Vielleicht sollte man auch einfach mal beim neuen Anmelden ins Forum ein Popup-Fenster installieren (welches nicht durch den Browser unterdrückt werden kann), indem die Grundbegriffe mal erläutert werden, Ethnie, "Rasse", Homogenität, Nation, Populationsgenetik, Sprachverwandschaft, Volk, Nationbuilding, usw.
Ich denke, wenn man Sätze liest, wie "15% der Türkeitürken sind wirklich Türken", dann erkennt man ein völlig falsches Verständnis von Geschichte, geschichtlichen Prozessen, Vermischung von Völkern, (Stammes-)Konföderationen, etc., Definition von Ethnien, Nationen, usw.
Diese laienhaften Vorstellungen scheinen bei vielen Usern, nicht nur welche mit Migrationshintergrund, Anfang des 20. Jh. stehengeblieben zu sein, oder durch (Groß-)Eltern tradiert. Denn diese Vorstellungen tauchen hier ja immer wieder auf, und manchmal verstehen dann die Neuankömmlinge unsere Aussagen als blasphemisch, weil wir von anderen Definitionen ausgehen, als die Neuen.
Zum obigen Satz, er müsste eigenlich heissen: Es gibt bestimmte Gene, die sind bei bestimmten Zentralsasiaten zu X% enthalten, und dieselben Gene finden sich bei Türkeitürken zu Y%. Daraus kann man vermuten, dass Z% "Genmaterial" bei den heutigen Türkeitürken die Wanderung über 1000de Kilometer und 1000 Jahre überdauert hat, der Rest des Materials kommt woanders her, unterwegs, und vor Ort gefundenes "Genmaterial". Das heisst aber nicht, dass die Türkeitürken eigentlich "Griechen", "Iraner", "Makedonen", usw. seien, denn einer, der sich als Nachkomme eines Stammes aus Zentralasien fühlt, z.b. die osmanischen Sultane, die meistens nicht-turkmenische Frauen hatten, der ist ebenso "echter Türke", wie einer, der vielleicht mal Nachkomme der Phryger war, dann romanisiert wurde, dann byzantinisiert wurde, dann turkifiziert wurde, und nun heute amerikanisiert wird...