Konflikte mit Preußen nach 1813 und vor 1864?

Dieses Thema im Forum "Fragen & Antworten" wurde erstellt von techtreedev, 5. Dezember 2016.

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  1. Ich suche gerade für eine alternative Story mögliche Konfliktherde nach dem ersten Sieg über Napoleon oder alternativ nach dem Ende der Napoleonischen Kriege/Wiener Kongress.

    Gab es Gebiete, auf die Preußen nach 1813/15 (je nach einem Sieg über Napoleon) Anspruch hätte und zurückerobert hatte oder wollte?

    Welche waren das? Gab es auch Gebiete, die evtl. schon vorher durch Erbschaft an Preußen fallen könnten aber durch Intrigen verweigert wurden? War ja z.B bei Österreich mit z.B Wallonien (Habsburger) der Fall. Gabs sowas auch in Preußen?

    Sollte möglichst vor den Reichseinigungskriegen sein, idealerweise im Zeitraum 1813-1840.
     
  2. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied


    Mir fällt momentan die Rheinkrise ein:

    http://www.geschichtsforum.de/f60/r...and-von-fallersleben-u-schneckenburger-40017/

    https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinkrise

    Allerdings war das ein Anspruch Frankreichs gegen den Deutschen Bund bzw. Preußen. Ob Preußen noch irgendwo Ansprüche hatte, ist mir nicht bekannt. Preußen hatte durch den Wiener Kongreß eine Reihe von Territorien zurück bzw. neu bekommen. Die Zeit zwischen 1815 und 1848 war auch die Restaurationszeit, als man eher gegen die Feinde im Inneren (Republikaner und Demokraten) vorging, als sich um äußere Feinde zu kümmern.

    Vielleicht sollte man untersuchen, ob irgendwann ein deutscher Anspruch (sei es durch den Deutschen Bund oder einer seiner Mitgliedstaaten) auf Elsaß und Lothringen erhoben worden ist. Die Idee, diese Gebiete wieder zurück ins Vaterland zu holen, wird wahrscheinlich nicht erst 1871 entstanden sein.
     
  3. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Schon beim Wiener Kongress kam es zu Problemen. Russland gönnte Preussen seine polnischen Gebiete nicht, die auf das Großherzogtum Posen eingedampft wurden.

    Dann wollte Preussen Sachsen als Kompensation, was Österreich nicht wollte. Der Kongress ist fast daran gescheitert. Schließlich akzeptierte Preußen eine Kompensation im Rheinland und Westfalen, weil ihm das Bündnis mit Russland und Österreich essentiell erschien.

    Mit Russland kam es erst wieder während der Missernten der 40er und 50er Jahre zu Irritationen.

    Einmal wurde gegen Hessen mobil gemacht, weil man dort liberal werden wollte.
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. Dezember 2016
  4. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    Mir fällt noch Châteauneuf (Neuenburg) ein, das mit Preußen verbunden war:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Neuenburgerhandel

    Dann gab es auch noch das Herzogtum Limburg https://de.wikipedia.org/wiki/Herzogtum_Limburg_(1839–1866)#Forderungen_der_Nationalversammlung_1848, das "fast" zu Deutschland gekommen wäre / bei Deutschland geblieben wäre (schwierige Formulierung).

    Dann gab es auch noch ein weiteres Grenzland, bei dem es noch unklar war, zu welchem Nationalstaat es später gehören sollte: Luxemburg

    https://de.wikipedia.org/wiki/Luxemburgkrise
     
  5. muheijo

    muheijo Aktives Mitglied

    1813 ist doch eine sehr schöne Zeit für eine "alternative Story".
    Preussens Westgrenze 1813 war die Elbe - d.h. es gab eine ganze Reihe von Gebieten, die man zurückverlangen konnte, und ebenso Neuerwerbungen als das Recht des Siegers.

    Im Grunde genommen war ja alles "im Fluss": Der Rheinbund zerfiel, und außer den Thronen (aber nicht den Grenzen!) von Baden, Württemberg und Bayern war m.W. nichts sicher, außer vielleicht dass der Staat "Westphalen" nicht überleben würde.

    Ein paar Beispiele über Unklarheiten:

    - Kgr. Hannover: zuletzt preussisch, vermutl. wird sich GB aber frühzeitig den Wiedererwerb vertraglich gesichert haben (ich nehme an in Verbindung mit Subsidien-Zahlungen)
    - Ansbach-Bayreuth: bis 1806 preussisch, dann frz. besetzt, zuletzt bayrisch
    - Ostfriesland: preussisch, dann holländisch, zuletzt französisch
    - Neuchatel, zuletzt Fürstentum des Marschall Berthier, vorher preussisch
    - alle ehem. kirchlichen, dann säkularisierten Gebiete, insbesondere linksrheinisch
    - Sachsen, als der "Sündenbock", der Napoleon mit am längsten die Treue hielt/halten musste
    - generell: Welcher Herrscher wird wieder eingesetzt, was ist z.B. mit Kurhessen, Würzburg, Frankfurt, Aschaffenburg
    - Vorderösterreich, österreichische Niederlande
    - Polen, vor Napoleon verschwunden und aufgeteilt zw. P/R/Ø, dann in Form des Hz.Warschau wieder auferstanden

    Die Liste lässt sich fortsetzen, und man kann da der Phantasie freien Lauf lassen - und ich musste spontan an den Film "Der Kongress tanzt" denken, bei dem der Fürst (oder sein Botschafter?) von "Reuss-Schleiz-Greiz" quasi als "running gag" des Films verzweifelt versucht, seinen Thron wiederzuerlangen.

    Gruss, muheijo
     
  6. Danke für die Zahlreichen Antworten, ich lag ne zeit lang flach und hab dann vergessen, hier wieder rein zu schauen^^

    Ich werd mir mal die angegebenden Quellen anschauen, sieht schonmal sehr interessant aus.

    Vielen Dank nochmal :)
     

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