Der Gemlich-Brief 1919: Erstes antisemitisches Dokument Hitlers

Dieses Thema im Forum "Die Weimarer Republik" wurde erstellt von andreassolar, 7. Dezember 2017.

  1. andreassolar

    andreassolar Mitglied


    Bei Deuerlein, Hitlers Eintritt, Vierteljahreshefte, S. 193, Dokument 3, wird der Lagerkommandant des Lechfeldlagers namentlich erwähnt: General Raab.
     
  2. hatl

    hatl Premiummitglied

    @andreassolar,
    Du stellst zwar recht interessante und lesenswerte Quellen ein,
    Danke dafür,
    aber gibt es irgend einen darüber hinausgehenden Befund, oder Bogen der sich spannen lässt?
     
  3. andreassolar

    andreassolar Mitglied


    Zitate aus Berichten von Hitlers Kollegen des Aufklärungskommandos zu Hitlers 'Wirkung' finden sich, wie bereits oben genannt, bei Ernst Deuerlein, Hitlers Eintritt, Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte (Heft 2/1959), S. 200, Dokument 9.
    Dem schließt sich inhaltlich weitgehend eine Beurteilung an, die Plöckinger, Unter Soldaten, S. 139, in Zusammenhang mit einer militärgeschichtlichen Schrift des Jahres 1937 zum Freikorps Schwaben von Bendts Vorgesetzten, Major Pitrof, aus Tagebuch-Aufzeichnungen (ein 'Nachtrag' womöglich von 1921) eines ehemaligen Mitglieds des genannten Freikorps, Hans Hohenester, zitiert:

    Viele Grüße,
    Andreas
     
  4. andreassolar

    andreassolar Mitglied

    @hatl, ich selber will hier nur halbwegs gründlich Anlass und direkten Kontext des Gemlich-Briefes darstellen. Grund dafür sind diverse, m.E. wenig zutreffende oder stark vereinfachende Ausführungen in diversen Publikationen verschiedener auch 'relevanter' Historiker, auf die ich hier teilweise eingehe.

    Ein 'Bogen' entsteht vielleicht dadurch, dass man sich möglichst quellennah dem DAP-Auftritt H.s am 12.9.1919 und dessen Kontext nähert und sich dann weiter arbeitet.
     
  5. andreassolar

    andreassolar Mitglied

    1919 explodierte die Anzahl der antisemitischen Schriften geradezu. Dass H. im Gemlich-Brief keine originär eigenen Positionen referierte, wird in diversen radikalantisemitischen Schriften des Jahres 1919 sichtbar, einige wenige Titel führe ich nachfolgend an.

    · Artur Dinter, Lichtstrahlen aus dem Talmud. 1919

    · Theodor Fritsch (Hg.), Handbuch der Judenfrage. 1919

    · Fritz Kemper, Das deutsche Haus und das Haus Israel: Ohne Entjudung keine Rettung. 1919

    · Wilhelm Meister, Judas Schuldbuch. Eine deutsche Abrechnung. 1919

    · Walter Liek [=Hans von Liebig], Der Anteil des Judentums am Zusammenbruche Deutschlands. 1919 (Verlag Lehmann, München)

    · Heinrich Pudor, Wie kriegen wir sie hinaus? 1913

    · Franz Schrönghamer-Heimdal, Judas, der Weltfeind. 1919

    Viele Grüße,
    Andreas
     

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