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Alt 12.06.2009, 21:55   #1
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andrix8888 wird schon bald berühmt werden
Das Geld der Kelten?

Hatten die Kelten schon Geld und wer kennt sich damit aus.Welche Stämme lebten in eurer Heimat und wie sah ihr Geld aus.Schreibt alles was euch in den Sinn kommt und zum Thema gehört.Wenn einer von euch schon mal zufällig so was fand,sagen wir beim Pilzesuchen hing sowas am Stamm eines kräftigen Pilzes,so kann er uns ja mal sagen was er da so fand.Immer rein zufällig,natürlich ohne Staubsauger.Interessant wäre herauszufinden wie weit sowas durch den Handel verschleppt wurde.
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Alt 12.06.2009, 22:55   #2
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Ich weiß nur das die Kelten sicher Geld (Münzgeld) prägten.

Kelten ? Wikipedia
__________________
"Ich will keine Zensur, weil ich nicht für Dummheiten, die man drucken darf, verantwortlich sein will." - Napoleon Bonaparte
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Alt 12.06.2009, 23:54   #3
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Vercingetorix01 sorgt für eine eindrucksvolle Atmosphäre
Zitat:
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Hatten die Kelten schon Geld …
Ja, Regenbogenschüsselchen
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Alt 13.06.2009, 10:50   #4
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Zitat:
Vercingetorix01 Beitrag anzeigen
CoinArchives.com Lot Viewer hier in einer Auktions ein Nervier Stater der Belgenstämme den man ohne weiteres in der Aachener Region finden kann.
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Alt 15.06.2009, 10:26   #5
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Haerangil sorgt für eine eindrucksvolle Atmosphäre
Ich hab mal ein Referat über keltische Münzen gehalten...

ab dem 2. Jahrhundert etwa kannten sie eigene Münzen und setzten diese auch ein. Es existieren kleinere einheiten die auch abgegriffen sind d.h. wohl wirklich als Zahlungsmittel eingesetzt wurden, als auch grössere Einheiten die eventuell gehortet wurden, vielleicht aber auch als Zahlungsmittel benutzt wurden (um Luxusgüter zu bezahlen?) - die jedenfalls weniger oder keine Gebrauchsspuren zeigen.

Symbole und Namen auf Münzen lassen auf einzelne Stämme und Prägeherren schliessen, da Münzen auch auf fremdem Terretorium gefunden wurden lässt sich auch stammesübergreifender Geldverkehr naxhweisen.Die Münzen sind gut abgewogen, entuell gab es lokale Systeme nach denen nach Gewicht fremde Währungen umgerechnet werden konnten, auch Fälschungen sind aus der Zeit bereits bekannt bei denen mit Hilfe fremden Metalls die Münzen "gestreckt" wurden um einen höheren Wert vorzutäuschen als tatsächlich vorlag.
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Alt 15.06.2009, 19:41   #6
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Gut,Haerangil aus welchem Bundesland kommst du?Wenn du südlich der Linie Kassel -Dortmund lebst,aus Hessen,NRW,Bayern,Rheinland-Pfalz,Baden-Würtemberg,Thüringen kommst,hättest du hier die Chance deine heimischen Kelten-Münzen Kennenzulernen.Ich komme beispielsweise aus Hessen.Für die Hess.Keltenmünzen ist zB, der silberne Tannzmann,ein Quinar typisch.Er wiegt 1,3bis 1,6 g,12-15 mm Durchmesser.Auf der Vorderseite der Münze findet man einen laufenden Krieger mit Schlange in der rechten und einem Torque in der linken Hand,eingefaßt in einem Perlkreis.Aufnder Rückseite das Pferd nach Rechts laufend,mit nach links gewandem Kopf.in Zick-Zack Linien eingefaßt.
http://imagedb.coinarchives.com/img/...image00004.jpg

Geändert von andrix8888 (15.06.2009 um 19:51 Uhr).
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Alt 15.06.2009, 20:13   #7
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Dann ist noch typisch für Hessen der Dreiwirbel,ein Stater,Regenbogenschüsselchen.Erst in Gold,dann stark goldhaltigem Silber, Elektron,Silber,Billon,zum Schluß Bronze geprägt.Man findet die Münze in ganz Hessen,aber auch stellenweise im Rheinland,wird den Rheingermanen zugeschrieben,tritt aber im LANDKREIS Marburg-Biedenkopf,und im Biebertal-FELLINGSHAUSEN am Dünsberg konzentrierter auf.Man geht heute davon aus ,daß er auch eine Ubier -Prägung ist.
http://imagedb.coinarchives.com/img/...7/00317q00.jpg
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Alt 15.06.2009, 20:36   #8
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Außer demTanzmann,wissenschaftlich auch Forrer 351 a genannt und dem Dreiwirbel Forrer 399 Trigetrumgepräge,gibt es hier in Mittelhessen natürlich noch Regenbogenschüsselchen die dem keltischen Stamm der Vindeliker,Augsburger Raum,zugesprochen werden.Fanden sich auch in fast allen Spätkeltischen Siedlungen(Battenberg,Niedenstein,Dünsberg,Amönebu rg-Mardorf,Rimberg,Eisenberg/Hommertshsn.
Der Vogelkopf-Stater : http://imagedb.coinarchives.com/img/...4/00015q00.jpg und der Rolltier-Stater : http://imagedb.coinarchives.com/img/...image08079.jpg
Das Gold für diese Münzen ist sehr guthaltig,wenig legiert,für Flußgold spricht auch der PLatinanteil von 0,1 bis 0,5 %
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Alt 17.06.2009, 00:48   #9
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Vor der Dünsberg Prägung,Tanzmann,gab es noch einen etwas älteren Quinar,den Nauheimer auch Vogelmännchen genannt.Heute geht man davon aus ,daß ihn die Kelten im Heidetränk- Oppidum bei Oberursel-Oberstetten prägten,Avers ein LockenKopf,stilisierter Apollokopf Revers Der Vogelmann mit Torque in der Linken
http://imagedb.coinarchives.com/img/...7/00010q00.jpg
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Alt 17.06.2009, 15:31   #10
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Ich bin aus NRW, damals hab´ich allerdings in Hessen gewohnt und in Marburg studiert...

die Münzen die du beschreibst, die Quinare vom Typ "Tanzendes Männlein", unser regionaler Archäologe ist der Meinung ,daß der tanzende Mann evtl. der Gott Cernunnos sein könnte...

hab´ich schon live gesehen, das Dreiwirbel Regenbogenschüsselchen und den Apollo-Kopf hab´ich leider noch nicht selbst in der Hand gehabt.
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Alt 19.06.2009, 17:50   #11
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Hallo HAERANGIL das hess.Hinterland,das angrenzende Sauerland und besonders das Siegerland werden noch manche Keltische Überraschungen bereithalten.In NRW,die Kalteiche bei Haiger/ Burbach; die Burg bei Erndtebrück/Birkefehl,liefen nachweislich bis in die Spätlatene.Von diesen Plätzen kamen Quinare vom Typ Tanzendes Männlein.Diese Orte sind alle im Zusammenhang mit der Eisenverhüttung zu sehen.
Zur Deutung des Tanzenden Mannes kann man natürlich auch annehmen,daß es sich hierbei um einen Cernunnos handeln könnte,das Geweih als Atribut fehlt.
Jens Schulze Foster hat den Versuch einer Unterteilung in Prägeperioden unternommen.Vereinfacht unterscheidet er den frühen laufenden Mann,von dem knieenden Mann der mittleren Phase,bis hin zum sitzenden Mann der Spätphase.
Erste Phase:http://imagedb.coinarchives.com/img/...image00004.jpg
Mittlere Phase:http://imagedb.coinarchives.com/img/...7/00347q00.jpg
Spätphase:http://imagedb.coinarchives.com/img/...image01018.jpg

Geändert von andrix8888 (19.06.2009 um 18:12 Uhr).
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Alt 19.06.2009, 18:19   #12
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für Cernunnos spräche evtl. die Körperhaltung, am ehesten aber natürlich die Attribute Schlange und Torques...

anstelle des Geweihs hätte er dann hier eine keltische Stachelfrisur - oder aber die Stacheln sind ein Geweih - seitlich gesehen und stilisiert.

Ich verfolge jedenfalls die Siegerländer ausgrabungen seit einiger Zeit gespannt mit...
die ersten Münzfunde mit dem tanzenden Männlein waren für mich eine echte Sensation- damit wurden die Beziehungen zu den hessischen Kelten und den Ubiern belegt.
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Alt 19.06.2009, 18:49   #13
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Die ökonomische Gewichtung dieser Plätze läßt sich nur noch vermuten.Größere Mengen des Forrer 399 als Münze zur Vermögensrücklage im Hessen der Spätlatene,würden die Bedeutung eines solchen Platzes signalisieren.http://imagedb.coinarchives.com/img/...7/00319q00.jpg
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Alt 19.06.2009, 19:05   #14
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leider nur grob als orientierung zu gebrauchen, da sich die Werte bestimmt nicht 1zu1 auf die keltische Welt anwenden lassen aber ich finde es interessant sich mal anzuschauen wieviel Münzen im alltag so wert waren

hier geht es um Münzen der griechischen Antike:
Katalog des Projekts: Lhne und Preise in der griechischen Antike - Finanzdaten ...

kennt jemand evtl. ein ähnliches Projekt für römische Münzen und Spätantike?

Geändert von Haerangil (19.06.2009 um 19:08 Uhr).
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Alt 19.06.2009, 19:15   #15
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Das Heidetränk Kleinsilber.Ein Obol. Mit 0,3 g war sie das Wechselgeld des täglichen Lebens,das Geld unter dem Quinar,in unserem Falle des Tanzmanns.Avers kleines verwildertes Apolloköpfchen,Revers Vierfelderaufteilung < http://imagedb.coinarchives.com/img/...e08074.jpg,wie bei der Marseiller Obole aus Südfrankreich http://imagedb.coinarchives.com/img/...image00052.jpg
,die sicher das Vorbild war.Auf der Rückseite des Marseiller Orginals steht noch MA für Massilia(MARSEILLE)

Geändert von andrix8888 (19.06.2009 um 19:37 Uhr).
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Alt 19.06.2009, 19:27   #16
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Hallo Haerangil warst schneller mit deinem Beitrag,Bei den Griechen lassen sich gute Ausagen machen,wegen der Zuverlässigkeit der griechischen Quellen(Authoren).Mit Sicherheit gibt es auch zuverlässige Quellen zur Kaufkraft des römischen Geldes.
Bei den Kelten müssen wir halt etwas spekulativer sein.
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Alt 20.06.2009, 01:29   #17
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Hier der korrekte Link.
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Alt 20.06.2009, 09:46   #18
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Danke vercingetorix alter Averner.Hätte den Link überprüfen sollen,vielen Dank für deine Aufmerksamkeit.
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Alt 20.06.2009, 14:16   #19
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hmm...

wenn ein Bogenschütze 2-3 Obolen am Tag verdiente, ein Walker fürs Walken von Kleidung 3 Obolen verdiente und eine Prostituierte zwei Obolen für ihre Dienste nahm, dann muss auch das Kleinsilber im Wert von 1 Obol mehr gewesen sein als das Wechselgeld des kleinen Mannes...

ein Viertelstater (30 Oboli) ist dann auch schon ein kleiner Batzen Geld und eine Tetradrachme (240 Oboli) ist schon ein passables Geldpolster.

Wieviel ist denn umgerechnet ein Quinar?
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Alt 20.06.2009, 16:43   #20
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Der Quinar steht zur Keltischen Obole ca 4:1 Die hess.Obolen haben ein Gesamtdurchschnittsgewicht von 0,39 g.Der Quinar schwankt im Gewicht zwischen 1,5 bis 1,8 g .Man vermutet 25 Quinare auf ein Stater,Regenbogenschüsselchen.In hessen nimmt man eine Prägung 90/80 bis 50 v.Chr. an.
Vorsicht beim Kaufkraftvergleich zu griechischen Obolen,sie waren deutlich schwerer,die Keltische Obole geht auf den Quinar zurück, ungefähr ein halber römischer Denar vom Gewicht

Geändert von andrix8888 (20.06.2009 um 17:39 Uhr).
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