Die Freikorps

Dieses Thema im Forum "Die Zeit zwischen den Weltkriegen" wurde erstellt von Legat, 29. September 2017.

  1. Legat

    Legat Aktives Mitglied


    Der Wikipediaartikel über die deutschen Freikorps scheint mir irgendwie dürftig.
    Hat jemand Literaturtipps dazu, oder kann selber etwas über die Freikorps der Zwischenkriegszeit sagen?
    Ich selber besitze nur den Osprey Band aus der Elite Serie, den ich bisher noch nicht gelesen habe.

    Ich hab mal dieses Buch gesehen:
    "Der deutsche Bürgerkrieg: Eine Geschichte der deutschen und österreichischen Freikorps 1918-1923" von Hansjoachim Koch
    ISBN: 3935063121

    Es gibt leider nur 4 Rezensionen bei Amazon, die aber alle dieses Buch loben (bis auf das nicht vorhandene Kartenmaterial und den manchmal trockenen Schreibstil).

    Allerdings wird dieser Verlag Antaios der rechten Szene zugeordnet was mich vor diesem Buch eher zurückschrecken lässt.
     
  2. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Der Versuch, einer Einordnung wurde hier gemacht:

    http://www.geschichtsforum.de/thema/die-radikalisierung-der-rechten-in-der-weimarer-republik.52652/

    Auf die Schnelle noch diese - nicht vollständigen - zusätzlichen Hinweise. Für das Verständnis könnte die Publikation von Fraschka zu "Pfeffer von Salomon" einen guten seriösen Einstieg bieten in dieses "Phänomen".

    Bergien, Rüdiger (Hg.) (2010): Spießer, Patrioten, Revolutionäre. Militärische Mobilisierung und gesellschaftliche Ordnung in der Neuzeit. Göttingen: V & R-Unipress.
    Bergien, Rüdiger (2011): Die bellizistische Republik. Wehrkonsens und "Wehrhaftmachung" in Deutschland 1918-1933. München: Oldenbourg, R
    Hofmeister, Björn (2012): Between Monarchy and Dictatorship. Radical Nationalism and Social Mobilization of the Pan-German League, 1914-1939. Dissertation. Georgetown University, Wahington.
    Sauer, Bernhard (2004): Schwarze Reichswehr und Fememorde. Eine Milieustudie zum Rechtsradikalismus in der Weimarer Republik. Berlin: Metropol

    Antaios ist stramm "Rechtsextrem" und eine wichtige Plattform für die Publikation des Gedankenguts aus dieser Richtung. Und dass das Buch "gelobt" wird ist ein Hinweis auf die bemerkenswert effektive und gute Organisation dieser Szene auch bei amazon. Zur Einschätzung vgl. Weiß.

    Weiß, Volker (2017): Die autoritäre Revolte. Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes.
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. September 2017
    Legat, Maglor und silesia gefällt das.
  3. Maglor

    Maglor Aktives Mitglied


    Folgt man dem Wikipedia-Artikel zum Autor Hannsjoachim Koch steht das Werk von 1978 seit vielen Jahren in der Kritik: populärwissenschaftlich, revisionistisch bis rechtsradikal.

    Kurzum, Vorsicht:
    Es gibt seit Jahrzehnten ein Deutungsinteresse der Geschichte der Freikorps durch rechtsextreme und geschichtsrevionistische Kreise. Zu den einflussreichsten Interpreten gehört hierbei der Schriftsteller Ernst Jünger, der von Armin Mohler zu einer Schlüsselfigur einer "konservativen Revolution" stilisiert wurde. Den Fluchtpunkt dieser Deutungstraditionen stellt heute nach Angaben des Verlagsinhaber Götz Kubitschek der Antaios-Verlag dar.
     
    Zuletzt bearbeitet: 30. September 2017
    Legat gefällt das.
  4. Legat

    Legat Aktives Mitglied

    Ja meine ehemalige Reenacter-Gruppe sind auch solche Revisionisten. Jetzt machen sie Freikorps-Reenactment (und waren letztens in einer Ausgabe von "Militär&Geschichte" abgebildet). Auch wenn mich die Zwischenkriegszeit sehr interessiert (da in der Schule etc wenig behandelt) geht mir das doch zu weit.
    Aber das politische Weltbild von Reenactern ist ein anderes Thema :)
     

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