es gibt auch öffentlich bekannte Personen, die Entdeckungen machen:
War mein Opa ein Nazi? Mit solchen Fragen beschäftigen sich viele derzeit, da mehrere Medien eine entsprechende Datenbank digital zugänglich gemacht haben. Auch andere Politiker wurden fündig.
www.tagesspiegel.de
Die Formulierung "Schweigekartell" scheint aber treffend zu sein. Auch in dem Spiegel-Artikel zum Verfassungsgericht heisst es:
"Ihren Recherchen zufolge wurde die NS-Vergangenheit damals kaum thematisiert. Beide Seiten hätten kein Interesse daran gehabt, die Vergangenheit wieder aufleben zu lassen. "Die Opfer erkannten, dass sie in eine Gesellschaft zurückkamen, in der an einer Anerkennung der eigenen Schuld kein Interesse bestand. Dass sie zwar wieder geduldet wurden, dies aber darauf beruhte, sich als Opfer nicht so sehr zu erkennen zu geben.""
Und auch in meiner Beschäftigung mit Träumen konnte ich Ähnliches lesen. Es geht hier um Primo Levi:
"Der Kontext des Schlusstraums aus La tregua [...]: Während seiner Odyssee hält der Zug in München und der Erzähler steigt aus, besessen von dem Wunsch, die Deutschen nach ihrer Vergangenheit zu befragen und ihnen von seinen eigenen Lagererlebnissen zu berichten:
Ci sembrava di avere qualcosa da dire, enormi cose da dire, ad ogni singolo Tedesco, e che ogni Tedesco avesse da dirne a noi: sentivamo l’urgenza di tirare le somme, di domandare, spiegare e commentare, come i giocatori di scacchi al termine della partita. Sapevano, ‚loro‘, di Auschwitz, della strage silenziosa e quotidiana, a un passo dalle loro porte? Se sí, come potevano andare per via, tornare a casa e guardare i loro figli, varcare le soglie di una chiesa? Se no, dovevano, dovevano sacramente, udire, imparare da noi, da me, tutto e subito: sentivo il numero tatuato sul braccio stridere come una piaga.
Auf diese Idee eines Dialogs folgt allerdings ein böses Erwachen [...]: Der Auschwitz-Rückkehrer muss feststellen, dass das Leben in Deutschland offensichtlich seine alltägliche Routine wieder aufgenommen hat, dass allenthalben Normalität herrscht, dass ein Austausch zwischen Tätern, Mitläufern und Opfern nicht möglich ist. "
(Christiane Solte-Gresser: Shoa-Träume, S. 165)
"Es schien uns, als hätten wir jedem einzelnen Deutschen etwas zu sagen, enorme Dinge zu sagen, und als hätte jeder Deutsche uns etwas zu sagen: Wir verspürten das dringende Bedürfnis, Bilanz zu ziehen, zu fragen, zu erklären und zu kommentieren, wie Schachspieler am Ende einer Partie. Wussten „sie“ von Auschwitz, von dem stillen, alltäglichen Gemetzel, nur einen Schritt von ihren Haustüren entfernt? Wenn ja, wie konnten sie dann auf die Straße gehen, nach Hause zurückkehren und ihre Kinder ansehen, die Schwelle einer Kirche überschreiten? Wenn nicht, mussten sie, mussten sie unbedingt von uns, von mir, alles und sofort erfahren: Ich spürte, wie die auf den Arm tätowierte Nummer wie eine Wunde schmerzte.
Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)