Ich war am Wochenende irritiert über die Doku "Wer war Jan Conny?" (Ghana 2025)
Prinzipiell fand ich es schön, dass man in Großfriedrichsburg an den Originalschauplatz gegangen ist. Die Perspektive von den Bahamas, wo Jan Conny fast mythisch verehrt wird, auch wenn es keinen wirklich in den Quellen erklärlichen Grund gibt, schien mir auch interessant.
Die Archäologen konnten leider nur wenig zu neuen Erkenntnissen beitragen. Am interessantesten waren noch die Funde so zahlreicher Tonpfeifen und dass viele tatsächlich aus Gouda stammten. Könnte auf einen engen Kontakt zu den niederländischen Niederlassungen in der Nähe hindeuten.
Total aus der Bahn warf mich aber der KI-Schrott, der im Stil eines Comics eingewoben war und wo dann Kolonialisten des 19. Jh. samt Sakko irgendwie in der Story vorkamen, die im späten 17. Jh. hätte spielen sollen. Typisch KI auch wie die Niederländer sich selbst in einer Seeschlacht bekämpfen.
Man kann feststellen, dass das originale Wohnhaus von Jan Conny aufgefunden wurde und Hinweise auf eine historische Bedeutung seiner Person ab 1713, als Friedrich Wilhelm I. die Kolonialpolitik seines Vaters aufgab, existieren.
Würde ich jetzt die Doku uneingeschränkt empfehlen? Ich denke nicht. Was man dazu lernt, ist leider mager. Man hätte stärker auf die verschiedenen Erwähnungen in den Schriftquellen eingehen sollen. Es heißt, er wäre mehrfach erwähnt worden. Wie kommt man quellenbasiert auf die Idee, er habe bereits 1683 an der Errichtung des Forts teilgenommen?