Zeitzeugenberichte aus dem Osmanischen Reich?

Dieses Thema im Forum "Das Osmanische Reich" wurde erstellt von Tenger, 11. Oktober 2020.

  1. Tenger

    Tenger Neues Mitglied

    Hallo. Ich suche Zeitzeugenberichte aus dem Osmanischen Reich. Zeitraum an sich egal jedoch bevorzugt ab dem 19. Jh. Dabei denke ich an Menschen die sowohl in dem Reich gelebt und etwas über ihren Alltag geschrieben haben als auch "Touristen" die dort evtl. länger geblieben sind und die Gesellschaft und den Alltag der Menschen beschrieben haben. Die Texte können auf Englisch, Deutsch oder Türkisch sein. Leider finde ich nichts über Google (oder ich suche falsch)

    Lg Tenger
     
  2. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Lord Byron bereiste im frühen 19. Jhdt. das Osmanische Reich, vor allem Griechenland und Albanien, und verarbeitete seine Eindrücke in verschiedenen Werken, u. a. dem zweiten Gesang von "Childe Harold's Pilgrimage". (Hauptfigur des Werks ist zwar "Harold", aber Byron machte gar kein Hehl daraus, dass es sich dabei um sein Alter ego handelte und das Werk in wesentlichen Teilen autobiographisch war.) Von Interesse sind in diesem Zusammenhang auch die (von ihm verfassten) Anmerkungen zu verschiedenen Werken, die im Gebiet des Osmanischen Reichs spielten.

    Helmuth von Moltke verfasste "Briefe über Zustände und Begebenheiten in der Türkei aus den Jahren 1835 bis 1839" über seine Erlebnisse im Osmanischen Reich.
     
  3. Traklson

    Traklson Aktives Mitglied

    Zunächst einige Quellen aus dem 16. Jhd

    Salomon Schweigger – Wikipedia
    Hans Dernschwam – Wikipedia
    Johannes Schiltberger – Wikipedia

    Für das 19. Jhd. gibt es bereits einen Faden hier im Forum:

     
  4. stefan73at

    stefan73at Mitglied

    Zu der Liste finde ich bemerkenswert, das Joseph von Hammer Purgstall nicht vorkommt.

    Problem ist, dass es allesamt Berichte "über" das osmanische Reich sind und nicht "aus dem".

    Für diese innere Perspektive empfehle ich Ivo Andric. Zwar Schriftsteller des frühen 20. Jhdts, doch abgesehen davon, dass sein wunderbares Werk "Die Brücke über die Drina" den Literaturnobelpreis bekam, ein scharfsinniger Analytiker des 19. Jhdts in seiner balkanosmanischen Heimat. "Wesire und Konsuln" beschreibt aus 1. Hand das Katz und Maus Spiel der ausländischen Konsulare mit dem ansässigen Pascha in Travnik zu Beginn des 19. Jhdts (das an Stelle Sarajevos zum Verwaltungssitz wurde)

    Beides unbedingt lesenswert für eine "Innenschau". Andric selbst bosnischer Kroate fällt auf durch seine gerechten Blickwinkel auf die verschiedenen positiven und negativen Aspekte der einzelnen Volksgruppen. Da werden nicht "die Eigenen" bevorzugt und die Türken verteufelt. Am Ende bekommen auch noch die Österreicher ihr Fett weg. Er hatte einen klaren Blick, das machte ihn besonders.

    Elias Canetti gibt in den ersten Kapiteln von "Die gerettete Zunge" eine bemerkenswerte Schilderung seiner Kindheit im noch osmanischen Russe/Rustschuk (Bulgarien).

    Kann die Kritik nicht ersparen, dass dieser Literaturfaden sich wie eine zynische Fortsetzung der Fremdbestimmung ausnimmt, deren Eruptionen wir via Erdogan bis heute erleben.
    Lady Montagu......dafuq

    Traklson, bitte stelle Dir einen Literaturfaden zur Beschreibung Deutschlands vor mit Peng Wuwei, Jean Croissant, Signora Tortellini, Joseph Cartwright, Oleg Prolotopov und EINEM vedammten Deutschen, wenns hoch kommt :) Ab in den Teesalon von Balmoral mit "Lady Montagu"......
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. März 2021
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  5. Traklson

    Traklson Aktives Mitglied

    1. wurde explizit auch nach Quellen externer Sicht gefragt.

    2. Wo erheben diese drei Namen, wenn man da überhapt von einer "Liste" sprechen kann, irgendwo Anspruch auf Vollständigkei?

    Daraus ein politisches Statement zu machen ist eine Frechheit.

    Toller Einstand, so als erster Beitrag.
     
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  6. stefan73at

    stefan73at Mitglied

  7. stefan73at

    stefan73at Mitglied

    Reumütig zur Kenntnis genommen.

    Ein "politisches statement" hatte ich allerdings nicht vor. Bis auf einen gewissen Widerwillen, Kulturen von Botschaftersgattinnen wie Lady Montagu erklärt zu bekommen. Was imo schon zu lange als selbstverständlich akzeptiert wurde.

    Nicht "in dem Sinn" politisch gemeint sondern im Sinne eines allgemeinen Überdrusses, unsere Herkunft ständig von "da oben" erklärt zu bekommen. Das betrifft Moltke ganz genauso. Nicht ich bin politisch, sondern DAS WAR alles höchst politisch. Ich bedaure eben den Mangel an unpolitisch "Volksreisenden" und deren Perspektiven.
     
  8. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Ich kann sehr empfehlen, einmal den Reisebericht des älteren Moltke über seine Zeit als Militärberater im Osmanischen Reich zu lesen. Es ist dieser Bericht sehr flüssig und amüsant geschrieben, und wenn ich mich nicht sehr täusche, gibt es das sogar als PDF-Datei im Internet. Ich bin ehrlich gesagt zu faul, das herauszusuchen, aber du müsstest das relativ leicht googeln können.
     
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  9. Zoki55

    Zoki55 Aktives Mitglied

  10. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Briefe über Zustände und Begebenheiten in der Türkei aus den Jahren 1835 bis 1839
     
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  11. Zoki55

    Zoki55 Aktives Mitglied

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