Fragen zum Buch "Die Tricks der Pyramidenbauer" von E.Unterberger

Das gilt auch für alle anderen Baumethoden: Spiralrampe (Lehner), seitliche Rampe (Müller Römer), Innenrampe (Houdin), hydraulische Methoden.
Die Steine erreichen die Pyramidenplattform an einem oder mehreren einzelnen Punkten und werden dann von außen beginnend verlegt.
Nun wurde aber der Rand der jeweiligen Lage (die Verkleidungssteine und ein Teil der backing stones) vor dem Einbau der nächsten Lage nivelliert, das heißt, es wurden ein paar Zentimeter abgetragen.
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Von diesen Aussparungen habe ich erst aus Deinem e-Paper erfahren und ich kann mir da keinen Reim drauf machen.
Sind die wirklich auf allen layern vorhanden und an allen vier Seiten?
Und welchen Zweck sollen sie Deiner Meinung nach gehabt haben?

Sie stellen eine Art Anschlag dar. Aber das erledigt der dahinter liegende backing stone doch viel besser.

Schutz gegen Erdbeben?? Die Gefahr, dass ein casing stone nach innen gedrückt wird, ist unwesentlich von Null verschieden. Da würde ich eher die Aussparung genau andersrum machen, damit der Stein nicht nach außen gerüttelt wird.

Wenn ich den Stein mit zu viel Schwung über die Kante ziehe, schießt er über das Ziel hinaus und ich muss ihn zurückschieben. Da wäre der Anschlag hilfreich. Aber der backing stone täte es auch.

Und warum will ich den casing stone in genau diese Position ziehen, wenn das andere Ende noch nicht mal vorgeschrägt ist?
 
Es wäre doch dann das Einfachste gewesen, zuerst den Rand über eine gleichmäßige Breite von ca. 2m abzutragen, in der Skizze die rote Fläche, und dann die Verkleidungssteine zu verlegen.
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So wurde das aber nicht gemacht!
Die Bearbeitung erfolgte erst nachdem die backing stones verlegt waren.
Das zeigen die Bearbeitungsspuren. Diese folgen dem Muster der backing stones.
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Es wäre doch dann das Einfachste gewesen, zuerst den Rand über eine gleichmäßige Breite von ca. 2m abzutragen, in der Skizze die rote Fläche, und dann die Verkleidungssteine zu verlegen.
Nö. Dann muss ich ja die inneren Steine immer über die Verkleidungssteine hieven.
Einfacher wäre es, die Steine (egal welche) Reihe für Reihe von Norden nach Süden zu verlegen.
 
Das heißt, dass die Bearbeitung erst erfolgte, als die backing stones schon verlegt waren. Würde man die Steine von außen nach innen verlegen dann müsste man für jeden Verkleidungsstein zuerst den Untergrund bearbeiten und den Stein erst dann verlegen. Das ist natürlich zeitlich zu aufwändig. Die zweite Möglichkeit wäre es, die Verkleidungssteine um die Pyramide herumzuziehen, was technisch nicht sinnvoll ist.
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Wenn ich die "Aussparung" vorher passgenau anbringe bereitet das genaue setzten der Schrägsteine keine Probleme. Habe ich keine Aussparung wird das etwas schwieriger. Ich würde als Baumeister erst die Aussparung machen, dann den Schrägstein setzten und danach die hinteren Steine. Das verhindert zumindest eine Fehlsetzung der Schrägsteine. Liegen die erst einmal wird es schwierig/anstrengend, die zurechtzurücken.
 
Das zeigen die Bearbeitungsspuren.
Die vermag ich auf dem Bild nicht zu erkennen !?!?

Diese Aussparungen lassen zwei entgegengesetzte Methoden zu:
- Du sagst: backing -> Aussparung -> casing
- Ich sage (im Norden) : Aussparung -> casing -> backing und im Süden Deine Methode. An den Seiten eher meine.

Das Geheimnis dürfte in der Funktion dieser Aussparungen liegen. Wenn wir die erraten, kennen wir vermutlich auch die Verlegemethode.
 
Ich, als sozusagen Außenstehender hätte da eine Frage:
Sind alle vier Seiten der Pyra. gleich oder gibt es in der Bearbeitung Unterschiede?
Eventuell könnten Unterschiede auch auf zwei verschiedene Setzmethoden hindeuten. Von der Effektivität der Arbeiten her muß das nicht zwingend nachteilig sein.
 
Es sind alle vier Seiten gleich. Die Bearbeitung der unteren Schicht vor der Verlegung der casing stones diente meines Erachtens nach zu einen der Nivellierung, die bei jeder Schicht durchgeführt wurde, zum anderen der passgenauen Verlegung des jeweiligen casing stones zum unteren casing stone.
Die Aussparungen für jeden einzelnen casing stone maßgeschneidert und passgenau zuerst zu machen und ihn dann zu verlegen, halte ich bei der Anzahl von casing stones (mehrere hundert) einer Lage für zeitlich zu aufwändig. Dieses Verfahren über die ganz Länge einer Flanke zu verwenden, also erst alle Aussparungen zu machen und dann die casing stones zu platzieren ist technisch wenn schon nicht möglich dann sicher nicht sinnvoll.
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Habe ich keine Aussparung wird das etwas schwieriger.
Am einfachsten wäre es doch, wenn die Ober- und Unterseite der casing und backing stones schön plan wären und die gleiche Höhe hätten.

@Khufu beschreibt in seinem e-Paper auf Seite 170 ff., wie die casing stones schon am Boden auf ihre zukünftigen Nachbarn eingeschliffen werden. Eine coole Methode, mit der ich fast vollständig kondom gehe. Ich würde halt nur auch die Außenseite vorschrägen wollen.

Dort steht aber auch "Das heißt, lediglich die Unterseite und die Oberseite sind parallel."
Wenn die Oberseite schon plan ist, wäre es doch ziemlich kontraproduktiv, dann wieder die komische Aussparung reinzukloppen.
 
Ich Blicke noch nicht ganz das System ( sorry). Bezüglich Aussage in 21, wie darf ich das verstehen? Diese Aussparung im unterem Stein, auf den dann der Schrägstein kommt, sind die durchgehen als gerade Linie da oder unterschiedlich weit plan eingearbeitet. Sorry für die Laienfragen.
 
vorab: von Steinmetzarbeiten habe ich absolut gar keine Ahnung. Aber ein paar Fragen:
- die abgeschrägten Steine wurden je Reihe zuletzt gesetzt oder insgesamt zuletzt?
- wie bestimmte man den Winkel der Schräge?
- wie plante man die peu a peu (je Lage) geringere Anzahl von backing stones, dass die Pyramide nicht zu steil und nicht zu flach wird?
 
Nach den System von "E" und "K" in der Reihe zuletzt.
Der Winkel der Schräge wird vorher festgesetzt und die Steine dann eingefügt. Den Winkel hat der Steinmetz mit einem Holz-oder Kupferwinkel als Anhalte- und Überzuggerät am Boden vorgefertigt. Wird auch heute noch so gemacht, z.B. Guedelon.
Die Planung macht der Baumeister, ist im Prinzip eine Rechenaufgabe.

Die Vorfertigung mit Winkel und Glätten, sowie die Planung der Setzreihenfolge ist kein "Hexenwerk", lediglich eine praktische Denkaufgabe.
Natürlich muß hier ständig, wie heute auch, überprüft werden.
 
Zu 35: Die Aussparungen im unteren Stein sind eben KEINE gerade Linie, wie es bei einer Verlegung der casing stones als Erste sinnvoll wäre, sondern die unteren Steine wurden erst bearbeitet als die oberen backing stones schon verlegt waren. Daher ist das Muster der Bearbeitung unregelmäßig.
Zu 31:Das erspart aber nicht die Bearbeitung der backing stones, die augenscheinlich unterschiedlich hoch waren.
Die casing stones wurden am Pyramidenfuß bereits an der Unterseite geglättet und mit den erwähnten Methoden auch passgenau mit den angrenzenden casing stones bearbeitet. Es ist durchaus möglich und auch wahrscheinlich, dass auch die Schrägseite zumindest grob bearbeitet war. Das erkennt man daran, dass manche backing stones auch an der Vorderseite (=Außenseite) bearbeitet wurden, um den casing stone weiter nach innen ziehen zu können.
Zu 36: Die abgeschrägten Steine (=casing stones) wurden bei jedem layer (=Lage) zuletzt gesetzt. Dann wurde die mit der nächsten Lage begonnen.
Die Vermessung der Pyramiden ist ein eigenes Kapitel. Das Beeindruckende ist ja, dass sich alle vier Seiten an der Spitz genau in der Mitte der Pyramide treffen.
 
Die Vorfertigung mit Winkel und Glätten, sowie die Planung der Setzreihenfolge ist kein "Hexenwerk", lediglich eine praktische Denkaufgabe.
Natürlich muß hier ständig, wie heute auch, überprüft werden.
bzgl. der Abschrägung: zu steil lässt sich nachträglich korrigieren, zu flach müsste dann Ausschuss sein? Also muss muss die Planung schon sehr genau sein, um Ausschuss zu vermeiden?
 
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