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| | #181 |
| Mitglied Registriert seit: 11.2004 Ort: Weserbergland
Beiträge: 1.075
![]() | Von autochthonen Anatoliern kann man nur bedingt sprechen. Die Bevölkerung Kleinasiens in der Antike war doch sehr bunt gemischt. Im Westen saßen phrygisch-thrakische Völker, ganz an der Küste griechische. Im Landesinnern folgten keltische Gruppen und Abkömmlinge einer älteren indogermanischen Welle (Luwier etc.). Im Osten saßen ebenfalls indogermanische Völker (z.B. die Vorfahren der Armenier). Daneben saßen dort aber auch vorindogermanische Völker, die schwer einzuordnen sind, Nachfahren der Urartäer, Mitanner etc und letztlich nicht zu vergessen die eine oder andere semitische Gruppe. Verbindend für diese Völker war über Jahrhunderte die griechisch-hellenische Kultur. Erst der Niedergang des byzantinischen Reiches entfremdete weite Bevölkerungsgruppen von der griechisch-hellenischen Herrschaftszentrale in Konstantinopel und ermöglichte den turkstämmigen Invasoren eine Assimilierung der Vorbevölkerung. Davon zu sprechen, daß die Anatolier es gewohnt waren sich unter eine Fremdherrschaft zu begeben ist eher falsch. Natürlich herrschten über lange Zeit fremde Völker über Kleinasien. Lassen wir es mit den Persern beginnen, dann die Griechen und dann die Römer. Es zeigt sich aber, daß die Kleinasiaten keinesfalls stets die Sprache und die Religion ihrer Herren annahmen um der Verfolgung zu entgehen. Persisch und Lateinisch konnten sich nicht durchsetzen, lediglich das Griechische, die hellenistische Kultur, konnte dies schaffen. Es läßt sich nicht beweisen aber hätte das oströmische Reich nicht so abgewirtschaftet und weite Kreise von sich entfremdet, dann sprächen die Türken heute wohl eher Griechisch. Einen ähnlichen Vorgang kann man auf dem Balkan beobachten. Auch hier wurde die griechisch-römische Kultur und Sprache fast vollständig hinweggefegt.
__________________ Scheue Recht und traue Niemand! |
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| | #182 | |
| Premiummitglied Registriert seit: 12.2004 Ort: Ostfalen
Beiträge: 6.400
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In der klassischen Antike gab es also eine autochthone anatolische Bevölkerung, die vor allem von Phrygern und Lydern überschichtet wurde. Römer und Perser hinterließen keine nachhaltigen ethnischen Spuren, wohl aber die Griechen. Sie blieben aber ziemlich isoliert an der kleinasiatischen Westküste sitzen und vermischten sich lange Zeit nicht mit der inneranatolischen Bevölkerung. | |
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| | #183 | |
| Gast
Beiträge: n/a
| Zitat:
... wobei ich hier das Wörtlein "vermutlich" unterstreichen möchte. Tatsächlich deutet ja nichts darauf hin, daß die Hatti "autochthoner" als die Hethiter gewesen sein müssen. Zum einen müssen die Hatti und die Vorfahren der Hethiter längere Zeit nebeneinander Anatolien bewohnt haben. Zum anderen macht es mich stutzig, daß das Hattische als gesprochene Sprache bald nach dem Untergang der hattischen Herrschaft ausgestorben war, jedoch von der neuen (hethitischsprechenden) Oberschicht als Kultsprache weiterbenutzt wurde. | |
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| | #184 | |
| Premiummitglied Registriert seit: 12.2004 Ort: Ostfalen
Beiträge: 6.400
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| | #185 | |
| Gast
Beiträge: n/a
| Zitat:
So einen Bevölkerungsgrundstock hat es mit einiger Sicherheit gegeben. Weder die Hethiter noch die Hatti sind in ein menschenleeres Land eingewandert. Ob nun aber so um 3000 v. Chr. in Anatolien eine Vorgängersprache des Hethitischen oder eine Vorgängersprache des Hattischen oder alles beide oder keins von beidem gesprochen wurde, bleibt beim jetzigen Kenntisstand völlig im Bereich der Spekulation. | |
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| | #186 | |
| Mitglied | Hi, ein kleines typisches Adventsgeschenk in lynxxxmanier... ![]() Da hier im Thread doch einiges durcheinander gewürfelt wurde, möchte ich als Ergänzung zu den eingestellten Infos hier: http://www.geschichtsforum.de/f42/et...tuerken-15756/ einige Wissenslücken schliessen helfen, zumal über die frühen Türken, bzw. Turkvölker im Forum noch recht wenig steht. Inhalt:
----------- 1. Vorbemerkung Zuerst muss man mal grundlegendes festhalten, denn einige scheinen da immer etwas durcheinander zu bringen: hieraus: http://www.geschichtsforum.de/283929-post7.html von hyokkose sehr gut zusammengefasst: Zitat:
aus der guten komprimierten Gesamtübersicht über Geschichte, Sprachen, Religion, usw. (im Skript werden etliche relevante Standardwerke der Turkologie genutzt): Einführung in die Ethnologie Zentralasiens PS: Hier gibt es weitere einführende Skripts in unterschiedlicher Qualität zu anderen Weltgegenden: Studium | Institut für Kultur- und Sozialanthropologie "Laut GOLDEN (1992:115ff) ist die Ethnogenese der frühen Türken sehr unklar. Vielfach gilt der Altai als ihre ursprüngliche Heimat. Es gibt aber auch die These, daß die Turkvölker ursprünglich weiter im Nordosten beheimatet waren und in Zusammenhang mit der Wanderung der Hunnen weiter nach Westen gezogen sind. Die unmittelbaren Vorfahren der frühen Türken müssen laut GOLDEN auch nicht notwendigerweise Steppennomaden gewesen sein. Ihre nomadisierende Lebensform könnte vielmehr ein relativ rezentes Phänomen sein." "Die rezenten in Zentralasien lebenden Völker sind das Ergebnis eines langen vielschichtigen Prozesses, in dessen Verlauf bestehende Konfigurationen immer wieder Transformationen durchliefen. Dies gilt insbesondere für die verschiedenen Turkvölker, die zahlenmäßig die stärkste Gruppe darstellen. Die Frage der Ethnizität und der Ethnogenese der zentralasiatischen Völker ist komplex und schwierig." "Bezüglich der Bedeutung der Sprache vermerkt GOLDEN, dass diese bis zur Schaffung „moderner Nationen“ durch das sowjetische System kein wesentliches Kriterium für die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe darstellte. In dieser Welt der häufigen Veränderungen, in der Steppe und sogar in unmittelbarer Nähe zu den sesshaften Gesellschaften, war die linguistische und kulturelle Einheit kein notwendiges Erfordernis. Dies bedeutet nicht, dass die Leute sich dieser Beziehungen nicht bewusst waren. Die „Reinheit der Sprache“, besonders in der Aussprache und dem Fehlen von fremden Einflüssen war eine Quelle des Stolzes, wie u.a. schon Mahmud al-Kasgari schrieb. Die Sprache war, laut GOLDEN aber nie eine Schranke. Verschiedene türkische Gruppen lebten in intensiver Symbiose mit nicht-türkischen Gruppen ohne sich voll zu assimilieren (z.B. die iranisch-sprechenden Alano-As Gruppen unter den Qipcaqen). Insgesamt waren viele der zentralasiatischen Völker bi- oder sogar multilingual. Im westlichen Zentralasien fand jedoch ein allmählicher Türkisierungsprozess statt. Das Türkische war die Sprache der militärischen und politischen Elite in Zentralasien und breitete sich weit über ihre physischen Grenzen aus. Nicht-türkische Gruppen übernahmen die türkische Sprache ohne dass es damit auch zu einer Vermischung mit den Türken kam, zumindest in der Frühphase. Bezüglich der Ethnonyme vermerkt GOLDEN: Der politisch dominante Stamm oder Klan gab oft seinen Namen der tribalen Union oder Konföderation die er schuf. Wenn dieses politische Gebilde zusammenbracht, kam der Name des neuen, dominanten Klans oder Stammes in den Vordergrund oder die alten Klannamen tauchten wieder auf. Eine Zerstreuung von Stämmen führte zum Erscheinen von tribalen Namen und Klannamen unter einer Vielzahl von Gruppen." "Bezüglich der Ethnogenese der zentralasiatischen Völker, insbesondere der Turkvölker, sind laut GOLDEN eine Reihe von Dingen zu beachten: U.a. ist es häufig schwierig und sogar problematische eine Kontinuität bestimmter ethnischer Gruppen zu rekonstruieren. Oft spielten, z.B. bei der sowjetischen Nationalitäten-Politik, politische Interessen eine Rolle. Sowjetische Forscher haben oft kleine Unterschiede zwischen den verschiedenen Gruppen betont und daraus dann unterschiedliche Ethnien konstruiert. Andere Forscher haben die Turkvölker wieder zu wenig differenziert gesehen. GOLDEN vermerkt daher bezüglich der Ethnogenese der Turkvölker folgendes: Jede Diskussion der Ethnogenese und der Formierung der Turkvölker muss die außergewöhnliche Mobilität der pastoralen Nomaden im Kopf behalten, die Geschwindigkeit mit der sich ihre politischen Gebilde auflösten und neu bildeten, oftmals mit einem Wandel in einigen ihrer ethnisch-tribalen Komponenten. Jede Diskussion der Ethnogenese muss die Unterschiede zwischen Land und Leuten im Kopf behalten. Die türkischen Gruppen selbst, die oft unterschiedlichen tribalen Ursprungs und ethnischer Geschichte waren, wurden oft politische Herren in Gebieten, die sehr komplexe ethnische Vorläufer hatten. Über die ursprüngliche Basis einer nicht-türkischen Bevölkerung (in Zentralasien war diese meist iranischen Ursprungs), die selbst das Produkt verschiedener ethnischer Strata waren, wurden verschiedene Wellen türkischer Völker zu verschiedenen Zeiten aufgepfropft. Es fand ein gewisser Grad der Amalgamation, der Assimilation, statt, der im wesentlichen eine neue, aber oft weit von jeglicher Homogenität entfernte Gruppe entstehen ließ. Die Diversität der Sattelbögen, die von ein und demselben türkischen Volk benutzt werden, deutet auf die Vielfalt der ethnischen Gruppen und Subgruppen hin, die dieses Volk bildeten. Die Usbeken bieten dafür ein gutes Beispiel eines Turkvolkes der heutigen Zeit, das sich aus einer Reihe komplexer Schichten, aus einer Vielzahl von türkischen und iranischen Ethnien. formierte. Die iranische Sprache ist in den „usbekischen“ Städten noch immer weit verbreitet." "Insgesamt zeigen die Turkvölker eine außergewöhnliche absorpative Kraft. Dies gilt nicht für andere Steppeneroberer. Die Mongolen eroberten Eurasien, aber heute ist nur die Mongolei mongolisch in der Sprache und sogar hier, ist die Innere Mongolei in Gefahr ihren mongolischen Charakter zu verlieren. Es gibt nur wenige Plätze, wo die von den Türken unterworfene Bevölkerung nicht türkisiert wurde. Anderswo aber, in Anatolien, im NW Iran (wo die Stämme stärker konzentriert waren) bis zum östlichen Transkaukasus, den Niederungen des N-Kaukasus und besonders dem iranischen Zentralasien, turkisierten die Türken, die oft in der Minderheit waren mit der Zeit die lokale Bevölkerung. Dies geschah nicht vorsätzlich. Es war keine Staatspolitik. Die vor-modernen Staaten benötigten keine linguistische Homogenität." "Wie bereits oben ausgeführt wurde, kam es in Zentralasien zu einem allmählichen Türkisierungsprozess. Im Kontakt mit anderen Völkern behielt laut GOLDEN das Türkische meist die Oberhand. In der Ethnogenese der Turkvölker spielte die linguistische Assimilation eine große Rolle. In allen ihren Siedlungsgebieten haben die Turkvölker kleinere Gruppen linguistisch absorbiert und beeinflussten auch die größeren Bevölkerungsgruppen stark. Die umfangreiche Türkisierung der lokalen iranischen Bevölkerung, die sogdisch und oder andere iranische Sprachen sprach, fand wahrscheinlich in der karakhanidischen und seldschukischen Ära statt. Türkische Einflüsse wurden in Choresm im Jahrhundert vor der mongolischen Eroberung spürbar und noch stärker nachdem die Chingisiden die Kontrolle erlangt hatten. Es folgten längere Perioden des Bilingualismus, der in einigen Regionen, besonders in den Städten, bis heute fortdauert." 3. Ethnonym und Ethnogenese der Turkmenen "Im 10.Jhdt. wanderten oghusische Stämme, die ursprünglich in der Mongolei beheimatet gewesen waren, in das Gebiet zwischen dem Ural und dem Aral-See ein. Ende des 10.Jhdt. hatten die am rechten Ufer des Syr Darja lebenden ogusischen Gruppen den Islam angenommen. MAKISI, ein arab. Historiker jener Zeit, bezeichnete die Bevölkerung als „Turkmen“. Die Etymologie des Wortes ist unklar. Die heutigen Turkmenen stammen von der ogusischen Konföderation ab, die bereits sehr früh begann nicht-türkische zu absorbieren. Durch ständige Raubzüge und Gefangennahme iranischer Gruppen wurden den Turkmenen permanent iranische Bevölkerungselemente hinzugefügt. Die Turkmenen nehmen auch eine Unterscheidung zwischen „ig“ reinblütigen Turkmenen und solchen, die von iranischen Gefangenen geboren wurden vor. Gegenwärtig absorbieren die Turkmenen andere muslimische Gruppen, die auf ihrem Gebiet leben, die türk. Ursprungs (z.B. Qazaq, Qara Qalpaq) und nicht-türk. Ursprungs (z.B. Baluchis, Hazara und Araber) sind." ----------- Das folgende aus einem der Standardwerke der deutschen Turkologen: Wolfgang E. Scharlipp: Die frühen Türken in Zentralasien. Eine Einführung in ihre Geschichte und Kultur. Darmstadt 1992, ISBN 3-534-11689-5 (Unverschämtheit! Da verlangt einer bei Amazon 272€ (10 * mehr!), nur weil das Buch seit Jahren ausverkauft ist! Ich setze hier mal einige Auszüge aus meinem Exemplar in das Forum für den Kontext) Ich zitiere unten einige der (für mich) interessantesten Punkte aus den Kapiteln. Wer mehr und weitere Punkte lesen möchte, der lade sich bitte die etwas ausführlicheren Kapitelauszüge in den Word-Dateien runter, welche im Anhang sind! PS: Da das Buch aus einer Vorlesung heraus entstand, gibt es keine Fußnoten, nur eine Bibliographie der verwendeten Werke... folgende Zitate in Tahoma-Schrift = Scharlipp folgende Zitate in Verdana-Schrift = Ethnologie-Skript Forts. folgt: Geändert von lynxxx (02.12.2007 um 03:57 Uhr). | |
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| Mitglied | Forts. von oben: 4. DIE WICHTIGSTEN DATEN DER ALTTÜRKISCHEN GESCHICHTE
5. TÜRKISCHE VORGESCHICHTE: SKYTHEN, HUNNEN ‑ HSIUNG‑NU Zur türkischen Vorgeschichte mit den turkophonen Verbänden bei den europäischen Hunnen, siehe hier: Attila und die Hunnen Ab Post 123. 6. Zum Wort "Türk": "Namen türkischer Stämme begegnen uns in der chinesischen Geschichtsschreibung sicherlich schon vor der chinesischen Wiedergabe der Eigenbezeichnung Türk im sechsten Jahrhundert durch die Zeichen, deren heutige Aussprache etwa t'u chiö ist. Dies aber ist die einzige Bezeichnung, die wir mit Sicherheit einem bestimmten türkischen Stamm bzw. einer Föderation zuweisen können. " "Die Stammesnamen für Fremdstämme, die die Chinesen benutzten, müssen nicht unbedingt in allen Perioden von der ethnischen Zuordnung her eindeutig sein, denn so wie in griechischen Quellen die Bezeichnung Skythe für verschiedene „barbarische“ Stämme stehen kann, die nicht einmal unbedingt eine indogermanische Sprache gesprochen haben müssen, kann die chinesische Bezeichnung Hsiung-nu, die heute allgemein mit den Hunnen identifiziert wird, durchaus „barbarische" Stämme verschiedener ethnischer Abstammung bezeichnen, geschweige denn die völlig undifferenzierte Bezeichnung Hu, die allgemein den Barbaren bezeichnet; ganz abgesehen davon konnte sich ‑ wie wir schon gesehen haben ‑ die ethnische Zusammensetzung einer Stammeskonföderation im Laufe der Zeit erheblich verändern und trotzdem ihr Name erhalten bleiben. Wir wollen uns aus diesen Gründen auf einige Gedanken zu der chinesischen Bezeichnung t'u‑chüeh beschränken, die wir als erste mit Sicherheit mit einer türkischen Eigenbezeichnung identifizieren können. Daß die chinesische Bezeichnung t'u‑chüeh die türkische Eigenbezeichnung türk im Sinne einer ethnischen Identifizierung wiedergibt, ist nie bestritten worden. Auseinandersetzungen hat es aber darüber gegeben, ob das chinesische Wort eben das Wort türk oder einen angeblichen Plural türküt wiedergibt. " "Die ursprüngliche Bedeutung des Ethnonyms türk „stark, mächtig“ ist heute weitgehend akzeptiert. Diese Interpretation ist besonders bei türkischen Wissenschaftlern auf große Zustimmung gestoßen. Ob man diese Bedeutung aber als bewiesen ansehen will, bleibt jedem selbst überlassen. Die darüber auseinander gehenden Meinungen sollen hier kurz skizziert werden, indem ich die Argumente der beiden schärfsten Kontrahenten wiedergebe." "Die türkische Sprache aber fordert durch ihre klare und über Jahrhunderte oft nur wenig veränderte Struktur geradezu zum Etymologisieren heraus. So ist das auch eine Lieblingsbeschäftigung türkischer Wissenschaftler. Mit dem Beweis, daß die kürt, also die Kurden, eigentlich Türken sind, weil das Wort kürt in manchen Dialekten eine besondere Art Schnee bezeichne, sind die in den hohen Gebirgen lebenden Kurden Schneemenschen, ebenso wie die Karluk, die am Altai‑Gebirge lebten. Nur stimmt diese Etymologie hinten und vorn nicht." "Laut GOLDEN (1992:117) besteht über die Bedeutung des Wortes „türk„ keine Einigkeit. Bisweilen wird "türk" mit Stärke, Macht etc. in Verbindung gebracht." 7. HISTORISCHE EREIGNISSE IM ERSTEN REICH "Nur in chinesischen Quellen sind Abstammungsmythen der Türken überliefert. Bis auf eine Ausnahme ist in ihnen eine Wölfin von besonderer Bedeutung. So ist im >Chou shu< wie auch im >Pei shih< die Rede von einem Jungen, der als einziger Überlebender seines Stammes von einer Wölfin gefunden und großgezogen wird. Vor den Feinden flieht sie mit ihm in die Berge nordwestlich von Kao-ch’ang, also Turfan, in eine Höhle, in der sich eine große Ebene mit reicher Vegetation befindet. Aus der Vereinigung der beiden gehen zehn Jungen hervor. Die Zahl „zehn“ ist von Wissenschaftlern mit den zehn Stämmen (on ok) in Zusammenhang gebracht worden, aus denen das westtürkische Reich bestand, dessen Geschichte weiter unten behandelt werden wird. Im Gebirge nordwestlich von Kao-ch’ang hat man den Altai wiedererkannt. An ihm vorbei führte eine alte Handelsstraße, die das Orchon Tal im Osten mit dem Ili‑Tal im Westen verband und sich hier mit dem Handelsweg kreuzte, der vom oberen Jenissei nach Süden zum Altai und Tien-shan führte. Diesen wirtschaftlich strategischen Punkt scheint der Stamm der Türk unter seiner Kontrolle gehalten zu haben. Darüber hinaus ist von ihnen bekannt, daß sie geschickte Schmiede waren, die ihre Eisenprodukte auch ausführten. Über die Ethnogenese dieses Stammes ist viel gerätselt worden. Auffallend ist, daß viele zentrale Begriffe iranischen Ursprungs sind. Dies betrifft fast alle Titel administrativer Amtsinhaber wie auch die Bezeichnung domestizierter Tiere und eventuell sogar die Bezeichnung des Totemtiers, also des Wolfes (böri). Einige Gelehrte wollen auch die Eigenbezeichnung türk auf einen iranischen Ursprung zurückführen und ihn mit dem Wort „Turan“, der persischen Bezeichnung für das Land jenseits des Oxus, in Verbindung bringen. Es muß bislang offen bleiben, ob es sich bei den Türk um türkisierte Iraner handelte oder ob sie als Türken im heutigen Sinne iranische Elemente in ihre Lebensformen aufgenommen haben." 8. Religion der alten Türken "Der religiöse Glaube und die damit verbundenen Riten der alten Türken sind seit je in der wissenschaftlichen Welt heftig umstritten. Unsere Nachrichten darüber sind spärlich, und wir sind in der Hauptsache auf die Interpretation einiger Stellen in den Inschriften angewiesen. Auch berichten uns in diesem Fall die nichttürkischen Quellen nicht viel, und was sie mitteilen, muß noch kritischer gelesen werden als ihre Erwähnungen politischer und wirtschaftlicher Ereignisse, da religiösen Äußerungen und Handlungen für gewöhnlich mit mehr Vorurteilen begegnet wird. Man kann sagen, daß es heute im Großen und Ganzen zwei vorherrschende Auffassungen über die Religion bei den alten Türken gibt. Die erste ist sozusagen eine türkische, zumindest eine unter türkischen Historikern weit verbreitete. Die zweite ist die unter nichttürkischen Historikern verbreitete Ansicht. Nach der ersten Ansicht gab es bei den Türken weder Totemismus noch Schamanismus, sondern schon immer den Monotheismus. So wird schon den Kindern in manchen Schulbüchern gelehrt, durch diesen Monotheismus seien die Türken für den Islam geradezu prädestiniert gewesen. Tatsächlich kommt das türkische Wort für Schamane in den Inschriften nicht vor. Aber das seit Jahrhunderten belegte und in den nordosttürkischen Sprachen heute noch gebräuchliche Wort „kam“ für Schamane lässt nur den Schluß zu, daß auch die alten Türken den Schamanismus kannten." "Wie kommen nun namhafte Historiker, die sich in anderer Hinsicht mit anerkannten Werken ausgezeichnet haben, dazu, zu behaupten, die Religion der alten Türken sei monotheistisch gewesen? Manch tendenziöse Darstellung historischer Themen ‑ wie z. B. die selbstverständliche Vereinnahmung der Hunnen als türkisches Volk, die türkische Identität der Kurden usw. ‑ ist leicht auf dem Hintergrund der nationalistischen Euphorie der frühen Jahre der türkischen Republik zu verstehen. Die historischen Verfälschungen ‑ oder auch nur Unbesonnenheit ‑ zeitigen zu ernste Konsequenzen im täglichen Leben, als daß sie (auch an dieser Stelle) übergangen werden dürften. Wie weit Wissenschaftler sich in unserer Thematik in ihren Spekulationen verirren können, wird z. B. deutlich in der Stellungnahme B. Ögels, eines auch international anerkannten Historikers, der sich mit mehreren Büchern zur Geschichte der Türken und der Hunnen ‑ die für ihn selbstverständlich Türken sind ‑ zu diesem Punkt hervorgetan hat. In seinem Buch >Türk Kültürünün Gelişme Cağları (Entwicklungsepochen der türkischen Kultur)< schreibt er unter anderem: ..." Forts. folgt: Geändert von lynxxx (02.12.2007 um 03:59 Uhr). |
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| | #188 |
| Mitglied | Forts. von oben: 9. DIE WESTTÜRKISCHEN REICHE: CHASAREN UND BOLGAREN siehe dazu auch diesen Thread: http://www.geschichtsforum.de/f56/he...bulgaren-11554 "Im Zuge der Westwanderung der Awaren erschienen um die Mitte des fünften Jahrhunderts verschiedene Stämme oder Formationen in Südwesteuropa, von denen einige wahrscheinlich türkische Stammes*namen trugen. Ihre Namen sind uns in der Hauptsache in leicht schwankender Form in byzantinischen Quellen überliefert. Da wir keine Reste ihrer Sprache oder Sprachen haben, wurden allein ihre griechischen Bezeichnungen zur Grundlage ihrer ethnischen Zuordnung genommen. So finden sich in den Namen der Saraguren, Oguren und Onoguren, die auf der Flucht vor den Sabiren aus ihrem Wohnsitz östlich des Urals sich um 463 mit Gesandtschaften an den byzantinischen Hof wandten, die Bestandteile -gur/ bzw. -ogur. Ebenso die etwas später auftauchenden Kutriguren und Utiguren, die möglicherweise aus einer Spaltung der Saraguren hervorgegangen sind. Es wird heute weitgehend akzeptiert, daß der Bestandteil ‑ogur ihrer Namen dem osttürkischen oguz entspricht, wobei es sich bei dem um die lautliche Entwicklung des alttürkischen z > r handeln soll. Dieses Lautgesetz ist eines der grundlegenden Kriterien zur Unterscheidung der westtürkischen oder bolgarischen Sprachgruppe ‑ deren einzigen Vertreter heute das Tschuwaschische darstellt ‑ von den anderen türkischen Sprachgruppen. " "Es muß allerdings erwähnt werden, daß die Bedeutung „Stamm“ für oġuz keineswegs als gesichert betrachtet werden kann. Der Versuch, darin eine Derivation von ok zu sehen, ist meines Erachtens nicht überzeugend, da das Suffix ‑uz uns ausschließlich bekannt ist in der Funktion der Bezeichnung von Dingen, die zweifach vorhanden sind. Wahrscheinlicher aber ist, daß das Wort bisher nicht etymologisierbar ist. Fragwürdig ist auch die Identifizierung der Onoguren mit den Stammesverbänden des westtürkischen Kaġanats, die in den Inschriften on ok bezeichnet werden, von denen angeblich eine der zwei Gruppen, die uns aus den chinesischen Quellen als T'u‑lu bekannt ist, in den Westen gewandert sein kann. Manche Wissenschaftler nehmen an, daß diese Bezeichnung identisch ist mit dem Namen des späteren bolgarischen Herrscherstammes der Tulo." "Während die türkische Identität der bisher genannten ogurischen Stämme nur aus ihren Bezeichnungen gefolgert werden kann ‑ und ansonsten nur aus den Behauptungen der byzantinischen Quellen, daß die Bolgaren mit ogurischen Stämmen identisch seien ‑, haben wir von eben diesen Bolgaren Sprachreste vorliegen, die zwar nicht so umfangreich sind, daß man ihre Sprache vollständig beschreiben könnte, aber doch ausreichen, um mit Sicherheit sagen zu können, daß es sich um eine türkische Sprache handelt." "Diese sogenannten Donaubulgaren finden in ihrem neuen Siedlungsgebiet eine slavische Bevölkerung vor, mit der sie sich im Laufe der Zeit assimilieren und deren Sprache sie annehmen." "Etwa zeitgleich mit der Schaffung des bolgarischen Reiches am Asowschen Meer konsolidieren die Chasaren ihre Macht im Transkaukasus. Es ist anzunehmen, daß sie bis zu dieser Zeit, also um 630, Untertanen des westtürkischen Herrschers waren. Es darf aber als er*wiesen gelten, daß sie sich auch vor 552 zumindest zeitweise nördlich des Kaukasus aufhielten, da arabische Quellen über diese Zeit von Auseinandersetzungen zwischen Chasaren und Persern berichten." "Einmal waren die Araber nicht zahlreich und stark genug, im Pontusgebiet eine Kontrollmacht zu hinterlassen angesichts des mehrseitigen militärischen Engagements, zumal in Zentralasien und gegen Byzanz. Weiterhin schienen die positiven Kontakte zwischen Chasaren und Byzantinern ‑ wenn auch nicht ganz unbeschwert ‑ angedauert zu haben, da es mehrfach zu Heiraten zwischen Angehörigen der beiden Herrscherhäuser kam. So heiratete im Jahre 698 Justinian II. eine Schwester des chasarischen Herrschers. Und 733 heiratete Konstantin V. eine chasarische Prinzessin. Aus dieser Verbindung ging sogar ein byzantinischer Herrscher, nämlich Leo IV. der Chasar, hervor. Es ist erstaunlich, daß bei diesen engen Verbindungen und der doch wohl vorauszusetzenden guten Kenntnis der Verhältnisse des jeweils anderen, sich keine byzantinische Quelle zur Hinwendung des chasarischen Herrscherhauses zum Judaismus äußert. Erst zum Anfang des zehnten Jahrhunderts erfahren wir davon durch arabische Autoren." 10. Seitenblick auf die Mongolen "Der Name Mongolen wurde ursprünglich nur für einen kleinen Stamm südöstlich des Baikalsees verwendet, der ethnisch und sprachlich mit den Türken und Tungusen verwandt war. Führer der Mongolen und ihrer Nachbarstämme waren Khane, die eine Art Steppenaristokratie bildeten. Temüdschin (1155-1227), der spätere Dschingis Khan und Begründer des mongolischen Weltreichs, war der verarmte Sohn eines Khans des Stammes der Mongolen. Im Verlauf von zahlreichen Stammeskämpfen konnte sich Temüdschin an die Spitze einer großen turko-mongolischen Föderation stellen. 1206 n.Chr. wurde er auf der Versammlung der turko-mongolischen Stämme (Kurultai) zum Oberhaupt dieser Konföderation gewählt." "Die gesamte von ihm geeinigte Konföderation nahm daraufhin den Namen Mongolen an." "Die Führer des Heeres waren meist Mongolen, während die Turkvölker das Gros der Kämpfer bildeten." 11. Herkunft Timur Lenks "Timur Lenk (1336-1405) war Kleinfürst eines turkisierten Mongolenstammes gewesen. Mütterlicherseits war Timur mit den einstigen Führern der mongolischen Föderation verwandt." 12. Karte der Turksprachen hier eine seriöse Karte einer Universitätsseite: https://claroline.uni-klu.ac.at/eeo/...rksprachen.jpg 13. Die drei weitverbreitesten Sprachgliederungen Linguistisch können laut GOLDEN, Peter B.: An Introduction to the History of the Turkic Peoples. Wiesbaden 1992die zentralasiatischen Turkvölker in drei Gruppen gegliedert werden: 1) zentralasiatische Oguzen: Turkmenen 2) aralo-kaspische Qipcaqen: Qazaq, Qara qalpak, Qirqiz. Die qipcakische Konföderation spielte eine große Rolle bei der Formierung einer Reihe von Turkvölkern (z.B. der Nogayer, Tataren, Baschkiren, Qazaqs, Usbeken, Qirgizen und zu einem geringeren Grad bei der Ethnogenese der Turkmenen und der sibirischen Turkvölker.) 3) Turki: Usbeken, Uyguren und deren Untergruppen (Salar, Dolans, Sera/Sira Yogur) ------------------ Die Gliederung aller Turksprachen nach BENZING, Philologiae Turcicae Fundamenta (1959): A) BOLGAR GROUP: Chuvash (im Wolgagebiet)B) SOUTHERN TURKIC (OGHUZ GROUP) 1) Osmanli: Türkei-Türkisch, verschied. anatolische u. rumelische Dialekte (z.B. makedon. T.), Osmanli der Krim 3) Turkmen: (in Turkmenistan, NO-Persien, N-Afghanistan)C) WEST-TURKIC (KIPCHAK-KOMAN LANGUAGES) 1) Ponto-Caspian Group: a) Karaim: (auf der Krim, in Polen und Lithauen) 2) Ural Group: a) Tatar: (im Wolgagebiet, in W-Sibirien) u.a. auch die Krimtataren 3) Aralo-Caspian Group: D) EAST TURKIC (UIGUR GROUP):a) Kazak: (in der Kazakhensteppe) dazu gehört u.a: Karakalpak (im Aralseegebiet), Nogay (auf d. Krim u. im N-Kaukasus) 1) Uzbek (in Uzbekistan, Tadschikistan, N-Afghanistan u. anderen zentralasiatischen Republiken) 2) New Uighur (East Turkic, Taranchi, dialects of Kashgar and Khotan etc.) Splittergruppen sind: Sary-Uighur (in West-China)N) NORTH TURKIC: 1) Aral-Sayan Group:Forts. folgt: Geändert von lynxxx (02.12.2007 um 04:06 Uhr). |
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| | #189 |
| Mitglied | Forts. von oben: und als Letztes eine seriöse Einteilung der Turksprachen von dieser Seite: Ethnologue report for Altaic (Bei Klick auf die Entsprechenden Sprachen viele weitere Infos) Turkic (40) Bolgar (1) Chuvash [chv](Russia (Europe)) Eastern (7) Ainu [aib] (China) Northern (8) Altai, Southern [alt] (Russia (Asia) Southern Turkic (12) Azerbaijani (5) Azerbaijani, South [azb] (Iran)Crimean Turkish [crh] (Uzbekistan) Salar [slr] (China) Turkish (4)Balkan Gagauz Turkish [bgx](Turkey (Europe) Turkmenian (1) Turkmen [tuk] (Turkmenistan) Urum [uum] (Georgia) Western (11) Aralo-Caspian (4) Karakalpak [kaa] (Uzbekistan) Ponto-Caspian (4) Judeo-Crimean Tatar [jct] (Uzbekistan) Bashkir [bak](Russia (Europe) 14. Heutige Volksgruppen in der Türkei Folgende Volksgruppen leben momentan in der heutigen Türkei (1989): Hierraus: http://www.missio-aachen.de/Images/M...cm14-22292.pdf Türken (Sunniten) Türken (Aleviten) Türken (Jürüken (Sunniten) Turkmenen (Sunniten) Turkmenen (Aleviten), darunter auch Tahtaci, Abdal Türken (Aserbaidschaner (Schiiten) darunter auch Karapapachen (Sunniten) Uiguren (Sunniten/Hanefiten) Kirgisen (Sunniten/Hanefiten) Kasachen (Sunniten/Hanefiten) Usbeken (Sunniten/Hanefiten) Usbek-Tataren (Sunniten/Hanefiten) Krimtürken/Krimtataren (Sunniten/Hanefiten) Nogaj-Tataren (Sunniten/Hanefiten) Balkaren/Karatschaier (Sunniten/Hanefiten) Bulgarische Einwanderer (Sunniten/Hanefiten; Aleviten; unter den Gagausen auch bulgarisch-orthodoxe Christen) Einwanderer aus anderen Balkanländern (Sunniten/Hanefiten; Aleviten; serbisch-orthodoxe Christen) Daghestaner (Sunniten/Hanefiten+Shafiiten) Sudanesen (Aleviten?) Kurden (Sunniten/Shafiiten (+Hanefiten)) Kurden (Aleviten) Kurden (Jezidi) Zazas (Sunniten/Shafiiten) Zazas (Aleviten) Osseten (Sunniten) Armenier (armenisch-orthodoxe, armenisch-katholische, armenisch-evangelische Christen) Chemschinli (Sunniten) "Zigeuner"/Rom (Islam ??) Griechen (griechisch-orthodoxe, griechischkatholische, griechisch-evangelische Christen) Griechisch-sprechende Muslime (Sunniten !?) Araber (Sunniten) Araber (Nusairier = Alawiten) Araber (arabische Christen/Melkiten) Juden Aramäer (syrisch-orthodoxe + syrisch-katholische Christen, Chaldäer, Nestorianer) Tscherkessen (Sunniten/Hanefiten) Georgier (Sunniten/Hanefiten + georgisch-orthodoxe Christen ?) Lasen (Sunniten/Hanefiten) --------- Einer der Väter der Sonnensprachtheorie Wer mal einen der wohl unfreiwilligen Väter und spiritus rector der kemalistischen Sonnensprachtheorie der 30er Jahre kennenlernen will, der lese hier mal weiter: JENS PETER LAUT Noch einmal zu Dr. Kvergić Der Kvergic vertrat die bizarre These, dass er alle Sprachen als psychische Funktionen berachtete, und dass sie den Gesetzen der Psychologie unterworfen sind. Er unterteilte z.B. die Sprachen in anal- bzw. genitalfixierte ... sehr lustiger Artikel...Er war ein merkwürdiger österreichischer Kauz, der später vielleicht sich selbst das Leben nahm, und auf dessen irre Theorien sich heute noch Turanisten berufen, wie dumm ist das denn? So, dass sollte uns nun erstmal genügend Munition geben, sollte nochmals jemand seine abstrusen Theorien ohne fundierte Argumente unterbreiten. Mann bin ich müde... Gute Nacht und LG lynxxx PS: @MODs: Fall die Tahoma-Schrift bei euch auch so eng gedruckt aussieht, dann könntet ihr den Font ggf. in Verdana, oder Arial, oder was lesbareres ändern? In Word sah Tahoma ganz gut leserlich aus, aber nun nicht mehr sooo gut, kann aber auch an meiner Auflösung liegen? Danke schön. Geändert von lynxxx (02.12.2007 um 04:04 Uhr). |
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| | #190 |
| Mitglied Registriert seit: 01.2008 Ort: Schweiz
Beiträge: 3
![]() | Hallo Bin neu im Forum, Habe viele eurer Beiträge gelesen. Es ist ein menschliches Bedürfnis zu erfahren, wer unsere Ahnen waren. Für das besprochene Thema empfehle ich denen, die auf der Jagd nach den Ahnen sind, eine DNA-Analyse des Stammbaumes, einen Genealogietest. [Mod]Gewerblicher Link entfernt[/Mod] Geändert von Tugra (29.01.2008 um 23:46 Uhr). |
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| | #191 |
| Ehemaliges Mitglied Registriert seit: 10.2007
Beiträge: 8.947
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Das Geld für eine Genealogieuntersuchung mittels DNA kannst dir sparen. Aussagen erhälst du über jeweils einen Vorfahren, von Hunderten. Da kann sonst was rauskommen, was mit deiner eigentlichen Abstammung nichts zu tun haben muß. |
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| | #192 |
| Gesperrt Registriert seit: 06.2008
Beiträge: 11
![]() | hallo ich habe eure Diskussion mehrere Seiten mitgelesen und zwei punkte stören mich sehr! 1. Man behauptet dass der genetischer Anteil der Türken in der Türkei nur 9 - 25 % liegt, 2. obwohl einer sprachlicher verwandschaft zwischen sumerer und türken mit beispielen darstellte und auf einige historiker verlinkte, glaubt ein gewisser Herr, lieber an WIKIP. anstatt diese Historiker, wobei man weiss das bei Wiki jeder schreiben kann. Die die sumerisch und türkisch gegenüberstellen und Ähnlichkeiten festellen, werden einfach als "pan-türkisch" dargestellt. Ich möchte aber mehr auf Punkt 1 eingehen. MGK (Nationale Sicherheitsrat) hat den Uni's Erciyes, Elazığ Fırat und Malatya İnönü den Auftrag gegeben die ethnische Gruppen und deren Zahl festzustellen. Leiter dieser Untersuchung war Prof. Şaban Kuzgun folgendes kam heraus Türken 55 Millionen Kurden 12,6 Millionen davon 2,5 Millionen sind assimiliert Georgier ~ 1 mil. Bosnier 2 Millionen Araber 0,87 Millonen Lazen 80 Tausend laut diesem Bericht ist noch zu erwähnen dass sich die Kurden pro Jahr 2,5% vermehren und die Türken sich pro Jahr um 8 Promille verringern. Link: Türkiye'deki Kürtlerin sayısı! / YaÅŸam / Milliyet İnternet als die türkischen/mongolischen Nomadenstämme vor 1000 jahren scharenweise anfingen Anatolien anzuströmen, meint ihr wirklich die ließen die Ureinwohner einfach da stehen? wie könnt ihr dann behaupten dass diese mit den ureinwohnern von Anatolien vermischt haben? ohne die Gesetze innerhalb eines Nomadenstammes zu kennen? Ich weiss nicht was für Bildungshintergrund die Jenigen haben die ohne irgendwelche Untersuchung und fachwissen zu behaupten dass ethnische Anteil der Türken nur bei 25% liegt? Was unterscheidet euch dann von diesem user "Kurdistan" der nur mit "glauben" schreibt? Geändert von Ingeborg (15.06.2008 um 17:02 Uhr). Grund: sehr unpassender Vergleich entfernt! |
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| | #193 | |||
| Gast
Beiträge: n/a
| Zitat:
Im übrigen ist die Feststellung von Sprachverwandtschaft genaugenommen keine Aufgabe von Historikern, sondern von Linguisten. Bisher haben sich schon viele Linguisten mit der Verwandtschaft der Turksprachen und mit der Verwandtschaft des Sumerischen befaßt, aber keiner hat eine Verwandtschaft festgestellt. Zitat:
Die Spielwiese für Hobbylinguisten ist hier: http://www.geschichtsforum.de/f55/is...apanisch-13330 Zitat:
Jedenfalls wurde die ansässige griechische und kurdische Bevölkerung weder vergast noch vertrieben, sondern sie hat sich im Lauf der Jahrhunderte teilweise assimiliert. Andererseits haben sich auch die eingewanderten Türken angepaßt, zumindest leben die wenigsten Türkeitürken in Nomadenzelten... | |||
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| | #194 |
| Mitglied Registriert seit: 03.2004 Ort: Am Arsch der Welt, aber nicht in Bielefeld.
Beiträge: 3.697
![]() | Das ist jetzt wirklich ziemlich subjektiv, aber als ich in Side, Perge und Alanya die Museen besuchte und mir die fast photografisch genauen griechischen Statuen an sah,......dieselbem Gesichtszüge, nur braungebrannt, versuchten mir vor den Museen ständig Lederjacken und Busreisen zu verkaufen. Wie schon angedeutet, der Nasenfaktor zählt nicht, aber ich denke das der Grossteil Vorfahren der heutigen Anatolier seit der Erfindung des Schafezüchtens immer im Land blieben.
__________________ Mensch sein heißt, an dem Ort zu stehen, wo ein neugieriger Affe einem stürzenden Engel begegnet. Gevatter Tod in Terry Pratchetts: Hogfather |
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| | #195 | |
| Premiummitglied Registriert seit: 12.2004 Ort: Ostfalen
Beiträge: 6.400
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Zitat:
Die altanatolische Urbevölkerung wurde seit der Jungsteinzeit überschichtet - zum Teil partiell - von Hattiern, Hethitern, Phrygern, Lydern, Lykern, Persern, Griechen und schließlich von Turkstämmen. Sie zwangen der altansässigen Bevölkerung zwar ihre Sprache auf, machten jedoch rein zahlenmäßig nur etwa 15% der autochthonen Bevölkerung aus. Somit ist das, was wir heute als kleinasiatische Bevölkerung ansehen, eine über Jahrtausende gewachsene Mixtur miteinander verschmolzener Bevölkerungselemente, die mehrheitlich eine türkische Sprache und den Islam angenommen haben. Ein ähnliches Szenario finden wir auch bei anderen Völkern, denn eine so genannte "rassische Homogenität" ist natürlich kompletter Unsinn! | |
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| | #196 |
| Gesperrt Registriert seit: 06.2008
Beiträge: 11
![]() | wieso werden meine postings ohne eine Begründung gelöscht? und ihr sollt dann neutral sein? Wie könnt ihr so eine Behauptung aufstellen? bin selbst ein Mitglied eines an der Schwarzmeerküste ansessigen bekannten Nomadenstammes. Nomadenstämme haben die Völker nicht assimiliert sondern beseitigt bzw. vertrieben. Ausserdem ist Heiraten der Türkinnen mit Nichttürken wurde selten geduldet, selbst die Osmanen rekrutierten die kinder der besetzten Orte zu Yenitscharis wo sie nicht heiraten durften. |
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| | #197 |
| Moderator Registriert seit: 04.2005 Ort: En un lugar de la Mancha de cuyo nombre no quiero acordarme...
Beiträge: 26.097
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Schlicht und einfach, weil der Beitrag purer Rassismus war - der im Übrigen auch hier relativ deutlich durchscheint.
__________________ Und darum Kinder eins bedenket: der Trollen respondieret, Zeit verschenket! La uerdad de la estoria a las uezes es dubdosa. 1ª Crón. Gen., c. 571 |
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| | #198 |
| Gesperrt Registriert seit: 06.2008
Beiträge: 11
![]() | damit ein Ausländer der in der Türkei ankommt weiss wie ein nichttürke und Türke aussieht habe ich 2 bilder verlinkt, das ist rassismus? Ich habe angenommen dass es sich hier um ein Fachforum handelt aber die subjektiven Beiträge "ich schätze die echte türken sind nur 15 %" lässt man stehen, aber die Gegenthesen werden einfach gelöscht? Ohne irgendwelche wissendschaftliche Untersuchung, wie kann man so eine triviale Behauptung aufstellen? Wenn einer kommt und 600 Wörter der Sumerer mit türkischem belegt wird das einfach "unsinn" bezeichnet aber dieser darf ohne handfeste beweise behaupten dass die anzahl der türken in der Türkei nur 15 % ist? und euer forum soll neutral sein? |
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| | #199 | ||
| Moderator Registriert seit: 01.2005 Ort: 09399 Niederwürschnitz (Sachsen/Erzgebirge/Schönburgische Lande)
Beiträge: 8.389
![]() ![]() ![]() ![]() | Zitat:
Dies ist nun wiederum nicht nur veraltet und von der Forschung überholt, sondern zudem auch bedenklich; womit ich zudem einigen Unmut auf mich ziehen würde - und das vollkommen zu Recht! Auch wenn es nur ein grober Überblick dazu ist, sei auf Wikipedia verwiesen: Rassentheorien ? Wikipedia Anm.: Hierbei handelt es sich übrigens keineswegs um einen Artikel, den mal einfach irgendein "jedermann" einfach zusammengeschrieben hat - um diesbezüglichen Einwänden sogleich vorzugreifen... Zitat:
Anm.: Was die 600 sumerischen Wörter betrifft, so darf man diesen "Beleg" umgekehrt durchaus als "Unsinn" bezeichnen, wenn alle Methoden der Sprachwissenschaft außer Acht gelassen werden. Soviel übrigens auch zu Deinem Einwand: zuallererst geht es - auch wenn wir nicht alle Fachwissenschaftler sind - hier um Wissenschaft, speziell Geschichtswissenschaften und deren im betreffenden Kontext verwandten Geisteswissenschaften. Und auch diese können - wie alle Wissenschaften - auch bei größtem Bemühen darum letztendlich weder endgültig objektiv noch "neutral" (was auch immer darunter zu verstehen sein soll) sein.
__________________ Das schlägt dem Faß die Krone ins Gesicht! | ||
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| | #200 | |
| Premiummitglied Registriert seit: 12.2005 Ort: kurz vorm Nordpol/ Schläfrig-Holzbein
Beiträge: 7.677
![]() ![]() ![]() ![]() | Unser Forum ist auf jeden Fall so neutral, daß zb Bilder (wie von dir verlinkt) nicht durchgehen, auf denen das Foto eines grauen Wolfes in die Ecke eines Fotos gesetzt ist, das diesen von dir postulierten 'typischen' Türken zeigen soll. Aus den Forumsregeln, Punkt 3.: Zitat:
__________________ ... wie man revoluzzt und dabei noch Lampen putzt Und in diesem Thread schreibe ich auch | |
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| Stichworte |
| ethnogenese, türken |
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