dekumatland
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Auf die Idee zu diesem Faden hat mich eine Bemerkung von @El Quijote gebracht:
- Shakespeares Romeo und Julia im New York der 50er Jahre: Bernstein Westside Story
- die wagnerschen Germanengötter des Nibelungenrings als Kapitalismuskritik gedeutet (schon früh bei G.B. Shaw!) und im Jahrhundertring von Chateau in Szene gesetzt: Wotan in Nadelstreifen.
- die spanische Inquisition (Schiller - Verdi) als Securidas a la Cheauchescu
Und so weiter ---
Freilich zuvor schon auch in der Literatur: der vordergründig historische Roman Faraon von Prus verschlüsselt aktuelle Problematik im altägyptischen Gewand.
--- da lässt sich viel zusammentragen, um das abzukürzen: da befinden wir uns in Kunstanschauungen und Theorien, die im 19. Jh. einsetzten und davor noch nicht bekannt waren (vergleichbar mit "Realismus", aufgekommen im 19.Jh.)
Buchillustrationen, Fresken etc des 10.Jhs. zeigen die biblischen Römer gekleidet/bewaffnet a la 10.Jh. / Buchillustrationen, Fresken etc des 13. Jhs. zeigen dieselben a la 13. Jh. gestylt / dass die biblischen Römer dann im 15.Jh. weiterhin "aktualisiert" auftauchen, wundert schon nicht mehr. Aber auch historische Helden der Antike (Alexander), der Völkerwanderungszeit (Dietrich, Attila, Artus) oder früherer Jahre (Karl der Große, Roland, Charlemagne) erscheinen immer im Outfit der Zeit der Illustration oder Deskription.
Von der Spätantike bis ins 18. Jh. hat es nie ein "Skandal / Klitterung"-Geschrei deswegen gegeben.
Da stellt sich die Frage:
warum überhaupt wurde "aktualisierend" illustriert? Aus Unkenntnis (weil man naiv glaubte, alles habe schon immer wie heute ausgesehen?)? Um die erzählten/illustrierten Geschichten näher zu bringen?
ab der zweiten Hälfte des 20. Jhs. peu a peu trotz ein paar Skandalen schon Normalität geworden:Im 15. Jhdt, malte man (in) Kreuzigungsszenen die Römer ja auch als spätmittelalterliche Ritter. Bei alttestamentarischen Kriegsszenen genauso.
- Shakespeares Romeo und Julia im New York der 50er Jahre: Bernstein Westside Story
- die wagnerschen Germanengötter des Nibelungenrings als Kapitalismuskritik gedeutet (schon früh bei G.B. Shaw!) und im Jahrhundertring von Chateau in Szene gesetzt: Wotan in Nadelstreifen.
- die spanische Inquisition (Schiller - Verdi) als Securidas a la Cheauchescu
Und so weiter ---
Freilich zuvor schon auch in der Literatur: der vordergründig historische Roman Faraon von Prus verschlüsselt aktuelle Problematik im altägyptischen Gewand.
--- da lässt sich viel zusammentragen, um das abzukürzen: da befinden wir uns in Kunstanschauungen und Theorien, die im 19. Jh. einsetzten und davor noch nicht bekannt waren (vergleichbar mit "Realismus", aufgekommen im 19.Jh.)
Buchillustrationen, Fresken etc des 10.Jhs. zeigen die biblischen Römer gekleidet/bewaffnet a la 10.Jh. / Buchillustrationen, Fresken etc des 13. Jhs. zeigen dieselben a la 13. Jh. gestylt / dass die biblischen Römer dann im 15.Jh. weiterhin "aktualisiert" auftauchen, wundert schon nicht mehr. Aber auch historische Helden der Antike (Alexander), der Völkerwanderungszeit (Dietrich, Attila, Artus) oder früherer Jahre (Karl der Große, Roland, Charlemagne) erscheinen immer im Outfit der Zeit der Illustration oder Deskription.
Von der Spätantike bis ins 18. Jh. hat es nie ein "Skandal / Klitterung"-Geschrei deswegen gegeben.
Da stellt sich die Frage:
warum überhaupt wurde "aktualisierend" illustriert? Aus Unkenntnis (weil man naiv glaubte, alles habe schon immer wie heute ausgesehen?)? Um die erzählten/illustrierten Geschichten näher zu bringen?