Neue archäologische Entdeckungen

Hatten wir das schon?

Das Internet-Medium NORDISCH berichtet über einen Hortfund aus Thetford in der englischen Grafschaft Norfolk. Dort wurde 2025 ein Metallhort ausgegraben. Dieser enthielt gleich zwei besondere Fundstücke

  • einen Carnyx - eine keltische Kriegstrompeter
  • eine Standarte mit einem Eberkopf
Neben den beiden Ausnahmefunden befand sich im Hort auch noch fünf Schildbuckel.

Es sind auch andere Carnyx-Funde bekannt. Jedoch ist diese Trompete komplett erhalten, wenn auch in sehr fragilem Zustand. Als Zeitstellung für deren Herstellung wird 50 vuZ bis 50uZ genannt.

https://www.nordisch.info/archaeolo...lte-schlacht-trompete-mit-standarte-entdeckt/
 
 
Die Rückgewinnung zweier römischer Bronzen, nach einer Raubgrabung in Spanien, Schweizer Hehlerei, der üblichen Weißwäsche auf dem Schweizer Kunstmarkt, und dann der Rückgabe durch einen ehrlichen amerikanischen Käufer.

Nachrichten aus Jerez


Rückgewinnung geplünderter römischer Bronzen: Der Erfolg der Nationalpolizei
César Pérez Pacheco 8. Januar 2026

Die Nationalpolizei gelingt die Rückgewinnung geplünderter römischer Bronzen, die im Archäologischen Museum ausgestellt werden sollen.

Das Ende der Plünderungen: Die Polizei stellt zwei Bronzeschätze aus dem römischen Hispanien sicher
Das Kulturerbe eines Landes ist seine DNA, aber für die Kunstmafia ist es nichts weiter als eine Ware, mit der man spekulieren kann. Spanien hat jahrzehntelang unter der Plünderung seiner Fundstätten gelitten und Stücke verloren, die niemals unsere Grenzen hätten überschreiten dürfen. Nun hat der Staat jedoch ein Machtwort gesprochen. Zwei Bronzeskulpturengruppen aus dem 1. und 2. Jahrhundert n. Chr. kehren nach einer fast zwei Jahrzehnte langen Odyssee der Illegalität und Geldwäsche endlich nach Hause zurück.

Der Preis der Plünderung und der Schmerz des Verlustes des Kulturerbes
Wenn eine Ausgrabungsstätte geplündert wird, werden nicht nur Metall oder Steine gestohlen. Es wird auch der historische Kontext zerstört...

Wenn eine Fundstätte geplündert wird, werden nicht nur Metall oder Steine gestohlen. Es wird auch der historische Kontext zerstört und damit die Möglichkeit, zu verstehen, wer wir waren. Diese Plünderung war kein Versehen, sondern ein zwischen 2007 und 2008 ausgearbeiteter Plan, um sich auf Kosten des öffentlichen Erbes zu bereichern.

Der finanzielle Schaden ist enorm: Stücke, die dem spanischen Volk gehören, landeten 2012 in internationalen Auktionen und erzielten Werte von mehreren Millionen Euro, nachdem ihre illegale Herkunft verschleiert worden war.

Das ist ein Schlag ins Gesicht der Kultur. Während öffentliche Institutionen darum kämpfen, jedes Stückchen Geschichte zu bewahren, verschleiern Kriminelle die Herkunft dieser Werke, um sie an den Meistbietenden zu verkaufen.

Die Wiederbeschaffung geraubter römischer Bronzeskulpturen ist nicht nur ein Erfolg der Polizei, sondern auch ein Akt der Gerechtigkeit gegenüber einem Schwarzmarkt, der von Nachlässigkeit und Gier lebt. Das Geld dieser Sammler fließt, während unser Land seiner einzigartigen Schätze beraubt wird.

Die Mädchen mit Rebhühnern: Eine außergewöhnliche Ikonografie

Die Einzigartigkeit dieser Werke ist absolut: Sie zeigen zwei kleine Mädchen, die jeweils ein Rebhuhn jagen, eine in der erhaltenen römischen Skulptur äußerst ungewöhnliche Szene. Dass ein Bronzewerk bis in die Gegenwart erhalten geblieben ist, ist außergewöhnlich. Dass dies ein komplettes Paar mit seinen originalen Metallsockeln ist, ist in der Welt der Kunst absolut einzigartig.

Die Stücke wurden auf Ackerland vergraben gefunden und illegal aus dem Land gebracht, um restauriert zu werden. Nachdem sie den legalen europäischen Markt durchlaufen hatten, landeten sie in einem Museum in den Vereinigten Staaten, wo sie 2015 aufgefunden wurden.

Ihr künstlerischer Wert, ihre Größe und ihre Qualität machen sie zu Schlüsselelementen für das Verständnis der Ästhetik des römischen Hispanien. Es handelt sich um einen Schatz, den sich die spanische Gesellschaft unter keinen Umständen entgehen lassen durfte.

Polizeiarbeit und das Labyrinth der Schweizer Justiz

Die Ermittlungen nahmen eine Wendung, nachdem ein Gerichtsverfahren in der Schweiz bekannt wurde. Ein spanischer Staatsbürger hatte zwei Partner angezeigt, weil sie ihm nach einer angeblichen Restaurierung die Stücke nicht zurückgegeben hatten. Der Anzeigeerstatter versuchte, sein Eigentumsrecht mit Fotos aus seinem Haushalt zu belegen, doch die spanische Polizei wies nach, dass es sich in Wirklichkeit um illegale archäologische Fundstücke handelte.

Obwohl die Straftaten in Spanien aufgrund der verstrichenen Zeit als verjährt galten, gelang es dank des Drucks der Polizei und der internationalen Zusammenarbeit, Kontakt zum derzeitigen Besitzer aufzunehmen.
Der US-amerikanische Sammler, der die Werke in gutem Glauben erworben hatte, beschloss, sie unwiderruflich und unentgeltlich an den spanischen Staat abzutreten, als er von ihrer illegalen Herkunft erfuhr. Die Ethik des Sammlers ermöglichte es schließlich, die rechtlichen Hindernisse zu umgehen, die die Kriminellen über Jahre hinweg sorgfältig aufgebaut hatten.

[...]
Warum wurden sie in der Schweiz und nicht in Spanien versteigert?
  • Die Beteiligten brachten sie illegal aus Spanien ins Vereinigte Königreich und in die Schweiz.
  • Das Ziel war, sie zu restaurieren und ihre Herkunft zu verschleiern.
  • Sie fälschten Dokumente, um vorzutäuschen, dass sie zu einer alten Schweizer Sammlung gehörten.

Wie kamen die Stücke aus den Vereinigten Staaten zurück?

  • Der Sammler, der sie 2012 gekauft hatte, überließ sie kostenlos und unwiderruflich.
  • Er traf diese Entscheidung, nachdem er von der Polizei erfahren hatte, dass sie aus einem Raubüberfall stammten.
  • Sie kamen am 20. Dezember am Flughafen Madrid-Barajas an.

Wo können die geborgenen Bronzen besichtigt werden?

Die Stücke wurden dauerhaft im Nationalen Archäologischen Museum (MAN) in Madrid untergebracht.


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Ich habe noch nie gesehen, dass ein Doppelensemble römischer Plastik aus dem 1. bis 2. Jahrhundert mitsamt den originalen Sockeln so gut erhalten geblieben ist:

2 Mädchen oder geflügelte Putten, die Rebhühner (?) jagen.
Was für ein Ensemble! Und wenn sie so gut erhalten sind, was hätte der Fundort erzählen können? Ein Grab zum Gedenken an ein Geschwisterpaar? Ein Hauseingang oder ein Garten im Peristyl?
Ich weiß noch nicht einmal, was die Zuordnung zu hispanischer Provenienz erklärt.

Der Dreh- und Angelpunkt ist natürlich Genf, Drehscheibe des illegalen Antiquitätenhandels, und eine gewollte Toleranz der Schweizer Behörden.

Nachsatz: Wie kam ich auf den Artikel? Ein Beitrag von @El Quijote vor 2 Tagen hatte mich angeregt, mich etwas mit der Geschichte von Jerez de la Frontera zu beschäftigen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Neues aus Sunderland in Großbritannien. Am Ufer des Flusses River Wear (laut WIKI ist der River ein Namensbestandteil , warum auch immer) wurde eine Produktionsstätte für Wetzsteine gefunden. Bisher waren in Großbritannien 250 römische Wetzsteine bekannt. Nun wurde an dem neuen Fundort mit römischer Zeitstellung gleich 800 Stück gefunden. Da es sich jedoch um unfertige oder beschädigte Stücke handelt, dürfte man auf die "Müllkippe" für den Ausschuss dieser Produktionsstätte gestoßen sein - oder zumindest eine der Müllkippen.

Durch die Flusslage konnte man von dort die Wetzsteine verschiffen, ob nun nach Kontinentaleuropa oder in andere Gegenden der britischen Insel muss man wohl noch erforschen.

Zusätzlich wurden dort noch elf produzierte Steinanker für die Seefahrt gefunden.

Zur geographischen Einordnung:
Der Fundort befindet sich südlich des Hadrianwalls, wie weit genau entfernt schreibt der Artikel nicht. Es geht aus dem Artikel nicht hervor, ob Soldaten oder Zivilisten diee Produktionsstätte betrieben haben, nur die Überschrift lässt eine militärische Produktion vermuten.

https://www.nordisch.info/archaeolo...militaer-fabrik-entdeckt-rund-2000-jahre-alt/
 
Der schönen Fotos wegen noch einen weiteren Link zu dem von @flavius-sterius vorgestellten Fund von römischen Wetzsteinen im Nordosten Englands;

Also, haltet 2026 die Augen auf, auf dem heimischen Acker oder in Opas Sensenwerkstatt!
 
Ein vergrabener "Schatz" aus dem frühen 21. Jahrhundert:
Ein spektakulärer Fund sorgt in Norwegen für Aufsehen: Bei Bauarbeiten in der Stadt Sandnes hob ein Baggerfahrer nicht nur Erde aus, sondern gleich mehrere Bündel Bargeld. Die Scheine steckten in Einkaufstüten, die wiederum in einem großen schwarzen Plastiksack vergraben waren. Laut ersten Einschätzungen könnten es mehrere Hunderttausend – möglicherweise sogar Millionen Kronen sein.
 
Im Umland von Rom wurden Funde gemacht, welche vermutlich aus dem 4. Jahrhundert vuZ bis zum 2. Jahrhundert vuZ stammen. Die Ausgräber interpretieren den Fund als Herkulesschrein und zwei von Quellen gespeisten Wasserbecken. Zudem wurden zwei Grablegen in einer Felswand entdeckt. Die Interpretation als Herkulesschrein ergibt sich aus den Votivgaben, welche unter anderem kleine Herkulesbronzen sind. Ebenfalls wurden Tondarstellungen von Körperteilen gefunden, was normalerweise als Bitte an die Götter zur Heilung dieser kranken Körperregionen gedeutet wird. Der Fundort befindet sich an der Via Tiburtina. Diese Straße diente hauptsächlich für die Anlieferung von Nutztieren nach Rom. Demnach könnte der Schrein in Verbindung zu Bauern und Hirten stehen, welche häufig Herkules verehrt haben sollen.

Herkules-Schrein, angefüllt mit Bronzestatuetten, in Rom entdeckt
 
Hercules war generell der Gott des "kleinen Mannes", der mit ihm als Selfmade-Aufsteiger-Gott mehr anfangen konnte als mit Götterkönig Iuppiter. Die im Lateinischen verbreiteste (unserem "Bei Gott!" oder "Um Gottes willen!" entsprechende) Anrufung war "Hercle!", also "Bei Hercules!". (Bei den Griechen hingegen war die Anrufung von Zeus deutlich verbreiteter.)
 
In Sachsen Anhalt wurden Reste von römischen Marschlagern gefunden!
An mehreren Orten, unter anderem auch an der Elbe bei Aken!
Weiß nicht wie ich einen Link hier einstellen kann.
Liegt an meinem neuen Handy!
Vielleicht ist jemand behilflich?!?!
 
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Eine durchorganisierte Montanlandschaft? – Vorgeschichtliche Metallurgie im Umfeld von Klostermansfeld



Im Artikel werden römische Münzen erwähnt - also muß ein vielleicht nur indirekter Kontakt zur römischen Welt bestanden haben. Leider wird nicht erwähnt, ob die Funde und Befunde etwas über die Herkunft der Bergarbeiter aussagen. Dass Römer selber die Minen betrieben haben, erscheint mir unwahrscheinlich. Dafür ist die Lage zu weit im germanischen Barbaricum. Einen Feldzug in den Bereich kann ich mir noch vorstellen, aber eine dauerhafte Mine unter römischer Leitung scheint mir sehr unwahrscheinlich.
 
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