Häuserkampf

Dieses Thema im Forum "Der Erste Weltkrieg" wurde erstellt von Kraft, 10. Januar 2016.



  1. Kraft

    Kraft Neues Mitglied

    Hi,
    ich hätte da eine Frage bezüglich der Kampfumgebung. Gibt es eigentlich detaillierte Berichte über Straßenkampf bzw. Kampf im urbanem Gelände während des 1. WK?

    Gruß
    Kraft
     
  2. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Ich kann mich erinnern an Berichte über Kämpfe in urbanem Umfeld zu Beginn des Krieges z.B. bei Mons, zwischen der Britischen Nachhut und den deutschen Spitzen. Da gibt es m.W. auch ein Modell im National Army Museum in London. Aber ansonsten waren Kämpfe in und um Städte im ersten Weltkrieg eher rar. An der Ostfront vielleicht: Um Lemberg und Przemysl wurde verbittert gekämpft, aber auch da ging es hauptsächlich um die Befestigungswerke und nicht um die Stadt selbst.
     
  3. Xander

    Xander Aktives Mitglied

    Moin
    Wenn man mal nach "Häuserkampf 1914" (und entsprechend ...1915; ...1916; usw.) googelt, dann bekommt man schon ein paar Beispiele geliefert!

    Im ersten Kriegsjahr kam es z.B.bei der Besetzung von Ypern und Lüttich zu schweren Straßen-/Häuserkämpfen!
     
  4. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied


    Die Frage nach der Detaillierung der Kämpfe betrifft ein Politikum, da mit den Kämpfen um Dörfer und Städte, vor allem in der Frühphase in Belgien 1914, auch die Frage nach der militärischen - im Sinne der Befehlsgebung - und auch teilweise strafrechtlichen "Schuld" an den deutschen Kriegsverbrechen gegen die belgischen Zivilbevölkerung betroffen ist.

    Bei Horne und Kramer wird anhand der Schilderung deutlich, das die Kämpfe in den Städten - vor allem auch von unerfahrenen Reservisten - unübersichtlich und chaotisch war und teilweise auf nicht erkanntes "friendly fire" zurück zu führen war, weil man aufgrund der Situation einfach auf alles schoss, was selber geschossen hatte. Nicht zuletzt aufgrund der panischen Angst vor "Franctireur"

    https://de.wikipedia.org/wiki/Franc-tireur

    Es kam in der Folge zu massiven Übergriffen durch das deutsche Militär und es erfolgten massenhafte Hinrichtungen von belgischen Zivilisten, wie bereits im Fall von Lüttich.

    Vor diesem Hintergrund ist die neutrale Rekonstruktion von Kämpfen in Städten auch immer die Suche nach einer juristischen Argumentation gegen die deutschen Kriegsverbrechen oder als Entlastung gegen die Vorwürfe gewesen und somit wurden bis nach 1945 keine beidseitig anerkannten Darstellungen der Kämpfe um die Städte und Dörfer in Belgien akzeptiert.

    Die Arbeiten von Horne und Kramer (auf deutsch: J. Horne & A. Kramer: Deutsche Kriegsgreuel 1914. Die umstrittene Wahrheit) sichten die bisherige Darstellungen.

    https://books.google.de/books?id=Navs5TkI9oAC&printsec=frontcover&dq=john+horne&hl=de&sa=X&redir_esc=y#v=onepage&q=john%20horne&f=false
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Januar 2016
  5. Kraft

    Kraft Neues Mitglied

    Hab Rommels "Infanterie greift an" gelesen. Hier ist übrigens einiges an Häuserkampf, zumindest am Anfang, drin.

    Übrigens danke für die Antworten.
     
  6. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied


    Wieweit detaillierte Berichte existieren, dazu möchte ich mich lieber bedeckt halten, im Rumänienfeldzug der Mittelmächte 1916 kam es aber im Oktober 1916 in Kronstadt zu erbitterten, zähen Häusergefechten, die stark an die Ereignisse in Stalingrad erinnern.
     

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