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Alt 12.12.2010, 13:57   #621
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rena8 ist ein Lichtblickrena8 ist ein Lichtblickrena8 ist ein Lichtblickrena8 ist ein Lichtblickrena8 ist ein Lichtblickrena8 ist ein Lichtblick
Könnten wir die Unterschiede in der Bauweise und Nutzung zusammentragen oder führt das in diesem Thread zu weit?
Ich finde es immer spannend, wie Menschen zu unterschiedlichen Zeiten und in verschiedenen Weltgegenden so alltägliche Dinge wie ihre Körperreinigung gehandhabt haben.

Zu Zeiten der Römer gibt es eine Entwicklung von einfachen Badehäusern mit aufgereihten Wannen zu den luxuriösen Thermen, innen und außen prachtvoll ausgestattet. Beheizt wurden diese mit Heißluft via Fußboden/Wand (Hypocaustum).

Diese spezielle Heizung finde ich bei den türkischen Bädern nicht, da gibt es in der Mitte einen heißen Stein/Ofen. Kann man das so allgemein sagen?
__________________
Zeitzeuge des Wembley-Tors, was nach dem 27.06.10 aus dem kommunikativen Gedächtnis verschwinden und vergessen wird.
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Alt 12.12.2010, 14:12   #622
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Zitat:
lemming099 Beitrag anzeigen
Rovere behauptet, dass die osmanische Architektur sich aus dem „byzantinischen Erbe“ herausgebildet hat, also nur ein Zweig der byzantinischen Architektur darstellt:
Zum Einfluss der byzantinischen Architektur auf die osmanische habe ich weiter oben bereits gesagt:

Zitat:
Dieter
So war auch die osmanische und seldschukische Architektur in Kleinasien vielfachen Einflüssen ausgesetzt. Anregungen und Übernahmen aus Zentralasien, Iran, Mesopotamien und Syrien lassen sich ebenso feststellen, wie byzantinische Vorbilder aus Anatolien selbst. Bei all dem ist völlig unstrittig, dass es sich bei der osmanischen und seldschukischen Architektur um eine neue Synthese der türkisch-islamischen Kultur handelt.

Die von Anthemius von Tralles und Isidorus von Milet errichtete und im Jahre 537 eingeweihte Hagia Sophia, Hauptkirche von Konstantinopel, überragte mit der gewaltigen 56,20 Meter hohen Rippenkuppel die ganze Stadt. Der Zentralkuppelbau galt den Baumeistern der Osmanen fortan als Leitbild und als Herausforderung, die die bisherige Raumorganisation in Richtung auf eine gesteigerte Raumwirkung korrigierte. An dieser Tatsache gibt es aus kunsthistorischer Sicht überhaupt keinen Zweifel.

Allerdings geriet den osmanischen Architekten der Zentralkuppelbau nicht zur byzantinischen Kopie, sondern sie entwickelten diesen Bautypus in eigenständiger Ausformung und selbstvesrändlich veränderter Nutzung, die dem islamischen Glauben entsprach.
Die osmanische Architektur nahm vielfältige Einflüsse aus Persien, Vorderasien und dem byzantinischen Kleinasien auf und verarbeitete sie zu einem neuen Konzept, das in Form , Dekoration und Nutzung auch der islamischen Religiopn zu entsprechen hatte. Es handelt sich also um eine Synthese architektonischer Strömungen und Gestaltungsmöglichkeiten und nicht um eine Kopie byzantinischer Bauformen. Ähnliches findet man in der Renaissance, die von Italien nach Nord- und Westeuropa ausstrahlte und dort neue Ausdrucksformen und Interpretationen fand, die den jeweiligen Regionen sowie ihrer Kultur und Mentalität entsprachen.
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Alt 12.12.2010, 14:49   #623
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Im Prinzip steht alles (Einfluss Byzant.->Osman. und andersrum, und Einfluss Byzant.->islam. Orient und andersrum, etc.) schon in archnet.org, welches ich zuvor verlinkte. Eine sehr reichhaltige Fundgrube (sofern man englisch verstehen kann... ).

Z.B.:
Ethnic Identity and Cultural Appropriation in Early Ottoman Architecture
Ethnic Identity and Cultural Appropriation in Early Ottoman Architecture

Z.B. mit den Fragen:
Wie kann man die byzantin. Elemente in früher osman. Architektur deuten?
Wieso wurde die Hagia Sophie umgewandelt, und mit welcher Legitimation? Welche Rolle spielte sie als Modell?
Hatten antike und byz. Spolien in der frühosman. Architektur irgendeine Bedeutung, abgesehen von der praktischen - warum sie u.a. ebenso auch in spätbyz. Architektur Verwendung fanden?
Was für einen Grund hatten christl. Gemeinden, neue spätbyz. Kirchen nach osman. Moschee-Beispielen zu bauen?
Welche Bedeutung haben osman. Formen in byz. Klosterkirchen - und andersrum? Welche Rolle spielten die oft eingesetzten byz. Baumeister und die lokalen byzant. Handwerker beim Bau frühosm. Moscheen?
Etc.
Leider kann man aus den meisten PDFs nicht sofort (ohne Umwandlung) zitieren (copy-pasten), weil aufgrund der vielen Bilder auch der Text als Bild nicht anwählbar ist. Also müssten die Interessierten schon selber lesen.

Zu möglichen architekt. Verbindungen der italienischen Renaissance und den Osmanen, hin und her, kann man z.B. nach Publikationen von Gulru Necipoglu und Howard Burns dort suchen, die forschten u.a. in diesem Gebiet. Oder nach Sinan suchen, es gibt eine Menge PDFs. U.a. kannte wohl Andrea Palladio z.B. Stiche der Sultan Selim Moschee aus Edirne, übermittelt durch den venezianischen Botschafter aus Istanbul, als er die Redentore-Kirche in Venedig erbaute, oder mögliche Einflüsse bei Alberti, ebenso wie andersrum, durch die osman. Kontakte z.B. zu Leonardo da Vinci und Michelangelo, die bei Aufträgen von Brücken über das Goldene Horn infrage kamen.

Siehe auch die im Rahmen des Istanbulers Kulturhaupstadt-Jahres noch bis Ende Dezember 2010 laufende Ausstellung:
http://www.en.istanbul2010.org/HABER/GP_808477
Mimar Sinan meets Palladio in Istanbul
(Nein, die beiden haben sich nie real getroffen, dieser Titel soll wohl virtuell verstanden werden. )

Geändert von lynxxx (12.12.2010 um 14:54 Uhr).
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Alt 12.12.2010, 15:04   #624
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Rena: Im Prinzip sind wir schon seit einigen Seiten weg vom konkretem Threadthema, eher hin zu einer Auflistung von osman. Einflüssen auf andere, und anderer Einfluss auf die Osmanen, wie es solche beiden Threads schon im Subforum Osm. Reich schon gibt.
Und ja, der "Stein" in der Mitte etlicher Hamams ist von unten beheizt, denn unten im Keller ist meistens die Warmwasser-Aufbereitung, und damit werden dann auch die Räume beheizt.
lynxxx ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.12.2010, 20:35   #625
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http://deu.archinform.net/stich/1854.htm

Zum byzantinischen Erbe, kleine Zusammenfassung

Zitat:
Im Westen wurde der byzantinische Baustil von der romanischen und schließlich der gotischen Architektur abgelöst. Im Osten übte er einen ent*scheidenden Einfluss auf die islamische Architektur aus. So lässt sich der byzantinische Einfluss klar an so bedeutenden Bauten wie der Umayyaden-Moschee in Damaskus oder dem Felsendom in Jerusalem ablesen, an deren Bau byzantinische Handwerker und Dekorateure beteiligt waren. Die byzan*tinische Baukunst wurde in lokal geprägten Formen, in Russland, Rumä*nien, Georgien und anderen orthodoxen Ländern bis über den Untergang des byzantinischen Reiches hinaus ausgeübt und entwickelte sich dort zu nationalen Formen weiter.

Byzantinische Elemente wurden in der Neuzeit durch die Neobyzantinische Architektur wiederbelebt, die im 19. Jh. gepflegt wurde. In Russland war Konstantin Thon einer ihrer bedeutendsten Vertreter, der zahlreiche Schü*ler hatte und der die Wolodimir-Kathedrale von Kiew, die Nikolaus-Kathedrale in Kronstadt, die Alexander-Neweski-Kathedrale in Sofia und das Neue-Athos-Kloster bei Suchumi schuf. Zu den größten neobyzantini*schen Bauten des 20. Jhs. zählt die Kathedrale des Hl. Sava in Belgrad.
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Alt 13.12.2010, 15:06   #626
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Dieter ist ein LichtblickDieter ist ein LichtblickDieter ist ein LichtblickDieter ist ein LichtblickDieter ist ein LichtblickDieter ist ein Lichtblick
Vor allem in Russland und Osteuropa pflegte man Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jh. einen solchen neobyzantinischen Stil. Anklänge daran findet man auch an einigen in dieser Zeit entstandenen jüdischen Synagogen in Deutschland, die leider nahezu ausnahmslos ein Opfer der Nazi-Barbarei wurden.

Neobyzantinische Architektur ? Wikipedia
Dieter ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.07.2012, 20:37   #627
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Ellinomaxos ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Nach meiner Meinung nach in diese Reihenfolge


-Griechen

-Russland

-übrige orthodoxe Völker

Griechen: Da das Byzantinische Reich Griechisch geprägt war, könnte man so zum Schluss kommen das die Griechen die Erben von Byzanz sind.

Doch dies hat auch andere Gründe wenn ihr mich fragt und diese Gründe findet man durchaus in der Neuzeit. Die Griechen nannten sich vor nicht mal 100-150 Jahre verstärkt neben Hellene auch Romios. Heutzutage ist dieser Name in Vergessenheit geraten. Manche ältere Leute wie z.B meine Oma die wenig Ahnung von Geschichte hat Weiß, wenn man sie fragt wer die Romioi waren. Im Schwarzmeer in der heutigen Türkei, werden Pontier die noch Griechisch sprechen, als Rum und ihre Sprache Rumca genannt.

Kein anderes Volk identifiziert sich weiterhin so stark mit Byzanz wie die Griechen.


Der 29 Mai (Fall von Konstantinopel)gilt in Griechenland als Trauertag. Auch wird Konstantinopel von den Griechen als alte Hauptstadt angesehen, wenn sie wiedermal in Nostalgie und Geschichte schwelgen


Russen: Die Russen sind meiner Meinung soweit die Nachfolger des Byzantinischen Reiches, anhand ihrer Staatsehen mit dem Byzantinischen Reich und ihren Anspruch als "drittes Rom"


Russland wollte auch eine Zeitlang das Byzantinische Reich wieder aufleben lassen (siehe Griechisches Projekt unter Zarin Katharina) wurde aber von den Westmächten, insbesonders von den Habsburgern daran gehindert.


Übrige Orthodoxe Länder:


Die übrigen Orthodoxen Länder sind meiner Meinung nach lediglich Kulturelle Erben. Man siehe es anhand ihrer Religion, ihre Esskultur etc


Auch der Doppelkopfadler ist in manchen Orthodoxen Länder bis heute ein Staatssymbol (Spontan fällt mir da Serbien und Russland ein ).
Ellinomaxos ist offline   Mit Zitat antworten
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