Zentralarbeitsgemeinschaft / Stinnes-Legien-Abkommen

Dieses Thema im Forum "Wirtschaftsgeschichte" wurde erstellt von kiram, 28. August 2014.

  1. kiram

    kiram Neues Mitglied

    Hallo,

    ich habe einige fragen zum Stinnes-Legien-Abkommen bzw. zur Zentralarbeitsgemeinschaft. Das wird ein thema im Abi sein, ich habe jedoch einige fragen dazu:

    1. Welche Erfahrungen wöhrend des Kriegs haben die Gründung er ZAG erleichtert ?

    2. Was waren die Ziele/Motive der Unternehmen/ der Gewerkschaften das abkommen zu schließen ?

    3. Was war die haltung von USPD, bzw. vom Spartakusbund (also der KPD) zur ZAG ?

    4. Wie hat die ZAG sich in der Weimar Rep. entwickelt ?

    und zu letzt. 5. Was ist die bedeutung der ZAG für heute

    vielen vielen Dank !! :):)
     
  2. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    zu 1. Die Angst vor dem unkontrollierten Zusammen und der Sozialisierung der Privat-Wirtschaft. Das Abkommen war eine Win-Win-Situation für die Unternehmen, die nicht enteignet wurden und für den revisionistischen Teil der SPD bzw. der Gewerkschaften, die Arbeitsverbesserungen durchzusetzen, die die Unternehmen bis dahin kategorisch verweigert haben

    Damit wurde eine weitere Radikalisierung (Stichwort Ermordung von Luxemburg/Liebknecht und Spartakus-Aufstand etc.) verhindert (vgl. z.B. Büttner: Weimar. 2011, S. 51 ff). Ähnlich sieht es aus anderer Perspektive Evans (The coming of the Third Reich, 2004) oder auch Steiner (The Lights that Failed. 2007) die revolutionäre Situation in 1919.

    Spartakusaufstand ? Wikipedia

    zu 2. wurde bereits ausgeführt.

    zu 3. Ablehnend, da es weitergehende Vorstellungen verhinderte und die "Macht-Eliten" des Deutschen Reichs schützte, die man mit für verantwortlich für den Krieg hielt, bzw. für "Kriegsgewinnler" hielt.

    zu 4. Umfangreiches weiteres Thema. Iinsgesamt war die WR eine der fortschrittlichsten Länder bei der Sozial- und Arbeitspolitik (vgl. dazu: M.G. Schmidt & T. Ostheim: Sozialpolitik in der Weimarer Respublik. in: M.G. Schmidt u.a. (Hrsg. Der Wohlfahrtsstaat. 2007, S. 131 ff)

    zu 5. Es gibt sicherlich eine "deutsche" Variante der Wirtschafts- und Sozialordnung. Diese ist auf der einen Seite durch das frühe staatliche Interesse an Sozialpolitik durch Bismarck gekennzeichnet und auf der anderen Seite durch einen "Korporatismus".

    Wie bei Wiki ausgeführt:
    "2002 bezeichnete Bernhard Weßels (WZ Berlin) den Korporatismus als "deutsches Modell", obwohl Deutschland nicht unbedingt als typisch korporatistisches Land gelte."

    Dabei ist Weßels nicht unerheblich duch die Arbeiten von Beyme beeinflußt.

    Korporatismus ? Wikipedia

    Grundsätzlich als Übersicht neben dem Beitrag in Wiki:
    Die Weimarer Republik - Ulrich Kluge - Google Books

    Zusätzliche Literatur direkt zu lesen sind:

    Feldmann (wichtiger Experte zum Thema wie auch bie Wiki zum Stinnes-Legien-Abkommen dargestellt) aus der "Stinnes"-Sicht: S. 528
    Hugo Stinnes: Biographie eines Industriellen, 1870-1924 - Gerald D. Feldman - Google Books

    oder Ideengeschichtlich: S. 101
    Vom Weltkrieg zur Weltwirtschaftskrise: Studien zur deutschen Wirtschafts ... - Gerald D. Feldman - Google Books
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. August 2014
    1 Person gefällt das.

Diese Seite empfehlen