Wie lange wurde Salz als Währung genutzt?

Hier mal ein Beispiel für äthiopisches Salzgeld:
Amole - British Museum
Curator's comments:
Salt currency was one of the most accepted forms of exchange in Ethiopia. There are numerous records that illustrate that salt was often preferred than any other form of payment. Salt bars were used for barter, as small change, but they were also legal tender for taxes or fines.

Diese Salzbarren hatten eine genormte Größe.
 
Mir hat jetzt doch die Ausgangsfrage keine Ruhe gelassen und ich habe ein bisschen weiter online gestöbert. Konkret zum äthiopischen Salzgeld habe ich einen wissenschaftlichen Artikel von Richard Pankhurst gefunden: 'Primitive Money' in Ethiopia (1962), außerdem den Artikel "Salt" in der Encyclopaedia Aethiopica, vol. 4 (2010).
Mit meiner Behauptung, man hätte das Salzgeld zumindest regional noch "bis vor ein paar Jahrzehnten" benutzt, lag ich ein bisschen daneben. Zu meiner Entschuldigung: ich bin jetzt in einem Alter, in dem auch die 70er Jahre nur "vor ein paar Jahrzehnten" stattgefunden haben.
Laut R. Pankhurst wurden die primitiven Geldformen (Salz, Stoffe, Eisen) mindestens bis zum Einfall der Italiener 1935 genutzt.

Amüsant fand ich die Erwähnung in einem Bericht von 1902, wo es heißt, dass die Leute im Telegrafenamt in Addis Ababa mit Salzbarren und/oder Gewehrpatronen/Patronenhülsen bezahlten, um Nachrichten abzuschicken.
"Situated in a large circular building it contained ” the latest inventions in telegraphic and telephonic apparatus” lying side by side with ” a few amole or salts and a pile of cartridge cases (both empty and full), which have been received in payment for messages sent." KLICK
:D
 
Salz als Zahlungsmittel war mir bisher auch unbekannt, ich kann jedoch nicht mitgehen, wenn als Begründung der Ungeeignetheit als Währung die Wertlosigkeit von Salz postuliert wird.
Für den Wert von Salz im Mittelalter exemplarisch steht für mich die große Saline von Salins-les-Bains in der Franche-Comté, die zu besichtigen ist (sehr zu empfehlen, UNESCO-Weltkulturerbe), parallel dazu auch die später errichtete königliche Saline in Arc-et-Senans (30 km entfernt).

Eindrücklich ist mir die Absicherung der Saline in Erinnerung, und bei der Führung die Erwähnung, dass die Saline nur durch ein streng bewachtes Tor zu betreten war, und alle Passierenden kontrolliert wurden, um Diebstähle zu verhindern. Die Bezeichnung "weißes Gold" des Mittelalters mag zwar heute übertrieben klingen. Für die die Saline besitzenden burgundischen Adeligen waren die Einnahmen aus der Saline so wichtig, dass sie sie mit Burgen, Stadtmauer und einer festen Garnison schützten.

In der Bronzezeit und Eisenzeit hatte die Salzproduktion eine große Bedeutung. Salz wurde nicht nur zur Konservierung und zum Würzen, sondern war auch bei handwerlichen Produktionsprozessen wie der Ledergerberei, der Glasherstellung und der Metallurgie im Einsatz (Salz im ur- und frühgeschichtlichen Mitteleuropa – Eine Bestandsaufnahme.Bericht der Römisch-Germanischen Kommission 81, 2000 (2001), 130–234)
Das Archäologische Museum Frankfurt hatte eine Ausstellung zum Salzbergbau in Hallstatt und Hallein mit "Das weiße Gold der Kelten" tituliert, sicher nicht nur, weil es ein werbewirksamer Titel ist.
Wenn wir uns die Forschungsergebnisse zum Salinenstandort in Bad Nauheim betrachten (3.Jahrhundert B.C. bis ins 1.Jahrhundert A.D.), mit seiner durchstrulkturierten planvollen und einheitlichen Konzeption, dem logistischen Bedarf an Holzkohle oder Holz als Brennstoff für einen (möglicherweise nur saisonalen) Betrieb der Siedeöfen, den immensen Bedarf an Versorgung mit Ton als Rohstoff für Öfen, Tonstützen, Siedegefäße und Kermikgefäßen, dem Abdichten von Quellbeckenwänden und den Flechtwerkkanälen - es fanden sich in den Ausgrabungen mehrere Meter mächtige Produktionsschichten aus Asche, Ofenanlagen, Lehm - und Briquetagebruchstücken - der Notwendigkeit weiterer Handwerksbetriebe (Töpferbezirk, Holzhandwerk - durch Funde gesichert), der Lebensmittelversorgung (alleine bei den Sondagen 1990-1995 wurden 15.000 Tierknochenfunde gefunden) - dann wird der enorme Aufwand sichtbar, der mit der Salzgewinnung in "eine der größten freigelegten Quellsolensalinen Mitteleuropas" (Zitat Kull/Westphal Sole+Holz=Salz. Erste Ergebnisse der Dendroarchäologie in Bad Nauheim. Berichte der Kommission für Archäologische Landesforschung in Hessen, Bd. 7 2002/2003 (Rahden/Westfalen 2003) 131-154) verbunden war, und dem ein entsprechender "Gewinn/Mehrwert" gegenüber stehen musste. Die Handelswege von Salz lassen sich jedoch aufgrund seiner Beschaffenheit und Verwendung archäologisch nicht / kaum durch Funde absichern, darüber gibt es nur Vermutungen anhand von möglichen Transportgefäßen.
Allerdings zur eigentlichen Frage: eine Rolle von Salz als vorgeschichtliche Währung wurde meines Wissens bisher nicht diskutiert.
 
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Salz als Zahlungsmittel war mir bisher auch unbekannt, ich kann jedoch nicht mitgehen, wenn als Begründung der Ungeeignetheit als Währung die Wertlosigkeit von Salz postuliert wird.
Für den Wert von Salz im Mittelalter exemplarisch steht für mich die große Saline von Salins-les-Bains in der Franche-Comté, die zu besichtigen ist (sehr zu empfehlen, UNESCO-Weltkulturerbe), parallel dazu auch die später errichtete königliche Saline in Arc-et-Senans (30 km entfernt).
Wertlosigkeit an sich hat doch niemand postuliert, es ist lediglich darauf hingewiesen worden, dass Salz anders als andere Gewürze oder gängige Tauschwaren ein Massengut darstellte, an dem sich grundsätzlich natürlich verdienen ließ, aber nur über die Prodution und den Handel mit größeren Mengen.
Dem stehen große Salinen an und für sich ja durchaus in keiner Weise entgegen, denn die waren ja offensichtlich auf Massenproduktion ausgelegt.

Eindrücklich ist mir die Absicherung der Saline in Erinnerung, und bei der Führung die Erwähnung, dass die Saline nur durch ein streng bewachtes Tor zu betreten war, und alle Passierenden kontrolliert wurden, um Diebstähle zu verhindern. Die Bezeichnung "weißes Gold" des Mittelalters mag zwar heute übertrieben klingen. Für die die Saline besitzenden burgundischen Adeligen waren die Einnahmen aus der Saline so wichtig, dass sie sie mit Burgen, Stadtmauer und einer festen Garnison schützten.
War die Absicherung so unbedingt gegen Diebstäle gedacht, oder eher gegen Sabotage oder Ausspähen von Produktionstechniken?

Natürlich war eine Saline die auf Masse produzieren konnte, ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, das stellt ja niemand in Abrede.




Nur denke ich, dass die Disussion hier etwas auf der falschen Ebene läuft, weil nicht klar zwischen "Währung", wonach im Eröffnungspost ja gefragt war, und gelegentlichem Tauschmittel unterschieden wird.
Das Salz in nicht stark monetarisierten Gesellschaften als Tauschmittel fungiren konnte, im Besonderen, wenn es in der Gegend an Salzvorkommen mangelte, finde ich persönlich nicht überraschend.

Letztendlich eignet sich jedes Gut, dass für die Aufrechterhaltung der Subsistenzgrundlagen der Gesellschaft unabdingbar ist, in irgendeiner Form als Tauschmittel im Bereich geringwertiger wirtschaftlicher Aktionen.

In jeder agrarischen Mangelgesellschaft, war es historisch ohne weiteres möglich, Lebensmittel abseits der Marktplätze gegen diverse geringwertige anderen Waren oder Dienstleistungen einzutauschen, weil Lebensmittel eben tendenziell knapp waren, es ohne sie, subsistenzmäßig aber nicht ging.
Unter die selbe Logik fallen auch Dinge die zur Produktion oder Bearbeitung von Lebensmitteln notwendig waren und dazu zählt Salz ohne Frage.

Nun würde man, wenn man vom mittelalterlichen oder frühneuzeitlichen Europa ausgeht, aber kaum auf die Idee kommen, Getreide als Währung der damaligen Zeit zu betrachen.
Und das obwohl ein wohlhabender Bauer, der gerade eine einigermaßen gute Ernte eingfahren hatte Teile davon ohne weiteres gegen andere Waren oder Leistungen eintauschen konnte, ohne vermittels Verkauf den Weg über die Märkte und die eigentlich gängigen Metallwährungen zu gehen.
Und das dürfte auch vielfach praktiziert worden sein, weil das oft sicherlich wesentlich einfacher und praktischer war, als das Getreide zunächst zum Markt zu Schaffen und zu verkaufen und dabei Teile des Werts durch Transportkosten oder Zwischenhandel und/oder Marktbgühren zu verlieren um Metallgeld einzunehmen und davon widerrum Waren oder Leistungen einzukaufen.

Das Problem ist nur, dass in vormodernen Strukturen der Bedarf einzelner Akteure an bestimmten Bedarfsgütern in der Regel begrenzt ist.

Mit dem Dorfschmied konnte man vielleicht ein oder zwei mal in einem Jahreszyklus den Deal machen ihn für irgendwelche Arbeiten statt in Metallgeld mit einigen Säcken voll Getreide o.ä. zu bezahlen, aber irgendwann funktioniert das nicht mehr weil bereits genügend Lebensmittel vorhanden sind und der Weiterverkauf oder Weitertausch für den Schmied zusätzlichen, unrentablen Aufwand bedeuten würde.

Das Problem bei Bedarfs- und Verbrauchsgütern, gerade bei kleineren Marktteilnehmern dürfte einfach darin liegen, dass der Eigenbedarf daran schnell übersättigt ist, und darüber hinausgehende Anhäufung solcher Güter die Problematik beeinhaltet, sie wieder los zu werden.
Jede Stunde, die darauf verwendet werden muss für überschüssige Bedarfsgüter wieder anderswo abnehmer zu finden um sie gegen etwas anderes eintauschen zu können, kann nicht auf produktive Tätigkeiten verwendet werden und stellt so gesehen einen Verlust dar.


Bei großen Marktteilnehmern die auf verschiedenen Geschäftsfeldern mit Massennachfrage opperieren, kann das anders aussehen.


Für die erwähnte Telegraphengesellschaft konnte es unproblematisch sein, sich in Salz bezahlen zu lassen (wenn das ein gängiges als Tauschmittel gehandeltes Bedarfsgut war, wenn etwa eine Handelsgesellschaft daran angeschlossen war, die entweder das Salz exportieren oder damit über professionelle Agenten auf den lokalen Märkten operieren konnte.

Das ist aber eine Art von Akteur, der in dieser Form über weite Strecken der Vormoderne nicht vorhanden war und setzt auch eine Infrastruktur vorraus, die nicht immer und überall vorrausgesetzt werden konnte.
 
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Dass Personen zumindest zum Teil in Naturalien bezahlt wurden, war lange Zeit nicht ungewöhnlich. In der Frühphase der Industrialisierung wurde damit viel Unfug getrieben, indem Unternehmen ihre Arbeiter z.B. mit den eigenen Produkten (oft minderwertige Ausschussware) bezahlten, sodass die Arbeiter diese erst einmal selbst verkaufen oder tauschen mussten
Was den Punkt angeht, finde ich vor allem interessant, wer das zumindest teilweise aufgegriffen hat. Immerhin forderte Marx seinerzeit ja die "Produktionsmittel" in die Hände ihrer Anwender zu legen und das "Arbeitsprodukt" vollständig zur Disposition seiner Erzeuger zu stellen, was dann im Klartext ebenfalls darauf hinausgelaufen wäre, dass die Belegschaft einer Produktionsstätte, sei es individuell oder genossenschaftlich gleichsam für den Vertrieb der Erzeugnisse verantwortlich gewesen wäre.

Ich bin was das angeht immer wieder erstaut darüber, wie wenig diese Problematik dabei bedacht worden ist und wie sehr die Denke an und für sich den Marktlogiken der europäischen Vormoderne eigentlich verhaftet ist, wenn man das zu Ende denkt.
 
Für die erwähnte Telegraphengesellschaft konnte es unproblematisch sein, sich in Salz bezahlen zu lassen (wenn das ein gängiges als Tauschmittel gehandeltes Bedarfsgut war, wenn etwa eine Handelsgesellschaft daran angeschlossen war, die entweder das Salz exportieren oder damit über professionelle Agenten auf den lokalen Märkten operieren konnte.

Das ist aber eine Art von Akteur, der in dieser Form über weite Strecken der Vormoderne nicht vorhanden war und setzt auch eine Infrastruktur vorraus, die nicht immer und überall vorrausgesetzt werden konnte.
In dem Beispiel aus Äthiopien waren es aber auch der Staat und seine Akteure, die Salzbarren als Zahlungsmittel akzeptierten. In allen Publikationen dazu, die sich mit der dortigen Wirtschaftsgeschichte beschäftigen, werden die Salzbarren dezidiert nicht als Tauschmittel sondern als Geld bewertet.
Mag sein, dass das global gesehen eher ungewöhnlich ist, aber anscheinend hat es in Äthiopien über Jahrhunderte funktioniert.
Die Frage ist also vielleicht, wie man "Geld" definiert. Ab wann hört etwas auf, nur ein Tauschmittel zu sein? Welche Bedingungen müssen dafür erfüllt sein?

Edit:
Vielleicht muss ich noch darauf hinweisen, dass es mir nicht um Salz als Material geht sondern ganz konkret um diese Salzbarren, die ca. 1500 Jahre lang in regelrecht normierten Größen benutzt wurden. Sie kamen alle aus der Danakil-Senke, wo noch heute Salz in praktisch der gleichen Weise abgebaut und abtransportiert wird. Man kann und konnte da auch nicht einfach hingehen und sein eigenes Salz einsacken. Erstens ist das eine höchst unwirtliche Gegend und zweitens sind die Bewohner sehr gefürchtet, hatten also ein Monopol auf die Salzgewinnung.
 
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In dem Beispiel aus Äthiopien waren es aber auch der Staat und seine Akteure, die Salzbarren als Zahlungsmittel akzeptierten.
Die Frage, inwiefern der Begriff "Staat" im Zusammenhang mit Äthiopien bis zum 19. Jahrhundert angemessen ist außen vor:

Tatsächlich als Zahlungsmittel oder als Abgabe, in Form einer Naturalabgabe? Ich sehe da einigen Raum für Missverständnisse

In allen Publikationen dazu, die sich mit der dortigen Wirtschaftsgeschichte beschäftigen, werden die Salzbarren dezidiert nicht als Tauschmittel sondern als Geld bewertet.
Und welche dieser Publikationen haben sich die Mühe gemacht die Begriffe "Geld" oder "Währung" zu definieren und abzugrenzen und zu diskutieren, inwiefern die Salzbarren die Anforderung daran erfüllten?

Die Frage ist also vielleicht, wie man "Geld" definiert. Ab wann hört etwas auf, nur ein Tauschmittel zu sein? Welche Bedingungen müssen dafür erfüllt sein?
Wie gesagt, hier könnte man sich an die in der Volkswirtschaftslehre gängigen Vorstellungen halten. Demnach wäre Geld, was Geldfunktionen erfüllt, und die Anforderung würde lauten:

- Es müsste geeignet sein um damit Transaktionen auszuführen (Tauschfunktion).
- Es müsste standardisiert sein und sich als Verrechnungseinheit, bzw. Messgröße eignen.
- Es müsste geeignet sein Werte zu speichern (Thesaurierungsfunktion).


Nun könnte man sagen, theoretisch könnte ein Salzbarren das alles erfüllen. Man kann ihn eintauschen, man kann ihn als Maßeinheit für einen Wert benutzen, wenn er genormt ist, und da Salz zumindest sofern nicht verunreinigt nicht verderblich ist, könnte es einen Wert auch längere Zeit speichern.

Entspricht die Theorie aber der sozialen Praxis? Ich würde, was die praktische Anwendung angeht, sowohl bei Tausch, als auch bei Thesaurierungsfunktion probleme sehen.

Das Thema Thesaurierungsfunktion hatte ich bereits angesprochen. Das sehe ich bei Gütern, die regelmäßig verbraucht werden und überhaupt nur aus diesem Umstand heraus ihren Materialwert beziehen in der Praxis nicht gegeben.
Zur Theorie, in der das Salz ohne weiteres erhalten werden kann, käme ebenfalls die Praxis hinzu. Unsachgemäß, verunreinigte Lagerung kann eben doch zum Verderben führen und sollten die Salzbarren beim Transport Witterung in Form von Regen ausgesetzt werden, dann ist das mit der Erhaltung auch so eine Sache

Über die Tauschfunktion und Verrechnungseinheit müsste man sich auch unterhalten. Denn es ist offensichtlich, dass die großen Salzbarren sich kaum eignen um sehr unterschiedliche Preise darzustellen, so dass die soziale Praxis so aussehen wird, dass es gar nicht anders geht, als sie zu zerteilen um bestimmte Geschäfte ausführen zu können.
Da hätten wir in der Praxis also wahrscheinlich eine ganz ähnliche Problematik wie beim Hacksilber.

Den genormten Salzbarren kann man vielleicht als idelle Verrechnungseinheit betrachten, in der Praxis, düften von diesem genormten Salzbarren nach ein paar Transaktionen, die die Aufteilung notwendig machen, aber nur Bruchstücke übrig bleiben.

Dann hat man den genormten Barren als Zahlungseinheit nicht mehr und kommt nicht umhin andere Messgrößen (z.B. das Gewicht von Teilstücken) heran zu ziehen um den Wert der verbleibenen Teile zu bemessen.
Man könnte also sagen, dass durch die tatsächliche Anwendung als Transaktionsmittel in der Praxis das Obejkt aufhört eine selbstrefferenzielle Messgröße zu sein und sich nur noch über andere Messgrößen definieren lässt, also füher oder später auf seinen Materialwert im Verhältnis zu Volumen oder Gewicht zurückfällt, das auf anderem Wege ermittelt werden muss.
Auch wenn es mal anders gedacht war.

Vielleicht muss ich noch darauf hinweisen, dass es mir nicht um Salz als Material geht sondern ganz konkret um diese Salzbarren, die ca. 1500 Jahre lang in regelrecht normierten Größen benutzt wurden.
Wie gesagt, bei der 1. Transaktion. Bei der 10. Transaktion und der 7. Teilung des Materials dann nicht mehr.

Man kann und konnte da auch nicht einfach hingehen und sein eigenes Salz einsacken. Erstens ist das eine höchst unwirtliche Gegend und zweitens sind die Bewohner sehr gefürchtet, hatten also ein Monopol auf die Salzgewinnung.
Das allerdings, wäre für einen Staat, der tatsächlich versucht hätte sich auf Salzbaren als Währung zu stützen ein Problem gewesen, weil diese Region von außerhalb (und so weit ich das überblicke, war sie nicht das Machtzentrum der äthiopischen Reiche) daduch schwer bis überhaupt nicht zu kontrollieren gewesen sein dürfte.
Das würde heißen, die äthiopischen Herrscher hätten sich von einer Währung abhängig gemacht, über die und deren Quellen sie selbst de facto mitunter keine eigene Kontrolle gehabt hätten.
Aber welches Intresse hätten sie daran haben sollen?
 
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Für eine ausführliche Antwort muss ich mir mal mehr Zeit nehmen.
Die Frage, inwiefern der Begriff "Staat" im Zusammenhang mit Äthiopien bis zum 19. Jahrhundert angemessen ist außen vor:
Aber nur kurz die Frage: warum glaubst Du, dass Äthiopien bis zum 19. Jahrhundert kein Staat war? Woran machst Du das fest?
 
Wertlosigkeit an sich hat doch niemand postuliert, es ist lediglich darauf hingewiesen worden, dass Salz anders als andere Gewürze oder gängige Tauschwaren ein Massengut darstellte, an dem sich grundsätzlich natürlich verdienen ließ, aber nur über die Prodution und den Handel mit größeren Mengen.
Dem stehen große Salinen an und für sich ja durchaus in keiner Weise entgegen, denn die waren ja offensichtlich auf Massenproduktion ausgelegt.


War die Absicherung so unbedingt gegen Diebstäle gedacht, oder eher gegen Sabotage oder Ausspähen von Produktionstechniken?
Ich beziehe mich da auf Scorpio Beitrag 7:
"Salz hat keinen hohen Materialwert, seinen Wert bekam Salz nur dadurch, dass es für die Konservierung von Lebensmitteln unentbehrlich war, dass jeder es brauchte und manche Wirtschafts-Zweige sehr viel davon brauchten."
"Als "Ersatzwährung" taugt Salz nicht viel. Als Tauschware taugt es nur, wenn man gleich eine Tonne davon hat. Als Ersatzwährung taugt nur etwas, das kostbar, das knapp ist."

Scorpio hat Bedingungen für Werthaltigkeit genannt: die verfügbare Menge oder Knappheit, den Bedarf, dazu auch, wieviel Arbeitsleistung erforderlich ist, um ein qualitatives Produkt herzustellen. Zum Bedarf ergänzend, da nur Konservierung wiederholt erwähnt wird - möglicherweise war das Interesse am Salz auch groß,weil die Aufnahme von Natriumchlorid physiologisch für Menschen existentiell ist.
Die Verfügbarkeit von Salz kann auch durch politische und ökonomische Eingriffe beeinflußt werden. Die Monopolisierung als hoheitliche Aufgabe, Zölle, Einfuhrverbote, Salzsteuern wie die französische Gabelle zeigen ein starkes Interesse am Schutz und der Erhöhung der Einnahmen aus der Salzproduktion.

Zu deiner zweiten Frage: da mein Besuch der Saline mehr als 20 Jahre zurückliegt, kann meine Erinnerung trügen, ich habe es als Schutz vor Diebstahl gespeichert. Wenn auf das Hinterziehen der Salzsteuer in Frankreich bis zu neun Jahre Galeere stand, scheint die Bedeutung von Salz vor der Neuzeit wesentlich höher gewesen zu sein, als wir uns heute vorstellen können. Aber shinigami, im Grunde hast du recht, dies führt vom Thema Salz als Währung weg, da ist das äthiopische Beispiel von Turandohkt spannender. Unten die Einnahmen des Deutschen Reichs 1872:
die Salzsteuereinnahmen liegen 1872 (nicht in den Folgejahren) vor allen anderen Verbrauchssteuern (aus Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich, 1881)
1739397578770.png

aus
 
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Zu deiner zweiten Frage: da mein Besuch der Saline mehr als 20 Jahre zurückliegt, kann meine Erinnerung trügen, ich habe es als Schutz vor Diebstahl gespeichert. Wenn auf das Hinterziehen der Salzsteuer in Frankreich bis zu neun Jahre Galeere stand, scheint die Bedeutung von Salz vor der Neuzeit wesentlich höher gewesen zu sein, als wir uns heute vorstellen können.
Sofern wir hier von der Zeit reden, als die "Franche Comté" bereits zum Königreich Frankreich gehörte:

Das auf das Hinterziehen der "Gabelle" (Salzsteuer) zum Teil hohe Strafen standen, mag damit zu tun haben, dass Salzschmuggel innerhalb Frankreichs wohl relativ häufig vorkam. (Wenn ich mich da richtig erinnere, hat Blanning in "The Pursuit of Glory" mal ein paar Sätze darüber verloren).
Das lag daran, dass das Frankreich des ancien régime fiskalisch keinen einheitlichen Raum darstellte, sondern die Höhe von Steuern je nach Region recht unterschiedlich ausfallen konnte, so dass sich für Schmuggler die Umgehung der Binnenzölle auszahlte:


In diesem Sinne lud Salz in der Neuzeit innerhalb Frankreichs, wenn man so will, natürlich zur organisierten Kriminalität ein, weil die unterschiedliche Besteuerung der Provinzen durch die Differenz bei den Abgaben natürlich in größerem Stil Profite ohne wirtschaftliche Risiken garantieren konte.

Degegenüber nahm die Verschuldung der französischen Krone, spätestens ab Louis XIV. derartige Höhen an, dass man Formen von Steuerkriminalität wahrscheinlich mit zunehmender Tendenz ernster nahm.


Aber nur kurz die Frage: warum glaubst Du, dass Äthiopien bis zum 19. Jahrhundert kein Staat war? Woran machst Du das fest?

Ich würde vermuten daran, dass man nicht unbedingt von einem fest umrissennen Staatsgebiet sprechen kann, insofern ein Großteil des heutigen Äthiopien anscheinend erst im späten 19. Jahrhundert vollständig erobert werden konnte.


Siehe ("Modern era")

Ich weiß nicht, ob die inneren Strukturen des Kerngebietes so beschaffen waren, dass man von einem "Staat" sprechen kann, allein in der kurzen Zeit zwischen der Eroberung eines Großteils des heutigen Staatsgebietes und dem Beginn des 20. Jahrhunderts, wird es kau möglich gewesen sein, in einem so ausgedehnte Territorium eine effektiv funktionierende Staatsmacht (als wichtiges Kriterium für "Staatlichkeit") zu etablieren.


Wirft man einen Blick auf die Expansionswelle in den 1880er Jahren, erweckt das eher den Eindruck einer vormodernen Großreichsbildung, als einigermaßen stabiler Staatlichkeit, jedenfalls was die Territorien außerhalb des Kerngebiets betrifft.

Was wieder auf die Frage führt, wie stark der Raum auch vorher überhaupt zusammen hing, ob ein einigermaßen einhitlicher Rechtsraum vorhanden war und ob man von einer effektiven staatlichen Gewalt, die eine tatsächliche "Währung" auch sanktionieren und durchsetzen konnte, überhaupt reden kann.
 
Ich beziehe mich da auf Scorpio Beitrag 7:
"Salz hat keinen hohen Materialwert, seinen Wert bekam Salz nur dadurch, dass es für die Konservierung von Lebensmitteln unentbehrlich war, dass jeder es brauchte und manche Wirtschafts-Zweige sehr viel davon brauchten."
"Als "Ersatzwährung" taugt Salz nicht viel. Als Tauschware taugt es nur, wenn man gleich eine Tonne davon hat. Als Ersatzwährung taugt nur etwas, das kostbar, das knapp ist."

Scorpio hat Bedingungen für Werthaltigkeit genannt: die verfügbare Menge oder Knappheit, den Bedarf, dazu auch, wieviel Arbeitsleistung erforderlich ist, um ein qualitatives Produkt herzustellen. Zum Bedarf ergänzend, da nur Konservierung wiederholt erwähnt wird - möglicherweise war das Interesse am Salz auch groß,weil die Aufnahme von Natriumchlorid physiologisch für Menschen existentiell ist.
Die Verfügbarkeit von Salz kann auch durch politische und ökonomische Eingriffe beeinflußt werden. Die Monopolisierung als hoheitliche Aufgabe, Zölle, Einfuhrverbote, Salzsteuern wie die französische Gabelle zeigen ein starkes Interesse am Schutz und der Erhöhung der Einnahmen aus der Salzproduktion.

Zu deiner zweiten Frage: da mein Besuch der Saline mehr als 20 Jahre zurückliegt, kann meine Erinnerung trügen, ich habe es als Schutz vor Diebstahl gespeichert. Wenn auf das Hinterziehen der Salzsteuer in Frankreich bis zu neun Jahre Galeere stand, scheint die Bedeutung von Salz vor der Neuzeit wesentlich höher gewesen zu sein, als wir uns heute vorstellen können. Aber shinigami, im Grunde hast du recht, dies führt vom Thema Salz als Währung weg, da ist das äthiopische Beispiel von Turandohkt spannender. Unten die Einnahmen des Deutschen Reichs 1872:
die Salzsteuereinnahmen liegen 1872 (nicht in den Folgejahren) vor allen anderen Verbrauchssteuern (aus Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich, 1881)
Anhang anzeigen 24249
aus

Salz hat auch im 18. Jahrhundert noch wirtschaftlich eine Rolle gespielt. Peter I. hat während des Großen Nordischen Krieges eine Verbrauchssteuer für Salz eingeführt. In seiner Biographie schreibt Robert K. Massie, dass zahlreiche Russen sich nicht ausreichend Salt leisten konnten.

Eduard Lowell erwähnt in seinem Buch "The Hessians and the other German Auxilliaries of Great Britain in The Revolutionary War eine Anekdote von Wilhelm IX. von Hessen-Kassel. Um eines der Kinder zu versorgen, die seine Mätresse geboren hatte, erhöhte er den Salzpreis um einen Kreuzer, und der Aufschlag der Salzsteuer scheint eine so große Summe ausgemacht zu haben, dass es zumindest für die Versorgung eines Kleinkinds reichte.

Salz war durchaus auch ein Spekulationsobjekt. Eine der dubiosen Familien, mit denen Scarlett O Hara-Butler sich während der Reconstruction umgibt, hat den Grundstock seines Vermögens damit gemacht, dass sie Salz zum Spottpreis zu Kriegsbeginn aufkaufte und teuer an die Konföderierte Armee verkaufte.

In einem Märchen der Brüder Grimm (?) verstößt ein Mann seine Tochter, weil sie auf die Frage wie sehr sie ihn liebt, antwortet so sehr wie Salz. Diese Antwort interpretiert der Vater als Geringschätzung, weil Salz im Vergleich zum Schmuck der anderen Töchter nicht kostbar ist. Erst im Lauf der Handlung wird klar, dass Salz eben lebensnotwendig, unersetzlich ist, was die Tochter mit ihrer Antwort aussagen wollte.

Salz stand nicht überall und in der gewünschten Qualität und Quantität verfügbar, es war aber unentbehrlich für die Konservierung von Lebensmitteln, und dieser Tatsache verdankte so manche Stadt ihren Wohlstand.

@Griffel überschätzt aber bei weitem den Tauschwert und Materialwert von Salz im Mittelalter. In einem anderen Thread hat er sich vorgestellt, dass Salz mit Gold aufgewogen wurde. Hat das aber, wieder einmal als Tatsache hingestellt.

@Griffel überschätzt bei weitem den Wert von Salz. Ausgehend von der falschen Information das Salz unendlich kostbar war, so kostbar wie Gold stellt er sich nun vor, dass Salz ein Zahlungsmittel war, ja eine "Ersatzwährung"


Ausgehend auf dieser Fehlinformation hat er sich nun vorgestellt, dass Salz ein Zahlungsmittel, ja eine Notwährung war- Das war es aber nicht.

Im Transatlantischen Handel wurden vielfach Waren zumindest auf einzelnen Stationen gegen andere Waren getauscht: Sklaven wurden an der afrikanischen Küste eingetauscht gegen Rum und Sklaven wurden in Amerika, der Karibik und Brasilien gegen Zucker und Tabak eingetauscht, die in Europa gewinnbringend in Geld gewechselt wurden. Zucker, Tabak, Pelze haben in der Wirtschaftsgeschichte zumindest auf einigen Stationen des Handels oder des Transatlantischen Handels die Funktion eines Zahlungsmittels erfüllt. Im Pelzhandel war der Biber Maßstab, Recheneinheit, alle anderen Pelze wurden im Verhältnis zum Biber bewertet. Um Zugänge zu Ressourcen wurden "Biberkriege" geführt.


Rum wurde aus Melasse hergestellt, einem Abfallprodukt der Zuckerindustrie. Die Melasse ließ sich veredeln zu einem Produkt mit hohem Tauschwert, das praktisch unbegrenzt haltbar war. Flensburg verdankte seine Spätblüte den Aktivitäten der Dänischen Westindienflotte.

Wenn eine Ware die Funktion eines Zahlungsmittels erfüllt, handelt es sich in der Regel um eine Handelsware, die wie eine Kurantmünze einen hohen Materialwert hat, eine Ware, die in Krisenzeiten immer begehrt ist, einen hohen Tauschwert hat, die vor allem von jedem Handelspartner akzeptiert wird. Zucker, Kaffee, Gewürze hatten teilweise extrem hohe Preise. Salz aber wurde niemals mit Gold aufgewogen, wie das
vielleicht bei einigen Gewürzen tatsächlich der Fall war, auch Zucker war noch im 17. Jahrhundert extrem teuer.

In der Kriminalgeschichte wird immer erwähnt, dass bei dem und dem Raub soundso viele Reichstaler oder Gulden erbeutet wurden. Meist aber war die Beute eben nicht Bargeld, sondern Waren. Als beliebte Beute tauchen da immer Lebensmittel, Spirituosen, Kaffee, Tabak, Zucker, Textilien auf.

Es war, wie @Ravenik und andere schrieben, auch bis weit ins 20. Jahrhundert üblich, dass ein Teil von Löhnen, aber auch bei anderen Geschäften in Naturalien verrechnet wurden.
Salz war in früheren Jahrhunderten regional weitaus teurer, Salz war durchaus auch ein solider Handelsartikel, mit dem sich lukrative Spekulationsgeschäfte machen ließen. aber in den letzten 500 Jahren war es nirgendwo in Europa so kostbar, dass es als Zahlungsmittel diente, dass es üblich war, andere Waren damit zu bezahlen.

@Griffels Frage lässt sich einfach beantworten: Nirgendwo und zu keinem Zeitpunkt hat Salz in Europa, Nordamerika oder Asien als Zahlungsmittel gedient und schon gar nicht als Ersatzwährung, denn dazu war es nicht kostbar genug, es eignete sich nicht als Material für Kurantmünzen.

Im Übrigen ist auch die Behauptung, es gäbe keine krisensichere Wertanlage so nicht zutreffend. Wenn über Jahrhunderte, Gold, Silber, Platin und Diamanten sich als relativ krisensicher und wertbeständig erwiesen haben, dann spricht das schon dafür, dass sie recht wertbeständig sind. Silber wurde stark abgewertet. Dass auch Gold, Diamanten und Platin geklaut, beschlagnahmt, geraubt werden können, dass sie von der Inflation gefressen werden können. In der Hungersnot ist Goldwert relativ. Man kann es nicht essen, und dann kostet eine Stracke plötzlich 20 Goldmark.
 
In einem Märchen der Brüder Grimm (?) verstößt ein Mann seine Tochter, weil sie auf die Frage wie sehr sie ihn liebt, antwortet so sehr wie Salz. Diese Antwort interpretiert der Vater als Geringschätzung, weil Salz im Vergleich zum Schmuck der anderen Töchter nicht kostbar ist. Erst im Lauf der Handlung wird klar, dass Salz eben lebensnotwendig, unersetzlich ist, was die Tochter mit ihrer Antwort aussagen wollte.
 
Mich würde mal interessieren, wie lange Salz als Währungsersatz verwendet wurde? Ich weiß nur, dass es mehrere Jahrhunderte lang so war. Danach entwickelte sich Edelmetalle wie Gold und Silber zu Zahlungsmitteln. Heutzutage haben wir ja "wertloses Geld". Das nur durch den Glauben an Wert erhalten wird.
Fiatgeld – Wikipedia
Es gibt zwar Goldreserven. Aber auch Gold, ist nicht unbegrenzt verfügbar. Bis jetzt gab es keine wirklich stabile Währung. Es gab immer wieder Inflation.

Ob das wohl auch so wäre, wenn Salz erneut als Währungsbasis genutzt würde.

Das Problem ist, dass du aus Missverständnissen falsche Schlussfolgerungen ziehst und diese falschen Schlussfolgerungen als unumstößliche Tatsachen abspeicherst und davon auch nicht mehr abrückst.



Ziemlich genau vor drei Jahren hast du am 25. Januar 2022
in dem Thread Warum hat es die Hanse versäumt, neue Handelswege zu erkunden?" , hast du schon einmal behauptet:
"Im Gewürzhandel war ja auch viel Geld zu verdienen, nicht umsonst wurde Salz de facto mit Gold aufgewogen, es wurde sogar als Währung akzeptiert."

In diesem Satz sind bereits mehrere Fehler und Missverständnisse enthalten. Nr. 1 Salz ist ein Würzmittel, kein Gewürz. Gewürze sind Pflanzen oder Pflanzenteile, die Aromastoffe und ätherische Öle enthalten, so dass sie als Würzmittel dienen können. Auf Salz trifft das nicht zu. Nr. 2: Gewürze waren sehr teuer, ergo war auch Salz extrem teuer, es wurde buchstäblich mit Gold aufgewogen. Nr. 3 Salz war so kostbar wie Gold, es diente als Zahlungsmittel, als Ersatzwährung, und das stimmt eben so nicht.

Salz war schon ein wichtiges Handelsgut, Salinen wurden stark gesichert.
Hier vergleichst du mal wieder Äpfel und Birnen. Der Vergleich hinkt: Zimt, Koriander, Safran, Pfeffer, Muskatnüsse waren Gewürze, die in Europa nicht verfügbar waren, um sie zu bekommen, musste man um die halbe Welt segeln, deshalb waren Gewürze auch sehr teuer. Einige Gewürze wie Safran, Pfeffer, Zimt waren zeitweise so teuer, dass bereits wenige Unzen einen beträchtlichen Wert darstellten. Auch Zucker war sehr teuer. Er war bis Ende des 18. Jahrhunderts nur aus Zuckerrohr zu gewinnen. Zuckerproduktion war sehr aufwändig. Ein Pfund Zucker war im 16., 17. und 18. Jahrhundert so viel Wert wie ein Scheffel Roggen.

Salz war unentbehrlich wie Wasser, jeder brauchte es, manche Branchen brauchten sehr viel davon. Es war nicht überall in gewünschter Quantität und Qualität verfügbar. Für Salz musste man nicht um die halbe Erde segeln, es war vielerorts in großen Mengen vorhanden, und deshalb war es auch bei weitem nicht so teuer wie Zucker oder Pfeffer.

Wie du darauf kommst, dass Salz eine akzeptierte Ersatzwährung gewesen sein soll, weiß ich nicht, vermutlich hast du mal was gehört vom "weißen Gold". Das ist ja auch nicht falsch, manche Stadt wurde am Salzhandel reich aber die Vorstellung, dass Salz so kostbar war wie Gold ist eben falsch, ist ein Missverständnis. Aus diesem Missverständnis ziehst du die falsche Schlussfolgerung, Salz sei eine akzeptierte "Ersatzwährung" gewesen.
Diese falsche Schlussfolgerung aber ist für dich eine Tatsache. Ob Salz überhaupt tatsächlich so wertvoll war, ob das mit der Ersatzwährung überhaupt stimmt, diese Frage stellt sich gar nicht. Da wird einfach die Behauptung in den Raum gestellt, dass es so gewesen ist, dass Salz so kostbar war wie Gold, dass es Ersatzwährung war, und da wird nur gefragt, wie lange Salz Ersatzwährung war.

Nun, die Frage ließe sich schnell beantworten: Niemals!
 
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