republik" wurde erstellt von Marek1964, 9. September 2013.

  1. Marek1964

    Marek1964 Gesperrt

    Vor kurzem habe ich eine Sendung über Kaiser Karl I. von Österrreich, dem letzten, gesehen. Nach dem verlorenen Krieg ging er ins Exil, genauso wie Willhelm.

    Ich frage mich, wovon haben gelebt? Hatten sie ihr Vermögen ins Ausland geschafft? Oder haben die Gastländer das finanziert?
     
  2. YoungArkas

    YoungArkas Neues Mitglied

    Die Hohenzollern wurden, wie andere Deutsche Fürsten erst in den 20ern enteignet. Die Weimarer Republik hat Wilhelm 1925 eine Abfindung gezahlt (Fürstenenteignung). Über das Familienvermögen verfügte er trotz all dem weiter. Er lebte die ersten beiden Jahre allerdings bei einer deutsch-niederländischen Adelsfamilie als Gast (Graf Godard van Aldenburg-Bentinck), der seine Wurzeln auch im schwäbischen Raum hatte. Danach kaufte er das Haus Doorn und lebte dort von dem was er an Abfindung aus der Fürstenenteignung erhalten hatte. Noch heute haben die Hohenzollern einiges an Vermögen.

    Österreich ging radikaler vor. Dort blieb Karl zwar bis 1919 im Land, in einem Schloss, dass Privatbesitz des Hauses Habsburg war, wurde dann aber enteignet und ausgewiesen. Karl versuchte in Ungarn zwei mal seine Herrschaft wiederherzustellen, bis er verhaftet wurde und von der Entente auf die Insel Madeira exiliert wurde. Karl starb relativ arm in einem Haus einer Bankiersfamilie im unfreiwilligen Exil auf Madeira.
     
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  3. Marek1964

    Marek1964 Gesperrt

    Danke für die Antwort. Wenn ich das richtig verstehe, ist für den Lebensunterhalt von Karl die Bankiersfamilie aufgekommen? Wie war es mit dem Exil in der Schweiz?
     
  4. YoungArkas

    YoungArkas Neues Mitglied

    Ich denke, dass Karl zumindest auf Gönner angewiesen war, Vermögen hatte er scheinbar keines mehr. In den ersten Jahren schien er noch ein kleines Vermögen zu besitzen.
     
  5. Liborius

    Liborius Aktives Mitglied

  6. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied


    Wilhelm II. ging es nicht schlecht.

    Schon im November 1918 kamen von der Regierung 652.000 Reichsmark. Im Januar 1919 waren es 8 Millionen RM. Im August 1919 flossen 1,2 Millionen RM, im September 1919 6 Millionen RM und im Oktober 1919 weitere 10 Millionen Reichsmark. Die Reichsregierung kaufte zwei Gebäude in der Wilhelmstr. für 38 Millionen, die Wilhelm II. überwiesen wurden. 1921 forderte der Hausmeister von Wilhelm II. weitere 10 Millionen RM für die Führung des kaiserlichen Haushalts, die vom preußischen Finanzminister auch bewilligt wurden.

    Röhl, Wilhelm II. Der Weg in den Abgrund, S.1248 ff
     
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  7. Marek1964

    Marek1964 Gesperrt

    Danke, das hätte mir eigentlich auch einfallen können...
     
  8. Marek1964

    Marek1964 Gesperrt

    Schon irgendwo der Hohn. Da wurde so viel über Versailles gelästert, aber der Hauptverantwortliche für das Schlamassel und für Millionen von Toten und der ungeheuren Wertvernichtung wurde fürstlich abgefunden... da kann sich manch ein moderner unfähiger Manager mit golden Parachute richtig gut fühlen..
     
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