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Alt 19.01.2009, 07:01   #1
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Daniel Oswald wird schon bald berühmt werden
Mit chemischen Waffen gegen die Römer


Mit chemischen Waffen gegen die Römer
An der Grenze zwischen dem persischen und dem römischen Reich gelegen, litt die Stadt Dura Europos im heutigen Syrien immer wieder unter den heftigen Kämpfen der beiden notorischen Kriegsgegner. Als im Jahr 256 n. Chr. die Sassaniden die römische Festung zu erobern versuchten, schreckten sie vor keinem Mittel zurück - auch vor dem Einsatz chemischer Waffen nicht.

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Alt 19.01.2009, 11:04   #2
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Sind Rauchgase (auch wenn sie hier geplant eingesetzt wurden) schon chemische Kriegsführung?
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Alt 19.01.2009, 12:01   #3
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Zitat:
Sind Rauchgase (auch wenn sie hier geplant eingesetzt wurden) schon chemische Kriegsführung?
Wohl kaum, genauso wenig wie ein Brandpfeil. Das Schlagwort macht sich journalistisch aber gut. Man schleuderte ja auch allen möglichen Dreck in belagerte Städte oder Brunnen- soll man das biologische Kriegführung nennen?
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Alt 19.01.2009, 12:07   #4
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Zitat:
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Wohl kaum, genauso wenig wie ein Brandpfeil. Das Schlagwort macht sich journalistisch aber gut. Man schleuderte ja auch allen möglichen Dreck in belagerte Städte oder Brunnen- soll man das biologische Kriegführung nennen?

Also, wenn man tote Rindviecher in einen Brunnen wirft um Bakterien zu züchten und durch eine Epidemie die Bevölkerung zu schwächen, oder eigene Pesttote in eine "gesunde" Stadt werfe um die Bevölkerung anzustecken... dann könnte man schon fast von biologischen Waffen reden, ja. Auch wenn sie im Verhältnis zu heutigen Bio-Waffen recht primitiv waren.

Ob nun das "Ausräuchern" der Römer zu den chemischen Waffen gehörte ist ein Bisschen schwieriger. Es ist ja nun was anderes, ob ich Giftgas/Tränengas/Pfefferspray etc. versprühe, oder ob ich einfach eine größere Menge Pech anzünde und die Rauchentwicklung für mich nutze. Es macht in meinen Augen schon einen Unterschied, wenn ich tatsächlich GIFTIGES Gas einsetze oder "nur" die übliche Rauchentwicklung für mich nutze.
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Alt 19.01.2009, 12:55   #5
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Ging es dabei nicht auch um Schwefel bzw. Schwefeldämpfe und Gase?
Jedenfalls gehört Schwefel zu den chemischen Elementen und wird beim Verbrennen zu Schwefeldioxid, das hochgiftig ist.
Mehr Info zum Schwefel hier Schwefel (Sachartikel) - Wissen - Meyers Lexikon online

und hier Schwefeldioxid
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Alt 19.01.2009, 13:03   #6
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Zitat:
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Ging es dabei nicht auch um Schwefel bzw. Schwefeldämpfe und Gase?
Jedenfalls gehört Schwefel zu den chemischen Elementen und wird beim Verbrennen zu Schwefeldioxid, das hochgiftig ist.
Mehr Info zum Schwefel hier Schwefel (Sachartikel) - Wissen - Meyers Lexikon online

und hier Schwefeldioxid
Du hast schon recht, aber das setzt auch voraus das sie die Wirkung kannten. Was mich noch interessieren würde, wie kommt der Mann auf diese Kombination (Erdpech und Schwefel)? Hat man Reste gefunden?
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Alt 19.01.2009, 13:03   #7
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Zitat:
Ging es dabei nicht auch um Schwefel bzw. Schwefeldämpfe und Gase?
Jedenfalls gehört Schwefel zu den chemischen Elementen und wird beim Verbrennen zu Schwefeldioxid, das hochgiftig ist.
Mehr Info zum Schwefel hier Schwefel (Sachartikel) - Wissen - Meyers Lexikon online

und hier Schwefeldioxid
Simpler Rauch reicht völlig in wenigen Sekunden. Das entstehende Kohlenmonoxid besorgt eine schnelle tödliche Vergiftung. An Schwefel ist das Gemeine, dass das SO2 die Lungen stark verätzt.
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Alt 19.01.2009, 13:09   #8
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Zitat:
Sascha66 Beitrag anzeigen
Du hast schon recht, aber das setzt auch voraus das sie die Wirkung kannten. Was mich noch interessieren würde, wie kommt der Mann auf diese Kombination (Erdpech und Schwefel)? Hat man Reste gefunden?

Zitat:
Der pharmazeutische Nutzen von Schwefel war bereits im Altertum bekannt. Innerlich wurde Schwefel als Laxans (Abführmittel) eingesetzt. Er reizt die Darmschleimhaut. Der dabei durch Bakterien erzeugte Schwefelwasserstoff regt die Peristaltik an. Äußerlich kamen Schwefelrezepturen bei Hauterkrankungen wie Akne, Ekzemen, Krätze u. a. zum Einsatz.
... Schwefel findet auch bei der Herstellung von Schwarzpulver, als Salpeterschwefel in der Feuerwerkerei, oder bei anderen explosiven Stoffen Verwendung.
(Aus Schwefel ? Wikipedia)

Geändert von Caro1 (19.01.2009 um 13:12 Uhr).
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Alt 19.01.2009, 13:10   #9
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Dann wollten die Perser den Römern wohl was gutes tun, und ihnen das abführen erleichtern...
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Alt 19.01.2009, 13:19   #10
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Zitat:
El Quijote Beitrag anzeigen
Dann wollten die Perser den Römern wohl was gutes tun, und ihnen das abführen erleichtern...
Spaßvogel. Es ging um die Frage, ob die Römer Schwefel bereits kannten.
Dioskurides kannte Schwefel jedenfalls als Heilmittel, siehe fünftes Buch Nr. 123(124) Dioskurides Materia Medica, die etwa 70 nach Chr. enstand.
Welch kluger Mann, denn er schreibt, der beste Schwefel sei der, welcher noch nicht im Feuer gewesen!

Geändert von Caro1 (19.01.2009 um 13:24 Uhr).
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Alt 19.01.2009, 13:23   #11
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Zitat:
Dioskurides kannte Schwefel jedenfalls als Heilmittel, siehe fünftes Buch Dioskurides Materia Medica.
Natürlich, er lagert sich ja in aktiven Vulkangegenden an der Oberfläche von Felsen an und muss nur abgekratzt werden.
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Alt 19.01.2009, 13:23   #12
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Zitat:
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Spaßvogel. Es ging um die Frage, ob die Römer Schwefel bereits kannten.
Dioskurides kannte Schwefel jedenfalls als Heilmittel, siehe fünftes Buch Dioskurides Materia Medica.
Ich meinte eigentlich die Wirkung von Schwefeldioxid.
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Sascha66 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.01.2009, 13:26   #13
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Zitat:
Ich meinte eigentlich die Wirkung von Schwefeldioxid.
Das liegt dann wohl nahe.
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Alt 19.01.2009, 13:51   #14
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Zitat:
balticbirdy Beitrag anzeigen
Das liegt dann wohl nahe.
Verstehe ich nicht, steh wohl auf dem Schlauch.
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Alt 19.01.2009, 13:55   #15
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Wenn man Schwefel kannte, wird man auch um seine Brennbarkeit und die Wirkung der Gase gewusst haben.
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Alt 19.01.2009, 14:13   #16
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Zitat:
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Wenn man Schwefel kannte, wird man auch um seine Brennbarkeit und die Wirkung der Gase gewusst haben.
Schon verstanden, stand wohl wirklich etwas auf dem Schlauch.
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Sascha66 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.01.2009, 15:15   #17
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Serapis befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
C-Waffen der Sassaniden

Forscher finden Hinweis auf Giftgaseinsatz in der Römerzeit


Giftgas ist keine moderne Erfindung: Der Archäologe Simon James sieht in Funden aus einem alten Belagerungstunnel Beweise, die den Einsatz dieser chemischen Waffe zu Zeiten des antiken Roms dokumentieren. Während früherer Ausgrabungen im heutigen Syrien waren Forscher auf die Überreste von etwa 20 römischen Soldaten gestoßen, die auf engstem Raum in einem Tunnel gestorben waren. In dem gleichen Tunnel fanden die Forscher Chemikalien, die zur Erzeugung giftiger Rauchschwaden dienen können – James ist daher überzeugt, dass die angreifenden Truppen des Sassanidenreichs, einer antiken Großmacht, die Römer mit Giftgas umbrachten.

Rest:
wissenschaft.de - Antike C-Waffen
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Alt 19.01.2009, 15:46   #18
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Zitat:
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Sind Rauchgase (auch wenn sie hier geplant eingesetzt wurden) schon chemische Kriegsführung?
Zitat:
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Wohl kaum, genauso wenig wie ein Brandpfeil. Das Schlagwort macht sich journalistisch aber gut. Man schleuderte ja auch allen möglichen Dreck in belagerte Städte oder Brunnen- soll man das biologische Kriegführung nennen?
Über den Einsatz von Rauch- und Reizgasen haben wir hier ab Beitrag #5 schon mal diskutiert, allerdings ohne klares Ergebnis.

Ich würde durchaus den Einsatz von potentiell krankheitserregenden Stoffen, wie Pesttoten, Leichen, Tierkadaver, Fäkalien etc. in den Bereich der (primitiven) biologischen Kampfführung einordnen, da der gewünschte Effekt (Ausbruch von Seuchen, Verseuchung des Wassers etc.) auch mit diesen pimitiven Mitteln erreicht werden kann. Nur sind diese Mittel eben nicht so zuverlässig, wie eine moderne biologische Waffe, der Zufall spielt hier eine wesentlichere Rolle.
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Alle Revolutionen haben bisher nur eines bewiesen, nämlich, dass sich vieles ändern läßt, bloß nicht die Menschen.
Gil-galad ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.01.2009, 20:06   #19
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Selbst die modernen B-Waffen bestehen aus den selben netten kleinen Tierchen wie damals!
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Gevatter Tod in Terry Pratchetts: Hogfather
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Alt 21.01.2009, 21:26   #20
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Zitat:
askan Beitrag anzeigen
Selbst die modernen B-Waffen bestehen aus den selben netten kleinen Tierchen wie damals!
Mit dem kleinen Unterschied, dass man sie heute extra für den Einsatz als Waffe züchtet. In der Antike würde ich diese "B-Waffen" eher als Zufallsentwicklung betrachten, da ich mir kaum vorstellen kann, dass man jemand absichtlich mit der Pest infiziert hat, um ihn dann nach seinem Ableben über die gegnerische Burgmauer zu schleudern. Dass Kadaver geeignet sind um Wasser nachhaltig zu verseuchen, das dürfte auch in dieser Zeit hinreichend bekannt gewesen sein, wenn auch nicht der genaue Grund dafür.
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