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Alt 29.10.2016, 13:12   #41
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Ralf.M ist ein sehr geschätzer MenschRalf.M ist ein sehr geschätzer Mensch
Eigentlich geht es ja in diesem Thread ums West- und Ostfernsehen.
Als das Fernsehen noch in seiner Entwicklungsphase steckt, wohl so ab Mitte der 50iger, war für uns Jugendlichen das Radio interessant.

Dazu ein paar Erinnerungen...
Bei mir (damals Kleinstadt in Sachsen) war der nicht gestörte und gut empfangbare Radiosender „Radio Luxemburg“ der Sender den ich am meisten hörte. Vor allem nachmittags wenn die Eltern noch auf Arbeit waren. Dazu auch die Radiosender AFN und Bayern, beide ebenfalls nicht gestört.

Radio Luxemburg, Camillo Felgen und seine Hitparaden, das war schon was. Für uns Jugendliche war das Schlagermusik, es kam ja gerade der Rock 'n' Roll über den Teich. Bill Haley und Elvis Presley oder die Deutschen Peter Krauß sowie Ted Herold, das war unsere Musik.

Und das Ganze manches mal auch etwas die Zimmerlautstärke überschreiten (Wohla Lotta Shakin‘ Goin‘ On).
Und das in einem Haus wo auch der ABV wohnte, der auch ab und zu mal klingelte.

Also auch bei der Musik ging man schon damals auf Distanz zur DDR Schlagermusik.

Es hieß damals unter uns, wer schmiss Elvis aus der Musikbox? Lutz Jahoda schmiss Elvis aus der Musikbox. Musikbox, solche Geräte gabs ja auch in der DDR.
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Geändert von Ralf.M (29.10.2016 um 13:22 Uhr).
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Alt 31.10.2016, 13:52   #42
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Zitat:
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Wie ging man in der DDR danach mit Manfred Krug um? Verschwanden die mit ihm gedrehten Filme im "Giftschrank" und wurden nicht mehr im DDR-Fermsehen gezeigt? Verschwanden seine Schallplatten aus dem Angebot des Handels und wurden seine Lieder nicht mehr im DDR-Radio gespielt?
Genau das geschah, wie übrigens bei allen Künstlern, die nach "drüben" gingen( Veronica Fischer, Eberhard Cohrs, Armin Mueller-Stahl, Holger biege....). Filme mit Krug wurden ebensowenig gezeigt, wie seine Lieder im Radio gespielt.
Dieses Totschweigen von prominenten "Republikflüchtlingen" ging soweit, dass z.B. die komplette ,noch nicht ausgelieferte L.P. der Gruppe "Karussell", mit dem Titel "Was kann ich tun für Dich" eingestampft wurde, weil sich der Sänger Lutz Salzwedel bei einer Tour durch die Bundesrepublik zusammen mit dem Gitarristen Tom Leonhardt abgesetzt hatte und im Westen blieb. Kurz darauf trat er mit der westberliner Band "Karo" auf. Er nannte sich später Dan Lucas und ging nach Kanada, wo er einen kleinen Hit, mit einem Mc.-Donalds-Werbesong "Heart of America" hatte. Soweit ich weiß, tritt er noch immer unter diesem Namen auf.
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Alt 31.10.2016, 18:32   #43
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Zitat:
Ralf.M Beitrag anzeigen
Eigentlich geht es ja in diesem Thread ums West- und Ostfernsehen.
Als das Fernsehen noch in seiner Entwicklungsphase steckt, wohl so ab Mitte der 50iger, war für uns Jugendlichen das Radio interessant.

Dazu ein paar Erinnerungen...
Bei mir (damals Kleinstadt in Sachsen) war der nicht gestörte und gut empfangbare Radiosender „Radio Luxemburg“ der Sender den ich am meisten hörte. Vor allem nachmittags wenn die Eltern noch auf Arbeit waren. Dazu auch die Radiosender AFN und Bayern, beide ebenfalls nicht gestört.

Radio Luxemburg, Camillo Felgen und seine Hitparaden, das war schon was. Für uns Jugendliche war das Schlagermusik, es kam ja gerade der Rock 'n' Roll über den Teich. Bill Haley und Elvis Presley oder die Deutschen Peter Krauß sowie Ted Herold, das war unsere Musik.

Und das Ganze manches mal auch etwas die Zimmerlautstärke überschreiten (Wohla Lotta Shakin‘ Goin‘ On).
Und das in einem Haus wo auch der ABV wohnte, der auch ab und zu mal klingelte.

Also auch bei der Musik ging man schon damals auf Distanz zur DDR Schlagermusik.

Es hieß damals unter uns, wer schmiss Elvis aus der Musikbox? Lutz Jahoda schmiss Elvis aus der Musikbox. Musikbox, solche Geräte gabs ja auch in der DDR.
Ich vermute, die Abkürzung ABV steht für Abschnittsbevollmächtigter der Volkspolizei, eine Art Kontaktbereichsbeamter. Klingelte der ABV wegen der Lautstärke oder wegen der West-Musik oder wegen beiden?

Zitat:
Galeotto Beitrag anzeigen
Genau das geschah, wie übrigens bei allen Künstlern, die nach "drüben" gingen( Veronica Fischer, Eberhard Cohrs, Armin Mueller-Stahl, Holger biege....). Filme mit Krug wurden ebensowenig gezeigt, wie seine Lieder im Radio gespielt.
Dieses Totschweigen von prominenten "Republikflüchtlingen" ging soweit, dass z.B. die komplette ,noch nicht ausgelieferte L.P. der Gruppe "Karussell", mit dem Titel "Was kann ich tun für Dich" eingestampft wurde, weil sich der Sänger Lutz Salzwedel bei einer Tour durch die Bundesrepublik zusammen mit dem Gitarristen Tom Leonhardt abgesetzt hatte und im Westen blieb. Kurz darauf trat er mit der westberliner Band "Karo" auf. Er nannte sich später Dan Lucas und ging nach Kanada, wo er einen kleinen Hit, mit einem Mc.-Donalds-Werbesong "Heart of America" hatte. Soweit ich weiß, tritt er noch immer unter diesem Namen auf.
Das widerspricht allerdings der Erinnerung von Brissotin:

Zitat:
Brissotin Beitrag anzeigen
Ich glaube, dass die Filme mit Manfred Krug noch im DDR-Fernsehen weiterhin liefen - z.B. "Mir nach Canaillen. Die übrigen Schauspieler, die da auftraten, waren ja meistenteils regimetreu oder unauffällig.

Ich kann mich entsinnen, dass mein Vater in den 80ern auf Manfred Krug immer geschimpft hat, vielleicht aber bei ihm eher, weil man ihm auch hinterher trauerte. "Auf Achse" haben wir trotzdem auf der ARD angeschaut und dass da ein bedeutender DDR-Schauspieler am Lenkrad saß, wurde uns auch von den Eltern immer in Erinnerung gerufen.
Gab es da nicht eine(n) Nachrichtensprecher(in)/Moderator(in) des DDR-Fernsehens, der oder die nach Westdeutschland ausreiste/floh, und dann im westdeutschen Fernsehen ihren Job fortführte?

Ich meine, irgendwann diese Geschichte gelesen, gehört zu haben, aber habe leider keine Ahnung, wer das gewesen sein könnte. Auch über google fand ich nichts heraus. Vielleicht weiß einer der Mitdiskutanten darüber etwas? Oder vielleicht trügt mich auch meine Erinnerung?
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Alt 31.10.2016, 20:03   #44
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Zitat:
Carolus Beitrag anzeigen
Ich vermute, die Abkürzung ABV steht für Abschnittsbevollmächtigter der Volkspolizei, eine Art Kontaktbereichsbeamter. Klingelte der ABV wegen der Lautstärke oder wegen der West-Musik oder wegen beiden?
Er klingelt wegen der Lautstärke - Ruhestörung!
Er klingelt wegen der West-Musik - Er hatte wohl Angst wegen meiner Karriere (sozialistische Laufbahn) in der DDR, so zumindest hat er sich wohl meinen Vater gegenüber geäußert. Na ja, die Ostmusik hatte es ja auch in sich. O - Ärzte waren damals knapp.
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Geändert von Ralf.M (31.10.2016 um 20:06 Uhr).
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Alt 31.10.2016, 20:49   #45
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Zitat:
Brissotin Beitrag anzeigen
Ich glaube, dass die Filme mit Manfred Krug noch im DDR-Fernsehen weiterhin liefen - z.B. "Mir nach Canaillen. Die übrigen Schauspieler, die da auftraten, waren ja meistenteils regimetreu oder unauffällig.
Ich denke, dass Du da Zeiten verwechselst. Ab 89 wurden die Filme natürlich wieder gezeigt aber vorher eher nicht. Die anderen Schauspieler waren da nicht von Belang, da die Hauptrolle von Krug gespielt wurde.
Veronica Fischer erzählte, dass sie mehr oder weniger notgedrungen in den Westen gegangen ist, weil der Komponist ihrer Titel Franz Bartsch ausgereist war und dadurch seine Titel nicht mehr gespielt werden durften. Sie war plötzlich ohne ihr Songmaterial nicht mehr in der Lage auzutreten.
Wer die DDR verließ war der "Damnatio Memoriae" verfallen. Eine Ausnahme machte der, in diesem Jahr verstorbene Achim Menzel. Der war abgehauen und nach einer gewissen Zeit im Westen, reumütig zurückgekehrt. Der durfte sogar wieder im DDR-Fernsehen auftreten.
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Geändert von Galeotto (31.10.2016 um 21:20 Uhr).
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Alt 31.10.2016, 20:57   #46
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Zitat:
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  • Berlin Hauptstadt der DDR
  • WB (Westberlin)
  • WC (Toiletten)

Im (west-)deutschen Sprachgebrauch sprachen wir von
  • Berlin oder West-Berlin oder Berlin (West) (Westberlin in einem Wort ist mir im Westen nicht untergekommen)
  • Berlin (Ost) oder Ost-Berlin für die Osthälfte, (Ostberlin oder OB ist mir ebenso unbekannt)
W.B. sagte kein Mensch in der DDR zu Westberlin. Eventuell wurde es im Schriftverkehr so abgekürzt aber ich habe das so nie gesehen.
Die Bezeichnung Ostberlin wurde im Westfernsehen z.B. bei" Kennzeichen D" etc. und auch im Rundfunk (RIAS) sehr wohl gebraucht.
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Alt 31.10.2016, 21:10   #47
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Zitat:
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[/LIST]W.B. sagte kein Mensch in der DDR zu Westberlin. Eventuell wurde es im Schriftverkehr so abgekürzt aber ich habe das so nie gesehen.
Die Bezeichnung Ostberlin wurde im Westfernsehen z.B. bei" Kennzeichen D" etc. und auch im Rundfunk (RIAS) sehr wohl gebraucht.
WB habe ich auch nur an den Hinweisschildern auf den Transitstrecken auf DDR-Territorium gesehen. Das war auf dem Weg von der Bundesrepublik nach Berlin (West).

Ost-Berlin wurde benutzt, aber nicht Ostberlin in einem Wort geschrieben. Bei Radio- und TV-Beiträgen kann man das natürlich nicht unterscheiden.
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Alt 31.10.2016, 21:30   #48
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Zitat:
Carolus Beitrag anzeigen
WB habe ich auch nur an den Hinweisschildern auf den Transitstrecken auf DDR-Territorium gesehen. Das war auf dem Weg von der Bundesrepublik nach Berlin (West).
Das ist natürlich möglich, da ich in der DDR kein Auto hatte und hauptsächlich Zug gefahren bin, habe ich diese Schilder nicht zu Gesicht bekommen.
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Alt 31.10.2016, 22:13   #49
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Zitat:
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Gab es da nicht eine(n) Nachrichtensprecher(in)/Moderator(in) des DDR-Fernsehens, der oder die nach Westdeutschland ausreiste/floh, und dann im westdeutschen Fernsehen ihren Job fortführte?

Ich meine, irgendwann diese Geschichte gelesen, gehört zu haben, aber habe leider keine Ahnung, wer das gewesen sein könnte. Auch über google fand ich nichts heraus. Vielleicht weiß einer der Mitdiskutanten darüber etwas? Oder vielleicht trügt mich auch meine Erinnerung?
Noch ein wenig herumgegugelt (oder wie das geschrieben wird) und das könnte diese Moderatorin gewesen sein, die ich meinte:

Zitat:
Die ausgebildete Lehrerin Ricarda Kaellander begann ihre Fernsehkarriere beim "Ostseestudio Rostock" des DDR-Fernsehens. Ende der 1960er Jahre begann sie schließlich als Programmansagerin in der Sendezentrale in Berlin-Adlershof zu arbeiten und führte mit ausgesprochen ruhiger Stimme durch das Abendprogramm. Mitte der achtziger Jahre siedelte Ricarda Kaellander in die Bundesrepublik über und moderierte beim NDR das "Hamburg-Journal".
Die Ansagerinnen in den 70er- und 80er-Jahren | MDR.DE
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Alt 31.10.2016, 23:02   #50
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Tut mir Leid, von den 8 aufgeführten Ansagerinnen des DDR Fernsehens – Dein Link - war mir zu DDR Zeiten nur Petra Kusch- Lück bekannt. Möglicherweise wegen den „Kessel Buntes“ den ich hin und wieder mir ansah.
Carmen Nebel habe ich im Fernsehen nach der Wende wahrgenommen. Die anderen 6 kenne ich nicht.

Zur Frage wer die DDR verlassen hat.

Müsste die Renate Hubig (geb. 1955 Hettstedt/heutiges Sachsen Anhalt) gewesen sein.
War wohl 1973. Sie lernte einen Mann aus WB kennen und verlies im Kofferraum seines Wagens mit ihrer Tochter die DDR.

Überhaupt, wenn es um Schlagersänger der DDR geht, kann ich kaum mitdiskutieren. Viele, genauer die meisten – einige kannte ich zu DDR Zeitern wie z.B. Frank Schöbel und seine Frau - habe ich erst nach der Wende wahrgenommen, (z.B. die Farbfilm Tante, Karat, Puhdys, Ute Freudenberg usw.).

Ich habe noch immer genug (Ohren – Schmerzen) mit der charismatischen Irma Baltuttis, der braven Bärbel Wachholz und einige andere. Bedauert habe ich allerdings seinerzeit als Kurt Henkels 1959 die DDR verlies.
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Geändert von Ralf.M (31.10.2016 um 23:08 Uhr).
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Alt 01.11.2016, 01:19   #51
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Danke für den Hinweis auf Renate Hubig. Neben ihr, der oben erwähnten Kaellander gab es noch 1989 mit Birgit Witte eine dritte TV-Moderatorin, die im Westen wieder auftauchte:

DDR-FERNSEHEN: Guter Onkel - DER SPIEGEL 28/1989
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