Zurückgeschickte Holocaustflüchtlinge

Dieses Thema im Forum "Das Dritte Reich" wurde erstellt von Gast, 10. Dezember 2005.

  1. Gast

    Gast Gast

    Das eine oder andere Mal lese ich in Diskussionen im Internet, dass Juden während des Holocaust die Flucht per Schiff anstrebten. Einige wollten Amerika, andere Palästina erreichen. Aber sowohl die Amerikaner, wie auch die Briten haben die Juden wieder zurück in den sicheren Tod geschickt.

    Vielleicht bin ich einfach nur zu blöd zum googlen, aber wenn ich etwas dieser Art finde, dann meist nur in irgendwelchen Foren. Und dann auch ohne genaue Angaben was passiert ist. Zumindest die Nationalität der Juden und das Jahr in dem das angeblich passierte, sollten doch erwähnt werden.

    Die Jahresangabe wäre sehr wichtig. Wenn etwas derartiges 1940 geschah, dann ist das nicht so verwerflich wie 1943, wo die Endlösung ja bereits offensichtlich war.

    Was ist an diesem Argument dran? Ist das nur ein "Die Anderen waren ja auch nicht besser!" ?
     
  2. Penseo

    Penseo Neues Mitglied

    Ich nehme an, dass es um die sogenannte "Exodus Tragödie" geht.
    Unter diesem Begriff findest Du etwas beim Googeln (3.Link). Findet aber erst nach dem 2. Weltkrieg statt. Zur Frage der Verwerflichkeit, was in dem Zusammenhang schon merkwürdig klingt: Wolltest du als überlebender Jude ausgerechnet entweder in einem zyprischen Lager oder mit der Exodus wieder in Hamburg landen? Den Briten war allerdings klar, welche destabilisierenden Wirkungen eine weitere Besiedlung Palästinas haben würde. Seit 1933 haben Juden sich ja wieder in Palästina niedergelassen.
     
  3. Schini

    Schini Neues Mitglied

    Die St. Louis, die am 13. Mai 1939 von Hamburg aus nach Kuba auslief und 900 Juden und Jüdinnen in Sicherheit bringen sollte, war eines dieser Schiffe, die abgewiesen wurden. Eine ausführliche Beschreibung dieser Geschichte findet sich hier: http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/Holocaust/stlouis.html

    Diese Geschichte spielte sich allerdings noch vor dem Krieg ab
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Dezember 2005
  4. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

  5. Arne

    Arne Premiummitglied

    Zwar nicht per Schiff, aber an der schweizer Grenze (wie an einigen anderen neutralen Ländern, wie Schweden) wurden auch viele jüdische Flüchtlinge zurückgewiesen, soweit ich weiß. Man muß allerdings die Situation damals erkennen. Das kleine Land konnte einerseits nicht den vielen Personen Asyl gewähren und bemühte sich andererseits darum die Beziehungen zum großen Nachbarn nicht gefährlich zu belasten.
     
  6. Klaus P.

    Klaus P. Aktives Mitglied

    Die Nazis selber entwickelten übrigens auch "Zwangs-Umsiedlungspläne" wie den sog. "Madagaskar-Plan" im Juni 1940 (s. http://www.shoa.de/content/view/182/216/ )

    Über das Verhalten der Schweiz findet man etwas auf folgender Seite
    http://www.rewi.hu-berlin.de/online/fhi/articles/0509abeggstrebel.htm
    http://www.thata.ch/feingoldreinhardtweltwoche991209.htm
    http://www.woz.ch/archiv/old/00/00/1172.html
    http://www.limmatverlag.ch/gesch/lezzgross.htm#Buch

    Über die Zurückweisung von Juden in Kuba siehe
    http://de.wikipedia.org/wiki/Judentum_in_Kuba

    Über Zurückweisung von jüdischen Flüchtlingen allgemein steht hier etwas:
    http://www.shoa.de/rezensionen/rezension_040817.html
    http://www.oeko-net.de/kommune/kommune07-02/dprobst.htm

    und Weiteres unter den Stichworten "jüdische Flüchtlinge+Zurückweisung"
     

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