Einfluss der griechischen Gesetzgebung auf die Römer

Dieses Thema im Forum "Das Römische Reich" wurde erstellt von Mandy23, 29. September 2018.

  1. Mandy23

    Mandy23 Neues Mitglied


    Hey, ich weiß zwar dass die griechische Gesetzgebung großen Einfluss auf die Römer hatte aber inwiefern war das so? Also z.b die Gesetzgebung von Drakon und Solon - inwieweit die auf Rom gewirkt haben und generell bezogen auf die Ständekämpfe.

    Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar!
     
  2. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Wer behauptet, dass die griechische Gesetzgebung großen Einfluss auf die Römer hatte? Eigentlich gehört das Rechtswesen zu den wenigen Bereichen, in denen der griechische Einfluss vergleichsweise gering gewesen sein dürfte.

    Die römische Überlieferung behauptete zwar, dass die Römer in der frühen Republik eine dreiköpfige Delegation nach Athen (und auch andere griechische Staaten) geschickt hätten, um die dortigen Gesetze, insbesondere von Solon, zu studieren, und die Ergebnisse dann in die Zwölf-Tafel-Gesetze eingeflossen seien, jedoch ist diese Geschichte ziemlich sicher unhistorisch.
     
    Hannes und Riothamus gefällt das.
  3. romanus00I

    romanus00I Aktives Mitglied


    Wobei ja meist angenommen wird*, dass diese Erzählung durchaus einen wahren Kern hat, nur vermutet man den Ursprung griechischer Einflüsse auf die römische Gesetzgebung dich mehr in Athen, sondern eher in der Magna Graecia. Ein recht bekanntes Beispiel für griechisches Gedankengut im römischen Recht ist das Wort poena, das vom Griechischen ποινή stammt und sich soweit ich weiß tatsächlich schon im Zwölftafelngesetz findet.

    Aber grundsätzlich ist war der griechische Einfluss auf das römische und das moderne Recht nicht besonders groß. Das sieht man letztendlich auch an den Ständekämpfen: In griechischen Poleis führten ähnlich gelagerte Konflikte oft zu Kämpfen zwischen demokratischen und oligarchischen Kräften. In Rom dagegen wurde, trotz manch mythischem Auszug, der offene, gewaltsame Konflikt jedoch offenkundig vermieden, und soziale Probleme durch Koloniegründungen (also durch Expansion) sowie durch einige, in die oligarchische Verfassung eingefügte demokratische Elemente gemildert.

    *So z. B. Kunkel/Schermaier in Römische Rechtsgeschichte, S. 32 f., die aber klar feststellen, dass sich "die materiellen Einwirkungen des griechischen Rechts auf solche Einzelheiten, die den spezifischen römischen Gesamteindruck des Ganzen nicht irgendwie beeinträchtigen" beschränlen.
     

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