Wie lange wurde Salz als Währung genutzt?

Griffel

Mitglied
Mich würde mal interessieren, wie lange Salz als Währungsersatz verwendet wurde? Ich weiß nur, dass es mehrere Jahrhunderte lang so war. Danach entwickelte sich Edelmetalle wie Gold und Silber zu Zahlungsmitteln. Heutzutage haben wir ja "wertloses Geld". Das nur durch den Glauben an Wert erhalten wird.
Fiatgeld – Wikipedia
Es gibt zwar Goldreserven. Aber auch Gold, ist nicht unbegrenzt verfügbar. Bis jetzt gab es keine wirklich stabile Währung. Es gab immer wieder Inflation.

Ob das wohl auch so wäre, wenn Salz erneut als Währungsbasis genutzt würde.
 
Mich würde mal interessieren, wie lange Salz als Währungsersatz verwendet wurde?
Inwiefern Währungsersatz?
Es wurde sicherlich häufig als Tauschgut verwendet und zum Teil sicherlich auch um Abgaben in Naturalien zu leisten, aber ein dezidierter Währungsersatz, der als allgemeines Tauschmitten überall akzeptiert worden wäre ist ja etwas anderes.

Mir wäre keine Gesellschaft bekannt, bei der man von Salz als dezidiertem "Währungsersatz" im Sinne eines monetarisierten Systems ausgehen könnte.

Danach entwickelte sich Edelmetalle wie Gold und Silber zu Zahlungsmitteln.
Gold war theoretisch ein Zahlungsmittel, kam allerdings in der Praxis als solches kaum vor, da insgesamt zu selten um tatsächlich effektiv eine für ein monetarisiertes System benötigte Geldmenge abzubilden.
Kupfer und Silber wurden in der Antike bevorzugt verwendet, sofern eine Währung tatsächlich in geprägten Münzen bestand und vor allem beim Silber blieb es dann auch lange Zeit, wobei weite Strecken des europäischen Mittelalters und auch noch der frühen Neuzeit nicht in dem Sinne monetarisiert waren, dass sämtliche wirtschaftlichen Aktionen über irgendeine Währung gelaufen wären, sondern in der Zeit passiert auch viel in Sachen Naturalabgaben und Naturalien als Tauschwaren.

Heutzutage haben wir ja "wertloses Geld". Das nur durch den Glauben an Wert erhalten wird.
Staatliche Garantien sind schon noch etwas mehr als bloßer Glauben, jedenfalls so lange dahinter ein funktionierendes Staatswesen steht, das die Akzeptanz des gesetzlichen Zahlungsmittels nötigenfalls erzwingen kann.

Es gibt zwar Goldreserven. Aber auch Gold, ist nicht unbegrenzt verfügbar.
Das war es nie.

Bis jetzt gab es keine wirklich stabile Währung. Es gab immer wieder Inflation.
Eine unflexible Währung, die keine inflations- und Deflationstendenzen zulässt wäre auch überhaupt nicht wünschenswert.

Die Währung ist ja kein Selbstzweck sondern sie dient dazu wirtschaftliche Aktionen zu vermitteln, folglich muss die Geldmenge groß genug sein, um die Vermittlung dieser Vorgänge effektiv leisten zu können.
Nun ist eine Volkswirtschaft naturgemäß nicht statisch, sondern Bevölkerungsgrößen und Wirtschaftsleistung verändern sich stetig (in den letzten Jahrhunderten mit tendenziell wachsender Tendenz), so dass völlig klar ist, dass die im Umlauf befindliche Geldmenge derartig flexibel gestaltet sein muss, dass sie auf wachsende oder schrumpfende Produktion von Gütern auch tatsächlich reagieren kann.
Ansonsten wäre Effekt ein früher oder später ein Überhang entweder an Währungseinheiten oder an dem gegenüberstehenden Waren und Dienstleistungen. In einer tendenziell wachsenden Wirtschaft läuft es auf letzteres hinaus.
Und das wiederrum würde wirtschaftliche Aktionen behindern und das ganze System lähmen.

Ob das wohl auch so wäre, wenn Salz erneut als Währungsbasis genutzt würde.

Salz als Währung kann in einer global vernetzten Welt mit einer großräumigen Staatenordnung schon deswegen nicht funktionieren, weil es kein in irgendeiner Weise seltenes Gut darstellt. Es kann ja im Prinzip von jedem ohne weiteres aus Meerwasser gewonnen werden.
Das wäre dann in etwa so, als wenn jeder im Keller sein eigenes Geld drucken würde.
Wer sollte das akzeptieren?

Salz mag in der Vormoderne in Regionen ohne abbaufähige Salzlagerstätten im Boden und ohne Zugang zum Meer ein einigermaßen begehrts Tauschmittel gewesen sein (ob man von Währung sprechen kann, ist eine andere Frage, ich wage das zu bezweifeln), zumal es auch zur Konsrvierung von Lebensmitteln notwendig war.

Dafür haben wir heute aber weitgehend andere Verfahren.
 
Ansonsten wäre Effekt ein früher oder später ein Überhang entweder an Währungseinheiten oder an dem gegenüberstehenden Waren und Dienstleistungen. In einer tendenziell wachsenden Wirtschaft läuft es auf letzteres hinaus.
Und das wiederrum würde wirtschaftliche Aktionen behindern und das ganze System lähmen.
Die Preise müssen in einer wachsenden Wirtschaft bei mehr oder weniger fixem nominalen Geldumlauf, etwa im Fall einer Edwlmetallwährung, halt nach und nach sinken.
 
Mich würde mal interessieren, wie lange Salz als Währungsersatz verwendet wurde? Ich weiß nur, dass es mehrere Jahrhunderte lang so war.
Da würde mich jetzt auch eine Quelle für interessieren.

Danach entwickelte sich Edelmetalle wie Gold und Silber zu Zahlungsmitteln. Heutzutage haben wir ja "wertloses Geld". Das nur durch den Glauben an Wert erhalten wird.
Fiatgeld – Wikipedia
Der Glaube allein ist es nicht, bzw. der kommt eben nicht von allein. Entscheidend ist, dass das Geld durch die Notenbank knapp gehalten wird. Ist das nicht der Fall, kommt es zu Inflation und das Geld ist immer weniger wert, egal, ob der Bürger daran glaubt oder nicht.

Es gibt zwar Goldreserven. Aber auch Gold, ist nicht unbegrenzt verfügbar.
Wenn es unbegrenzt verfügbar wäre, wäre es als Zahlungsmittel unbrauchbar.

Deshalb verwenden die Ferengi auch kein Gold, sondern goldgepresstes Latinum als Zahlungsmittel, da sich Latinum nicht replizieren lässt und nur begrenzt verfügbar ist.

Ob das wohl auch so wäre, wenn Salz erneut als Währungsbasis genutzt würde.
Ja.

Salz konnte nur als Zahlungsmittel dienen (wenn es denn tatsächlich so war) oder auch generell als Quelle für Wohlstand dienen, solange es nicht so leicht herzustellen und über lange Strecken zu transportieren war.

Vergleiche etwa das Kaurigeld, bei dem Kauri-Schnecken als Zahlungsmittel verwendet wurden.

Die größte Bedeutung als Zahlungsmittel hatte das wohl in Gegenden, die weit von den Gebieten, wo die Schnecken gesammelt wurden, entfernt lagen.

Bessere und billigere Transportmethoden führten dann dazu, dass auch dort, etwa im Inneren Afrikas, immer mehr Kauris zur Verfügung standen und die Kauris immer weniger wert waren. Spätestens ab Ende des 19. Jahrhunderts wurde Kaurigeld deshalb kaum noch verwendet.

 
Mich würde mal interessieren, wie lange Salz als Währungsersatz verwendet wurde? Ich weiß nur, dass es mehrere Jahrhunderte lang so war. Danach entwickelte sich Edelmetalle wie Gold und Silber zu Zahlungsmitteln. Heutzutage haben wir ja "wertloses Geld". Das nur durch den Glauben an Wert erhalten wird.
Fiatgeld – Wikipedia
Es gibt zwar Goldreserven. Aber auch Gold, ist nicht unbegrenzt verfügbar. Bis jetzt gab es keine wirklich stabile Währung. Es gab immer wieder Inflation.

Ob das wohl auch so wäre, wenn Salz erneut als Währungsbasis genutzt würde.

Wir jeden hier schon von Salz, von Kochsalz, von Natriumchlorid? Ich wüsste in historischer Zeit keine Kultur, bei der Salz als Zahlungsmittel akzeptiert worden wäre oder wo Salz in Krisenzeiten ein begehrtes Zahlungsmittel gewesen wäre.

Salz hat keinen hohen Materialwert, seinen Wert bekam Salz nur dadurch, dass es für die Konservierung von Lebensmitteln unentbehrlich war, dass jeder es brauchte und manche Wirtschafts-Zweige sehr viel davon brauchten.


Von Salzsteuern, Salzregalien, haben manche Städte enorm profitiert, auch an billigen Waren kann man profitieren, Amsterdams Wohlstand gründete mal auf Heringen.



Salz gewann seinen Wert einzig und allein, dass es als Konservierungsmittel unentbehrlich war und dass man eben sehr viel davon brauchte. Salz ist aber recht häufig. Auch mit Dingen, die billig sind, kann man Geschäfte machen. Amsterdam hat der Hering reich gemacht, und im Amerikanischen Bürgerkrieg haben sich manche Spekulanten durchaus auch mit Salz eine goldene Nase verdient, haben große Mengen von Salz billig aufgekauft und teuer an die Armee verkauft, um aber mit Salz Geschäfte zu machen, muss man sehr viel davon haben, macht es eben die Masse.

Zucker, und einige Gewürze waren bis ins 18. Jahrhundert noch sehr teuer. Als Ersatzwährung in Kriegs- oder Notzeiten taugt Salz aber nicht. Es hat keinen

Als "Ersatzwährung" taugt Salz nicht viel. Als Tauschware taugt es nur, wenn man gleich eine Tonne davon hat.
Als Ersatzwährung taugt nur etwas, das kostbar, das knapp ist.

In Notzeiten und Kriegszeiten, weicht man in Artikel aus, die kostbar sind, die einen hohen Tauschwert haben und die leicht transportabel sind. Gold hat überall einen Wert,, es ist kostbar, Schnaps, Zigaretten, Kaffee, lang haltbare kalorienreiche Lebensmittel, Morphium, Benzin, das alles sind Waren, die in Kriegs- und Notzeiten immer gefragt sind, die jederzeit eingetauscht werden können, die man leicht transportieren kann. Für Salz dagegen trifft das nicht zu, Salz ist relativ wertlos, auf jedem beliebigen Schwarzmarkt, ist es nur rentabel, wenn man viel davon losschlagen kann. Salz oder Wasser sind lebensnotwendig, aber als Tauschware nur interessant, wenn man sehr viel davon besitzt und viel davon verkaufen kann. Salz ist aber eben sehr schwer transportabel






Weil man aber sehr große Mengen braucht, um damit Geschäfte zumachen, taugt Salz aber eben nicht als Notwährung: Alkohol, Drogen, Waffen, Lebensmittel, Genussmittel haben hohen Tauschwert, haben kein großes Gewicht, man kann große Tauschwerte mit geringem Gewicht mit sich tragen, sie transportieren, man wird sie auf jedem Schwarzmarkt sofort los.

Zigaretten, Zigarren, Kaffee, Schokolade, Morphin, Spirituosen, Benzin, haben einen hohen Tauschwert, sie sind in Notzeiten knapp, aber begehrt.

Du kannst ja mal versuchen, wie weit du auf irgendeinem Schwarzmarkt mit Salz kommst. Mit Salz macht man nur Gechäfte, wenn man viel davon hat und sehr viel davon verkaufen kann.
 
Wir jeden hier schon von Salz, von Kochsalz, von Natriumchlorid? Ich wüsste in historischer Zeit keine Kultur, bei der Salz als Zahlungsmittel akzeptiert worden wäre oder wo Salz in Krisenzeiten ein begehrtes Zahlungsmittel gewesen wäre.

Salz hat keinen hohen Materialwert, seinen Wert bekam Salz nur dadurch, dass es für die Konservierung von Lebensmitteln unentbehrlich war, dass jeder es brauchte und manche Wirtschafts-Zweige sehr viel davon brauchten.


Von Salzsteuern, Salzregalien, haben manche Städte enorm profitiert, auch an billigen Waren kann man profitieren, Amsterdams Wohlstand gründete mal auf Heringen.
Salz war früher schon recht teuer. Man kann es zwar im Prinzip in beliebig großen Mengen aus dem Meer gewinnen, aber zumindest unter unseren klimatischen Bedingungen ist das nicht besonders effektiv. Deshalb hat die Hanse ihr Salz auch vor allem aus Lüneburg bezogen, anstatt es direkt vor Ort aus Seewasser herzustellen. Konkurrenz war teilweise Salz aus Meerwassersalinen in Frankreich und Spanien. Das Salz von dort galt aber nicht als so hochwertig.

Nach Wikipedia wurde Salz im deutschsprachigen Raum erst preiswert, als man die dicken Salzschichten des Pechsteinzeitalters abbauen konnte.

Dort findet man auch tatsächlich ein bisschen über Salz als Zahlungsmittel. Danach soll Salz u. a. in Äthiopien und Eritrea als Zahlungsmittel verwendet worden sein.

Römische Legionäre sollen auch einen Teil ihres Lohns in Form von Salz ausgezahlt bekommen haben. Daher soll das Wort Salär kommen (von Salarium über franz. Salaire).

Bei letzterem bin ich aber nicht sicher, ob man das als Zahlungsmittel im engeren Sinne auffassen kann. Im Grunde ist das ja vergleichbar mit z. B. der täglichen Rumration, die es früher in der Royal Navy gab oder ähnliche teilweise Bezahlungen in Naturalien. Deshalb sagt ja niemand, dass Rum in England früher Zahlungsmittel war.




 
Die Preise müssen in einer wachsenden Wirtschaft bei mehr oder weniger fixem nominalen Geldumlauf, etwa im Fall einer Edwlmetallwährung, halt nach und nach sinken.
Was dann irgendwann zu dem Problem führt, dass die im Umlauf befindlichen Währungseinheiten einfach zu groß sind und die permanent sinknden Preise noch abzubilden.
Was dann vier Möglichkeiten offen lässt:

1. Zerlegung der vorhandenen Währungseinheiten in kleinere Teile (Hacksilber etc.), dann wird die Menge der Währungseinheiten aus dem bestehenden Bestand erhöht.
2. Ergänzung der bestehenden Währung durch kleinere Einheiten in Form von Münzen aus unedlen Metallen und damit Ausdehnung der Geldmenge von außerhalb des vorhandenen Bestands.
3. Parallelwährungen, Tausch- oder Schuldscheinsysteme o.ä. um die im Umlauf befindliche Währung zu entlasten. Dannn bleib zwar die Menge stabil, die Währung verliert aber ihren Charakter als tendenziell alleiniges Zahlungsmittel.
4. Man senkt sukzessive durch Münzverschlechterungen den Edelmetallgehalt, der im Umlauf befindlichen Währungseinheiten um eine größere Menge an Währeungseinheiten eittieren zu können. Das läuft dann aber genau so auf Inflation oder Teilentignung (im Gegensatz zu staatlich garantiertem Papiergeld, dass man einfach nachdrucken kann, müsste man die alten Währungseinheiten hier ja qua dekret aus dem Verkehr ziehen um die Akzeptanz der neuen, schlechteren zu gewärleisten und auch um das Edelmetall zurück zu gewinnen) hinaus.

Edelmetallwährung war in vormodernen Wirtschftssystemen, die sich tendenziell eher statsch verhielten sicherlich noch einigermaßen sinnvoll, aber bei den Wachstumsraten der Industriegesellschaften ist das offensichtlich auf Dauer zu unflexibel.
Das zeigt sich historisch ja auch daran, dass in dem Moment, wo in Europa der 1. Weltkrieg Situationsbedingt die Ausweitung der Geldmenge verlangt war, um über Kriegskredite/Anleihen die notwendigen wirtschaftlichen Abläufe anstoßen zu können, um diesen Krieg überhaupt führen zu können, aller Orten die Edelmetallbindung aufgehoben werden musste, weil die dadurch statische Limitierung der Geldmenge untragbar geworden war.


Und natürlich hat das mit dem Edelmetall noch gewisse andere Tücken, insofern das Funktionieren natürlich auch immer von der Förderung weiteren Edelmetalls und den Edelmetallmärkten abhängig ist.

Ist der Zufluss von Edelmetall, sei es durch Förderung oder Handel grade hoch, kommt der Wert der Geldeinheiten natürlich ins Missverhältnis, wenn dieser sich lediglich durch seinen Edelmetallgehalt definiert, weil dadurch natürlich unverarbeitetes Edelmtall als Tauschmittel attraktiver zu werden droht, als die eigentliche Währung.
Ist Edelmetall gerade knapp und die Nachfrage danach ungewöhnlich hoch, während die Nachfrage nach Geldeinheiten auf den anderen Gütermärkten mehr oder weniger stabil bleibt, läd das natürlich unter Umständen dazu ein Münzen einzuschmelzen um die Märkte für Edelmetall zu bedienen, was dann zu Deflationstendenzen führt.
Außerdem besteht bei Edelmetallwährung natürlich auch immer die Problematik, potentiellen Abflusses an das Ausland im grenzübergreifenden Handel, wenn die dortige Währung schlechter abgesichert oder signifikant teurer ist, weil etwa dort die Preise für die entsprechenden Edelmetalle höher sind.

Das sind ja alles Probleme, die es historisch gab.
 
Der Glaube allein ist es nicht, bzw. der kommt eben nicht von allein. Entscheidend ist, dass das Geld durch die Notenbank knapp gehalten wird. Ist das nicht der Fall, kommt es zu Inflation und das Geld ist immer weniger wert, egal, ob der Bürger daran glaubt oder nicht.
Entscheidend ist vor allem auch, dass der Staat um dessen gesetzliches Zahlungsmittel es sich handelt, wenn er einigermaßen funktioniert, die Durchsetzung dises Zahlungsmittels erzwingen kann.
Beispielsweise, in dem er Gewerbetreibenden und Händler Lizenzen um ihr Geschäft legal betreiben zu konnen nur unter der Auflage vergibt, dass sie das gesetzliche Zahlungsmittel akzeptieren und Waren und Dienstleistungen im Austausch dagegen anbieten müssen und sie wieder einziehen kann, wenn das nicht gewährleistet ist.
Bei gleichzeitigem Durchgreifen gegen Schwarzmärkte.
Und natürlich steht einer funktionierenden Staatsgewalt auch die Möglichkeit zur Verfügug durch Preisfestsetzungen und Verbote von Warenhortungen etc. die Herausgabe von Gütern gegen Währungseinheiten zu erzwingen.
Davon macht der Staat im Normalfall, wenn er marktwirtschaftlich organisiert ist keinen Gebrauch. In Ausnahmen, wie im Kriegs oder Katastrophenfall kann das aber sehr wohl vorkommen.

Und dann wird Währung eben nicht unbedingt nur einfach einfach deswegen akzeptiert, weil besonderer Glaube in die Stabilität vorhanden ist, sondern wegen der Konsequenzen die bei Zuwiderhandeln anfallen würden.

Diese Möglichkeit stumpft natürlich ab, im Besonderen, wenn sich zwischen dem Wert der Währungseinheiten und dem potentiellen Wahrenwert durch fortschreitende Inflation die Schere zu weit öffnet.
Aber in Maßen funktioniert das natürlich.

Salz hat keinen hohen Materialwert, seinen Wert bekam Salz nur dadurch, dass es für die Konservierung von Lebensmitteln unentbehrlich war, dass jeder es brauchte und manche Wirtschafts-Zweige sehr viel davon brauchten.
Anders ausgedrückt: Man kann nicht davon ausgehen, dass es unbedingt eine Thesaurierungsfunktion besaß, weil es regelmäßig verbraucht wurde.

Dementsprechend, wäre fraglich, ob es im volkswirtschaftlichen Sinne überhaupt hypothetisch Geldfunktionen erfüllen und damit de facto Geld darstellen könnte.
Salz war früher schon recht teuer. Man kann es zwar im Prinzip in beliebig großen Mengen aus dem Meer gewinnen, aber zumindest unter unseren klimatischen Bedingungen ist das nicht besonders effektiv. Deshalb hat die Hanse ihr Salz auch vor allem aus Lüneburg bezogen, anstatt es direkt vor Ort aus Seewasser herzustellen. Konkurrenz war teilweise Salz aus Meerwassersalinen in Frankreich und Spanien. Das Salz von dort galt aber nicht als so hochwertig.
Dabei darf man aber nicht übersehen, dass die Hanse nicht nur lokale Märkte bediente sondern vor allem eben auch Exportmärkte, wie Schonen oder später das von @Scorpio genannte Amsterdam, die durch das Abschöpfen sehr reicher Fischgründe, einen sehr großen Bedarf an Konservierungsmitteln hatten.
Dadurch, dass also ein Großteil des Lüneburger Salzes, der nach Lübeck oder Hamburg ging, überhaupt nicht auf auf den lokalen Märkten losgeschlagen wurde, sondern auf den Überlokalen, auf denen auf denen andere Nachfragepotentiale herrschten, wurden die lokalen Märkte nicht damit geflutet.
Und so lange das nicht passierte, bleiben die Preise für Salz natürlich auf einem gewissen Niveau, aber das war durchaus bei weitem nicht so hoch, wie bei anderen Gütern (z.B. den genannten Gewürzen).

Wahrscheinlich wird man im Bezug auf Salz auch konstatieren können, dass sein Wert letztendlich mit dem von Brennmitteln korrspondierte, im Besonderen dort, wo ein Bezug zu Salzwasser gegeben war, oder wo eine alternative Konservierung durch Räuchern infrage kam.

Nach Wikipedia wurde Salz im deutschsprachigen Raum erst preiswert, als man die dicken Salzschichten des Pechsteinzeitalters abbauen konnte.
Nun ist in dem Artikel aber nicht von "Salz", sondern dezidiert von "Speisesalz" die Rede, so dass sich hier schon die Frage stellt, ob damit Salz als Konservierungsmittel im allgemeinen gemeint ist, oder eben als beliebter Speisezusatz für die täglichen Malzeiten.
Das macht ja dann auch noch mal einen Unterschied, was Nachfragemengen angeht.

Und dann ist da natürlich auch noch die Frage der Preisbildung. Salzmonopole und Salzsteuern etc. waren schonmal angesprochen worden und im Raum des Heiligen Römischen Reiches kamen natürlich auch noch die diversen Grenzen zwischen den Fürstentümern und damit potentielle Zollbarrieren hinzu.

Wie hoch der Preis für Salz in einzenen Teilen des deutschsprachigen Raums war, hing natürlich auch von den Transportkosten, und den sonstigen darauf liegenden Abgaben ab, nicht nur unbedingt vom Preis des Salzes als Handelsgut an und für sich.

Wie sich das im Einzelnen gestaltete, müsste man sich ansehen.
Es gibt nämlich durchaus Beispiele für Akteure, die ein Interesse daran hatten Preise für Salz relativ hoch zu halten.

Beispielsweise fährt Venedig im Hoch und Spätmittelalter eine Politik, die darauf hinauslief die Salzprosuktion durch Stillegung von Salinen im Bereich der venezianisch beherrschten Teile der Adria in Venedig selbst hoch zu halten, weil der Salzhandel gewissermaßen eine Rückersicherung gegnüber dem Levantehandel darstellte.
Die in Venedig und Umgebung durch Angebotsverknappung künstlich höher gehaltenen Salzpreise garantierten den Händlern sichere Profite, die sie in gewissem Maße gegen die deutlich höheren Risiken im Levantehandel wirtschaftlich teilweise absicherten und so die Stellung von Risikokapital für den Handel mit den orientalischen Luxuswaren vereinfachte.

Hier wären niedrigere Salzpreise durchaus möglich gewesen, wurden aber bewusst vermieden.
Ob es ähnliche Kalkulationen Salz und dessen Preise mit anderen Geschäftsfeldern zu koppeln auch im deutschsprachigen Raum gab weiß ich nicht, es wäre aber sicherlich denkbar.


Mindestens niederdeutschen Bereich und im Einzugsbereich der großen schiffbaren Flussysteme dürfte eher die Richtung von Warenströmen und die Gestaltung von Handelsbarrieren und Abgaben, als die bloße Verfügbarkeit von Salz in der jeweiligen Gegend Einfluss auf die Preise gehabt haben.

Römische Legionäre sollen auch einen Teil ihres Lohns in Form von Salz ausgezahlt bekommen haben. Daher soll das Wort Salär kommen (von Salarium über franz. Salaire).
Naja, das entspricht aber eher einer Zulage in Naturalien, als einer Bezahlung in irgendeiner Währung, da das Salz sowohl weitergehandelt, als auch von den Legionären selbst verbraucht werden konnte.
Die Legionäre waren ja keine reinen Soldaten, sondern saßen ja auch immer wieder über längere Strecken in den Legionslagern und konnten da durchaus Nebentätigkeiten nachgehen um den eigenen Sold aufzubessern die eventuell mit salz in Zusammenhang stehen konnten oder aber es konnten vor Ort zusätzliche Lebensmittel agekauft und das Salz dann als Konservierungsmittel verwendet werden.

Zusätzlich zum in Metallgeld ausgezahltem Sold zur Verfügung gestelltes Salz kann man Modern vielleicht mit Deputatkohle als Lohnzulage für Bergleute verglichen.
Damit wurde ein Teil der Arbeit bezahlt und die konnte theoretisch auch weiter verkauft werden, aber man würde das kaum als Währung bezeichnen.

Dort findet man auch tatsächlich ein bisschen über Salz als Zahlungsmittel. Danach soll Salz u. a. in Äthiopien und Eritrea als Zahlungsmittel verwendet worden sein.
Die Frage ist eben, würde man das Währung, bzw. "Geld" nennen?
Stichwort "Thesaurierungsfunktion".
In der Volkswirtschaftslehre wird ja davon ausgegangen, dass Geld zwar im Prinzip alles ist, was Geldfunktionen erfüllt, zu diesen zählt aber eben auch die Speicherung ("Thesaurierung") von Werten, womit z.B. verderbliche Güter, die sich nicht beliebig aufbewahren lassen um den Wert langfristig zu sichern außen vor sind.

Die Frage, wenn man diese Prämisse akzeptiert wäre aber, ob man bei Salz, also einem Gut, dass seinen Wert für die entsprechenden Gesellschaften daraus bezieht ein klassisches und dringend benötigtes Verbrauchsgut zu sein, eine Thesaurierungsfunktion zugestehen möchte.

Theoretisch, kann man Salz übeer lange Zeit einlagern und es ist auch nicht verderblich, sofern es nicht verunreinigt ist.
Aber die soziale Praxis sieht ja nun einmal so aus, dass "Salzspeicher" à la Dagobert Duck (überzeichnet) zum Zweck der Wertaufbewahrung eigentlich de facto nirgendwo vorkommen (im Gegensatz zu anderen Dingen, wie Edelmetll die mitunter durchaus zu diesem Zweck gehortet werden). Die soziale Praxis geht eigentlich dahin, dass Salz wenn überhaupt nur temporär aufbewahrt wird um es später, wenn es saisonal gebraucht wird zu nutzen, aber nicht darin, große Werte in großen Salzbeständen abzuspeichern um sie für wirtschaftliche Transaktionen vorzuhalten.
Ich würde von dem her, mal behaupten, theoretisch könnte Salz eine Thesaurierungsfunktion haben, weil es nicht verderblich ist, und daher als theoretisch als Aufbewahrungsmittel dienen könnte. In der sozialen Praxis ist das aber eher nicht der der Fall.
Zumal das ganze System davon lebt, dass das en gros nicht der Fall ist, da nur der Verbrauch des Salzes seine Knappheit als Gut und damit die Nachfrage danach überhaupt garantiert, während es zu Inflation und Wertverfall fürhren würde, wäre Thesaurierung von Werten durch Salz tatsächlich gängige soziale Praxis und würde das Salz daher nicht konsumiert.


In diesem Sinne, wird man Salz als wichtiges Handelsgut begreifen können, aber eher im Sinne eines Warentausches, nicht verglichbar mit Metallwährungen als vollwertigem Geld im eigentlichen Sinne oder in Verbindung damit als Währung.
 
Zuletzt bearbeitet:
Naja, das entspricht aber eher einer Zulage in Naturalien, als einer Bezahlung in irgendeiner Währung, da das Salz sowohl weitergehandelt, als auch von den Legionären selbst verbraucht werden konnte.
Die Legionäre waren ja keine reinen Soldaten, sondern saßen ja auch immer wieder über längere Strecken in den Legionslagern und konnten da durchaus Nebentätigkeiten nachgehen um den eigenen Sold aufzubessern die eventuell mit salz in Zusammenhang stehen konnten oder aber es konnten vor Ort zusätzliche Lebensmittel agekauft und das Salz dann als Konservierungsmittel verwendet werden.

Zusätzlich zum in Metallgeld ausgezahltem Sold zur Verfügung gestelltes Salz kann man Modern vielleicht mit Deputatkohle als Lohnzulage für Bergleute verglichen.
Damit wurde ein Teil der Arbeit bezahlt und die konnte theoretisch auch weiter verkauft werden, aber man würde das kaum als Währung bezeichnen.
Das würde ich ebenfalls klar verneinen.
Dass Personen zumindest zum Teil in Naturalien bezahlt wurden, war lange Zeit nicht ungewöhnlich. In der Frühphase der Industrialisierung wurde damit viel Unfug getrieben, indem Unternehmen ihre Arbeiter z.B. mit den eigenen Produkten (oft minderwertige Ausschussware) bezahlten, sodass die Arbeiter diese erst einmal selbst verkaufen oder tauschen mussten, (oder mit Gutscheinen, die nur in vom Unternehmen selbst betriebenen Geschäften einlösbar waren). Dem wurde nach und nach mit „Truckverboten“ der Riegel vorgeschoben. Trotzdem gibt es Sachzuwendungen auch heute noch, etwa in Form von Dienstwohnungen.
In der österreichischen Zuckerindustrie haben die Arbeiter noch heute Anspruch auf 100 kg Zucker („Deputatzucker“) pro Jahr.
Mit Währung im Sinne eines Zahlungsmittels hat das alles nichts zu tun.
 
Da würde mich jetzt auch eine Quelle für interessieren.


Der Glaube allein ist es nicht, bzw. der kommt eben nicht von allein. Entscheidend ist, dass das Geld durch die Notenbank knapp gehalten wird. Ist das nicht der Fall, kommt es zu Inflation und das Geld ist immer weniger wert, egal, ob der Bürger daran glaubt oder nicht.


Wenn es unbegrenzt verfügbar wäre, wäre es als Zahlungsmittel unbrauchbar.

Deshalb verwenden die Ferengi auch kein Gold, sondern goldgepresstes Latinum als Zahlungsmittel, da sich Latinum nicht replizieren lässt und nur begrenzt verfügbar ist.


Ja.

Salz konnte nur als Zahlungsmittel dienen (wenn es denn tatsächlich so war) oder auch generell als Quelle für Wohlstand dienen, solange es nicht so leicht herzustellen und über lange Strecken zu transportieren war.

Vergleiche etwa das Kaurigeld, bei dem Kauri-Schnecken als Zahlungsmittel verwendet wurden.

Die größte Bedeutung als Zahlungsmittel hatte das wohl in Gegenden, die weit von den Gebieten, wo die Schnecken gesammelt wurden, entfernt lagen.

Bessere und billigere Transportmethoden führten dann dazu, dass auch dort, etwa im Inneren Afrikas, immer mehr Kauris zur Verfügung standen und die Kauris immer weniger wert waren. Spätestens ab Ende des 19. Jahrhunderts wurde Kaurigeld deshalb kaum noch verwendet.


In Ostafrika waren Kauri-Muscheln, Glasperlen und vor allem bunte Stoffbahnen, genannt "Dotis" übliche Zahlungsmittel. Einige Afrikaforscher wie Henry M. Stanley stellten in ihren Berichten Preislisten vor über den Wert einzelner Waren.

Sklaven wurden mit Dotis bezahlt. Ein Mann in den besten Jahren war für 20-30 Dotis zu haben, ein hübsches Mädchen kostete um die 100 Dotis.

In Nordafrika war der Maria Theresientaler wegen seines hohen Silbergehaltes bis weit ins 20. Jahrhundert hinein ein gültiges Zahlungsmittel. In abgelegenen Landstrichen kann man in Marokko oder Algerien bis zum heutigen Tag zuweilen auf Maria Theresientaler als Schmuck oder Zahlungsmittel treffen. In der Altstadt von Tanger traf ich mal einen Juwelier, der aus einem Theresientaler etwas für eine Kundin anfertigte.
 
In Ostafrika waren Kauri-Muscheln, Glasperlen und vor allem bunte Stoffbahnen, genannt "Dotis" übliche Zahlungsmittel. Einige Afrikaforscher wie Henry M. Stanley stellten in ihren Berichten Preislisten vor über den Wert einzelner Waren.

Sklaven wurden mit Dotis bezahlt. Ein Mann in den besten Jahren war für 20-30 Dotis zu haben, ein hübsches Mädchen kostete um die 100 Dotis.

In Nordafrika war der Maria Theresientaler wegen seines hohen Silbergehaltes bis weit ins 20. Jahrhundert hinein ein gültiges Zahlungsmittel. In abgelegenen Landstrichen kann man in Marokko oder Algerien bis zum heutigen Tag zuweilen auf Maria Theresientaler als Schmuck oder Zahlungsmittel treffen. In der Altstadt von Tanger traf ich mal einen Juwelier, der aus einem Theresientaler etwas für eine Kundin anfertigte.
Ja, aber als Numismatiker muß ich hier die sehr vielen in Umlauf befindlichen Fälschungen anmerken!
 
Nach dem 2. Weltkrieg waren Zigaretten oder Spirituosen tatsächlich so etwas wie Ersatzwährung, und auf jedem beliebigen Schwarzmarkt in einem beliebigen Winkel der Welt gibt es Tauschwaren, die man immer loskriegt und eben Ladenhüter.

Mein Opa erzählte immer eine Geschichte, wie er mit zwei Kameraden nach Minsk fuhr, um etwas zu "organisieren" In einem Depot haben sie sich mit Fressalien eingedeckt, und ein ungarischer Schinken wurde kurzerhand auf der Rückfahrt bei einigen Artilleristen gegen Benzin eingetauscht. Eine Stange Zigaretten, oder flüssige Zahlungsmittel in Form einer Flasche Wodka -das war tatsächlich eine "Ersatzwährung". Wenn die mit einer Tonne Salz um die Ecke gekommen wären, hätten die das eben nicht eintauschen können.

In allen deutschen oder europäischen Gefängnissen sind der "Koffer" (1 Koffer= ein 50 Gramm Paket Tabak) oder die ""Bombe" (250 g Instant-Kaffee) tatsächlich gültige Tausch- und Zahlungsmittel. Selbst absolute Nichtraucher horten "Koffer" und "Bomben" . Tabak oder Kaffee sind, wo man keinen Zugang zu Bargeld hat, akzeptierte Zahlungsmittel.

Alle anderen Waren oder Genussmittel werden in "Koffern" und "Bomben" angegeben. Der Koffer und die Bombe haben den Vorteil, dass sie legale Zahlungsmittel sind. Jederzeit kann ein Koffer oder eine Bombe eingetauscht werden, in einer Umgebung in der Bargeld eher selten ist, ist der Koffer/die Bombe ein gültiges Zahlungsmittel. Es hat durchaus Vorteile, Kaffee und Tabak zu horten, selbst wenn man Nichtraucher ist.

Tabak oder Kaffee haben einen festen Wert und Wechselkurs, und sie können jederzeit eingetauscht werden. Ja, ein Gefangener, der zehn Bomben und Koffer im Spind hat, ist besser dran, als einer, der Geld auf dem Konto hat, das er aber nicht ausgeben kann.

Die Goldwährung das ist in Gefangenschaft Drogen, Medikamente. Ein Riegel Subu-Tex oder Morphin, ein Kanten Hasch, das ist wie in Freiheit einen Krügerrand zu besitzen.
Ein Gramm Cannabis ist 40-60 Euro wert, ein Gramm Heroin ca. 200-250 Euro, ein Gramm Kokain 300-350, ein Handy etwa 200 Euro.

Solche inoffiziellen Zahlungsmittel sind unter Umständen sogar wertvoller, als ein gefülltes Konto, über das man nicht verfügen kann. . Ein Gefangener, der gut mit Kaffee und Tabak versorgt ist, leidet keine Not, kann sich alles kaufen, und besitzt er sogar noch die "Goldwährung" und ist in der Lage, sie zu verteidigen, kann er sich sogar das Leben recht angenehm machen.

Drogen oder Medikamente sind in Gefängnissen sozusagen die Goldwährung. Wer in Gefangenschaft einen Kanten Hasch, einen Riegel Subu-Tex oder Morphinpillen besitzt, das ist, wie in Freiheit einen Krügerrand zu besitzen.

Das ist so gut wie Geld, nein besser als Bargeld. Selbst wenn man es gar nicht braucht, kann es sofort und überall eingetauscht werden.


Als Ersatzwährung taugt nur etwas, das kostbar ist, das leicht transportiert werden kann. Der Koffer und die Bombe sind eine krisensichere Ersatzwährung. Sie sind immer begehrt, behalten ihren Wert, selbst wenn sonst alles zusammenbricht.

Drogen, Waffen, Genussmittel, Tabakwaren das alles behält seinen Wert, selbst wenn man es nicht selbst braucht, kann es jederzeit zu einem festen Wechselkurs eingetauscht werden. Es ist völlig egal, ob es gerade stürmt, regnet oder schneit, unabhängig davon, welche Regierung gerade dran ist. Egal wo man sich auf der Welt befindet, auf jedem beliebigen Schwarzmarkt sind es immer die gleichen Waren, die als Ersatzwährung akzeptiert werden: Spirituosen, Tabakwaren, Genussmittel, kalorienreiche, nicht verderbliche Lebensmittel- das ist überall begehrt, überall auf der Welt sind Tabakwaren, Genussmittel, Spirituosen, Drogen/Medikamente begehrte Tauschwaren. Selbst wenn man sie nicht selbst braucht, kann man sie sofort eintauschen, sie behalten ihren Wert.

Diesen Wert definiert auch nicht der "Glauben", sondern das Gesetz von Angebot und Nachfrage. Jederzeit könnte man diese Waren sofort auf dem Schwarzmarkt loswerden.

Salz dagegen taugt nicht als Tauschware. Man müsste Unmengen davon mit sich herumschleppen, und man müsste es tonnenweise verkaufen, wenn man daran etwas verdienen will.

Als Notwährung taugt nur etwas, das knapp und teuer ist, nicht etwas, das billig und schwer transportabel ist. Wenn man en gros handelt, kann man auch an Wasser und Salz etwas verdienen, aber kein Mensch würde auf die Idee kommen, in Notzeiten Salz zu horten, wenn andere Artikel viel mehr wert sind.
 
Das ist ja bei einer Fälschung auch kein Problem, wobei die Fälschungen eher neueren Datums sind, da müßte ich auf der entsprechenden Website nachschauen, aber um 1900 sollten die schon kopiert/nachgemacht/gefälscht worden sein.
 
Mich würde mal interessieren, wie lange Salz als Währungsersatz verwendet wurde? Ich weiß nur, dass es mehrere Jahrhunderte lang so war. Danach entwickelte sich Edelmetalle wie Gold und Silber zu Zahlungsmitteln. Heutzutage haben wir ja "wertloses Geld". Das nur durch den Glauben an Wert erhalten wird.
Fiatgeld – Wikipedia
Es gibt zwar Goldreserven. Aber auch Gold, ist nicht unbegrenzt verfügbar. Bis jetzt gab es keine wirklich stabile Währung. Es gab immer wieder Inflation.

Ob das wohl auch so wäre, wenn Salz erneut als Währungsbasis genutzt würde.

Nein! So war es nicht! Sicher hat sich so manche Stadt mit Salzhandel durchaus eine goldene Nase verdient, aber das geschah einzig und allein deshalb, weil Salz eben notwendig war für die Konservierung und weil man sehr viel davon brauchte, sehr viel davon produzieren konnte.

Der Wert von Salz schwankte und war stark vom Standort abhängig. Nirgendwo aber war Salz so extrem knapp, so extrem teuer, dass es sich lohnte, Salz zu horten, geringe Mengen hatten eben auch einen geringen oder sehr geringen Wert. Ein Kilo Salz war so gut wie nichts wert, während ein Kilo Zucker bis weit ins 19. Jahrhundert einen hohen oder sehr hohen Wert hatte. Jederzeit hätte man ein Kilo Zucker, ein Kilo Kaffee, ein Kilo Tabak um 1810 günstig verkaufen können, es hatte einen hohen Tauschwert. Der Tauschwert von Salz war gering, da machte es die Masse, aber Salz war kein Artikel, der in Kriegs- und Krisenzeiten gehortet wurde.

Ich wüsste aber auch keine einzige Kultur, bei der Salz tatsächlich ein akzeptiertes Zahlungsmittel war. Nur in sehr großen Mengen war damit ein Geschäft zu machen. Salz war nicht übermäßig teuer oder kostbar, je kleiner die Menge, umso geringer der Wert.

Ein Kilo Salz war so gut wie wertlos, während bei Waren wie Kaffee, Tabak, Gewürzen oder Opium bereits eine geringe Menge einen hohen oder beträchtlichen Wert besaß. Bevor man in Europa die Zuckerrübe hochzüchtete, war Zucker extrem teuer. Pfeffer und andere Gewürze oder Ambra wurden tatsächlich in Gold aufgewogen.

Salz war so kostbar nicht, es ließ sich in hoher Quantität erzeugen. Es war sein Wert stark von Standort und Quantität abhängig, geringe Mengen waren wenig bis nichts wert.

In Kriegs- und Krisenzeiten hortete die Bevölkerung kein Salz. Salz hatte keinen hohen Tauschwert. Wollte man damit ein Geschäft machen, musste man in Tonnen handeln. Eine Ware, die billig und nicht knapp ist, die in geringer Menge praktisch wertlos ist, taugt nicht als Ersatzgeld.



In der Geschichte des Geldes muss man unterscheiden zwischen Kurantgeld und Scheidemünzen.

Bei Kurantmünzen entsprach der Materialwert ungefähr dem Nennweinem Abfallprodukt gewonnen, und als Zahlungsmittel wurde es nicht schlecht, und auch bei geringem Gewicht hat es einen hohen Tauschwert.

In der Geschichte des Geldes ist zu unterscheiden zwischen Kurantmünzen und Scheidemünzen.

Bei Kurantmünzen entspricht ihr Materialwert ungefähr ihrem Nominalwert. Bei Scheidemünzen das nicht der Fall. In Mittelamerika waren zum Beispiel teilweise Kakaobohnen als Scheidemünzen im Umlauf.



Bei Salz als Handelsartikel macht es einfach die Masse. Salz ließ sich in hoher Quantität erzeugen, geringe Mengen hatten einfach einen zu geringen Wert, als dass Salz zu einer Art "Ersatzwährung" werden konnte.

Als Ersatzwährung taugt nur eine Ware, die einen hohen Tauschwert hat, die überall als Tauschware akzeptiert und begehrt ist, von der man nicht Tonnen mit sich herumtragen muss. Diesen Status hat Salz nicht, es ist nicht kostbar, geringe Mengen sind praktisch wertlos. Sein Wert schwankte stark vom Standort.


 
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Das ist ja bei einer Fälschung auch kein Problem, wobei die Fälschungen eher neueren Datums sind, da müßte ich auf der entsprechenden Website nachschauen, aber um 1900 sollten die schon kopiert/nachgemacht/gefälscht worden sein.

In Frankreich wurden die eigens für den Zahlungsverkehr in den Kolonien in großem Stil nachgeprägt.
 
Bei letzterem bin ich aber nicht sicher, ob man das als Zahlungsmittel im engeren Sinne auffassen kann. Im Grunde ist das ja vergleichbar mit z. B. der täglichen Rumration, die es früher in der Royal Navy gab oder ähnliche teilweise Bezahlungen in Naturalien. Deshalb sagt ja niemand, dass Rum in England früher Zahlungsmittel war.






Zumindest in der Kolonie New South Wales hatten Spirituosen sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts tatsächlich zu einem akzeptierten Zahlungsmittel entwickelt. Dienstleistungen und Waren wurden tatsächlich zu einem großen Teil mit Spirituosen bezahlt, eine Praxis, die vor allem dem Offizierskorps der königlichen Marine-Infanterie zugute kam, die am meisten davon profitierten. Die Arbeitskraft auch der größten Farmen basierte auf Sträflingsarbeit. Diese wurden vielfach mit Spirituosen bezahlt.

William Bligh, der Kapitän der Bounty war später Gouverneur von New South Wales, und Bligh löste 1810 die sogenannte Rum-Rebellion aus, als er versuchte, die Privat-Geschäfte der Offiziere des New South Wales Marineinfanteristen-Corps zu beenden.

 
Was dann irgendwann zu dem Problem führt, dass die im Umlauf befindlichen Währungseinheiten einfach zu groß sind und die permanent sinknden Preise noch abzubilden.
Was dann vier Möglichkeiten offen lässt:

1. Zerlegung der vorhandenen Währungseinheiten in kleinere Teile (Hacksilber etc.), dann wird die Menge der Währungseinheiten aus dem bestehenden Bestand erhöht.
Die extrem dünnen mittelalterlichen Brakteaten könnten sich so erklären. Allerdings war wohl nicht die Produktion gegenüber der Antike stark gewachsen, vielmehr dürfte die Förderung von Silber und Kupfer, das gemünzt werden konnte, gegenüber der römischen Zeit zurückgegangen sein (nur meine spontane Vermutung).
 
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