Zukunft der menschlichen Evolution

Dieses Thema im Forum "Geschichte der Naturwissenschaften" wurde erstellt von manganite, 7. September 2004.

  1. askan

    askan Neues Mitglied

    Zitat:" Wenn man die Jugendkriminalität im Vergleich zu 1960 z.B. anschaut, spricht das finde ich auch für sich."

    wenn man in den 60ern Kirschen geklaut hat , bekam man bestenfalls eine Ohefeige, heute eine Anklage wegen Landfriedensbruch, Sachbeschädigung und Diebstahl und schwupps....springt die Stastik nach oben!
     
  2. Mercy

    Mercy unvergessen

  3. Joey

    Joey Neues Mitglied

    Nunja, es spricht aber dennoch für sich - und für das Existieren einer Wohlstandsgesellschaft - wenn man sich eben mal vor Augen führt, das sich 90% aller Gesetze bei uns um Besitz und Eigentum drehen.

    Wohlstandsgesellschaft ist deswegen ein wichtiger Begriff, weil es auch die Rundungen erklärt, die Liminith beschreibt, aber bei weitem keine globale Entwicklung beschreibt. Weiterhin ist der Begriff auch maßgebend wenn man sich fragt, warum es in unseren Landen einen stetig abnehmenden Evolutionsdruck gibt.

    Ich halte das aber nicht für maßgeblich in punkto Evolution, weil sich sowohl die Zeiten als auch die Rahmenbedingungen ändern werden und irgendwann wird der Evolutionsdruck wieder groß genug sein damit wir uns verändern. Oder wahlweise wird die Mutationsrate irgendwann wieder so hoch werden weil das Erdmagnetfeld sich irgendwann wieder in einer unzyklischen Schwächephase befinden wird wie vor gut 2 Millionen Jahren als der Mensch begonnen hat sich so zu entwickeln wie er es getan hat, sodass ein neuer und weiterentwickelterer (zum Guten wie zum Schlechten) Mensch entsteht.

    Gruß Joey!
     
  4. clemens

    clemens Premiummitglied

    die kirschenklauer 1960 hatten auch nur ihre hände dabei, heute viele eine waffe. die zeiten haben sich geändert, die gangart ist härter geworden.
     
  5. askan

    askan Neues Mitglied

    Ich habe mal eine Seminararbeit über Haarmann, den Massenmörder aus Hannover geschrieben. Dazu las ich mir, die damaligen Zeitungen der Region von 1925, durch (Hannoversche Allg,; Hildesheimer Allgm., usw).
    Nun ja, die Meldungen über Jugendkriminalität klangen so überraschend modern: 12jähriger ersticht Bäcker und stielt die Ladenkasse, Kinderbanden überfallen Durchreisende im Bahnhofviertel und Jugendprostitution scheint damals genauso normal gewesen zu sein wie das Schwängern des Hausmädchens (damals übrigens ein Kündigungsgrund !). Vielleicht gibts ja in den Archiven der Regionalzeitungen in eurer Gegend vergleichbare Meldungen?



    Zitat:" weil das Erdmagnetfeld sich irgendwann wieder in einer unzyklischen Schwächephase befinden wird wie vor gut 2 Millionen "

    diese Schwäche ist relativ zyklisch (alle 300.000 Jahre) und wir befinden uns zur Zeit Mitten in einer drin! Frag dazu den Geowissenschaftler deines Vertrauens!
     
  6. Joey

    Joey Neues Mitglied

    Stimmt natürlich. Ich hielt mich an den Zyklus der Sonne als Referenz für den Gebrauch des Wortes unzyklisch, da eine schöne Regelmäßigkeit von 11 Jahren als zyklischer erscheint als die grobe (durchaus auch abweichende) Aussage "ungefähr dreimal in einer Million Jahren". Aber Du hast natürlich recht und unzyklisch ist hier ein falsch gebrauchter Begriff.

    Gruß Joey!
     
  7. Joey

    Joey Neues Mitglied

    Ähhm, *hüstel* noch mal eine kleine Anmerkung und Korrektur meines eigenen Postings:

    Das Erdmagnetfeld verhält sich bei weitem nicht zyklisch auch wenn es in den wenigen letzten Millionen Jahren anscheinend so gewesen ist. Wenn das Erdmagnetfeld sich weiterhin so abschwächt wie es das beispielsweise in den letzten Tausend Jahren getan hat, ist der Dipol des Erdmagnetfeldes in Zweitausend Jahren bei Null angekommen ganz ähnlich wie vor 2 Millionen Jahren als das Erdmagnetfeld auch schon bei Null und somit vor einer Umpolung stand was übrigens ein Prozess ist der etwa 1000 Jahre in Anspruch nimmt. Somit ist nicht davon zu sprechen, das wir uns im Mittelpunkt eines 300.000 jährigen Zyklus befinden würden. Dieser Zyklus ist wiegesagt sowieso nur scheinbar ein solcher. Man weiß sehr genau über die Umpolungsprozesse des Erdmagnetfeldes bescheid, weil man in einer riesigen Bibliothek in Form des mittelatlantischen Rückens nachschlagen kann, wann eine solche Umpolung stattfand. Diese fanden extrem unregelmäßig statt. Vor 200 Millionen Jahren (also genau den Zeitraum, über den uns der mittelatlantische Rücken Aufschluß geben kann) gab es relativ viele Umpolungen. Vor 100 Millionen Jahren, zu Zeiten der Dinosaurier gab es 35 Millionen Jahre lang keine Umpolung (vielleicht auch ein Grund für ihre lange Herrschaft über die Erde) und seit der letzten 35 Millionen Jahre gab es dagegen 79 Umpolungen.

    Langer Vorrede kurzer Sinn soll sein, das gerade kosmische Strahlung in Kombination mit einem sich verändernden Erdmagnetfeld, in Zukunft eine große Rolle in punkto Evolutionsdruck spielen kann. Eine erhöhte Mutationsrate könnte genug Anreiz bieten anpassungsfähiger an neue Situationen zu sein, selbst wenn die anderen globalen Rahmenbedingungen die gleichen bleiben sollten.
     
  8. askan

    askan Neues Mitglied

    Soweit ich fand die letzte Umpolung vor 300.000 Jahren statt.
     
  9. Joey

    Joey Neues Mitglied

    *Lichtaufgeh* Du meintest das wir uns Mitten in einer Umpolung befinden würden? Stimmt natürlich. Ich hab's so verstanden, wie wenn Du meintest wir würden uns in Mitten (also quasi im Mittelpunkt) eines solchen 300.000 jährigen Zyklus befinden. Sorry für mein Mißverstehen. Dennoch eine kleine Korrektur (entschuldige meine Besserwisserei): Die letzte Umpolung fand vor etwa 700.000 Jahren statt.

    Ändert aber am Rest meines Posts nix. Zyklisch sind diese Umpolungsprozesse ganz und gar nicht. Um's mal mit dem allseits beliebten Harald Lesch zu sagen (ich hoffe ich zitiere den guten Mann richtig): "Der Erd-Dynamo verhält sich absolut chaotisch." So ungefähr wird das seine Aussage schon treffen. :D

    Aber letztlich auch kein sinnvolles Streitthema, da man sich ja (ob nun zyklisch oder nicht) dennoch Gedanken bezüglich der Auswirkung einer solchen Umpolung machen kann. Das ist ja eigentlich der interessante Punkt im Bezug auf die Frage nach der Evolution wie zu Anfang gestellt.
     
  10. florian17160

    florian17160 unvergessen

    ich schmeiss hier noch eine andere theorie rein.

    Mit der Geschwindigkeit, mit der ein Fingernagel wächst, entfernen sich zur Zeit Amerika und Europa voneinander- etwa zwei Meter während eines Menschenlebens. Der Atlantik wird größer, der Pazifik kleiner. Dass nur wenige es merken, liegt an unserer Kurzatmigkeit. Und was passiert sonst noch in den nächsten hundert Millionen jahren?
    Afrika schiebt sich in Richtung Europa, quetscht das Mittelmeer trocken und eines tages wird sich von Paris bis Kalkutta eine majestetische Gebirgskette hochfalten, himalayagleich.
    Und da wird sich der Mensch, wenn es ihn denn noch gibt anpassen müssen

    Hab ich irgentwann mal ausgeschnitten, fragt mich jetzt nicht, von wem das ist
     
  11. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Evolution ist ja ein sehr langsamer Prozess. Wird die Menschheit überhaupt noch lang genug überleben, damit eine Wikung der Selektion noch bemerkbar. Größenunterschiede heutiger Europaer gegenüber den Menschen im Mittelalter läßt sich auch eher auf die Ernährung zurückführen, als auf Selektionsdruck.Di einzige neuere Eigenschaft, die sich angeblich auf Evolution zurückführen lässt, ist die häufigere Rechtshändigkeit. Angeblich kommt die daher, dass Rechtshänder den Schild mit links hielten, also über dem Herzen. Linkshänder hatten diesen Schutzvorteil nicht und sind häufiger gefallen. Ich persönlich finde diese These sinnlos, da der Kampfaspekt zu wenige Menschen betraff und im Kampf auch andere Verwundungen tödlich sein können. Außerdem müsste dann die Linkshänderrate wieder hochschnellen.
     
  12. Fugger

    Fugger Neues Mitglied

    Die Evolution geht immer weiter. Der Mensch von Übermorgen ist blind wie ein Maulwurf (dank der Optiker), hat schlechte Zähne (ich wußte es gibt einen guten Grund Zahnärzte zu hassen) und hat ein Hinterteil wie J.LO. (dank dem Gerät vor dem wir uns hier versammelt haben). :)
     
  13. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    ... und unfähig sich selbst zu ernähren oder vor der Umwelt (Regen, streunende Hunde,...) zu schützen (falls er sie überhaupt sieht;) ).
     
  14. Paul

    Paul Gast

    Im Augenblick gibt es ja die 2 entgegengesetzten Entwicklungen. Ein Teil der Bevölkerung wird immer übergewichtiger und unsportlich, wie in Texas, wo die schwersten Menschen der Welt leben. Andererseits gibt es die Fitnisbewegung. Diese Menschen sind bereit sich anzustrengen. Wahrscheinlich wird es dieses Spannungsfeld weiter geben.
    Ich hoffe die Menschen werden auch immer mehr Freizeit haben.
     
  15. Kirlon

    Kirlon Aktives Mitglied

    Ja, Texas... Das muss wohl an den sagenhaften texanischen Steaks liegen... :rofl:
    Ich glaube übrigens, lieber Paul, dass sich kein Mensch so sehr anstrengt, wie der 350-Kilo-Durchschnitts-Texaner, wenn er sich morgens aus dem Bett wuchtet... Dagegen ist jeder Fitness-Heini ein Waisenknabe!



    Ich nicht. Denn, was würden sie machen? Vermutlich fernsehen... und dabei Steaks essen - aus reiner Langeweile. Denn merke: Texas ist überall!
     
  16. sakk

    sakk Neues Mitglied

    hmm....ob wir das erleben bezweifele ich ja mal ganz stark....und selbst wenn es menschen oder was auch immer wir dann sind *G* geben wird, dann nicht mehr auf diesem planeten bzw, nicht mehr so wir wie ihn heute kennen.....
    gucken wir uns einfach mal the day after an dann ist doch alles klar :D

    auf diese konsequenz bin ich mal gespannt....also was passiert, wenn sich dieser trend noch 100 jahre fortsetzt......wahrscheinlich gibt es dann keine "dicken" mehr, weil die alle schon gestorben sind.... :rofl:


    sakk :)
     
  17. Napoleon

    Napoleon Neues Mitglied

    Das ist völliger Unsinn, einen so genannten "Stopp der Entwicklung" (oder auch "evolutionäre Sackgasse") haben wir garantiert nicht vorliegen. Vielmehr das Gegenteil ist zu erwarten, denn wir haben eine größere Population in verschiedenartigeren Lebensbedingungen als je eine Vormenschenspezies zuvor. Eine weitergehende Differenzierung der menschlichen Art ist wahrscheinlich, zudem verändern sich unsere abiotischen Ökofaktoren (wie Temperatur, Lichtintensität, etc.) in ungekanntem Ausmaß, mit ihnen werden sich auch die biotischen Ökofaktoren (den Menschen betreffend: vor allem eine tiefgreifende Veränderung in der Flora
    -> der Mensch von morgen wird auf andere Grundnahrungsmittel als der heutige angewiesen sein) verändern.
    Die Veränderung der Ökofaktoren ist die größte Triebfeder der Evolution!
    Allerdings wird sich ein Problem folgendermaßen aufwerfen: Die neuen Eigenschaften werden es schwer haben sich in unserer auf "Normalität" so viel wertlegenden Population zu verbreiten.
    Abschließend lässt sich sagen, dass jede Spezies, auch der Homo sapiens sapiens, nur das vorläufige Produkt ihrer evolutionären Linie ist, um Heraklit zu zitieren:
     
  18. manganite

    manganite Neues Mitglied

    Aber wird nicht die Evolution dadurch gehemmt, dass es quasi kein Selektion mehr gibt? Wenn sich die Umweltbedingungen aendern, aber die Medizin die Menschen am Leben haelt, die diesen Bedingungen nicht angepasst sind, veraendert sich doch nichts. Der Jetzt-Mensch kann so wie er ist immer weiter existieren.
     
  19. sakk

    sakk Neues Mitglied

    wenn er sich da nicht selber imweg stehen würde :rolleyes:


    sakk :)
     
  20. Cassandra

    Cassandra Neues Mitglied

    Paläoanthropologe Friedemann Schrenk behauptet auch, das Evolution nur in Nieschen stattfinden kann, und die sind heute nicht mehr vorhanden. Ansonsten verlieren sich eventuelle Mutationen im Genpool der Menschheit, es fehlt die Konzentration um Merkmale zu etablieren.
     

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