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Alt 24.07.2004, 13:02   #1
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Mitgliederbild von rolo
 
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rolo ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Island

:teach: Aus den Anfängen unserer Zeitrechnung gibt es Berichte über Schiffe, die nach Island abgetrieben wurden, darunter sollen auch römische Galeeren gewesen sein.
Ausgrabungen haben frühe Ansiedlungen aus dem 7. und 8. Jahrhundert auf den Westmännerinseln hervorgebracht, es soll sich hierbei um Einwanderer aus Südwestnorwegen gehandelt haben.
Im 8. Jahrhundert siedelten irische Mönche auf Island, die allerdings durch Vulkanausbrüche wieder vertrieben sein sollen.
Ein norwegisches Wikingerschiff verirrte sich 860 nach Ostisland, die Männer tauften die Insel schlicht Snaeland (Schneeland).
874 lässt sich der erste Dauersiedler Ingolfur Arnarson im Gebiet von Reykajavik nieder.
Ihm folgten etwa 400 Häuptlingsfamilien aus Norwegen.
Laut archäologischen Ausgrabungen sollen sich im 9. Jahrhundert hauptsächlich Wikinger und Kelten in dieser Gegend angesiedelt haben.
Es sollen auch Menschen von den britischen Inseln nach Island gelangt sein, möglicherweise als Sklaven.
Die Epoche der Landnahme und -verteilung wird für die Zeit von 870 - 930 angegeben.
Wie in einem anderen Thread erwähnt, soll die isländische Sprache noch die archaischste sein unter den germanischen Sprachen.
Es wäre aber anhand der oben erwähnten Tatsachen (Assimilierung mit Kelten) sicherlich falsch davon auszugehen, dass es sich bei den Isländern um eine im ursprünglichen Zustand erhaltene Gruppe von Protogermanen handelt.
Wie mir erzählt wurde, soll es aber auf Island dennoch sehr viele Menschen mit blonden Haaren und blauen Augen geben.
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Alt 24.07.2004, 13:20   #2
hyokkose
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Zitat:
rolo
Es wäre aber anhand der oben erwähnten Tatsachen (Assimilierung mit Kelten) sicherlich falsch davon auszugehen, dass es sich bei den Isländern um eine im ursprünglichen Zustand erhaltene Gruppe von Protogermanen handelt.
Wie mir erzählt wurde, soll es aber auf Island dennoch sehr viele Menschen mit blonden Haaren und blauen Augen geben.
Lieber Rolo, die Suche nach irgendwelchen reinrassigen blond-blauäugigen Protogermanen ist aussichtslos, denn eine solche Gruppe hat es nie gegeben.
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Alt 24.07.2004, 13:23   #3
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HAst recht, aber es gibt trotzdem eine Menge blonder Isländer.
Obwohl die einzige Isländerin die mir bekannt ist, die Sängerin Björk ist und die hat schwarze Haare.
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Mensch sein heißt, an dem Ort zu stehen, wo ein neugieriger Affe einem stürzenden Engel begegnet.

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Alt 24.07.2004, 13:29   #4
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rolo ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Ich hab auch mal einen Film über Island gesehen wo noch andere Isländer zu sehen waren...und die Sängerin Björk erinnert mich irgendwie eher an einen Eskimo...
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Alt 24.07.2004, 13:29   #5
hyokkose
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Zitat:
askan
HAst recht, aber es gibt trotzdem eine Menge blonder Isländer.
Obwohl die einzige Isländerin die mir bekannt ist, die Sängerin Björk ist und die hat schwarze Haare.
Hast auch recht, nur mit Geschichte hat das nicht das Geringste zu tun.
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Alt 24.07.2004, 13:31   #6
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Mitgliederbild von Aragorn
 
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Aragorn befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Zitat:
rolo
:teach: Aus den Anfängen unserer Zeitrechnung gibt es Berichte über Schiffe, die nach Island abgetrieben wurden, darunter sollen auch römische Galeeren gewesen sein.
Ausgrabungen haben frühe Ansiedlungen aus dem 7. und 8. Jahrhundert auf den Westmännerinseln hervorgebracht, es soll sich hierbei um Einwanderer aus Südwestnorwegen gehandelt haben.
Im 8. Jahrhundert siedelten irische Mönche auf Island, die allerdings durch Vulkanausbrüche wieder vertrieben sein sollen.
Ein norwegisches Wikingerschiff verirrte sich 860 nach Ostisland, die Männer tauften die Insel schlicht Snaeland (Schneeland).
874 lässt sich der erste Dauersiedler Ingolfur Arnarson im Gebiet von Reykajavik nieder.
Ihm folgten etwa 400 Häuptlingsfamilien aus Norwegen.
Laut archäologischen Ausgrabungen sollen sich im 9. Jahrhundert hauptsächlich Wikinger und Kelten in dieser Gegend angesiedelt haben.
Es sollen auch Menschen von den britischen Inseln nach Island gelangt sein, möglicherweise als Sklaven.
Die Epoche der Landnahme und -verteilung wird für die Zeit von 870 - 930 angegeben.
Wie in einem anderen Thread erwähnt, soll die isländische Sprache noch die archaischste sein unter den germanischen Sprachen.
Es wäre aber anhand der oben erwähnten Tatsachen (Assimilierung mit Kelten) sicherlich falsch davon auszugehen, dass es sich bei den Isländern um eine im ursprünglichen Zustand erhaltene Gruppe von Protogermanen handelt.
Wie mir erzählt wurde, soll es aber auf Island dennoch sehr viele Menschen mit blonden Haaren und blauen Augen geben.
Neben Germanen und Kelten, kamen aber auch slawische Sklaven (Slawe= Sklave) aus Norwegen mit ihren Herren nach Island.
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Egal wie eng die Pforte, wie mühevoll der Weg. Ich bin der Herr meines Schicksals, ich bin der Hauptmann meiner Seele. (William Ernest Henley)
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Alt 24.07.2004, 13:34   #7
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rolo ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
"Protogermanen"

Zitat:
hyokkose
Lieber Rolo, die Suche nach irgendwelchen reinrassigen blond-blauäugigen Protogermanen ist aussichtslos, denn eine solche Gruppe hat es nie gegeben.
Hallo hyokkose,
deshalb ist es ja auch falsch davon auszugehen, dass sich diese Gruppe dort noch in ihrer archaischen Form erhalten hat.
Hier ist etwas, was ich noch zu den Protogermanen gefunden habe, auf http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche

"In vorgeschichtlicher Zeit überlagerte und assimilierte ein sich nach Norden ausbreitender Zweig des ursprünglich aus
Osteuropa kommenden Volkes, das Träger des
Indoeuropäischen war, die vorher in
Dänemark und Skandinavien lebende Bevölkerung unbekannter Herkunft. Daraus entstanden die sog. Protogermanen.
Im der zweiten Hälfte des letzten vorgeschichtlichen Jahrtausends begannen dann diese
Germanen nach Süden zu expandieren..."
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Alt 24.07.2004, 15:26   #8
hyokkose
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Mir ist eben nicht ganz klar, was das Stichwort "Protogermanen" überhaupt mit dem Thema Island zu tun haben soll.
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Alt 13.08.2004, 09:40   #9
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Muck134 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Stimmt es eigentlich, dass es im heutigen Island einen Elfenbeauftragten von der Regierung gibt?! Dieser soll sich speziell um die Fabelwesen der Insel "kümmern".
Was sagt ihr dazu?
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Der Mensch sollte lesen, wozu es ihn gerade treibt; was er nur aus Pflichtgefühl liest, wird ihm wenig nützen.
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Alt 13.08.2004, 09:56   #10
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Marbod befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Ja, den gibt es tatsächlich, allerdings im Bauamt. Die Kommunen geben eben acht auf ihre gesamte Umwelt
Das geht sogar soweit, dass Straßen um kleine Hügel gebaut werden in denen Elfen oder Trolle "leben". Ich finde es Klasse, dass sich die Isländer noch so um ihre Mythen bemühen. Es ist auch einfach ein verwunschenes Land da oben, da fällt einem der Glaube an Elfen und Trolle doch wesentlich leichter als hierzulande.
Leider gibt es auch Realisten, die den Beauftragten aus Kostengründen lieber abschaffen würde.
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Alt 13.08.2004, 10:06   #11
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Also ich würde das auch ehrenamtlich machen : )
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Muck134 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.08.2004, 11:27   #12
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rolo ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
In der Tat, das Städtische Bauamt leistet sich eine hauptamtliche Elfenbeauftragte. Sie heißt Erla Stefansdottir und erforscht auch gern mal die Staatsform der Elfen. In einem Interview sagte sie: "Die Elfen sind sind gerade dabei, sich von einer legislativen zu einer konstituionellen Monarchie zu entwickeln."
Alles findest Du hier:
http://www.berlinonline.de/berliner-.../magazin/0005/
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Alt 22.08.2004, 04:46   #13
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Haben die Wikinger die zuerst nach Island kamen nicht erst einmal in Irland halt gemacht um sich von dort einige frauen zu beschaffen?
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Alt 22.08.2004, 08:24   #14
hyokkose
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Das wäre ja ein riesiger Umweg gewesen. Sollten die Wikinger ein spezielles Faible für irische Frauen gehabt haben?
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Alt 27.08.2004, 16:21   #15
survivor
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Irische Frauen

Die Frage nach den irischen Frauen erübrigt sich von selbst , wie bereits erwähnt wurde, wurden Sklaven oder sonstige Menschen von den Britischen Inseln nach Island mitgenommen.

Klar haben sich die Nordleute hier und dort Frauen geschnappt.

...und warum Björk schwarzhaarig ist... naja auch in Skandinavien gibt es dunkelhaarige Menschen, aber ich muss schon sagen, dass Björk ein sehr merkwürdiges Exemplar ist.
Aber wahrscheinlich schreibe ich das jetzt nur weil ich ihre Musik nicht mag...
egal.
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Alt 27.08.2004, 17:32   #16
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Registriert seit: 06.2004
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Marbod befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Zitat:
Stormbringer
Haben die Wikinger die zuerst nach Island kamen nicht erst einmal in Irland halt gemacht um sich von dort einige frauen zu beschaffen?

Die große Besiedlung Islands ging von Norwegen aus. Die Reise führte über die Orkeys und die Färöer Inseln nach Island. Da ist es eher unwahrscheinlich, dass man von dort aus kommend irische Frauen unterwegs einlud, da dies ein riesiger Umweg gewesen wäre, wie Hyokkose ja schon richtig erwähnte!
Aber ein kleiner Teil der Siedler stammte auch aus Wikingerkönigreichen der britischen Inseln. Von dort nahmen sie die keltischen Einflüße mit nach Island. Bis zum Rückzug bzw. dem Untergang der Wikingerkönigreiche Irlands gegen Ende des 10. Jahrhunderts wanderten immer wieder Familien von dort nach Island aus. Da diese kleinen Königreiche keine abgeschottete Gesellschaft bildeten, sondern eben starken keltischen Einflüßen unterzogen waren, verwundert es nicht auf Island keltische Spuren zu finden.

Gruß

Marbod
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Marbod ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.03.2005, 04:24   #17
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Frage

Zitat:
rolo
Ein norwegisches Wikingerschiff verirrte sich 860 nach Ostisland, die Männer tauften die Insel schlicht Snaeland (Schneeland).
Ich dachte immer das der Name Island (also Iceland) gewaehlt wurde um die Menschen davon abzuhalten dorthin zu siedeln (wie Eric der Rote ja den Namen Groenland (Greenland) gewaehlt haben soll um Siedler dorthin zu locken).
Weiss da jemand mehr drueber ?
__________________
Κατάπληξη! Δεν ήξερα ότι μπορείτε να διαβάσετε τα ελληνικά
udaipur99 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.03.2005, 08:08   #18
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Themistokles hat die Renommee-Anzeige deaktiviert
Bei Ankunft der Wikinger soll es kräftig geschneit haben, daher Snealand. 870 fuhr Floki Vilgerdason nach Snealand und stellte fest, dass das Landesinnere angenehmer war als die Küste und es viel Jagdbeute gab (z.B.Walrösser) In Norwegen erzählte er dann vom Eisland um sein Paradies für sich zu behalten. Wie du schon sagtest. Es kamen aber doch viele Siedler und 930 lebten bereits 25000 Norweger und irische Sklaven (da habe ich keine Zahlenangabe) dort.

Die Angaben kommen aus der PM History vom April 2003.

Was ich zu Island interessant finde, ist, dass man die Sprache fast ursprünglich erhalten hat. Junge Isländer können die Edda im Originalwortlaut lesen und eine Komission versucht zu Anglismen isländische Entsprechungen zu finden.
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Alt 23.03.2005, 11:28   #19
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Zitat:
Marbod
Ja, den gibt es tatsächlich, allerdings im Bauamt. Die Kommunen geben eben acht auf ihre gesamte Umwelt
Das geht sogar soweit, dass Straßen um kleine Hügel gebaut werden in denen Elfen oder Trolle "leben". Ich finde es Klasse, dass sich die Isländer noch so um ihre Mythen bemühen. Es ist auch einfach ein verwunschenes Land da oben, da fällt einem der Glaube an Elfen und Trolle doch wesentlich leichter als hierzulande.
Leider gibt es auch Realisten, die den Beauftragten aus Kostengründen lieber abschaffen würde.
Also, das ist zu 90% Touristenspinnerei. Der "Elfenbeauftragte" berät Leute beim Hausbau, so wie es hier private esoterische Institutionen gibt, die Wasseradern ausfindig machen und Feng Shui verbreiten. Das hat eher was mit Akzeptanz bei Neubaumaßnahmen zu tun.
Es gibt in Reykjavik eine einzige Straße, die um einen kleinen Felshuppel herumgebaut ist, so wie bei uns in verkehrsberuhigten Straßen um Poller, damit man nicht so schnell fährt. Da werden dann die Touristenbusse hingekarrt.
Allerdings hat man sich dazu entschlossen, als mehrere Baumaschinen beim Versuch, den Hubbel platt zu machen, den Geist aufgegeben hatten.
Es gibt auch eine Story, dass Engländer während des WK II in Nordisland eine Hafenmole gegen den dringenden Rat der Einheimischen bauten. Die Elfen seien dagegen, die Felsen zu sprengen und mit Beton eine Mole draufzusetzen. Tatsächlich wurde die Mole gebaut, überstand aber den ersten größeren Sturm nicht.
Und das "Achtgeben der Kommunen auf die Umwelt" ist seehr begrenzt und hat erst in relativ neuer Zeit eingesetzt, als das Versickernlassen ungeklärter Abwässer der Sommerhäuschen Trinkwasserprobleme erzeugte. Die Kläranlage Reykjaviks ist um die Jahrtausenwende gebaut worden. Vorher sah man an den Mövenschwärmen im Meer, wo das Abwasserrohr endete.
Ich habe noch die ewig brennenden Müllhalden allerorten in guter Erinnerung.
Die internationale Esoteriker-Gilde sammelt sich eigentlich nur um den Snæfellsjökull an der Westspitze Islands. Hier beginnt übrigens Jule Vernes Reise zum Mittelpunkt der Erde.

Fingalo
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Geändert von fingalo (23.03.2005 um 11:29 Uhr). Grund: Rechtschreibfehler
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Alt 23.03.2005, 12:22   #20
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Zitat:
Themistokles
Bei Ankunft der Wikinger soll es kräftig geschneit haben, daher Snealand. 870 fuhr Floki Vilgerdason nach Snealand und stellte fest, dass das Landesinnere angenehmer war als die Küste und es viel Jagdbeute gab (z.B.Walrösser) In Norwegen erzählte er dann vom Eisland um sein Paradies für sich zu behalten.
Die Angabe stammt aus dem Landnámabok, dessen Historizität heute nicht mehr angenommen wird.
Die ältesten Funde sind römische Münzen aus 300 n.Chr. Es gibt nur wilde Spekulationen darüber, wie die dorthingekommen sind.
Es steht auch zu vermuten, dass das von Beda venerabilis (674 - 735) und von Dicuilus (irischer Gelehrten-Mönch, der in Frankreich unterrichtete) Anfang des 9. Jh. genannte Thule Island war. Beim Ultima Thule des Pytheas scheiden sich die Geister.
Sicher dürfte indes sein, dass die ersten Siedler Iren waren. Man hat einen Bischofsstab aus vor-normannischer Zeit in Island gefunden. Deshalb müssen da mehr als ein paar irische Mönche für 6 Monate, von denen Decuilus berichtet, gelebt haben. Ari Þorgilsson, der Weise, berichtet denn auch, dass die Normannen dort Iren vorfanden, die sie "Papar" nannten.
Der erste Norweger, der sich nach Island verirrte, war Nordoddur, der das land Snæland nannte. Der nächste Norweger war der schwedischstämmige Gardar Svavarsson. Er überwinterte in Húsavík in Nordisland. Erster ständiger Siedler ist laut Quellenlage ein von dort entlaufener Sklave namens Náttfari.
[QUOTE=Themistokles]Wie du schon sagtest. Es kamen aber doch viele Siedler und 930 lebten bereits 25000 Norweger und irische Sklaven (da habe ich keine Zahlenangabe) dort.Die Zahl halte ich für überzogen. Wenn ich pro Haushalt + Sklaven 10 Personen ansetze, dann gab es 2.500 thingfahrtpflichtige Familienoberhäupter. Die archäologischen Befunde in thingvellir geben eine solche Versammlung nicht her.
Zitat:
Themistokles
Was ich zu Island interessant finde, ist, dass man die Sprache fast ursprünglich erhalten hat. Junge Isländer können die Edda im Originalwortlaut lesen und eine Komission versucht zu Anglismen isländische Entsprechungen zu finden.
Das ist fast richtig. Also lernen müssen das die Kinder schon in der Schule. Die Orthographie hat sich inzwischen stark geändert. Außerdem gibt es in den alten Texten manche Wörter, deren Bedeutung verloren ist. Es handelt sich um Geräte, die heute nicht mehr bekannt sind.
Was die Anglismen anbetrifft, so bezieht sich das auf alle Sprachen. Isländisch ist fremdwortfeindlich, da die Flexionen im Wortstamm und nicht nur durch Endungen erfolgen. Allerding hat es Ende des 19. Jh. eine starke Dänisierung der Sprache gegeben, die durch Halldór Laxness zurückgedrängt wurde. Das macht meiner Frau sehr zu schaffen, wenn sie deutsche Gebrauchsanweisungen übersetzen soll. Der Gipfel war die Ersatzteilliste für einen motorisierten Groß-Meißel, mit denen man Steine zertrümmert, also wie hier beim Straßenbau. Bei Gelegenheit eines Islandbesuches suchte sie den Importeur auf und beide entwickelten gemeinsam neue Vokabeln. Auch bei speziellen Ölfiltern suchte sie ihre Autowerkstatt auf, die von einem Dichter betrieben wird. Sie entwickelten ebenfalls die Vokabeln und ließen dann den Hilfsmonteur den Text lesen, ob er verstünde, was da steht. Hin und wieder findet man ein eingeführtes Wort: "Posturinn" oder "Apótek". Aber schon ein Telephon gibt's nicht. Heißt "Simi". Wer also eine isländische Telefonnummer braucht, googelt nach "Simaskrá".
Übrigens: Das Genomprojekt in Island ist gegen die Wand gefahren. Hoffman laRoche ist ausgestiegen, nachdem sich herausgestellt hatte, dass die angenommene genetische Einheitlichkeit nicht gegeben ist. Es ist nur ein Teil norwegisch, ein Großteil kommt aus Irland, Schottland usw. Genauere Untersuchungen ergaben, dass diese Gene matrilinear vererbt waren, also offenbar der Frauenraub eine bedeutende Rolle bei der normannischen Bevölkerung spielte. Aber auch patrilineare ausländische Gene sind relativ häufig.
Blond und blauäugig ist nicht so häufig, wie man annehmen sollte.

Fingalo
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