Zuspruch zum NS in den dt. Ostgebieten

Dieses Thema im Forum "Das Dritte Reich" wurde erstellt von Simon, 13. Februar 2007.

  1. Simon

    Simon Neues Mitglied

    Gibt es im Netz irgendwelche eindeutigen Quellen, die genaue Zahlen zur Parteizugehörigkeit, Mitgliedschaft in SS und SA aus den deutschen Ostgebieten hergiebt.
    Außerdem bräuchte ich, wenn möglich, eine Quelle über die volljährigen Bevölkerungszahl im Zeitraum von 1933-1945 für dieses Gebiet.

    schon mal vielen dank
     
  2. tbiegel

    tbiegel Neues Mitglied

    Hallo !

    Diese Quellen gi´bt es ja noch nicht einmal für das sg. "Altreich". Aus der Mitgliedschaft kannst Du auch schwerlich den Zuspruch ermessen. Bei den sg. Volksdeutschen müßte erst einmal zwischen freiwilligen Eintritt in diese Organisationen und zwangsweisen unterschieden werden, da gab es regionale und zeitliche Unterschiede. Bei Freiwilligkeit: Geschah dies aus Zustimmung oder Opportunismus ?

    Wenn es Dir um Zustimmung/Ablehnung zum NS geht, sind die sg. "Geheimen Lage- udn Stimmungsberichte" der örtl. Gestapo- und SS-Behörden die deutlich besseren Quellen, die es aber nicht im Netz gibt, weil nioch gar nicht systematisch erfaßt. Für das sg. "Altreich" gibt es eine Quellenedition, die sich mit der sg. "Judenfrage" beschäftigt. Sie enthält knapp 4000 solcher Berichte (auf CD-ROM), aus denen sich Zustimmung und Ablehnung zu antisemit. Maßnahmen ablesen lassen. Wenn man aufmerksam ließt, auch andere Inhalte. Ich weiß jetzt nicht genau, inwiefern die Berichte, die sich grundsätzlich nicht mit der sg. "Judenfrage" beschäftigen, von vornherein nicht aufgenommen worden sind.

    Die Bevölkerungszahl generell bekommst Du aus Atlanten (Bibliothek), sg. Volksschulatlanten. Je nach Deiner Fragestellung ist die Zahl der Minderjährigen vernachlässigbar. Wenn sich Deine Frage nach der Bevölkerung nur auf die Gruppe "Arier" nach NS-Ideologie bezieht, müßte man die Quellen der Sekundärliteratur systematisch auswerten.

    Ich fürchte, Deine Anfrage kann nicht befriedigend beantwortet werden, erst recht nicht mit der Einschränkung, daß die Antworten im WWW zu finden sind.

    Ciao,

    Thomas
     
  3. Simon

    Simon Neues Mitglied

    Das ist natürlich schade.
    Anders als über das Internet ist es für mich als baden-württembergischen Schüler recht schwer an primärquellen für die ostgebiete zu kommen.
    Allerdings wären auch die erwähnten Quellen für das Altreich interssant.
    Wo ist diese CD-Rom denn erhältlich-wenn überhaupt?
     
  4. Cisco

    Cisco Neues Mitglied

  5. Martas

    Martas Aktives Mitglied


    Leider stimme ich da mit tbiegel überein. Gerade dein erstes Anliegen ist außerordentlich schwierig.
    Das zweite kann man eher beantworten, nur musst du bedenken, dass nicht für jedes Jahr genaue Bevölkerungszahlen vorliegen. Gerade die Bevölkerungszahl der Kriegsjahre ist nur schwer, wenn überhaupt, zu ermitteln. Genaue Angaben innerhalb der genannten Zeitspanne existieren, nach meinem Gedächtnis, nur für die Jahre 1933 und 1939.


    Bevor du jetzt mit schier endlosem Hin-und-Her-Klicken anfängst zu addieren, hier die Zahlen für 1933 in etwas komprimierter Form.
    (Die Seite liefert aber gute Informationen.)

    Damit wenigstens ein Teil befriedigend beantwortet werden kann.:winke:


    Aus Velhagen & Klasings Grosser Volksatlas; S.13 1938
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. März 2008
  6. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Wende Dich da doch mal an das Berlin Document Center, das ist dem Bundesarchiv unterstellt und verwaltet das Zentralarchiv der NSDAP mit 11 Millionen Mitglieder-Datensätzen. Dass dieses Archiv den WK II. überlebt hat, ist allerdings eine glückliche Fügung.
     
  7. tbiegel

    tbiegel Neues Mitglied

    Hallo !

    Was ist denn genau Deine Fragestellung ? Vielleicht läßt sie sich ja einfacher beantworten als mit intensiven und teurem Quellenstudium ?

    Bei der CD-ROM handelt es sich um:
    http://hsozkult.geschichte.hu-berli...cher&sort=datum&order=down&search=kulka+juden

    Ciao,

    Thomas
     
  8. Simon

    Simon Neues Mitglied

    Mir geht es vorallem darum zu erfahren, in wieweit die deutsche Bevölkerung aus den Ostgebieten hinter der Parteilinie stand, wie ihr zuspruch zu antisemitischen Positionen und Aktionen war, wie der Zuspruch zur Volksgemeinschaft war.
     
  9. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Ich würde mal bei den Volksabstimmungen ansetzen. Die Ergebnisse sollen ja nicht "groß" gefälscht worden sein. Und die bekommst Du bestimmt aufgeschlüsselt nach Gauen. Gibt Dir schon mal Erkenntnisse zur "Zustimmung".

    Du meinst mit Ostgebieten doch jene in den Grenzen bis 9/1939?

    Zum Antisemitismus glaube ich nicht, dass es eine verwertbare Quelle gibt.

    Grüße Repo
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. Februar 2007
  10. logo

    logo Mitglied

    Andere Grenzen kann es wohl auch nicht gegeben haben, damit ist das Wort "Altreich" auch völlig unsinnig. Denn es gab nur diese Grenzen, die aus dem Versailler Vertrag herrühren. Das Altreich wäre damit Polen und meines Wissens gab es da keine SS,SA oder NSDAP. Dies trifft nur für Danzig zu und das kann man wohl als "Altreich" nicht bezeichnen.
    Wenn also die verloren gegangenen Ostgebiete gemeint sein sollen, dann war die Zustimmung für den Nationalsozialismus ziemlich stark, was sich in den Wahlergebnissen der Endzwanziger und Anfangdreißiger, sowie den erwähnten Volksabstimmungen niedergeschlagen hat.
    Der Antisemitismus wird wohl nicht anders verbreitet gewesen sein, wie in allen anderen (weil überwiegend) ländlichen Strukturen Deutschlands auch, Erkenntnisse darüber kenne ich nicht.
    logo
     
  11. Simon

    Simon Neues Mitglied

    Das mit den Volksabstimmungen klingt gut.
    Über welche Fragen ging es dabei-also was wurde dem Volk zur abstimmung vorgesetzt?
    Und was spricht dafür dass diese nicht verfälscht wurden-wo doch sonst das ganze Leben gleichgeschaltet war?

    danke soweit

    Ich möchte noch auf ein weiteres Thema von mir über die Bombadierung dt Städte durch die allierten verweisen, wo ich fragen zu ähnlichen Punkten habe.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. Februar 2007
  12. Repo

    Repo Neues Mitglied

    So würde ich dies aber nicht sehen.
    In den "Neuerwerbungen" Warthegau usw. wurde die polnische Bevölkerung verjagt, Baltendeutsche, Russlanddeutsche, auch Südtiroler wurden angesiedelt. Es wäre ja durchaus interessant zu erfahren inwieweit die hinter Gröfaz und Cie standen.
    Was aber zs nicht möglich sein wird.

    Grüße Repo
     
  13. logo

    logo Mitglied

    die Frage ist aber, an was (außer den geheimen Gestapoberichten) könntest Du denn nach 1939 die Zustimmung ablesen?
    Ich glaube an gar nichts, denn Zustimmung zu einen Krieg gibt es wohl in keiner Bevölkerung zu 100%. Deshalb ist doch nur der Zeitraum 33-39 zu berücksichtigen!
    logo
     
  14. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Es gab etliche Volksabstimmungen, Austritt aus dem Völkerbund, Hitler auch Reichspräsident "Führer und Reichskanzler", Anschluss Österreichs, fällt mir auf die schnelle ein. Wobei über alles erst hinterher abgestimmt wurde.

    Musst halt mal recherchieren, google und Genossen.

    Wie die Fachleute darauf kommen, dass nicht "viel" gefälscht wurde? Weiß nicht, aber vielleicht waren 45 noch Stimmzettel oder sonst Wahlunterlagen vorhanden. Das ist jedenfalls die unisono Aussage zu den Ergebnissen.

    Grüße Repo
     
  15. Simon

    Simon Neues Mitglied

    ich werd mal sehen was ich zu diesen Volksabstimmungen finde.
    Ich danke!
     
  16. Repo

    Repo Neues Mitglied

    An gar nichts? Na ja, objektiven Maßstab wirst Du keinen finden. Ich hab mal auf einer KPD/ML Site gelesen, der deutsche Arbeiter sei "bis zur letzten Patrone" hinter Hitler gestanden. Keine Ahnung wo das die Mao-Jünger herhaben, aber nachdem diese Aussage aus der Richtung doch erstaunt, denke ich, die haben sich da schon Mühe gemacht. Kannst auch mal googlen.
    Außerdem natürlich Aly´s "Hitlers Volksstaat" gibts bei der bpb für ein paar €

    Grüße Repo
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. Februar 2007
  17. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Ist da Ostpreußen und Berlin vertauscht?

    Grüße Repo
     
  18. Martas

    Martas Aktives Mitglied



    Ja, ist wohl passiert. Hatte ich übersehen, Verzeihung. Aber Sherlock Repo, der sieht das ja sofort!

    In Treue, Ihr Watson:detektiv:
     
  19. Roque

    Roque Neues Mitglied

    also mir fällt dabei nur folgendes ein: unser Lehrer hat uns im Lk mal vor 2-3 Wochen mehrere Karten gegeben, in denen die Gebiete in denen mehr NSDAP gewählt wurde schwarz und die anderen Gebiete dann entsprechend heller eingefärbt waren (in verschiedenen Abstufungen). Es handelt sich dabei um die Reichstagswahlen am 31.7.1932 und am 5.3.1933. Wo er diese Blätter allerdings genau her hat bin ich überfragt. Kann dir nur mal schreiben, was er bei Quelle hingeschrieben hat. vielleicht hilft dir das ja weiter.
    Quellen: Statistiken des deutschen Reichs Bd. 434
    Datenbezug: Kreise des Deutschen Reichs
    Computerkartographie: Mechtild Vogt und Elisabeth Lux
    EDV: Jan-Bernd Lohmöller
     
  20. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    :autsch: Ich hatte das Thema falsch verstanden: ich hatte gedacht es ginge um die "Volksdeutschen" in den während des Krieges eroberten Ostgebieten. Habe jetzt mal Karten zum November 32 und März 33 hochgeladen. Ich hoffe, man erkennt etwas, denn leider musste ich die Karten zuschneiden und in Schwarz-Weiß wiedergeben, bunt waren sie zu groß...
    Bildnachweis: Wagner, Wilhelm J.: Knaurs Bildatlas Drittes Reich. Augsburg 2001.
     

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