Voynich Manuskript

samet

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Die Entdeckung der asymmetrischen Zeit: Das Voynich-Rätsel neu gedacht
Wer das Voynich-Manuskript entschlüsseln will, darf nicht nur auf die Schrift starren. Die wahre Logik offenbart sich in der Geometrie der Zeichnungen – und darin, wie sie sich bewusst der menschlichen Erwartung von Symmetrie entziehen. Eine unvoreingenommene, rein logische Analyse von Folio 67v2 (dem kreisförmigen Mond-Diagramm) offenbart ein System der bewussten Verschleierung und der Dokumentation verbotener Naturgesetze.
Die logische Beweiskette im Überblick:
Das geometrische Paradoxon (Die schiefen Linien): Das Diagramm ist oberflächlich in 12 Segmente unterteilt. Würde es sich um ein herkömmliches, symmetrisches Jahressystem handeln, müssten die Trennlinien parallel zueinander exakt durch den geometrischen Mittelpunkt verlaufen. Das tun sie aber nicht. Die Linien sind windschief, asymmetrisch und verschoben. Das ist kein handwerkliches Missgeschick, sondern mathematische Absicht.
Der Konflikt der Systeme (12 vs. 13): Ein menschlich konstruiertes Sonnenjahr teilt sich sauber in 12 Monate. Die Natur und der Mond halten sich jedoch nicht an diese Symmetrie. Ein reales Mondjahr zählt knapp 13 Mondumläufe (Synodische Monate). Presst man 13 reale Zyklen in ein starres 12er-Raster, verschieben sich die mathematischen Achsen unweigerlich. Die Asymmetrie im Bild ist der visuelle Beweis dafür, dass hier der reale, "krumme" Mondzyklus abgebildet wurde.
Das Prinzip der bewussten Verfälschung: Dieser bewusste Bruch mit der Symmetrie zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Manuskript. In der botanischen Sektion finden sich "Frankenstein-Pflanzen" (zusammengesetzt aus Wurzeln und Blättern völlig unterschiedlicher Arten), in der anatomischen Sektion bizarre Röhrensysteme. Das Buch wurde absichtlich so konstruiert, dass es Informationen verzerrt, Lücken lässt oder falsche Fährten legt. Ein klassischer Code-Brecher läuft hier ins Leere, weil der Inhalt selbst manipuliert wurde.
Der Schutz vor der Zensur der Geschichtsschreibung: Das Manuskript tauchte erst auf, als das offizielle, von Kirche und Herrschern diktierte 12-Monats-System und das lineare Geschichtsbild bereits felsenfest etabliert waren. Die asymmetrische Natur (der 13. Zyklus) wurde in der Geschichte der Standardisierung geopfert – auch, weil die Zahl 13 als chaotisch galt und Abweichungen vom Kalender als Ketzerei oder Hexerei verfolgt wurden. Wer die wahre Natur dokumentieren wollte, musste sie verschlüsseln und optisch verzerren, um die offizielle Geschichtsschreibung nicht offen anzugreifen.
Das Fazit
Das Voynich-Manuskript ist kein fehlerhaftes Werk eines Amateurs und kein sinnloser Schwindel. Es ist ein hochintelligentes, bewusst verzerrtes Archiv von verbotenem Wissen. Es schützt sich vor der Zensur seiner Zeit, indem es die Wahrheit (die asymmetrischen 13 Zyklen der Natur) tarnt und sich für die etablierte Geschichtsschreibung unsichtbar macht. Wer das Buch lesen will, darf nicht nach geraden Linien suchen – er muss lernen, die Asymmetrie zu verstehen.
 
Die symmetrie macht keinen Sinn von der Folie 67v2.. Es ist in 12 Kacheln aufgeteilt. (12 Monate) Wenn man einen Kreis in 12 Teile aufteilt sollten die Linien symmetrisch oder parallel gegenüber stehen. Da der schreiber in den anderen Seiten keine Probleme hatte exakte Kreise oder Zeichnungen zu machen, hat er auf dieser Seite einfach keine Lust gehabt wie es scheint?! Aber wenn man aus den 12 Monaten, 13 Monate macht ergibt die Zeichnung dann absolut einen Sinn. Das heisst das Jahr hat keine 12 Monate sondern 13 Monate.
 
Anstatt Stuss zu schreiben könntest du erklären was daran falsch ist.
Bereits Dein Ansatz, wie wäre es damit?

Du insinuierst, eine Frage gelöst zu haben, die seit vielen Jahrzehnten Experten beschäftigt, die klüger sind als wir alle hier—Dich eingeschlossen. Ein solcher Mangel an Demut ruft zwangsläufig Unmut hervor.
Wer das Voynich-Manuskript entschlüsseln will, darf nicht nur auf die Schrift starren. Die wahre Logik offenbart sich in der Geometrie der Zeichnungen – und darin, wie sie sich bewusst der menschlichen Erwartung von Symmetrie entziehen. Eine unvoreingenommene, rein logische Analyse von Folio 67v2 (dem kreisförmigen Mond-Diagramm) offenbart ein System der bewussten Verschleierung und der Dokumentation verbotener Naturgesetze.
Daran ist nichts Unvoreingenommenes. Du entnimmst einfach nur einer Grafik, die schon auf vielfältige Weise gedeutet wurde, was Du sehen willst, um Deine vorgefassten Annahmen zu bekräftigen. Deine Wortwahl lässt es deutlich erkennen; das fängt bereits mit den "verbotenen Naturgesetzen" an. Denn es gab zur vermutlichen Entstehungszeit des Manuskripts (frühes 16. Jahrhundert) keine "verbotenen Naturgesetze", kein geheimes Wissen, das von der (kirchlichen) Obrigkeit unterdrückt worden wäre; alles konnte (und wurde) in der Hochrenaissance diskutiert. Verfolgung drohte lediglich denen, die sich nicht auf Diskussion beschränkten, sondern definitive Aussagen gegen das Bibelwort stellten. Der Autor musste nichts verschleiern.
Das Diagramm ist oberflächlich in 12 Segmente unterteilt. Würde es sich um ein herkömmliches, symmetrisches Jahressystem handeln, müssten die Trennlinien parallel zueinander exakt durch den geometrischen Mittelpunkt verlaufen. Das tun sie aber nicht. Die Linien sind windschief, asymmetrisch und verschoben. Das ist kein handwerkliches Missgeschick, sondern mathematische Absicht.
Das ist keine Beweisführung, die Du hier betreibst, Dir fallen einfach Behauptungen aus dem Kopf, und dann verkündest Du: Soundso ist es, und soundso ist es nicht.

Warum sollte es denn kein "handwerkliches Missgeschick" sein? Hast Du Dir die anderen Illustrationen des Manuskripts mal angesehen? Als fände sich dort sonst keine wacklige Linie, kein nachlässiger Pinselstrich.
Das Manuskript tauchte erst auf, als das offizielle, von Kirche und Herrschern diktierte 12-Monats-System und das lineare Geschichtsbild bereits felsenfest etabliert waren.
Lunisolare Kalender mit zwölf Monaten sind in Europa schon vor Christi Geburt in Gebrauch gewesen, da musste nichts diktiert werden. Hingegen prägten zyklische Geschichtsbilder die europäische Kultur noch lange nach der Erschaffung des Manuskripts—übrigens gerade in der katholischen Mystik.
Die asymmetrische Natur (der 13. Zyklus) wurde in der Geschichte der Standardisierung geopfert – auch, weil die Zahl 13 als chaotisch galt und Abweichungen vom Kalender als Ketzerei oder Hexerei verfolgt wurden. Wer die wahre Natur dokumentieren wollte, musste sie verschlüsseln und optisch verzerren, um die offizielle Geschichtsschreibung nicht offen anzugreifen.
Abweichungen vom Kalender wurden als Ketzerei oder Hexerei verfolgt? Dir ist hoffentlich klar, dass der gregorianischen Kalenderreform Jahrhunderte intensiver Bemühungen vieler Gelehrter vorausgingen, die ungestört von weltlicher oder geistlicher Obrigkeit an neuen Kalendern bastelten?

Ebenso wenig hielt man im frühen 16. Jahrhundert die 13 für eine Unglückszahl oder gar etwas Ketzerisches. Die Abneigung, die man heute gegen die 13 hat, ist ironischerweise ein Produkt der aufgeklärten Neuzeit. Zur Entstehungszeit des Manuskripts verstieß die 13 lediglich gegen das ästhetische Empfinden der Zeitgenossen.

Muss ich wirklich fortfahren?

Weißt Du, was schade ist? Dass Du Deine Überlegungen nicht ergebnisoffen zur Diskussion gestellt hast, da hätten wir alle davon profitieren können. Stattdessen tauchst Du auf wie eine Luftblase im Wasser und krähst: "Heureka, ich hab's, warum ist vor mir noch keiner darauf gekommen?", und das auf der Basis von Halb- und Nichtwissen. Warum also hätte @Sepiola nicht von "Stuss" sprechen sollen?
 
Dass die Differenz zwischen Mond- und Sonnenjahr bekannt war, ist unbestritten – das ist antike Grundstufen-Astronomie. Darum geht es in meiner These aber auch gar nicht.
Der Kernpunkt ist die geometrische Umsetzung auf genau dieser Seite (Folio 67v2). Wenn man ein rein theoretisches 12er-Raster zeichnen will, macht man die Linien parallel und symmetrisch. Hier sind sie aber mathematisch exzentrisch und verschoben.
Die Frage ist also: Warum bricht ein Autor, der ansonsten perfekte mathematische Kreise ziehen kann, ausgerechnet bei der Einteilung der Segmente die Symmetrie? Wenn es kein handwerklicher Fehler ist, bildet die Asymmetrie die reale, unregelmäßige Mondbahn ab. Das "verbotene" oder sensible Wissen bezog sich nicht auf die bloße Existenz der Zyklen, sondern auf eine astronomische Berechnungsmethode, die vom offiziellen, dogmatischen Kirchenkalender abwich.
Statt Allgemeinplätze abzufragen: Wie erklärst du dir denn die konkrete, asymmetrische Linienführung der 12 Segmente auf dieser Seite?
 
Danke für die historischen Präzisierungen, Sepiola. Dass die Differenz der Zyklen mathematisch bekannt war und Gelehrte ungestört an Kalendern forschen durften, ist ein valider Punkt – das rückt den Begriff des "verbotenen Wissens" in ein anderes Licht.
Worauf ich mit meiner These aber eigentlich hinauswill, ist nicht die bloße Existenz dieses Wissens, sondern die geometrische Systemlogik dieses spezifischen Diagramms:
  1. Die Geometrie der Asymmetrie: Wenn der Autor einfach nur ein ungenaues 12er-Raster hätte zeichnen wollen, wären die Linien zwar wackelig, würden aber dennoch grob Richtung Zentrum laufen. Auf Folio 67v2 sind die Achsen jedoch systematisch exzentrisch verschoben. Meine Überlegung ist: Hier wurde versucht, das 13-teilige Mondjahr visuell in ein 12er-Korsett zu pressen. Das Ergebnis muss geometrisch asymmetrisch sein.
  2. Schlampigkeit vs. Methode: Das Manuskript hat viele freihändige Linien, das stimmt. Aber es gibt einen Unterschied zwischen einem nachlässigen Pinselstrich und einer konsequent durchgezogenen, unregelmäßigen Segmentierung. Da sich dieses Prinzip der "Verzerrung" (wie bei den kombinierten Pflanzenteilen in der Botanik) durch das Buch zieht, vermute ich dahinter eben Methode und keinen reinen Zufall.
Es geht mir nicht um ein dogmatisches "Heureka", sondern um den Versuch, die auffällige Geometrie dieser Seite jenseits von "Der Zeichner konnte es halt nicht besser" zu erklären. Wenn wir die offizielle Kalenderreform als Grund weglassen: Warum sollte ein Autor ein mathematisches Diagramm absichtlich so exzentrisch aufbauen, wenn er an anderer Stelle sehr wohl exakte Kreisbahnen ziehen konnte?
 
Zu dem Vorwurf, ich hätte meine Überlegungen nicht ergebnisoffen zur Diskussion gestellt: Ich bin ganz neu auf dieser Plattform und mir war schlichtweg nicht bewusst, wie ein solcher Beitrag hier formuliert sein muss, um als offene Diskussionsgrundlage verstanden zu werden. Es war keineswegs meine Absicht, hier mit einem arroganten „Heureka“ aufzuschlagen – im Gegenteil: Ich habe meine Beobachtungen hier geteilt, weil ich sie mit euch diskutieren und von eurem historischen Fachwissen profitieren wollte.
Ich lerne gerne dazu und mir geht es rein um die Sache. Genau deshalb stelle ich die Frage zur Geometrie ja nun ergebnisoffen in den Raum:
 
Dass die Differenz zwischen Mond- und Sonnenjahr bekannt war, ist unbestritten – das ist antike Grundstufen-Astronomie. Darum geht es in meiner These aber auch gar nicht.
Natürlich geht es Deiner These just darum, denn warum sollte der unbekannte Autor des Manuskripts etwas verschleiern, das allgemein bekannt war?
Die Frage ist also: Warum bricht ein Autor, der ansonsten perfekte mathematische Kreise ziehen kann, ausgerechnet bei der Einteilung der Segmente die Symmetrie?
Welche andere Grafik im gesamten Manuskript soll denn von perfekter Präzision sein? Mir wäre keine bekannt.
Wenn es kein handwerklicher Fehler ist, bildet die Asymmetrie die reale, unregelmäßige Mondbahn ab. […] Statt Allgemeinplätze abzufragen: Wie erklärst du dir denn die konkrete, asymmetrische Linienführung der 12 Segmente auf dieser Seite?
Ich erkläre sie mit mittelalterlicher Scholastik: Ockhams Rasiermesser. Diejenige These ist vorzugswürdig, die mit der geringsten Zahl unbewiesener Vorannahmen auskommt. Die Grafik, die Du Dir herausgepickt hast, widerspricht der gemeinhin vorherrschenden Deutung nicht, dass Text und Darstellungen keinen tieferen Sinn haben—dass sie Ausgeburten der Fantasie des Urhebers sind, der höchstwahrscheinlich ein gewinnorientierter Betrüger war—, sondern sie stützt diese Deutung.
Das "verbotene" oder sensible Wissen bezog sich nicht auf die bloße Existenz der Zyklen, sondern auf eine astronomische Berechnungsmethode, die vom offiziellen, dogmatischen Kirchenkalender abwich.
Warum um alles in der Welt hätte ausgerechnet die Berechnungsmethode zu unterdrückendes Wissen darstellen sollen, dass der Kirche missfiel? Ist Dir klar, dass die katholische Kirche im betrachteten Zeitraum die größte institutionelle Förderin der Astronomie war?
 
Danke für den Hinweis, muck! Ich kämpfe hier noch etwas mit der Foren-Software, ich hoffe, jetzt ist es lesbar.

Zu deiner Erklärung, Sepiola:

Die Hoax-Theorie und Ockhams Rasiermesser anzuführen, ist völlig legitim. Wenn das Manuskript ein reiner, inhaltsleerer Betrug ist, erübrigt sich jede geometrische Analyse – dann ist alles einfach nur "Zufall und Schlampigkeit".

Aber genau hier setzt meine These an, und ich finde, Ockhams Rasiermesser lässt sich auch umdrehen:
Was ist die einfachere Erklärung für das Gesamtwerk? Dass ein profitorientierter Betrüger einen immensen, jahrelangen Aufwand betreibt, um ein hochgradig komplexes, in sich wiederkehrendes System aus verschobener Geometrie, "Frankenstein-Botanik" und anatomischen Röhrenstrukturen zu erschaffen, das über 200 Seiten eine konsistente Logik hält? Oder dass der Autor tatsächlich eine eigene, systematische Naturphilosophie dokumentieren wollte?

Wenn ein Fälscher ein astronomisches Kalenderblatt imitiert, um es als "wertvoll" zu verkaufen, würde er es dann nicht erst recht so zeichnen, wie es die Käufer seiner Zeit erwarteten – also makellos, harmonisch und perfekt symmetrisch? Ein "schiefes" Rad erweckte doch erst recht Misstrauen.

Für mich ist die systematische Asymmetrie (wie der Versuch, den 13. Mondzyklus visuell im 12er-Raster unterzubringen) ein Indiz dafür, dass hier eben kein Fälscher blind drauflosgemalt hat, sondern jemand reale Naturbeobachtungen in ein eigenes, geschütztes System übersetzt hat.

Wenn wir die reine Betrugs-Theorie für einen Moment als eine von mehreren Optionen betrachten: Gibt es in der Voynich-Forschung Arbeiten, die sich rein mathematisch mit der Exzentrizität dieser Linien auf 67v2 befasst haben, um zu sehen, ob ein Algorithmus dahintersteckt?
 
Ein wichtiger Nachtrag noch zu deinem Argument mit der kirchlichen Förderung der Astronomie, Sepiola:

Das stimmt historisch natürlich absolut. Allerdings muss man differenzieren, welche Art von Astronomie damals gefördert wurde. Die Kirche finanzierte die mathematische Berechnung des offiziellen Kalenders (insbesondere für das Osterdatum). Was sie jedoch rigoros ablehnte und oft als Ketzerei verfolgte, war die Verbindung von Astronomie mit Astrologie, Kosmologie und Naturphilosophie, die den offiziellen Dogmen widersprach.

Das Voynich-Manuskript zeigt in seinen Diagrammen eben keine Standard-Kirchenkalender. Es bettet die Mondzyklen in einen Kontext ein, der mit den nackten Gestalten und Symbolen stark nach Astrologie, Medizin und alchemistischem Geheimwissen aussieht – und genau das war der Obrigkeit ein Dorn im Auge.

Zudem gab es damals kein Urheberrecht oder Patente. Gelehrte verschlüsselten ihre innovativen Theorien und Berechnungen extrem oft nicht nur aus Angst vor der Kirche, sondern schlicht als Diebstahlschutz vor rivalisierenden Wissenschaftlern, die die Lorbeeren einheimsen wollten.

Wenn der Autor hier also ein System entwickelt hat, das die unregelmäßige Natur (13 Mondmonate) im 12er-Korsett mathematisch anders darstellte, hatte er gleich zwei gute Gründe für die visuelle Verschleierung: Schutz seines geistigen Eigentums und Schutz vor dem Vorwurf der verbotenen Astrologie.
 
Ich muss hier einmal kurz die Handbremse ziehen und mich aufrichtig entschuldigen.

Mir ist beim Nachlesen eurer Kritik und meines allerersten Beitrags gerade etwas wie Schuppen von den Augen gefallen: Ich habe den Post gestartet wie ein absolutes „Heureka, ich habe das Rätsel gelöst“. Das war ein klassischer Fehlstart als neues Mitglied und absolut nicht meine Absicht. Ich verstehe jetzt vollkommen, warum das hier so rüberkam und auf Gegenwind gestoßen ist.

Ich bin kein Historiker oder Sprachwissenschaftler. Ich habe mir einfach voller Begeisterung die Geometrie von Folio 67v2 angeschaut, diese auffällige Asymmetrie bemerkt und mir dazu diese logische Kette zusammengereimt. Anstatt das Ganze aber bescheiden als Idee oder Frage zu formulieren, habe ich es direkt als „Beweiskette“ formuliert. Das war plump von mir und tut mir leid.

Ich würde das Thema hier gerne noch mal auf Null setzen und das Ganze als das freigeben, was es eigentlich sein sollte: eine völlig ergebnisoffene Diskussion.

Ich behaupte nicht, Recht zu haben. Mich fasziniert einfach die exzentrische Linienführung auf dieser spezifischen Seite. Ich würde mich freuen, wenn wir mein gefährliches Halbwissen beiseitelegen und ihr mir vielleicht dabei helft zu verstehen, was die aktuelle Forschung zu genau dieser asymmetrischen Geometrie des Mondrades sagt. Gab es solche Messungen oder mathematischen Analysen der Rad-Segmente schon mal?

Danke für eure Geduld mit mir als Newbie!
 
Falls ein Moderator hier mitliest: Ihr könnt diesen Thread gerne komplett löschen oder schließen. Ich würde das Thema gerne noch mal ganz sauber, bescheiden und ergebnisoffen von Null starten.
 
Das Fazit
Das Voynich-Manuskript ist kein fehlerhaftes Werk eines Amateurs und kein sinnloser Schwindel. Es ist ein hochintelligentes, bewusst verzerrtes Archiv von verbotenem Wissen. Es schützt sich vor der Zensur seiner Zeit, indem es die Wahrheit (die asymmetrischen 13 Zyklen der Natur) tarnt und sich für die etablierte Geschichtsschreibung unsichtbar macht. Wer das Buch lesen will, darf nicht nach geraden Linien suchen – er muss lernen, die Asymmetrie zu verstehen.
Wirklich Sinn ergibt das ja nicht. Etwas, was so codiert ist, dass es keiner versteht, braucht man nicht mit viel Aufwand auf teurem Pergament fixieren, um für irgendwann in einer unbestimmten Zukunft etwas dokumentiert zu haben, was dann plötzlich "erlaubt" ist, was vorher "verboten" war.
 
Ein absolut starkes Argument, El Quijote! Genau über diesen logischen Widerspruch bin ich beim Nachdenken auch gestolpert, und du legst da den Finger exakt in die Wunde.

Aus heutiger Sicht wirkt es völlig unlogisch: Warum teures Pergament für eine Verschlüsselung verschwenden, die vielleicht nie wieder jemand versteht, nur um auf eine ferne Zukunft zu hoffen?

Und das Argument lässt sich sogar noch auf die unleserliche Botanik im Buch ausweiten: Warum sollte jemand mit viel Aufwand auf teurem Pergament irgendwelche Pflanzen zeichnen, die in der Realität gar nicht existieren? Wenn damals ein potenzieller Käufer oder Gelehrter darauf geschaut hätte, hätte er das gesamte Werk sofort als Humbug angezweifelt. Der Autor hätte ein solches Buch im Hier und Jetzt niemals gewinnbringend verkaufen können. Ein reiner Betrug zum Zweck des Verkaufs (Hoax) hinterlässt also auch bei den Pflanzen ein großes Fragezeichen.

Wenn man meine These der Verschleierung aber ein Stück weit wegdreht von einer "Geheimschrift für die ferne Zukunft" und eher als ein ganz persönliches "Arbeitswerkzeug" versteht, bekommt es eine andere Logik:

1. Der Code war vielleicht gar nicht für "niemanden" gedacht, sondern nur für den Autor selbst (als persönliches, geschütztes Notizbuch) oder für einen ganz kleinen Kreis von Eingeweihten (Schüler, Familie). Für sie war es lesbar, für Außenstehende sah es nach harmlosen Fantasiezeichnungen aus.

2. Der Diebstahlschutz: Im Mittelalter gab es kein Patentrecht. Wer eine bahnbrechende Entdeckung oder eine neue medizinisch-astrologische Methode erfand, verschlüsselte sie oft, damit konkurrierende Gelehrte die Idee nicht stehlen und zu Geld machen konnten. Es ging also vielleicht gar nicht darum, das Wissen vor einer Zensur in der Zukunft zu verstecken, sondern das eigene "geistige Eigentum" im Alltag zu schützen.

Aber genau deshalb habe ich den Thread noch mal auf Null gesetzt: Weil dieser Einwand von dir völlig berechtigt ist. Wenn wir die "reine Betrugs- oder Verkaufs-Theorie" wegen des teuren Pergaments und der erfundenen Pflanzen anzweifeln – was ist dann die logischere Erklärung für diese nachweislich exzentrischen, windschiefen Linien auf Folio 67v2? Doch nur reiner Zufall und handwerkliche Schlampigkeit? Wie seht ihr das?
 
Um noch kurz zu konkretisieren, was ich mit „sensiblem“ oder „verbotenem“ Wissen im Kontext des 15. und 16. Jahrhunderts meine – es ging dabei ja nicht um die bloße Beobachtung des Himmels, sondern um die Disziplinen, die an die Grenzen der damaligen Dogmen stießen:

1. Die verbotene Astrologie/Astro-Medizin: Während die reine mathematische Astronomie von der Kirche gefördert wurde, war die deterministische Astrologie (der Glaube, dass Himmelskörper das menschliche Schicksal oder den freien Willen direkt steuern) hochgradig ketzerisch. Das Voynich-Manuskript zeigt in seinen anatomischen und pharmazeutischen Sektionen (z. B. die nackten Gestalten in Verbindung mit Sternzeichen) eine starke Nähe zur Iatromathematik (Astro-Medizin), die extrem misstrauisch beäugt wurde.

2. Die Alchemie: Die Erforschung der stofflichen Veränderung oder das Suchen nach dem Lebenselixier war durch verschiedene päpstliche Bullen offiziell verboten oder stark reglementiert (auch aus Angst vor Falschmünzerei). Alchemisten arbeiteten traditionell *immer* mit visuellen Verschlüsselungen, Analogien und Decknamen, um ihre Rezepte vor der Obrigkeit und der Konkurrenz zu schützen. Die "Frankenstein-Botanik" (kombinierte Phantasie-Pflanzen) und Röhrensysteme im Manuskript sprechen genau diese alchemistische Bildsprache.

3. Das Abweichen von der kosmischen Symmetrie: Die offizielle Lehre (nach Aristoteles und Ptolemäus) verlangte ein geozentrisches, absolut harmonisches und symmetrisches Weltbild als Beweis für Gottes perfekte Schöpfung. Wer die Natur als asymmetrisch, exzentrisch oder unregelmäßig darstellte (wie eben der Versuch, ein 13-teiliges Mondjahr mathematisch in ein starres 12er-Raster zu zwängen), rüttelte an der philosophischen Basis der damaligen Zeit.

Wenn der Autor also kein Fälscher war, sondern ein realer Naturphilosoph, der sich im Bereich der Alchemie, Astro-Medizin oder abweichenden Kosmologie bewegte, hatte er verdammt gute Gründe, seine Erkenntnisse in einem hochentwickelten, geschützten System zu notieren.
 
Was ist die einfachere Erklärung für das Gesamtwerk? Dass ein profitorientierter Betrüger einen immensen, jahrelangen Aufwand betreibt, um ein hochgradig komplexes, in sich wiederkehrendes System aus verschobener Geometrie, "Frankenstein-Botanik" und anatomischen Röhrenstrukturen zu erschaffen, das über 200 Seiten eine konsistente Logik hält?

Der "jahrelange Aufwand" ist eine Behauptung ohne Substanz. Dem Manuskript kann man keinen jahrelangen Aufwand ablesen. Das Ganze könnte auch in wenigen Tagen runtergeschrieben worden sein. Es sind noch nicht einmal Spuren von Korrekturen feststellbar. Bei einem längeren Text ist es unvermeidlich, dass sich Schreibfehler einschleichen, bei einem hochwertigen Manuskript würde man sich bemühen, diese säuberlich (bei Pergament: Rasur!) zu beseitigen. Das ist hier nicht der Fall, daraus muss geschlossen werden, dass es dem Schreiber schlichtweg egal war, was er da zu Pergament brachte. Auch die Zeichnungen verraten nicht unbedingt außerordentliche Sorgfalt.

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Auch die "konsistente Logik über 200 Seiten" ist eine Behauptung ohne Substanz. Woraus diese bestehen soll, bleibt unerfindlich.


Und das Argument lässt sich sogar noch auf die unleserliche Botanik im Buch ausweiten: Warum sollte jemand mit viel Aufwand auf teurem Pergament irgendwelche Pflanzen zeichnen, die in der Realität gar nicht existieren? Wenn damals ein potenzieller Käufer oder Gelehrter darauf geschaut hätte, hätte er das gesamte Werk sofort als Humbug angezweifelt.

Ob die Pflanzen existieren oder nicht, konnte doch damals kein noch so gewiefter Gelehrter feststellen. Wie auch? Es gab nirgends eine Bibliothek, in der die Pflanzenwelt entfernter Kontinente erschöpfend dokumentiert war. Was auf jeden Fall durch die "exotischen" Pflanzen hervorgerufen wird, ist Neugier! Was hätte denn ein Betrüger Deiner Meinung nach zeichnen sollen, um Neugier und Habgier zu erwecken? Zwiebeln, Rüben, Klee und Brennesseln?

Die Verwendung des teuren Pergaments ist in jedem Fall eine gute Investition, wenn man mit dem Machwerk ein gutes Geschäft machen will. Der Käufer soll ja denken: Was auf so teurem Schreibmaterial geschrieben ist, kann doch wohl kein Humbug sein!?

Auch der Fälscher der Vinland-Karte hat erfolgreich mit diesem Trick gearbeitet. 1959 bot die Yale-Universität irrsinnige 250.000 Dollar auf, um an das "Dokument" zu kommen.


Wenn wir die "reine Betrugs- oder Verkaufs-Theorie" wegen des teuren Pergaments und der erfundenen Pflanzen anzweifeln

Es gibt keinen Grund, die Betrugs-oder Verkaufs-Theorie wegen des Pergaments und der erfundenen Pflanzen anzuzweifeln. Im Gegenteil!

für Außenstehende sah es nach harmlosen Fantasiezeichnungen aus.

Na, eben nicht!
Wer bekritzelt denn teures Pergament mit harmlosen Fantasiezeichnungen?

ich finde, Ockhams Rasiermesser lässt sich auch umdrehen:

Umdrehen, um mit der stumpfen Seite zu schneiden? Je mehr unlogische und unbeweisbare Behauptungen aufgestellt werden, um eine These zu unterstützen, desto wahrscheinlicher wird die These?
 
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