Kreationismus

Ich sprach jetzt vom christlichen Kreationismus und um diesen ging es auch explizit in der Frage. Insofern war meine Aussage richtig.
Das war auch nur eine Vorbemerkung von mir. In welcher Hinsicht Deine Aussage falsch ist, hast Du ja nun zu Protokoll gegeben. Inwieweit der Schöpfungsbericht als "wahr" akzeptiert wird, welche Aussagen "bildlich" und welche "wörtlich" geglaubt werden sollen, ergibt sich nicht aus der Bibel, sondern aus der (kreationistischen) Lehre, die vorgibt, wie die Aussagen zu interpretieren sind.


Mir ist klar, dass es Atheisten gelegen kommt der Bibel so ein Weltbild zu unterstellen. Trotzdem ist es biblisch nicht haltbar:

Niemand "unterstellt" der Bibel ein Weltbild. Dieses Weltbild ergibt sich sehr klar aus den biblischen Aussagen - wenn man sie so nimmt, wie sie dastehen und nicht versucht, sie so lange umzuinterpretieren, bis sie zu einem moderneren Weltbild passen (die symptomatischen Klimmzüge um den raqia-Begriff sind mir bekannt).
Die Graphik in meinem Beitrag stammt übrigens von der Website eines evangelischen Pfarrers (ich hätte auch eine Graphik "katholischer Herkunft" verlinken können, die auf dasselbe herausläuft).
Mir ist völlig schnuppe, was "Atheisten gelegen kommt". Wenn Du hier ein Feindbild aufbauen möchtest, bist Du bei mir an der falschen Adresse.


Die "Fenster des Himmel" in 1.Mose 7 kann man natürlich wörtlich nehmen, wenn man der Bibel unbedingt eins reinwürgen will. Näherliegend ist aber eine bildhafte Beschreibung für starken Regen.

Quod erat demonstrandum.
Du verwahrst Dich vehement gegen eine wörtliche Interpretation und versteigst Dich dabei in unangemessene Polemik. Nichts läge mir ferner, als der Bibel "eins reinzuwürgen".

Was in der Bibel wörtlich genommen werden soll und was "bildhaft" interpretiert werden soll, hängt von der Lehre ab, die zum Maßstab der Bibel erklärt wird.
Je nach Lehre werden die sechs Schöpfungstage als Zeiteinheit von 24 Stunden verstanden. Bei den Zeugen Jehovas wird gelehrt, diese Tage könnten auch als lange Zeiträume verstanden werden, man hat gegen ein Erdalter von mehreren Milliarden Jahren nichts einzuwenden. Ansonsten wird auch hier die übliche kreationisische Polemik gegen die Evolutionstheorie verfochten, auch wenn die Wachtturmgesellschaft sich verbal vom "christlichen Kreationismus" abzugrenzen bemüht.

(Vielleicht kommen wir ja doch noch irgendwann auf die historischen Wurzeln des Kreationismus und die Entwicklung seiner verschiedenen Spielarten zu sprechen.)
 
Das kommt daher, dass von ziellosen Naturprozessen eigentlich nicht zu erwarten ist, dass sie mehrfach unabhängig zum gleichen Ergebnis führen. Deshalb hatte man auch früher erwartet, dass sie äußerst selten sein müssten. So schrieb Gould 1989:

"Spulen Sie das Band des Lebens zurück zu den Anfängen des Burgess -Schiefers; lassen Sie es von einem identischen Ausgangspunkt aus erneut ablaufen, und die Chance, dass etwas wie menschliche Intelligenz die Wiederholung zieren würde, wird verschwindend gering." (https://hiskingdom.us/wp-content/uploads/2019/02/Gould-WonderfulLife.pdf I Seite 14)
Gould hat eine Hypothese aufgestellt, die du hier zitierst. Andere Evolutionsbiologen haben ihm widersprochen. Jedenfalls ist es Unsinn, dass die Evolution nicht mehrfach zum gleichen Ergebniss geführt hat. Konvergente Evolution ist allgegenwärtig.

Zu deinemLeidwesen ist die Biologie schon sehr vielweiter. Dank Sequenzierung und Vergleichen können Genetiker anhand den Genen heute lebender Wesen deren Verwandtschaft bestimmen.

Allerdings muss ich dir in einem recht geben: Natürlich kann es sein, dass Gott die Welt vor 6.000 Jahren oder wann auch immer geschaffen hat, mit allen Anzeichen, das sie viel, viel älter ist, und die von Biologen, Geologen, Archäologen etc nun gefunden werden. Keiner kann eine solche Behauptung widerlegen, da sie keine falsifizierbaren Voraussagen macht, die von denen der Evolutionsbiologen (oder Plattentektoniker etc) abweichen würden.

Daher nun die Offenbarung für alle Unwissenden: Die Welt wurde vorletzten Dienstag erschaffen, um 9:30 vormittags. Dabei hat es der allmächtige Schöpfer so eingerichtet, dass sie viel älter wirkt, inkl der Erinnerungen an die vergangenen Jahre, die wir zu haben glauben; alles am vorletzten Dienstag aus dem Nichts geschöpft. Und diese Aussage stimmt zu jedem beliebigem Zeitpunkt der Ewigkeit: Die Welt wurde immer und zu jeder Zeit am vorletzten Dienstag erschaffen...
 
Hm, und die Atomphysik, komisch, die widerspricht doch der Erschaffung vor 6000 Jahren?!;)

Es gibt da einen lustigen SF-Roman über Planetengestalter, die einfach just vor fun unmögliche Artefakte in die Gesteinsschichten einbetten;)
 
Strata von Terry Pratchett.

Und keine Physik der Welt kann die Behauptung widerlegen, die Welt sei zwar nur 6.000 Jahre alt, aber sähe nach allen denkbaren Kriterien so aus, als sei sie weit älter; gleiche Voraussagen, keine Falsifikation möglich. Einem allmächtigen Gott, der schummelt, kommt auch die Wissenschaft nicht bei... Ganz davon abgesehen, dass die Schöpfung ja erst neun Tage her ist...
 
Zuletzt bearbeitet:
Strata von Terry Pratchett.

Und keine Physik der Welt kann die Behauptung widerlegen, die Welt sei zwar nur 6.000 Jahre alt, aber sähe nach allen denkbaren Kriterien so aus, als sei sie weit älter; gleiche Voraussagen, keine Falsifikation möglich. Einem allmächtigen Gott, der schummelt, kommt auch die Wissenschaft nicht bei... Ganz davon abgesehen, dass die Schöpfung ja erst neun Tage her ist...
D.h. radioakive Zerfallsreihen, Halbwertszeiten, die zunehmende Entfernung des Mondes von der Erde und und wäre dann wohl leider schnöder Betrug;)
 
Verdammte Ketzer und Häretiker... Welcher anspruchsvolle Gott würde sich ausgerechnet den Donnerstag für die Weltschöpfung aussuchen? Wo ist die verflixte Inquisition, wenn man sie mal braucht?

(Tatsächlich wußt ich nicht, dass die Idee auch schon jemand hatte... Danke für den Link!)

D.h. radioakive Zerfallsreihen, Halbwertszeiten, die zunehmende Entfernung des Mondes von der Erde und und wäre dann wohl leider schnöder Betrug;)
Wie will man was anderes nachweisen, wenn der Fälscher per definitionem perfekt arbeitet?
 
Doch, dem ist genau so. Die Empiere kann sich definitionsgemäß nur mit dem Beschäftigen, was wiederholt gegenwärtig beobachtbar ist.
Empirie ist Wissen, dass auf Erfahrung beruht oder durch Beobachtung (gegebenenfalls auch im Rahmen eines Experiments) gewonnen wurde.

Es ist jedoch nicht notwendig, dass diese Beobachtungen sich jederzeit wie bei einem Experiment, dass sich z. B. auf ein physikalisches Naturgesetz bezieht, wiederholen lassen.

Man kann z. B. einen Kometen eine Zeit lang beobachten, wenn er in der Nähe der Sonne ist und dabei empirische Erkenntnisse gewinnen. Wenn der Komet wieder weiter weg von der Sonne ist, ist das nicht mehr möglich.

Sie kann methodisch bedingt nichts über Ursprung und Entstehung aussagen. Die Rekonstruktion der Vergangenheit ist nur möglich, wenn man eine Grundannahme über den Ursaprung vorausetzt, aus der sich gewisse Erwartungen ableiten lassen und dann nach bestätigenden Befunden ("smoking guns") in der Empiere zu suchen.
Man kann aus der Empirie im Rahmen der normalen wissenschaftlichen Methode durch Induktion Theorien über die Entstehung von Arten, von Gebirgen, von Sternen oder von Galaxien bilden, daraus durch Deduktion Vorhersagen treffen und dann versuchen, diese empirisch, also durch Beobachtungen zu bestätigen, sei es, durch das Graben nach Fossilien oder anatomische oder genetische Untersuchungen, durch den Bau von großen Teleskopen, die man ins All bringt, um weit entfernte Sterne oder Galaxien zu beobachten usw..


Um Konvergenzen von Homologien zu unterscheiden, muss erst ein Evolutionsverlauf vorausgesetzt werden, um dann zu schauen wo sich die wenigsten Konvergenzen ergeben. Wenn aber Evolution vorausgesetzt werden muss, um Homologien zu bestimmen, können sie kein unabhängiger Evolutionsbeleg sein und wer sie so verwendet, argumentiert zirkulär.
Man muss hier unterscheiden zwischen dem Verwenden von Homologien zum Erkennen von Verwandtschaftsbeziehungen zwischen Organismen und dem Verwenden von Homologien als Beleg für Evolution.

Wenn man jetzt versucht, die Verwandtschaftsbeziehungen z. B. zwischen unterschiedlichen Wirbeltiergruppen aufzuklären, nimmt man die Evolution natürlich als gegeben hin, genauso wie ein Ingenieur, der einen Motor konstruiert, dabei nicht ständig die Newtonschen Gesetze hinterfragt, sondern diese einfach anwendet. Der funktionierende Motor ist dann natürlich wieder eine Bestätigung für die Gesetze.

Ein Bsp. aus der Praxis findet sich bei der Rekonstruktion der evolutionären Verwandschaftsbeziehungen zwischen Eulen und anderen Vögeln. Diese sind nicht widerspruchsfrei rekontruierbar und Brown & Mindell folgern daraus:
Was für Widersprüche soll es da geben? Die erwähnten Konvergenzen treten immer wieder auf. Bei nah verwandten Arten kann die Abgrenzung von Homologien und Analogien bzw. Konvergenzen schwierig sein und manchmal hat man auch nicht genug Informationen, um eine sichere Entscheidung zu treffen. Dann muss man weiter forschen. So ist das in der Wissenschaft.

Völlig sicher ist aber z. B. dass die Augen der Tintenfische und der Wirbeltiere sich unabhängig voneinander entwickelt.

Ebenso sicher ist, dass die Lungen der Lungenfische, die Schwimmblasen der Knochenfisch und die Lungen der Landwirbeltiere Homologien sind und einen gemeinsamen Ursprung haben.

Genauso wie die Vorderbeine von Reptilien und Säugetieren (unsere Arme) und die Flügel der Vögel.
 
Falsch... Wissenschaft an sich (als Methode) schätzen wir als ein Werkzeug, um Gottes Schöpfung zu erforschen. Was wir kritisieren, ist die Evolutionstheorie. Die ET ist eben so wenig "die Wissenschaft", wie der Kreationismus. Beides sind Modelle basierend auf der selben wissenschaftlichen Methode aber unterschiedlichen Grundannahmen.
Das passt nicht, das würde bedeuten, die "Kreationisten" haben eine andere "Wissenschaft", eine die andere Parameter benutzt, eine " Wissenschaft" die nicht die selben Methoden anwendet.
Welche Grundannahmen sind denn andere? Gott als alles Erschaffender? Bei der Grundannahme brauche ich keine wissenschaftlichen Methoden mehr. Wozu?
 
By the way: Ich glaube das erste öffentlich auftreten der Kreationisten war das Spaghetti-Monster, dass als Gott verkauft wurde. Bin mir aber nicht mehr ganz sicher.
Lang her (2007) aber erst gestern gelesen. Weil das noch niemand richtiggestellt hat, nur kurz:
Der "Religionsstifter" des Spaghetti-Monsters ist ein US-amerikanischer Wissenschafter (Physiker glaub ich), der schwer darüber verärgert war, daß man - seiner Meinung nach - den größten Unsinn in die Welt setzen kann, sofern man ihn als Religion tarnt, die dann als solche auch noch gesellschaftliche Anerkennung und (finanzielle) Zuwendung erfährt und vielleicht auch noch Teil des Schulunterrichts wird.
Sein Gott wird bildhaft als eine Mischung aus UFO (3%) und überquellendem Spaghetti-Teller (97%) dargestellt. Die Gläubigen nennt er sinnigerweise "Pastafari"; als Zeichen ihrer Glaubens tragen diese ein Nudelsieb (mit Stiel nach hinten) als Kopfbedeckung.
Also kein Kreationist sondern ein Spötter.
 
Verdammte Ketzer und Häretiker... Welcher anspruchsvolle Gott würde sich ausgerechnet den Donnerstag für die Weltschöpfung aussuchen?
Naja, wenn Gott ein Beamter ist und die in der Verwaltung wieder langen Donnerstag hatten, macht so eine Schöpfung nebenbei zum Zeitvertreib sicherlich Sinn.

Ich für meinen Teil stehe ja nach wie vor auf dem Standpunkt, dass ich das mit der Schöpfung sowiso erst dann ernst nehme, wenn man mir die adäquate Schöpfkelle und die dazugehörige Gulaschkanone präsentiert, die müssen ja irgendwo abgeblieben sein.
 
Das passt nicht, das würde bedeuten, die "Kreationisten" haben eine andere "Wissenschaft", eine die andere Parameter benutzt, eine " Wissenschaft" die nicht die selben Methoden anwendet.
Keine Ahnung wie du es geschafft hast das aus meiner Aussage abzuleiten... "Wissenschaft" ist eine Methode und diese kann sowohl von Evolutionstheoretikern, als auch von Kreationisten angewendet werden.

Gott als alles Erschaffender? Bei der Grundannahme brauche ich keine wissenschaftlichen Methoden mehr. Wozu?
Um das Erschaffene zu erforschen und zu verstehen natürlich. Wenn wir von einem Schöpfer ausgehen, hat dieser natürlich auch die Naturgesetzte und die natürlichen Mechanismen erschaffen. Gott ist unsere Erklärung für den Ursprung dieser Welt. Diese Schöpfung dann zu erforschen - wie die von Ihm geschaffenen Mechanismen funktionieren, ob / welche Hinweise es für einen intelligenten Ursprung gibt, usw - ist ganz normale Naturwissenschaft.

Nicht zu vergessen, dass die modernen Naturwissenschaften maßgeblich von Christen (mit)gegründet wurden. Eben weil sie an einen Schöpfer glaubten, glaubten sie auch dass die Schöpfung rational erforschbar und beschreibbar ist:
  • Isaac Newton gilt als Vater der klassischen Physik, war maßgeblich an der heutigen wissenschaftlichen Methode beteiligt und gilt als einer der bedeutendsten Naturwissenschaftler der Geschichte und er glaubte an Gott.
  • Johannes Kepler gilt als Vater der mathematischen Astronomie und er glaubte an Gott.
  • Galileo Galilei gilt als Vater der modernen Astronomie und er glaubte an Gott.
  • Max Planck gilt als Begründer der Quantenmechanik und er war gläubig.
  • Gregor Mendel gilt als Vater der Genetik und er war gläubiger Mönch.
  • Louis Pasteur gilt als Vater der Mikrobiologie er glaubte an Gott.
  • Francis Bacon war Philosoph, Wegbereiter der wissenschaftlichen Methode und er glaubte an Gott.
So konnte ich jetzt zum Schluss sogar doch noch auf etwas Geschichtliches zurück kommen.
 
Ich habe eben eine ganze Reihe von Links gelöscht:

Die Frage ist zwar alt, aber da sie bei den Google-Ergebnissen relativ weit oben erscheint,

Und ich denke das ist der wahre Grund, warum dieser Thread wieder aufgegriffen wurde, um eben viele Links zu posten und somit die Relevanz bei Suchmaschinen, die Verlinkungen in ihr Ranking mit einbeziehen (wie etwa Google) zu erhöhen.

Soeben wurden zwei Beiträge gelöscht, in denen es dem Urheber nicht gelungen ist, auf die oben erwähnten Verlinkungen zu verzichten. Ich lasse mich ungern hinter's Licht führen!

Edit: einen der zwei Beiträge wiederhergestellt, da auf den der Vorwurf nicht zutrifft.
 
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Zum Glück hatte ich mir den Text kopiert.
Soeben wurden zwei Beiträge gelöscht, in denen es dem Urheber nicht gelungen ist, auf die oben erwähnten Verlinkungen zu verzichten. Ich lasse mich ungern hinter's Licht führen!
Langsam langt´s mir. Das ist nichts als Scheinheiligkeit. Wenn es dir wirklich um das Forumsthema geht, sei so korrekt und lösche das ganze Diskussionsthema. Die meisten hier schreiben nichts zu Geschichte, doch ich als Kreationist bin der einzige, bei dem du löschst. Deine eigentliche Motivation mich zu zensieren ist, dass du mit meiner Ansicht nicht einverstanden bist.

Solange hier andere abseits von Geschichte über den Kreationismus herziehen dürfen, werde ich dagegen halten. Wenn du das unterbinden willst, sei so konsequent das ganze Thema zu löschen.

Die beiden neuen Links waren direkt auf Aussagen anderer Nutzer hier bezogen und sollten nur die Textmenge meines Kommentares reduzieren. Wenn ich stattdessen einfach noch mehr geschrieben hätte (gleicher Inhalt wie der entsprechende Link), hättest du das wohl ironischer Weise nicht gelöscht.

Ich werde den Text jetzt nochmal einstellen, diesmal sicherheitshalber die Links in einem separaten Kommentar. Denn wie gesagt, nur wegen den Links zu löschen ergibt keinerlei Sinn.
 
Zuletzt bearbeitet:
Na schön, dann nocheinmal. Auf alles werde ich aus Zeitgründen aber nicht antworten können.
Du zitierst die Begründung doch anschließend.
Und du übergehst die darauf folgenden Worte: "...hättestet du auch die meisten Beiträge hier sowie den Link zu Wort und Wissen von Helma löschen müssen. Die Alternative zu den Links wäre deutlich mehr Text gewesen."
dass er die Ansage der Moderation vom 11.April 2007 nicht begriffen hat.
Soso, allerei Unwahrheiten über den Kreationismus ohne geschichtlichen Kontext verbreiten ist also geduldet, wenn diese dann aber berichtigt werden, beruft man sich auf einmal auf die Richtlinien? - Doppelmoral.
Die langatmige Scheinargumentation hätte man kürzer fassen können: "mimimi die Wissenschaft gaukelt nur mit Zirkelschlüssen, einzig der Kreationismus ist stringent" - das überzeugt zwar niemanden, aber fasst den Inhalt der Predigt zusammen und hat den Vorteil, deutlich weniger Lesezeit zu verbrauchen.
Falsche, verzerrte und grob verallgemeinernde Darstellung. - Nichts als inhaltslose Polemik.
welche Aussagen "bildlich" und welche "wörtlich" geglaubt werden sollen, ergibt sich nicht aus der Bibel, sondern aus der (kreationistischen) Lehre, die vorgibt, wie die Aussagen zu interpretieren sind.
Du, Falschbehauptungen werden auch durch stumpfe Wiederholung nicht richtiger. Zu dem Begriff "raqia" habe ich dir bereits eine Wortstudie, bzw. eine Deutung auf Basis des gesamtbiblischen Kontextes (und eben nicht auf Basis kreationistischer Lehre) verlinkt. Ich zitiere das Fazit:

"Alle Vorkommen von raqia lassen sich derart verstehen, dass raqia synonym zu „Himmel“ (schamajim) verwendet wird, ohne dass ein Zusammenhang mit riqua „Gehämmertes“ oder dem Verb rq‘ besteht. In Ps 19,2; 150,1; Dan 12,3 ist dies deutlich der Fall, wahrscheinlich auch in Hes 1; 10,1, wo das Wort „Himmel“ gar nicht begegnet. Der Ausdruck „Himmelsfeste“ in Gen 1,14.15.17.20 und die Benennung des in 1,6.7 beschriebenen raqia in 1,8.9 als „Himmel“ macht dies auch für Gen 1 annehmbar. Insgesamt werden kaum Aussagen über die Beschaffenheit, Form usw. des raqia, sondern hauptsächlich über seine Funktion gemacht. Aufgrund dessen können auch nicht Weltbilder wie z.B. das einer festen Kuppel, einer Blechschale usw. von außen in die Texte hineingetragen werden, zumal die etymologische Bedeutung keine Rolle zu spielen scheint."

Und zu "Fenster des Himmels" hatte ich dir eine Parallelstelle genannt, die auch du nur bildlich deuten kannst. Ich bevorzuge grundsätzlich die wörtliche Bibelauslegung, aber es gibt nunmal auch Verse, die offensichtlich bildlich sind. Ich könnte den Spieß also auch umdrehen: Du deutest diese Verse nur wörtlich, da du aufgrund deiner atheistischen Weltsicht nicht der Ansicht bist, dass die Bibel Gottes Wort ist.
sie so lange umzuinterpretieren, bis sie zu einem moderneren Weltbild passen (die symptomatischen Klimmzüge um den raqia-Begriff sind mir bekannt).
Klingt ja ganz nett, hat in der Form aber keinerlei argumentatives Gewicht.
Mir ist völlig schnuppe, was "Atheisten gelegen kommt". Wenn Du hier ein Feindbild aufbauen möchtest, bist Du bei mir an der falschen Adresse.
Ist ja schön, wenn du nicht so bist! Ich hatte halt schon oft genug mit Atheisten zu tun, die krampfhaft versuchen alles Mögliche auf biegen und brechen gegen die Bibel zu verdrehen.
versteigst Dich dabei in unangemessene Polemik. Nichts läge mir ferner, als der Bibel "eins reinzuwürgen".
Gut, das hätte ich sachlicher Formulieren können. Wie gesagt, ich bin da durch entsprechende Erfahrungen "vorbelastet".
Je nach Lehre werden die sechs Schöpfungstage als Zeiteinheit von 24 Stunden verstanden. Bei den Zeugen Jehovas wird gelehrt, diese Tage könnten auch als lange Zeiträume verstanden werden
Bei den Schöpfungstagen wiederum lässt die Bibel nur die wörtliche Bedeutung zu. Zum einen durch die Abgrenzung durch Abend und Morgen sowie die Nummerierung von 1-6 (überall sonst in der Bibel sind damit gewöhnliche Tage gemeint) und zum anderen wie die übrige Bibel auf ihre ersten Kapitel Bezug nimmt (nämlich immer wörtlich). Andere Deutungen sind Anpassungen an den Zeitgeist ohne biblische Grundlage.
Ansonsten wird auch hier die übliche kreationisische Polemik gegen die Evolutionstheorie verfochten
Labeling. Indem du gegnerische Argumente pauschal mit einem negativ behafteten Begriff "ettiketierst", steckst du sie in einer vorgefertige Schublade. - Unredliche Diskussionstaktik. Im Übrigen kreirst jetzt du ein Feindbild.
Jedenfalls ist es Unsinn, dass die Evolution nicht mehrfach zum gleichen Ergebniss geführt hat. Konvergente Evolution ist allgegenwärtig.
Du setzt dabei Evolution als gegeben voraus. Das ist kein unabhängiges Argument. "Konvergente Evolution" bezeichnet den Prozess und der ist nicht allgegenwärtig. Allgegenwärtig sind nur die Ähnlichkeiten (Das Ergebnis des hypothetischen Prozesses), die als Analogien / Konvergenzen gedeutet werden.

Es geht darum zu was die postulierten Evolutionsmechanismen zu leisten fähig wären, nicht welche "Endergebnisse" beobachtbar sind. Evolution soll ziellos und ungerichtet verlaufen. Zu behaupten es sei plausibel, dass sie so mehrfach unbhängig zum selben Ergebnis führt, ist etwa so als würde man behaupten, es sei zu erwarten, dass 10 Menschen, die blind und ziellos drauf los laufen, alle am selben Punkt stehen bleiben.

Konvergenzen wurden einfach in die ET übernommen, doch es ändert nichts an der Tatsache, dass sie evolutionstheoretisch nicht zu erwarten sind. Da reicht es auch nicht auf ähnliche Selektionsdrücke zu verweisen, denn bevor die überhaupt greifen können, benötigt es ja die gleichen / ähnlichen zufälligen Mutationen.

Dank Sequenzierung und Vergleichen können Genetiker anhand den Genen heute lebender Wesen deren Verwandtschaft bestimmen.

In der Genetik sieht es nicht besser aus. Auch da ergeben sich Konvergenzen und Widersprüche. Da ich das Diskussionsthema eigentlich nicht noch ausweiten möchte, verlinke ich zu einem anderen Forumsbeitrag, der genau diesen Einwand behandelt. (nachfolgend ein separater Kommentar mit den Links)
Allerdings muss ich dir in einem recht geben: Natürlich kann es sein, dass Gott die Welt vor 6.000 Jahren oder wann auch immer geschaffen hat, mit allen Anzeichen, das sie viel, viel älter ist, und die von Biologen, Geologen, Archäologen etc nun gefunden werden.
Einen netten Strohmann hast du dir da gebastelt. Das Alter der Welt und zu was die Indizien tatsächlich besser passen, wäre wieder eine Diskussion für sich.
Wenn man jetzt versucht, die Verwandtschaftsbeziehungen z. B. zwischen unterschiedlichen Wirbeltiergruppen aufzuklären, nimmt man die Evolution natürlich als gegeben hin, genauso wie ein Ingenieur, der einen Motor konstruiert, dabei nicht ständig die Newtonschen Gesetze hinterfragt, sondern diese einfach anwendet. Der funktionierende Motor ist dann natürlich wieder eine Bestätigung für die Gesetze.
Der Vergleich passt nicht. Wären die Newtonschen Gesetze falsch, würde der Motor nicht funktionieren. Deshalb kann der funktionierende Motor die Gesetze bestätigen. Der funktionierende Motor hängt also zwingend von der Richtigkeit der Newtonschen Gesetze ab.

Die Klassifizierung von Homologien und Konvergenzen hängt dagegen nicht von der Richtigkeit der ET ab. Die ET muss nicht zwingend richtig sein, um Ähnlichkeiten als homolog oder konvergent deuten zu können, sie muss nur vorausgesetzt werden. Deshalb endet jeder Versuch als homolog gedeutete Ähnlichkeiten als unabhängigen Evolutionsbeleg anzuführen logisch zwingend in einem Zirkelschluss.
Was für Widersprüche soll es da geben?
Siehe das Zitat dazu. Einige ähnliche morphologische Merkmale zwischen Eulen und anderen Vogelordnungen widersprechen molekulargenetischen Daten, die diese von den Eulen trennen. Genaueres habe ich aber gerade auch nicht mehr im Kopf.
Die erwähnten Konvergenzen treten immer wieder auf.
Das macht sie evolutionstheoretisch nicht wahrscheinlicher.
Bei nah verwandten Arten kann die Abgrenzung von Homologien und Analogien bzw. Konvergenzen schwierig sein und manchmal hat man auch nicht genug Informationen, um eine sichere Entscheidung zu treffen. Dann muss man weiter forschen. So ist das in der Wissenschaft.
Wieder: Evolution vorausgesetzt. Ich bestreite nicht, dass sich die ET der wissenschaftlichen Methode bedient. - Aber "wissenschaftlich" bedeutet eben nicht automatisch "richtig".
Völlig sicher ist aber z. B. dass die Augen der Tintenfische und der Wirbeltiere sich unabhängig voneinander entwickelt.
Klar, weil sich andernfalls wohl noch viel mehr Konvergenzen ergeben würden. Wieder ist Evolution vorausgesetzt.
Ebenso sicher ist, dass die Lungen der Lungenfische, die Schwimmblasen der Knochenfisch und die Lungen der Landwirbeltiere Homologien sind und einen gemeinsamen Ursprung haben.
Wenn man eine Evolution vom Fisch zum Tetrapoden voraussetzt... Ein gemeinsamer Schöpfer hätte sie auch aus funktionellen Gründen ähnlich schaffen können.
Genauso wie die Vorderbeine von Reptilien und Säugetieren (unsere Arme) und die Flügel der Vögel.
Wieder Deutungssache...Könnte auch ein gemeinsamer Schöpfer sein. Zu den Extremitätsknochen erschien übrigens 2024 eine interessante Studie von einem Schöpfungswissenschaftler, die einen Teilaspekt (die angebliche nicht-Optimalität der Knochenmuster) des "Ähnlichkeitsbeweises" widerlegt. (Link im separaten Kommentar)
 
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